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Interkulturelle und antirassistische Erziehung in der Grundschule

Erfahrungsbericht im Berufspraktium

Title: Interkulturelle und antirassistische Erziehung in der Grundschule

Internship Report , 2015 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ipek-Jorina Dogan (Author)

Social Work
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Verstärkt werden wir im Alltag mit Begriffen wie Ausländer, Asylanten, Flüchtlinge, Fremdlinge etc. konfrontiert. Diskussionen um Fremdenfeindlichkeit und Rassismus kann sich hierzulande kaum noch jemand entziehen.

Vor allem die Begegnung mit dem „Fremden“ scheint ein Konfliktpotential darzustellen. Besorgniserregend sind weit verbreitete Stereotype und ethnische Vorurteile, die Kinder von Erwachsenen übernehmen. Konstruktionen wie „Deutsche“, „Türke“ oder „Ausländer“ tragen (rassistische) ungefilterte Stereotype an die Ohren der Kinder heran. Diese „Wir-und-sie Unterscheidung“ fördert rassistische Einstellungen und macht eine interkulturelle und antirassistische Erziehung notwendig.

Nicht nur diese unausweichliche Aktualität löst bei mir eine starke persönliche Betroffenheit aus, sondern auch der schwelende Rassismus, die Fremdenfeindlichkeit und die Missstände, denen vor allem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausgesetzt sind. Schon lange beschäftige ich mich mit Ursachen und Auswirkungen von Diskriminierung und Ausgrenzung und suche nach Möglichkeiten der Hilfe für Menschen, die dem Phänomen Rassismus zum Opfer fallen.
[...]

Er provozierte eine Diskriminierung und Abwertung der Blauäugigen, indem er den Braunäugigen auf absurde Art und Weise eine Überlegenheit und Aufwertung suggerierte. Dieses Experiment empfand ich als sehr eindrücklich und hochinteressant. Ziel dieses Trainings war, zu zeigen, mit welchen Gefühlen Menschen zu kämpfen haben, die wegen eines beliebigen Merkmals benachteiligt werden. Auf beklemmende Weise wurde demonstriert, wie schnell Menschen zu Opfern oder aber auch zu Tätern werden können.

Dies gab mir den entscheidenden Impuls, dieses Thema in meine praktische Arbeit
aufzunehmen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rassismus – Ein Definitionsversuch

1.1 Warum Rassismus? – Ein Phänomen der Menschheit?!

1.2 Formen und Ursachen von Rassismus in unserer Gesellschaft

2. Interkulturelle und antirassistische Erziehung

3. Vorurteilsbewusste Pädagogik – „Bilder im Kopf“

4. Unterschiedlichkeit und Vielfalt in Tageseinrichtungen für Kinder

5. Klassenprojekt 3a

5.1 Vorstellung der Zielgruppe

5.2 Warum hier? – Meine Motivation und Zielsetzung

5.3 Geplanter Projektverlauf

6. Planung und Durchführung der Gruppeneinheiten

7. Reflexion

7.1 Fazit

Zielsetzung & Themen

Dieser Erfahrungsbericht zielt darauf ab, Möglichkeiten einer präventiven interkulturellen und antirassistischen Erziehung im Grundschulkontext zu explorieren und praktisch in einer 3. Klasse umzusetzen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie Kinder durch gezielte pädagogische Impulse für Vielfalt sensibilisiert und zur kritischen Auseinandersetzung mit Vorurteilen sowie Ausgrenzungsmechanismen angeregt werden können.

  • Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Rassismus und Vorurteilsbewusste Pädagogik.
  • Reflexion von Machtungleichheiten und Ausgrenzungstendenzen im schulischen Alltag.
  • Praktische Erprobung von Methoden zur Förderung eines wertschätzenden Miteinanders.
  • Bedeutung der Rolle der pädagogischen Fachkraft als Vorbild und Begleiterin.

Auszug aus dem Buch

3. Vorurteilsbewusste Pädagogik – „Bilder im Kopf“

Wir alle haben Vorurteile. Vorurteile sind unvermeidlich. Sie sind sogar sehr wichtig. Vorurteile dienen der Orientierung in unübersichtlichen Situationen und Verhältnissen. Vorurteile erlauben damit Verhaltenssicherheit, sie stellen Eindeutigkeit her und reduzieren Unsicherheit. Sie sind „identitätsstiftend“ und sichern die Herstellung und Aufrechterhaltung von Selbstwertgefühl. Vorurteile dienen der Gruppenbildung durch Ein- und Ausgrenzungen. Vorurteile erlauben ein positives Selbstkonzept der Eigengruppe und ein negatives Konzept von Fremdgruppen. Sie machen Diskriminierung ohne Gewissenskonflikt bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Toleranzgebots möglich. Vorurteile lassen Aggressionsverschiebung in Richtung Fremdgruppen zur Sicherung der Eigen(Wir-)gruppe zu und erhalten so die Solidarität nach innen. Mit einer Aussage, wie: „Wir sind so und die anderen sind eben so“ kann den „anderen“ die Gleichartigkeit und mit dieser die Gleichwertigkeit abgesprochen werden.

