Noch immer ist Deutschland eines der reichsten Länder der Erde. Nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat in Deutschland jedes fünfte Kind Übergewicht und jedes dritte bei den Jugendlichen. So kann man fast der Meinung sein, dass in Deutschland nur Übergewicht ein Problem ist. Aber so ist es nicht, denn im Alter essen viele Menschen zu wenig und sind untergewichtig oder krankhaft mangelernährt. Das deutsche Institut für Diätetik (DIET) hat dazu herausgefunden, dass 83% der älteren Menschen in Institutionen und 31% zu Hause mindestens zum Teil mangelernährt sind.
Über die Ursachen und Folgen der Mangelernährung möchte ich mich in der folgenden Hausarbeit beschäftigen. Dabei werde ich versuchen, Vorschläge und Lösungsansätze zu finden und diese anhand eines Fallbeispiels in einer Pflegeplanung zusammen fassen. Malnutrition (lat.: malus, schlecht; nutrire, ernähren) Mangelernährung kann auch Malnutrition genannt werden. Damit wird ein physischer Zustand beschrieben, der durch einen erheblichen Verlust an Körpermasse charakterisiert ist.
Obwohl Mangelernährung sehr häufig vorkommt, gibt es keine allgemein gültige Definition.
„Mangelernährung kann entstehen, wenn die Aufnahmemenge an Nährstoffen nicht den Nährstoffbedürfnissen einer Person entspricht. Die negativen Auswirkungen am menschlichen Körper (Größe, Form und Zusammensetzung) und der Körperfunktionen (physisch, psychisch, Verhalten) können häufig mit einer adäquaten Ernährung rückgängig gemacht werden. Bei langandauernder Mangelernährung können jedoch bleibende Schäden auftreten.“
Inhaltsverzeichnis
1. Definition Mangelernährung
1.1. Bedeutung der Ernährung
1.2. Möglichkeiten zur Ermittlung der Ernährungszustand des alten Menschen
1.2.1. Berechnung des Normalgewichts nach Broca
1.2.2. Body Mass Index
1.3. Wieviel Kalorien braucht ein alter Mensch?
1.4. Mangelernährung aufgrund eines Kalorienmangels "Protein-/Kalorien-Mangelernährung"
1.5. Mangelernährung durch einseitige Ernährung
1.6. Unterernährung und ihre Folgen (im Alter)
2. Situation zu Hause
2.a. Die gesunden, rüstigen Senioren
2.b. Die hilfsbedürftigen, hochbetagten Senioren
2.1. Fallbeispiel Herr Kolle
2.2. Pflegeplanung
3. Die Situation im Seniorenheim
3.1. Fallbeispiel Frau Milku
3.2. Pflegeplanung
4. Fazit und Bemerkungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Folgen der Mangelernährung bei älteren Menschen, sowohl in der häuslichen Umgebung als auch im Seniorenheim. Ziel ist es, Lösungsansätze aufzuzeigen und diese anhand von konkreten Fallbeispielen in Form einer Pflegeplanung praxisnah zu verdeutlichen.
- Physische und psychische Ursachen von Mangelernährung im Alter.
- Einflussfaktoren wie soziale Isolation und motorische Einschränkungen.
- Vergleich der Ernährungssituation zu Hause versus im Seniorenheim.
- Bedeutung von Biografiearbeit und individueller Pflegeplanung.
- Strategien zur frühzeitigen Erkennung und Prävention (z.B. Gewichtskontrolle).
Auszug aus dem Buch
1.4. Mangelernährung aufgrund eines Kalorienmangels "Protein-/Kalorien-Mangelernährung"
Mangelernährung entsteht, wenn der Körper über einen längeren Zeitraum weniger Kalorien zugeführt bekommt, als wie er benötigt. Dabei wird von Protein-/Kalorien-Mangelernährung gesprochen, weil der Körper dauerhaft zu wenig Energie und zu wenig Eiweiß zugeführt bekommt. Proteine = Eiweiße benötigt der Körper unter anderem als Baustoff für Haare, Muskeln, Haut und innere Organe. Bei ungenügender Energiezufuhr werden aber Eiweiße als Energieträger vom Körper verstoffwechselt und fehlen dann für diese Funktionen. Die Folgen davon sind trockene Haut, Verletzungen und Wunden die schlecht heilen sowie Müdigkeit und Kraftlosigkeit. Der Mangel an Eiweiß kann außerdem zu Muskelschwund, Herz-, Kreislaufstörungen und Ödemen (Gewebswassereinlagerungen) führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition Mangelernährung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Malnutrition, deren verschiedene Formen sowie die Bedeutung einer ausgewogenen Nährstoffzufuhr für den menschlichen Organismus.
2. Situation zu Hause: Hier wird die Problematik der Mangelernährung bei Senioren im häuslichen Umfeld analysiert, wobei besonders die soziale Isolation und motorische Hürden thematisiert werden.
3. Die Situation im Seniorenheim: Das Kapitel beleuchtet kritisch die Rahmenbedingungen in Heimen, wie starre Essenszeiten und unpersönliche Atmosphäre, die zur Mangelernährung beitragen können.
4. Fazit und Bemerkungen: Der Autor resümiert, dass Mangelernährung im Alter oft unterschätzt wird und appelliert an ein individuelles, kreatives Vorgehen in der Pflege unter Einbeziehung biografischer Daten.
Schlüsselwörter
Mangelernährung, Senioren, Malnutrition, Altersanorexie, Pflegeplanung, Ernährung, Kalorienbedarf, Proteinmangel, soziale Isolation, Seniorenheim, Biografiearbeit, Sturzrisiko, Gewichtskontrolle, Dekubitusprävention, Dysphagie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Mangelernährung bei Senioren und analysiert deren Ursachen sowie Folgen in unterschiedlichen Lebenskontexten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die physiologischen Grundlagen, die Ernährungssituation in der häuslichen Pflege sowie die spezifischen Herausforderungen im Seniorenheim.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Identifikation von Risikofaktoren für Mangelernährung sowie die Erarbeitung von Lösungsansätzen durch zielgerichtete Pflegeplanungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachliche Ausarbeitung, die durch Literaturrecherche und die Anwendung der Erkenntnisse auf konkrete Fallbeispiele methodisch gestützt wird.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der häuslichen Situation und der stationären Betreuung, illustriert durch die Fallbeispiele Herr Kolle und Frau Milku.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mangelernährung, Alter, Pflegeplanung, soziale Isolation und individuelle Bedürfnisorientierung.
Warum ist die Beobachtung des Hautzustandes bei Senioren so wichtig?
Ein schlechter Hautzustand kann laut Autor ein Frühindikator für eine vorliegende Mangelernährung und einen veränderten Ernährungsstatus sein.
Welche Rolle spielt die Biografiearbeit bei der Ernährung?
Biografiearbeit hilft dabei, Vorlieben und frühere Gewohnheiten der Senioren zu berücksichtigen, was die Akzeptanz und den Erfolg von Ernährungsmaßnahmen deutlich steigern kann.
- Citation du texte
- Tobias Petzold (Auteur), 2004, Mangelernährung im Alter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30750