In dieser Arbeit geht es um den geforderten Kompetenzerwerb im deutschen Bildungswesen. Insbesondere der Erwerb der Handlungskompetenz an beruflichen Schulen wird hierbei näher betrachtet. Es wird differenziert erläutert, welche Konzepte existieren, um im Speziellen Personal- und Sozialkompetenz bei Schülern zu stärken.
Hierfür wird ausführlich auf das von Fritz-Schubert entwickelte „Schulfach Glück“ mit seinen theoretischen Grundlagen eingegangen und der Frage nachgegangen, wie das Konzept zur Gesundheits-, Persönlichkeits- und Lernförderung beitragen kann. Der aktuelle Forschungsstand zu diesen Schwerpunkten wird beschrieben und im Hinblick auf andere existierenden Konzepte zur Gesundheits-, Lernförderung und Förderung von Personal- und Sozialkompetenz abgegrenzt. Zudem werden die Konzepte im Hinblick auf die Erwartungen des Bildungsplanes und des pädagogischen Handelns eingeordnet.
Es wird des Weiteren der Frage nachgegangen, inwiefern die unterschiedlichen Konzepte Ansatzpunkte bieten, um vor allem emotionale Belastungen in der Berufspraxis zu reduzieren und einem möglichen Burnout vorzubeugen. Die Ergebnisse zeigen, dass das „Schulfach Glück“ Ansatzpunkte zur Persönlichkeitsstärkung bietet, aber auch ergänzende und alternative Ansatzpunkte aus anderen Konzepten existieren. In einem Modell „Glücksdidaktik“ sind die unterschiedlichen Interventionsmöglichkeiten zusammengefasst und sollen als Hilfsinstrument für Unterrichtsplanung mit dem Schwerpunkt der Persönlichkeitsstärkung von Schülern dienen.
Inhaltsverzeichnis
1. Definitionsansätze zum Begriff Glück
2. Darstellung Ansätze Schulfach Glück/Glück als Bildungsziel
2.1 Differenzierte Darstellung theoretischer Bezüge
2.1.1 FSI-System
2.1.2 Rubikonmodell
2.1.3 PSI-Theorie
2.2 Abgrenzung / Überschneidung mit anderen Konzepten
2.2.1. Salutogenese/Gesundheitsförderung
2.2.2. Kompetenzanbahnung/Persönlichkeitsentwicklung
3. Empirische Befunde / Evaluation „Schulfach Glück“
4. Möglichkeiten und Grenzen zur Implementierung in der Berufsfachschule für Pflege
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Beitrag des „Schulfach Glück“ zur Stärkung der Persönlichkeit und Förderung der Gesundheit sowie Lernfähigkeit an beruflichen Schulen, insbesondere im Kontext der Krankenpflegeausbildung.
- Theoretische Grundlagen des „Schulfach Glück“ (FSI-Modell)
- Abgrenzung zu bestehenden Konzepten der Gesundheitsförderung
- Bedeutung der Persönlichkeitsstärkung bei emotionalen Belastungen
- Möglichkeiten zur praktischen Implementierung in der Berufsfachschule für Pflege
Auszug aus dem Buch
1. Definitionsansätze zum Begriff Glück
Mill hielt es für unbestreitbar, „ohne Glück auszukommen“: „Unfreiwillig kommen nämlich neunzehn Zwanzigstel der Menschen ohne Glück aus“ (1861/1985, S. 28).
Aristoteles erklärte hingegen im 5. Jahrhundert v. Chr. zu Beginn seiner Nikomachischen Ethik, alle Menschen würden nach Glück streben (vgl. NE, 1095). Das Glücksstreben der Menschen unterliege nach Aristoteles einem Wandel: „Nach dem Glück gefragt, nennt Aristoteles zufolge jeder etwas anderes (...) und oft auch ein und derselbe Verschiedenes: wenn er krank ist, die Gesundheit, wenn er arm ist, den Reichtum“ (NE, 1035).
