Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Archäologie

Die Goldhalsringe der Hallstattzeit

Titel: Die Goldhalsringe der Hallstattzeit

Hausarbeit , 2015 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dennis Hogger (Autor:in)

Archäologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die späte Hallstattzeit ist eine Epoche, die in ihrer Relevanz für die Sozialgeschichte Europas nicht zu unterschätzen ist. Wie sich schon an der Bezeichnung der herausragenden Bestattungen und der befestigten Höhensiedlungen als „Fürstengräber“ und „Fürstensitze“ zeigt, wird die obere Bevölkerungsschicht der späten Hallstattzeit nicht nur durch materiellen Reichtum, sakrale Funktionen oder die Kontrolle über Ressourcenabbau und -handel bestimmt, sondern als Träger von Herrschaftsrechten angesehen. Berechtigung erlangt diese Ansicht vor allem unter Beachtung der Fürstensitze wie der Heuneburg, deren Errichtung und Aufrechterhaltung nicht ohne eine proto-staatliche Verwaltung vorstellbar sind.

Natürlich befindet sich die Prähistorische Archäologie aufgrund ihrer besonderen Quellensituation in einer schlechten Lage, wenn es gilt, die politischen Aspekte der Späthallstattzeit genauer zu bestimmen. Andererseits bietet sich ihr die Möglichkeit, das Augenmerk stärker auf die materiellen Aspekte zu lenken, die letztlich jeder Form von Macht und Herrschaft zugrunde liegen. Jeder Machthaber, egal in welchem Raum und in welcher Zeit, wird seinen Status in irgendeiner Form visualisiert haben.

Für die Späthallstattzeit ist man inzwischen zu einem weitgehenden Konsens darüber gekommen, mit welchen Objekten der Status der Eliten dargestellt wurde. Neben anderen Attributen waren dies vor allem die Goldhalsringe. Mit dieser Fundgattung setzt sich die vorliegende Arbeit auseinander. Dabei soll stets die sozialgeschichtliche Stellung dieser Funde, vor allem im Kontext des Fürstenphänomens, als übergreifendes Erkenntnisziel im Hintergrund stehen. Entsprechend werden Aspekte wie die Herstellungstechnik oder die typologische Gliederung dieser Objekte nur relativ knapp behandelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Halsringtracht des Westhallstattkreises von Ha C bis Ha D1

3. Der Goldhalsring im Kontext des späthallstattzeitlichen Fürstenphänomens

4. Trageweise des Goldhalsringes

5. Typologie und Chronologie der Goldhalsringe

6. Chorologie der Goldhalsringe

7. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialgeschichtliche Stellung von Goldhalsringen in der späten Hallstattzeit, insbesondere im Kontext des sogenannten Fürstenphänomens. Ziel ist es, diese Objekte als Statussymbole einer männlichen Elite zu identifizieren und ihre Bedeutung sowie Trageweise anhand archäologischer Befunde, wie dem Grab von Hochdorf, kritisch zu beleuchten.

  • Kulturgeschichtliche Entwicklung der Halsringtracht in der Hallstattzeit
  • Die Rolle der Goldhalsringe als Statussymbole der späthallstattzeitlichen Elite
  • Analyse der Trageweise und öffentlicher Repräsentationsfunktionen
  • Typologische und chronologische Einordnung der Goldhalsringe
  • Geografische Verbreitung und chorologische Auswertung

Auszug aus dem Buch

4. Trageweise des Goldhalsringes

Um die Trageweise der Goldringe in Fürstengräbern hat sich früh eine Debatte ergeben. Zwar war bekannt, dass sich die Goldringe normalerweise in Kopfnähe des Toten fanden, doch war zunächst eine Ansprache dieser Stücke als Diademe dominant. Nachdem diese These schon 1954 bezweifelt worden war, kam die Debatte durch den Fund der Stele von Hirschlanden zu einem Ende, beweist die Darstellung schließlich eindeutig die Verwendung der Goldringe als Halsringe.

Von Interesse ist die Frage, ob die Goldhalsringe überhaupt getragen wurden, und wenn ja, zu welchen Anlässen. Zunächst ist festzustellen, dass die meisten Goldhalsringe, im Gegensatz zu zahlreichen Halsringen aus unedlem Material dieser Zeit, von der Größe her abnehmbar waren. Die einzige Ausnahme ist der Goldhalsring von Wallerfangen, der mit seinem Außendurchmesser von 14,4 cm sicher nicht abnehmbar war. Bei den restlichen Goldhalsringen bleibt also zunächst unklar, ob sie überhaupt getragen wurden.

