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Kompetenzerwerb. Entwicklung eines pädagogischen Leitfadens für die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter

Titre: Kompetenzerwerb. Entwicklung eines pädagogischen Leitfadens für die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter

Mémoire (de fin d'études) , 2014 , 119 Pages , Note: 1,8

Autor:in: Dipl. med. päd. Alexander Huwe (Auteur), Dipl. med. päd. Jochen Kircheis (Auteur)

Médecine - Autres
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Die Notfallmedizin erhält ein neues, längst überfälliges Paradigma, welches tiefgreifende Veränderungen in den bisherigen Ausbildungsstrukturen nach sich zieht, ebenso wie in der berufs- und fachpraktischen Umsetzung. Mit der Novellierung etabliert sich nunmehr ein neuartiger Beruf. Er schließt sich anderen Gesundheitsfachberufen mit einer dreijährigen Ausbildung an. Auch hier machen sich natürlich Sorgen und Ängste breit:
Wie wird sich die Ausbildung der bisherigen Rettungsassistenten verändern?
Welche Kompetenzen sind nun zu vermitteln, und vor allem durch welche Methoden?
Wird es eine verbindliche, rechtliche Grundlage zur Ausübung des moderneren Berufsbildes geben?

Offene Fragen, die vor allem an der Ausbildung beteiligte Institutionen und Personen aufwerfen, genauso aber auch die Angestellten im Rettungsdienst, welche sich selbst mit dieser höher gestellten Berufsgruppe konfrontiert sehen.

Eine Umgestaltung der zweijährigen Rettungsassistentenausbildung zur dreijährigen Notfallsanitäterausbildung bedeutet nicht, dass einfach nur ein weiteres Ausbildungsjahr hinzugefügt und mit zusätzlichem Lehrstoff gefüllt wird. Nein, es geht um gänzlich neue Wertbestimmungen des Berufsbildes, welches auf dem europäischen Sektor Vergleichbarkeit erfahren muss. Dies verlangt hinsichtlich der Ausbildung und Pädagogik neue didaktische und methodische Konzepte. Auch die Planung der inhaltlichen Gestaltung der dreijährigen Ausbildung ist aktuell nicht bis ins Detail abgeschlossen. Themen wie Lernortvernetzung oder Praxis- und Handlungsorientierung sind bisher sogar gänzlich unberührt.

Im Hinblick auf aktuelle, zukünftige medizinische Bedürfnisse und die Thematik des – „Lebenslangen Lernens“ – sowie internationaler Vergleichbarkeit setzt die Ausbildung neue Maßstäbe für die Bildungsteilnehmer und Bildungsteilnehmer und auch an die Lehrkräfte. Es bieten sich auf diesem Wege neue Chancen, dem Berufsbild von Anfang an eine eigenständige und anspruchsvolle Perspektive aufzuzeigen.
Mit der Ausbildung zum Notfallsanitäter entsteht ein neuwertiges Berufsbild am Horizont der Gesundheitsfachberufe.

Aufgrund der Aktualität der Thematik entstand für uns die Frage: Welche pädagogischen Herausforderungen sind für die Etablierung des neuen Berufsbildes zu bewältigen, um den gesteigerten Erwartungen gerecht zu werden?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Novellierung des Rettungsassistentengesetzes

2.1. „Lebenslanges Lernen“

2.2. Kernelemente der Notfallrettung

2.3. Das Aufgabengebiet der Rettungsassistenten

2.4. Die bisherige Ausbildung der Rettungsassistenten

2.5. Gesetzliche Regelungen

2.5.1. Notkompetenzregelung der Bundesärztekammer

2.5.2. Maßnahmenkatalog des DBRD e.V.

3. Kompetenzen

3.1. Kompetenzen und Veränderungen in der Notfallsanitäterausbildung

3.2. Das Kompetenztheoretische Modell im Kontext der Notfallsanitäterausbildung

3.2.1. Arten des Handelns

3.2.2. Arten des Lernens

3.2.3. Die Verknüpfung von Handeln und Lernen im Sinne der Kompetenzen

3.3. Anwendung des Kompetenzerwerbs im Sinne des EQR

3.4. Modulentwicklung auf Grundlage des Kompetenztheoretischen Modells

4. Angewandte Bildungstheorien

4.1. Impulse aus dem Behaviorismus

4.1.1. Offener und neu entdeckter Frontalunterricht

4.2. Impulse aus dem Kognitivismus

4.3. Impulse aus dem Konstruktivismus

4.3.1. Impulse aus der systemisch konstruktivistischen Denkweise

5. Handlungsorientiertes Lehren und Lernen

5.1. Merkmale des handlungsorientierten Lehren und Lernens

5.2. Grenzen des handlungsorientierten Lehren und Lernens

5.3. Die Lernanforderungen an den Bildungsteilnehmer

5.4. Die Lehranforderungen an den Lehrer

5.5. Lösungen für Probleme bei rettungsdienstrelevanten Gruppenarbeiten

6. Die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter – die „drei“ Lernorte

6.1. Lernort Schule – Theoretisch-Praktischer Unterricht

6.1.1. Handlungsorientiertes Lernen durch Lernfelder

6.1.2. Schwerpunkte in der Umsetzung des Lernfeldansatzes

6.2. Lernort Praxis – Praktische Ausbildung

6.2.1. Praxisanleitung / Praxisbegleitung

6.2.2. Lernortkooperation / Kommunikation

6.3. Lernort für Training und Transfer

6.3.1. Handlungsketten zum Erwerb von Fertigkeiten

6.3.2. Skills / Circle of Learning

6.3.3. Lern- und Praxisaufgaben zur Transferleistung

7. Evaluation als pädagogisches Mittel

7.1. Leitfragen, Ziele und die Planung von Evaluationen

7.2. Die Evaluation im gemeinsamen Kontext der Pädagogik

7.3. Hinweise für die Beteiligten einer Evaluation

7.4. Die Modifikation von Evaluationen

7.5. Vor- und Nachteile von Evaluationen bei Bildungsteilnehmern

7.5.1. Zensuren / Noten

7.5.2. Wortgutachten im Sinne der mündlichen Prüfung

7.5.3. Selbstbeurteilung

7.6. Evaluationsempfehlungen für die Ausbildung zum Notfallsanitäter

7.6.1. Hinweise zur Erstellung von schriftlichen und mündlichen Prüfungen

7.6.2. Überprüfung des Kompetenzerwerbs

8. Vergleich auf internationaler Ebene am Beispiel Finnlands

9. Diskussion

10. Zusammenfassung / Conclusion

11. Literaturverzeichnis

12. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die pädagogischen Herausforderungen, die mit der Umstellung der zweijährigen Rettungsassistentenausbildung auf die dreijährige Notfallsanitäterausbildung einhergehen, und entwickelt einen pädagogischen Leitfaden für die Ausbildungspraxis.

  • Novellierung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf das Berufsbild.
  • Etablierung eines kompetenzorientierten Lernmodells unter Anwendung didaktischer Theorien.
  • Optimierung der Lernortkooperation zwischen Schule, Praxis und Trainingseinrichtungen.
  • Methoden der Evaluation zur Sicherung der Ausbildungsqualität und des Kompetenzerwerbs.
  • Internationaler Vergleich des Ausbildungskonzepts am Beispiel Finnlands.

Auszug aus dem Buch

2.5. Gesetzliche Regelungen

Im alltäglichen Arbeitsablauf sind die Rettungsassistenten im Notfalleinsatz oft auf sich allein gestellt und müssten ärztliche Maßnahmen ohne Beisein eines Arztes durchführen, um den Patienten vor schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen zu bewahren.

Die Rechtslage dafür ist jedoch noch immer nicht eindeutig geklärt. Schon 1992 kritisierte die Bundesärztekammer, dass unzutreffender Weise die Auffassung entstand, der Rettungsassistent wäre ein medizinischer Fachberuf, dem auch die Erlaubnis zur Durchführung spezifischer ärztlicher Leistungen im Rettungsdienst übertragen wurde.

Jedoch gilt für die Ausübung der Heilkunde eine gesonderte Erlaubnis oder der Arztvorbehalt. (HeilprG 1975:§1) Die Bundesärztekammer besteht hier auf eine klare Abgrenzung in der Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten. Sie beruft sich auf zwei konkrete Ansätze: 1. Dem Rettungsassistenten werden lediglich ärztliche Leistungen im Beisein des Arztes delegiert und 2. Im Sinne der „Notkompetenz“ des Rettungsassistenten greift der Rahmen des rechtfertigenden Notstandes. (Bundesärztekammer 1992:1)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Notwendigkeit der pädagogischen Neukonzeption des Berufsbildes durch die Gesetzesnovellierung.

