Wie sehen Bürger in den USA und Deutschland 'Negative Campaigning'?
Schon seit einiger Zeit werden Vergleiche zwischen dem Amerikanischen und dem Deutschen Wahlkampf gemacht. Insbesondere die Inhalte werden hierbei thematisiert. In den USA existiert dabei schon sehr lange das sogenannte Negative Campaigning, also das Denunzieren, Herabwürdigen, etc. von politischen Gegnern, ohne inhaltliche Fakten aufzuzählen. Da dies in den USA anscheinend eine hohen Erfolg aufweist, stellt sich die Frage, ob dies ein geeignetes Mittel für deutsche Wahlkämpfe ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
3. Forschungsstand
4. Datenanalyse
4.1 USA
4.2 Deutschland
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Negative Campaigning auf die Beurteilung von Politik durch Wähler im Vergleich zwischen den USA und Deutschland. Dabei wird analysiert, warum das Instrument in den USA tief verwurzelt ist und regelmäßig eingesetzt wird, während es in Deutschland aufgrund abweichender politischer Rahmenbedingungen und Mediensysteme kritisch gesehen wird und seltener zur Anwendung kommt.
- Vergleichende Analyse politischer Systeme und Wahlkulturen
- Untersuchung der Wirkungsweise von Negativkampagnen
- Analyse des Backlash-Effekts auf Angreifer und Wähler
- Evaluierung empirischer Studien zur Effektivität
- Stellenwert der Parteien- versus Kandidatenzentrierung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Schon seit einiger Zeit wird in Deutschland über eine zunehmende Amerikanisierung des Wahlkampfes diskutiert, d.h. ob es sinnvoll wäre, Inhalte aus den USA in den deutschen Wahlkampf zu übernehmen (Walter 2012). Nachdem u.a. schon das TV-Duell erfolgreich übernommen wurde, steht seit einiger Zeit das sogenannte Negative Campaigning zur Debatte. Zur Verständigung dieses Anglizismus eine Definition von John G. Geer: „It is simple and straight forward: negativity is any criticism leveled by one candidate against another during a campaign. Under this definition there is no grey area. An appeal in a campaign either raises doubts about the opposition (i.e., negative) or states why the candidate is worthy of your vote (i.e., positive). There is no middle category. […].” (Zitat aus Krupnikov 2011).
Geer macht deutlich, dass Negativität vor allem etwas Kritisches ist, das zwischen zwei Kandidaten während einer Kampagne auftritt. Dies trifft vor allem auf die USA zu, da hier ein Präsidentschaftswahlkampf zwischen zwei Herausforderern stattfindet. Zudem ist Negative Campaigning in den USA tief verwurzelt und existiert schon seit etwa Ende des 18. Jahrhunderts (Kaltenthaler 2000). Daher wird dieses Wahlkampfinstrument in den USA flächendeckend eingesetzt, um Kontrahenten zu schaden und eine Umkehrung der Wählerstimmen zugunsten des Angreifers zu erzielen. Die Wähler erwarten sogar dessen Einsatz und mittlerweile kann kein Kandidat mehr darauf verzichten. Aufgrund der großen Nutzung ist die Forschung zu diesem Thema in den USA weit reichend, auch wenn es sehr unterschiedliche Ergebnisse gibt (Lau et al. 2007). Gerade in Bezug auf die Beurteilung der Politik durch die Wähler ist Negative Campaigning ein interessantes Thema, mit welchem sich die Forschung weniger beschäftigt hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Definition von Negative Campaigning und Darlegung der Relevanz für den Vergleich zwischen USA und Deutschland.
2. Theoretischer Hintergrund: Erläuterung der systemischen Unterschiede (Wahlsysteme, Medieneinfluss) und der psychologischen Mechanismen, die den Einsatz von Negativkampagnen beeinflussen.
3. Forschungsstand: Überblick über existierende Studien und empirische Erkenntnisse zu den Wirkungen und Nebenwirkungen von Negativität im Wahlkampf.
4. Datenanalyse: Detaillierte Auswertung von Studien aus den USA (Metaanalyse) und Deutschland (Experimente zu Wahlwerbespots), um die Hypothesen zu überprüfen.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse hinsichtlich der kulturellen und politischen Spezifika beider Länder.
Schlüsselwörter
Negative Campaigning, Politische Kommunikation, Wahlsysteme, Wählerverhalten, Backlash-Effekt, Demobilisierung, Politische Kultur, Präsidentschaftswahlkampf, Wahlwerbung, Medienwirkung, Parteienloyalität, Stimmenumkehr, Politische Vertrauenskrise, Vergleichsstudie, Deutschland-USA.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Einsatz und die Wirkung von Negative Campaigning als Wahlkampfmittel und untersucht, wie sich die Auswirkungen auf die Beurteilung von Politik durch Wähler in den USA und Deutschland unterscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Unterschiede in den politischen Systemen, die Rolle der Medien bei der Informationsvermittlung sowie die psychologische Wirkung negativer Angriffe auf die politische Einstellung der Bürger.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Unterschiede in der Anwendung und Wirkung von Negativkampagnen zu erklären und aufzuzeigen, warum dieses Mittel in den USA erfolgreich eingesetzt wird, während es in Deutschland weitestgehend abgelehnt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Forschungsstandanalyse sowie der komparativen Auswertung empirischer Daten, insbesondere Metaanalysen für die USA und Experimente für den deutschen Raum.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, einen Forschungsüberblick und eine Datenanalyse, in der Studien wie die Metaanalyse von Lau et al. (2007) und Experimente zu deutschen Wahlwerbespots diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Negative Campaigning, Backlash-Effekt, politische Kultur und den Systemvergleich zwischen Mehrheits- und Verhältniswahlrecht definiert.
Warum spielt der "Backlash-Effekt" eine so große Rolle in der Untersuchung?
Der Backlash-Effekt ist zentral, da er erklärt, warum negative Wahlwerbung in Deutschland oft kontraproduktiv wirkt: Anstatt den Gegner zu schwächen, schadet sie dem Angreifer selbst, da Wähler das Mittel als unfair ablehnen.
Welche Rolle spielt das Mediensystem für die unterschiedliche Wahrnehmung?
Die Arbeit zeigt, dass deutsche Medien in ihrer Berichterstattung objektiver und kritischer gegenüber negativen Kampagnen agieren als US-amerikanische Medien, die teils offen Position für Kandidaten beziehen.
Gibt es einen klaren Gewinner durch Negative Campaigning?
Nein, die empirischen Daten zeigen, dass eine direkte Umkehrung der Stimmen zugunsten des Angreifers nicht einheitlich belegbar ist, besonders in Deutschland überwiegen die negativen Auswirkungen auf das Politikvertrauen.
- Citar trabajo
- Philipp Hoffmann (Autor), 2015, Welchen Einfluss hat Negative Campaigning in den USA und Deutschland auf die Beurteilung von Politik durch die Wähler?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307369