Das Wort „Glück“ ist vom mittelhochdeutschen Wort „gelücke“ oder „(ge)lucke“ abgeleitet. Im ursprünglichen Sinne meint es den guten Ausgang eines Ereignisses oder einer Situation. Früher ging man davon aus, das Glück primär external bestimmt war. Es war undenkbar, das „Glück“ durch eigene Fähigkeiten und Kompetenzen beeinflussen zu können. Eine Selbstbestimmung des Glücks war also ausgeschlossen. Man konnte nach den damaligen Vorstellungen kein Anrecht auf Glück besitzen, es sich auch nicht erarbeiten. Man glaubte an die Zufälligkeit und Schicksalshaftigkeit von Glück, im Sinne des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände. Nur wer ein keusches oder gottfürchtiges Leben führte, konnte hierfür von Gott mit Glück belohnt werden. Anders stellte sich die Situation z. B. in den USA dar, wo jeder Bürger schon in der Verfassung seit jeher ein verbrieftes Recht auf Glück besaß (vgl. Esch, 2012, S. 101).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definitionsansätze zum Begriff Glück: Das Kapitel beleuchtet die historische und etymologische Entwicklung des Glücksbegriffs von der Antike bis zur modernen Glücksforschung.
2. Darstellung Ansätze Schulfach Glück/Glück als Bildungsziel: Dieses Kapitel führt das didaktische Konzept des Schulfachs ein und erläutert dessen theoretische Basismodelle wie FSI, PSI und das Züricher Ressourcen Modell.
3. Empirische Befunde / Evaluation „Schulfach Glück“: Hier werden aktuelle Studien und Evaluationen zusammengetragen, die die Wirksamkeit des Schulfachs auf das subjektive Wohlbefinden untersuchen.
4. Möglichkeiten und Grenzen zur Implementierung in der Berufsfachschule für Pflege: Das abschließende Hauptkapitel diskutiert die Übertragbarkeit des Konzepts auf die Pflegeausbildung und beleuchtet die besonderen Anforderungen des Berufsfeldes.
Schlüsselwörter
Glück, Lebenszufriedenheit, Schulfach, Lernen, Emotionen, Gesundheit, Burnout, Pädagogik, Lerntheorien, Unterricht, Unterrichtsfach, Bildungsziele, Kompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das von Fritz-Schubert entwickelte „Schulfach Glück“ hinsichtlich seiner theoretischen Grundlagen und seiner Eignung zur Persönlichkeitsstärkung im deutschen Bildungssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Glücksforschung, theoretische Modelle zur Selbststeuerung (FSI, PSI, ZRM), Gesundheitsförderung in Bildungseinrichtungen und die Anwendung dieser Ansätze in der Berufsfachschule für Pflege.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das „Schulfach Glück“ zur Gesundheits- und Persönlichkeitsentwicklung von Schülern beitragen kann und welche Möglichkeiten für eine Implementierung in die Krankenpflegeausbildung existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem hermeneutischen Ansatz, der eine fundierte Literaturrecherche in gesundheits- und sozialwissenschaftlichen sowie medizinischen Datenbanken umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Begriff „Glück“ definiert, die theoretischen Bezüge des FSI-Modells erläutert, konkurrierende Ansätze wie die Salutogenese betrachtet und empirische Evaluierungsergebnisse diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind Begriffe wie „Schulfach Glück“, „Kompetenzanbahnung“, „Burnout-Prävention“, „Persönlichkeitsstärkung“ und „Berufsfachschule für Pflege“.
Wie unterscheidet sich das Schulfach Glück von herkömmlichen Unterrichtsansätzen?
Es zeichnet sich durch einen konstruktivistischen Ansatz aus, bei dem nicht die reine Wissensvermittlung, sondern die Stärkung der Selbstwirksamkeit und der Umgang mit eigenen Emotionen im Zentrum stehen.
Welche Rolle spielt das Züricher Ressourcen Modell (ZRM) in dieser Arbeit?
Das ZRM dient als eine theoretische Basis, da es Methoden zur gezielten Entwicklung von Handlungspotenzialen und zum emotionalen Lernen bietet, die in das „Schulfach Glück“ integriert sind.
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- Alissa v. Neuenkirchen (Author), 2015, Die Bedeutung des Schulfachs Glück, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307696