Wenn die Goldhalsringe korrekt als Statussymbole bestimmt worden sind, setzt dies, wie S. Burmeister betont hat, ihre Sichtbarkeit in öffentlichen Kontexten voraus, da sie sonst ihre Funktion nicht erfüllen könnten. Daraus kann man aber nicht schließen, dass die Goldhalsringe auch zu Lebzeiten getragen wurden: Zwar erfüllten sie ihren Zweck, die Statusrepräsentation, eindeutig im Rahmen des Begräbniszeremoniells, aber ob sie das auch zu Lebzeiten des Fürsten taten, ist unbekannt. Die Frage kann nur anhand konkreter Betrachtung der Funde und Befunde entschieden werden. Dies soll exemplarisch am Beispiel des Hochdorfer Goldhalsringes gezeigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Erkenntnisziel der Arbeit, Goldhalsringe als Statussymbole innerhalb der späthallstattzeitlichen Gesellschaft zu untersuchen und methodisch anhand des Hochdorfer Grabes zu exemplifizieren.

2. Die Halsringtracht des Westhallstattkreises von Ha C bis Ha D1: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung der Halsringtracht nach, die sich von einer hauptsächlich weiblichen Tradition zu einem maskulinen Statussymbol der Elite wandelte.

3. Der Goldhalsring im Kontext des späthallstattzeitlichen Fürstenphänomens: Der Abschnitt verknüpft das Aufkommen von Goldschmuck mit der Transformation elitärer Machtstrukturen und dem Fürstenphänomen am Beispiel der Bestattungen von Kappel am Rhein und Hochdorf.

4. Trageweise des Goldhalsringes: Hier wird debattiert, ob die Ringe Diademe waren oder tatsächlich als Halsschmuck dienten, wobei Gebrauchsspuren und die physische Beschaffenheit für eine Nutzung als Statusabzeichen sprechen.

5. Typologie und Chronologie der Goldhalsringe: Es werden vier chronologische Gruppen definiert, die eine Tendenz zu schlichteren, unverzierten Formen gegen Ende der Hallstattzeit aufzeigen.

6. Chorologie der Goldhalsringe: Eine kartografische Analyse grenzt den Verbreitungsraum der Ringe ein und identifiziert regionale Schwerpunkte sowie kulturelle Besonderheiten bei Funden in Frauengräbern.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und weist auf offene Forschungsfragen hinsichtlich der sozialen Umbrüche und der Genderaspekte in der Elitebestattung hin.

Schlüsselwörter

Späte Hallstattzeit, Goldhalsringe, Fürstenphänomen, Statussymbole, Elite, Grab von Hochdorf, Archäologie, Typologie, Chronologie, Sozialgeschichte, Trageweise, Machtrepräsentation, Trachtsitten, Eisenzeit, Goldobjekte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Goldhalsringen in der späten Hallstattzeit und analysiert, wie diese Objekte als Statussymbole der damaligen Elite fungierten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entwicklung der Trachtsitten, die soziale Repräsentation durch Schmuck, archäologische Typologien und die räumliche Verteilung der Funde.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die sozialgeschichtliche Rolle der Goldhalsringe im Kontext des späthallstattzeitlichen Fürstenphänomens zu klären und zu belegen, dass diese Ringe als Instrumente der Statusdarstellung dienten.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine kulturgeschichtliche Analyse, typologische Gliederung, chronologische Einordnung sowie eine chorologische Kartierung archäologischer Befunde.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die Evolution der Halsringtracht, die Bedeutung des Goldhalsringes für das Fürstenphänomen, die Debatte zur Trageweise und die typologische Systematik.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Typische Begriffe sind Hallstattzeit, Fürstenphänomen, Statussymbol, Goldhalsring, Elite, archäologische Befunde und Statusrepräsentation.

Welche besondere Bedeutung hat das Grab von Hochdorf für die Studie?

Das Grab dient als zentrales Fallbeispiel, anhand dessen sowohl die Herstellung, die Abnutzungsspuren als auch die Einbettung in das Fürstenphänomen exemplarisch veranschaulicht werden.

Warum wird die Bezeichnung „Fürstenphänomen“ verwendet?

Der Begriff beschreibt eine spezifische Epoche der späten Hallstattzeit, die durch herausragende Bestattungen, befestigte Höhensiedlungen und eine machtvolle soziale Oberschicht gekennzeichnet ist.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Goldhalsringe der Hallstattzeit
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,0
Autor
Dennis Hogger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V307387
ISBN (eBook)
9783668057784
ISBN (Buch)
9783668057791
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hallstattzeit Goldhalsringe Halsringe Fürsten Fürstenphänomen Hochdorf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dennis Hogger (Autor:in), 2015, Die Goldhalsringe der Hallstattzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307387
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum