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Ganztagsschule. Ein Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem?

Title: Ganztagsschule. Ein Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem?

Term Paper , 2015 , 60 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Laura Smith (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Die PISA-Studie 2001 bescheinigte dem deutschen Schulsystem eine unzureichende Chancengerechtigkeit: In kaum einem anderen Land besteht ein so starker Zusammenhang zwischen Leistungsniveau und sozialer Herkunft. Kritiker führten den Misserfolg auf die überwiegend vorherrschende Halbtagsschule zurück, denn führend in den PISA-Studien waren vor allem die europäischen und außereuropäischen Länder, in denen die Ganztagsschule bereits zahlreich etabliert ist. Die vorliegende Arbeit möchte daher eine Antwort darauf finden, ob, wie und in welchem Rahmen von der Ganztagsschule tatsächlich eine kompensatorische Wirkung ausgeht.

Dabei wird in folgenden Schritten vorgegangen: Zunächst wird versucht den Begriff der Chancengerechtigkeit zu definieren. Aufbauend auf diesem Verständnis wird im nächsten Schritt das deutsche Bildungssystem daraufhin untersucht, um schließlich eine Situationsbeschreibung zur aktuellen Lage im deutschen Schulsystem zu liefern. Schließlich rückt die Ganztagsschule in den Fokus des Interesses. Zuerst werden definitorische Ansätze diskutiert, darauffolgend ein kurzer Abriss der aktuellen Ganztagsschulentwicklung gegeben, sowie ein Bild der aktuellen Lage in Deutschland gezeichnet. Abschließend widmet sich die vorliegende Arbeit ihrer zentralen Fragestellung, zu deren Beantwortung sie auch empirische Ergebnisse aus der deutschen Forschung heranzieht: Kann die Ganztagsschule einen Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit leisten?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Zur Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems

2.1 Zum Begriff „Chancengerechtigkeit“

2.2 Die Chancengerechtigkeit des deutschen Bildungssystems

2.2.1 Die Integrationskraft des deutschen Bildungssystems

2.2.2 Die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems

2.2.3 Die Kompetenzförderung im deutschen Bildungssystem

2.2.4 Die Zertifikatsvergabe im deutschen Bildungssystem

2.3 Zusammenfassung und Fazit

2.3.1 Bildungsungleichheiten nach sozialer Herkunft

2.3.2 Bildungsungleichheiten nach Migrationshintergrund

2.3.3 Bildungsungleichheiten bei Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischen Förderbedarf

2.3.4 Fazit

3. Zentrale Ursachenkomplexe schichtspezifischer Bildungsungerechtigkeiten

3.1 Primäre und sekundäre Effekte sozialer Herkunft

3.1.1 Primäre Effekte sozialer Herkunft

3.1.2 Sekundäre Effekte sozialer Herkunft

3.2 Primäre und sekundäre Effekte der ethnischen Herkunft

4. Verbesserung der Chancengerechtigkeit durch den Ausbau von Ganztagsschulen!?

4.1 Begriffliche Annäherung an das Schlagwort „Ganztagsschule“

4.2 Entwicklung der Angebotsstruktur und Schülerteilnahme an Ganztagsschulen in Deutschland

4.3 Chancen und Grenzen der Ganztagsschule zur Kompensation von Bildungsungleichheiten

4.3.1 Kompensation primärer Herkunftseffekte

4.3.1.1 Individuelle Förderung als grundlegendes Konzept zur Kompensation primärer Herkunftseffekte

4.3.1.1.1 In den Unterricht integrierte Förderung

4.3.1.1.2 Gezielte ergänzende Fördermaßnahmen

4.3.1.1.3 Förderung im Rahmen des Zusatz- und Neigungsprogramms

4.3.1.2 Empirische Belege zur individuellen Leistungsentwicklung

4.3.1.2.1 Wirkungen der Ganztagsschule auf das Sozialverhalten und auf das soziale Lernen

4.3.1.2.2 Wirkungen der Ganztagsschule auf kognitive und motivationale Variablen

4.3.1.2.3 Zusammenfassung der Befunde der StEG- Studie

4.3.2 Kompensation sekundärer Herkunftseffekte

4.3.3 Zusammenschau

5. Ganztagsschule – Stigmatisierung oder Nachteilsausgleich!?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Potenzial der Ganztagsschule, soziale Bildungsungleichheiten im deutschen Schulsystem zu kompensieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und unter welchen Rahmenbedingungen Ganztagsschulprogramme einen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit leisten können, wobei insbesondere die Mechanismen der primären und sekundären Herkunftseffekte auf den Bildungserfolg analysiert werden.

  • Analyse der Gerechtigkeitsdimensionen des deutschen Bildungssystems
  • Untersuchung schichtspezifischer Bildungsungerechtigkeiten und deren Ursachen
  • Definition und Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland
  • Kompensation primärer und sekundärer Herkunftseffekte durch Ganztagsangebote
  • Evaluation empirischer Ergebnisse zur Wirksamkeit von Ganztagsschulen (StEG-Studie)

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung und Fragestellung

Vor dem Hintergrund der deutschen PISA-Ergebnisse aus dem Jahre 2001 wurde das deutsche Bildungssystem zunehmend Gegenstand politischer Debatten. Die PISA-Studie bescheinigte darin dem deutschen Schulsystem eine unzureichende Chancengerechtigkeit: In kaum einem anderen Land besteht ein so starker Zusammenhang zwischen Leistungsniveau und sozialer Herkunft. Darüber hinaus lagen die durchschnittlichen Kompetenzen deutscher Schüler/-innen allgemein deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Kritiker führten den Misserfolg der Schüler/-innen auf die überwiegend vorherrschende Halbtagsschule zurück, denn führend in den PISA-Studien waren vor allem die europäischen und außereuropäischen Länder, in denen die Ganztagsschule bereits zahlreich etabliert ist. Somit wurde der Ruf nach Reformen immer lauter, wobei die Ganztagsschule in den Fokus der Diskussionen geriet.