Solche notwendigen und hilfreichen Vor-Urteile sind von denen zu unterscheiden, die mit ablehnenden Urteilen über andere Menschen verbunden sind. Diese Vorurteile gegen Fremde, Frauen, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Alte oder andere stehen einer offenen Begegnung mit dem anderen im Wege. Die „Bilder in unserem Kopf“ beeinflussen unsere Wahrnehmung und verhindern, dass wir anders lautende Informationen an uns heranlassen. „Es gehört zum Wesen des Vorurteils, dass es gegen Veränderungen sehr resistent ist.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Heterogenität in deutschen Grundschulklassen und die Notwendigkeit, aufgrund auftretender Konflikte und Stereotype interkulturelle und antirassistische Erziehung als notwendige Querschnittsaufgabe zu begreifen.

1. Rassismus – Ein Definitionsversuch: Dieses Kapitel nähert sich dem komplexen Begriff Rassismus über verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze, betont die historische Genese und unterscheidet zwischen verschiedenen Erscheinungsformen wie dem klassischen biologischen und dem modernen kulturellen Rassismus.

2. Interkulturelle und antirassistische Erziehung: Hier wird der Fokus auf pädagogische Lernkonzepte gelegt, die Gleichheit und Anerkennung als Leitmotiv haben und betonen, dass eine bloße Kulturdarstellung nicht ausreicht, sondern rassistische Realitäten aktiv adressiert werden müssen.

3. Vorurteilsbewusste Pädagogik – „Bilder im Kopf“: Das Kapitel analysiert die Entstehung und Funktion von Vorurteilen bei Kindern und Erwachsenen und stellt den "Anti-Bias-Approach" als Praxismodell vor, das Identitätsstärkung und den Abbau von Diskriminierung verfolgt.

4. Unterschiedlichkeit und Vielfalt in Tageseinrichtungen für Kinder: Es wird erörtert, wie pädagogische Fachkräfte der Diversität im Sozialraum Grundschule begegnen können, um Kindern ein Recht auf Förderung ihrer individuellen Persönlichkeit in einer demokratischen Gemeinschaft zu sichern.

5. Klassenprojekt 3a: Die Autorin beschreibt ihre praktische Motivation und Zielsetzung, in ihrer Bezugsklasse einen Raum für die Thematisierung von Verschiedenheit, Identität und dem Umgang mit dem "Fremden" zu schaffen, ausgehend von konkreten Beobachtungen im Schulalltag.

6. Planung und Durchführung der Gruppeneinheiten: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Übersicht über die methodische Gestaltung von acht Praxiseinheiten, die spielerisch bei der Identitätsstärkung ansetzen und sich sukzessive an die kritische Reflexion von Vorurteilen heranwagen.

7. Reflexion: Die Reflexion wertet den erzieherischen Prozess aus, betont die fordernde Natur der methodischen Herangehensweise und stellt fest, dass in kleinen Schritten eine Veränderung der Gruppendynamik hin zu mehr Offenheit und Wertschätzung erreicht werden konnte.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Erziehung, Antirassistische Erziehung, Vorurteilsbewusste Pädagogik, Grundschule, Diversität, Diskriminierung, Rassismus, Identitätsstärkung, Soziale Ungleichheit, Partizipation, Migration, Projektarbeit, Vorurteile, Fremdheit, Inklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung interkultureller und antirassistischer Erziehungsansätze in einer Grundschulklasse als Präventionsmaßnahme gegen Diskriminierung und Vorurteile.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Rassismus, der Bedeutung von Vorurteilsbewusster Pädagogik, der Anerkennung von Vielfalt sowie der praktischen Umsetzung dieser Theorien in einem pädagogischen Projekt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Kinder für Vielfalt zu sensibilisieren, ihre Identität zu stärken und gemeinsam einen wertschätzenden Umgang mit Unterschieden und dem Phänomen des Fremdseins in der Klasse zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einem handlungsorientierten Erfahrungsbericht, der auf systematischer Beobachtung und der Durchführung von acht pädagogischen Gruppeneinheiten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Fundierungen zu Rassismus und Pädagogik sowie einen ausführlichen praktischen Teil, der die Konzeption, Durchführung und Reflexion eines konkreten Klassenprojekts dokumentiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Interkulturelle Erziehung, Anti-Bias-Ansatz, Vorurteilsbewusstsein, Vielfalt, Diskriminierungsprävention und Klassenprojekt charakterisiert.

Wie reagierten die Kinder auf die behandelten Themen?

Die Kinder zeigten ein hohes Interesse, waren jedoch teils mit intensiven Gefühlen konfrontiert, was durch die Reflexionsprozesse und die pädagogische Begleitung in ein gestärktes Gruppengefühl und bessere Konfliktfähigkeit mündete.

Wie wurde das kritische "Migrationstisch-Würfelspiel" aufgenommen?

Das Spiel provozierte bei den Kindern starke Reaktionen wie Frustration und Wut durch die bewusste Simulation von Ungleichheit, was jedoch die Grundlage für eine tiefgreifende Reflexion über Diskriminierung und deren Folgen bildete.

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Details

Title
Interkulturelle und antirassistische Erziehung in der Grundschule
Subtitle
Erfahrungsbericht im Berufspraktium
College
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Stuttgart
Course
Abschlussarbeit
Grade
1,0
Author
Ipek-Jorina Dogan (Author)
Publication Year
2015
Pages
35
Catalog Number
V307702
ISBN (eBook)
9783668072374
ISBN (Book)
9783668072381
Language
German
Tags
interkulturelle erziehung prävention grundschule erfahrungsbericht berufspraktium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ipek-Jorina Dogan (Author), 2015, Interkulturelle und antirassistische Erziehung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307702
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