2. Novellierung des Rettungsassistentengesetzes: Analysiert die rechtlichen Hintergründe und die Notwendigkeit des Lebenslangen Lernens.

3. Kompetenzen: Erläutert die theoretischen Modelle und Arten des Kompetenzerwerbs im Kontext der Notfallsanitäterausbildung.

4. Angewandte Bildungstheorien: Diskutiert Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus als pädagogische Impulse.

5. Handlungsorientiertes Lehren und Lernen: Detailliert die methodische Umsetzung und die Anforderungen an Lehrkräfte und Teilnehmer.

6. Die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter – die „drei“ Lernorte: Behandelt die Verzahnung von Schule, Praxis und Training.

7. Evaluation als pädagogisches Mittel: Fokussiert auf Qualitätssicherung durch Prüfungsmethoden und formative Evaluation.

8. Vergleich auf internationaler Ebene am Beispiel Finnlands: Stellt den internationalen Kontext und die dortigen Ausbildungsmodelle dar.

9. Diskussion: Reflektiert die Gesamtergebnisse und Ausblicke für die berufliche Etablierung.

10. Zusammenfassung / Conclusion: Fasst die Kernergebnisse der Diplomarbeit zusammen.

Schlüsselwörter

Notfallsanitäter, Rettungsassistent, Kompetenzerwerb, Berufspädagogik, Handlungsorientierung, Lernfelder, Notkompetenz, Ausbildung, Evaluation, Didaktik, Praxisanleitung, Skillslab, Lebenslanges Lernen, Qualifikationsrahmen, Rettungsdienst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit primär?

Die Arbeit analysiert die pädagogischen Konsequenzen der Einführung der dreijährigen Notfallsanitäterausbildung und bietet einen Leitfaden für deren didaktische Ausgestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kompetenzentwicklung, der Anwendung verschiedener Bildungstheorien, dem handlungsorientierten Lernen und der Evaluation der Ausbildung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, pädagogische Herausforderungen bei der Etablierung des neuen Notfallsanitäter-Berufsbildes aufzuzeigen und Ansätze für eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich didaktischer Modelle, ergänzt durch einen internationalen Blick auf das finnische Ausbildungssystem.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Kompetenzentwicklung, die praktische Umsetzung an den drei Lernorten (Schule, Praxis, Training) sowie die Gestaltung von Prüfungs- und Evaluationsprozessen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Notfallsanitäter, Handlungsorientierung, Kompetenzerwerb, Lernfeldkonzept und Qualitätssicherung.

Wie bewerten die Autoren die Rolle der „Notkompetenz“?

Die Autoren kritisieren die rechtliche Grauzone der Notkompetenz und fordern eine klare, kompetenzbasierte Regelung durch das neue Notfallsanitätergesetz.

Welche Bedeutung kommt dem Praxisanleiter zu?

Der Praxisanleiter wird als zentrale Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis definiert, für dessen Rolle eine pädagogische Zusatzqualifikation zwingend erforderlich ist.

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Résumé des informations

Titre
Kompetenzerwerb. Entwicklung eines pädagogischen Leitfadens für die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter
Université
Studies at the Charité - Universitätsmedizin Berlin  (CC1 - HUMAN-UND GESUNDHEITSWISSENSCHAFTEN)
Cours
Medizinpädagogik
Note
1,8
Auteurs
Dipl. med. päd. Alexander Huwe (Auteur), Dipl. med. päd. Jochen Kircheis (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
119
N° de catalogue
V307512
ISBN (ebook)
9783668057104
ISBN (Livre)
9783668057111
Langue
allemand
mots-clé
Notfallsanitäter Pädagogik Medizinpädagogik Notfallsanitäterausbildung Didaktik Novellierung Rettungsassistent Rettungssanitäter Präklinik Berufsausbildung Rettungsdienst Notfallmedizin Notfallpädagogik Ausbildung Rettungsmedizin Berufsschule
Sécurité des produits
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Citation du texte
Dipl. med. päd. Alexander Huwe (Auteur), Dipl. med. päd. Jochen Kircheis (Auteur), 2014, Kompetenzerwerb. Entwicklung eines pädagogischen Leitfadens für die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307512
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Extrait de  119  pages
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