Einen erheblichen Beitrag zur Initiierung und Implementierung der Ganztagsschule leistete dabei das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) von 2003, im Rahmen dessen finanzielle Mittel in Höhe von vier Milliarden in den Auf- bzw. Ausbau von Ganztagsschulen flossen. Diese beträchtliche Summe an Ausgaben ist im Gegenzug mit einer Reihe an Erwartungen verbunden. Von den vielen Hoffnungen, die sich generell an die Ganztagsschule richten, liegt der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit auf dem Potential der Ganztagsschule zur Sicherung von mehr Chancengerechtigkeit. So hofft man „angesichts bestehender sozialer Ungleichheiten im Zugang zu unserem Bildungseinrichtungen, im Bildungserfolg und regionaler Disparitäten im Bildungsangebot […] mehr soziale[r] Gerechtigkeit […] [zu verwirkliche[n] - das heißt schulisch gesprochen: die bestmögliche Förderung des Einzelnen bei der Realisierung von mehr Chancengerechtigkeit für alle, um durch Bildung mehr Lebens-, Berufs- und Sozialchancen zu vermitteln.“ Fraglich ist allerdings, inwieweit diese Zielorientierung im Ganztagsschulbereich in der Praxis tatsächlich realisierbar ist. Die vorliegende Arbeit möchte daher eine Antwort darauf finden, ob, wie und in welchem Rahmen von der Ganztagsschule tatsächlich eine kompensatorische Wirkung ausgeht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Problematik der mangelnden Chancengerechtigkeit in Deutschland ein und formuliert die Zielsetzung der Arbeit, das kompensatorische Potenzial der Ganztagsschule zu untersuchen.

2. Zur Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems: Hier werden zentrale Indikatoren wie Integration, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Zertifikatsvergabe analysiert, um den Status quo der Bildungsungleichheit zu erfassen.

3. Zentrale Ursachenkomplexe schichtspezifischer Bildungsungerechtigkeiten: Dieses Kapitel erläutert mithilfe der Konzepte von Boudon, Kristen und Dollmann die Mechanismen, durch die primäre und sekundäre Herkunftseffekte Bildungsungleichheiten verursachen.

4. Verbesserung der Chancengerechtigkeit durch den Ausbau von Ganztagsschulen!?: Der Hauptteil untersucht, wie Ganztagsschulen durch individuelle Förderung und ein rhythmisiertes Zeitkontinuum primäre und sekundäre Herkunftseffekte kompensieren können.

5. Ganztagsschule – Stigmatisierung oder Nachteilsausgleich!?: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengeführt, wobei die begrenzte, aber potenzielle Wirksamkeit der Ganztagsschule im Kontext notwendiger flankierender Maßnahmen kritisch bewertet wird.

Schlüsselwörter

Ganztagsschule, Chancengerechtigkeit, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Individuelle Förderung, Bildungsbiografie, StEG-Studie, Bildungsexpansion, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Schulform, Kompetenzförderung, Schulleistung, Bildungsaspiration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, inwiefern Ganztagsschulen dazu beitragen können, Bildungsungleichheiten im deutschen Schulsystem abzubauen und mehr Chancengerechtigkeit für Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft zu schaffen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems, die Ursachen sozialer Disparitäten beim Lernerfolg sowie die verschiedenen Organisationsformen und Förderkonzepte der Ganztagsschule.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob, wie und in welchem Rahmen von der Ganztagsschule tatsächlich eine kompensatorische Wirkung ausgeht, um den starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu lockern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse bildungssoziologischer Konzepte (u.a. Boudon, Kristen/Dollmann) sowie auf die Auswertung umfangreicher empirischer Daten und Bildungsstudien, insbesondere der „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Möglichkeiten der Ganztagsschule, durch individuelle Förderung, Hausaufgabenbetreuung und Zusatzprogramme auf die primären und sekundären Herkunftseffekte einzuwirken, um individuelle Lernvoraussetzungen zu verbessern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Chancengerechtigkeit, soziale Herkunft, Bildungsungleichheit, Ganztagsschule, individuelle Förderung und kompensatorische Wirkung.

Welche Rolle spielen primäre Herkunftseffekte?

Primäre Herkunftseffekte beziehen sich auf die durch das familiäre Umfeld geprägten Unterschiede in der kognitiven Entwicklung und Kompetenzentfaltung, die Ganztagsschulen durch gezielte Förderung zu mildern versuchen.

Was ist das zentrale Ergebnis der StEG-Studie für diese Arbeit?

Die Studie deutet darauf hin, dass die Ganztagsschule das Potenzial hat, besonders leistungsschwächere Schüler zu unterstützen, wobei der Erfolg maßgeblich von der Verbindlichkeit der Teilnahme und der Qualität der Angebote abhängt.

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Details

Title
Ganztagsschule. Ein Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem?
College
University of Passau
Grade
1,0
Author
Laura Smith (Author)
Publication Year
2015
Pages
60
Catalog Number
V307626
ISBN (eBook)
9783668058262
ISBN (Book)
9783668058279
Language
German
Tags
deutsches bildungssystem chancengleichheit ganztagsschule bildungsungleichheit ursachen verbesserung förderung nachteilsausgleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Smith (Author), 2015, Ganztagsschule. Ein Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307626
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