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Die rechtlichen Folgen des Bauernkrieges. Der Aufstand als Ausgangspunkt eines verbesserten Rechtssystems

Titel: Die rechtlichen Folgen des Bauernkrieges. Der Aufstand als Ausgangspunkt eines verbesserten Rechtssystems

Hausarbeit , 2010 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Juliane Amthor (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ausgehend von der vom Historiker Winfried Schulze in seiner Arbeit "Die veränderte Bedeutung sozialer Konflikte im 16. und 17. Jahrhundert" aufgestellten These, dass historische Konflikte im Verlauf der frühen Neuzeit immer mehr errechtlicht worden waren, wird mit dieser Hausarbeit angestrebt, die durch den Bauernkrieg in Gang gesetzten rechtlichen Entwicklungsprozesse aufzuzeigen und diese in einen kausalen Zusammenhang zu bringen.

Hierbei werden zunächst die vertraglichen Lösungsversuche der Erhebung aufgegriffen. Daraufhin wird der thematische Fokus auf dem Reichstag von Speyer von 1526 gelegt, welcher als Grundstein für die Bewältigung der Folgen des Bauernkrieges auf rechtlicher Ebene gesehen werden kann. Zudem werden die durch die Reichskammergerichtsordnung von 1555 ermöglichten Untertanenprozesse, der Deputationsabschied des Jahres 1600 und die Reaktionen
der ständischen Versammlungen, sowie die Constitutio Criminalis Carolina, die Peinliche Gerichtsordnung Karls V. in dieser Hausarbeit thematisiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Vertragliche Lösungsversuche

2. Der Reichstag von Speyer 1526

3. Die Reichskammergerichtsordnung von 1555 als Grundlage der Untertanenprozesse

4. Der Deputationsabschied von 1600 und die Vorgehensweise der ständischen Versammlungen

5. Die Constitutio Criminalis Carolina

6. Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen Entwicklungsprozesse in der Frühen Neuzeit, die durch den Bauernkrieg von 1525 initiiert wurden. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Konflikte zunehmend "verrechtlicht" wurden und inwieweit der Bauernaufstand als Katalysator für ein verbessertes Rechtssystem fungierte, das Untertanen rechtliche Instrumente gegen willkürliche Herrschaft an die Hand gab.

  • Vertragliche Lösungsansätze nach dem Bauernaufstand
  • Die Rolle des Reichstags von Speyer 1526 für die rechtliche Folgenbewältigung
  • Die Bedeutung der Reichskammergerichtsordnung von 1555 für Untertanenprozesse
  • Der Einfluss der Constitutio Criminalis Carolina auf die deutsche Strafrechtspflege
  • Die Entwicklung des Klagerechts der Bauern gegen die Obrigkeit

Auszug aus dem Buch

Die Reichskammergerichtsordnung von 1555 als Grundlage der Untertanenprozesse

Bereits vor und im Verlauf des Bauernkrieges war vor allem im Gebiet Oberdeutschlands die Option deutlich geworden, Konflikte zwischen den Obrigkeiten und ihren Untertanen mit Hilfe der Gerichte oder Schiedsgerichte lösen zu lassen. Die Fürsten hatten im Reichstag zu Speyer an diese angeknüpft und damit den Weg für eine Weiterentwicklung des Rechtssystems geebnet. Daraufhin folgten viele Neuerungen in diesem Bereich. In der Reichskammergerichtsordnung von 1555 lautete es beispielsweise:

Nachdem sich der gemeynen schlechten spolien halben [...] vilerhandt irrung im heyligen reich künftigklich zutragen möchten, haben churfürsten, fürsten und gemeyne stende [...] wol erinnert, daß zu erhaltung bestendigs friedens und gleichmessigs rechtens vonnöten sein wöll, den entsetzten in solchen fellen zu schleunigem außtrag zu verhelfen, damit dieselben, so sie unbillich spoliirt weren, zu dem ihren fürderlich widerumben kommen mögen.

Besonders hervorzuheben ist die Erweiterung dieser Regelung auch auf folgenden Fall:

Wo hinfuro einicher churfürst, fürst oder fürstmessiger, [...] eynen seiner eigen underthanen, under ihme selbst gesessen [...] seyner habenden possession und gewehre entsetzen würde

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Verrechtlichung sozialer Konflikte in der Frühen Neuzeit unter Bezugnahme auf die Rechtspraxis gegenüber unterdrückten Untertanen.

1. Vertragliche Lösungsversuche: Darstellung der lokalen Bemühungen, durch Verträge und Zugeständnisse die bäuerliche Lebenssituation zu verbessern und Aufstände zu befrieden.

2. Der Reichstag von Speyer 1526: Analyse der reichsweiten Bestrebungen, durch allgemeine Regelungen und Kompromisse auf die Forderungen der Bauern zu reagieren, um künftige Aufstände zu vermeiden.

3. Die Reichskammergerichtsordnung von 1555 als Grundlage der Untertanenprozesse: Untersuchung der Institutionalisierung des Klagerechts von Untertanen gegen ihre Obrigkeiten durch kaiserliche Gerichtsordnungen.

4. Der Deputationsabschied von 1600 und die Vorgehensweise der ständischen Versammlungen: Erörterung der weiteren Kontrollmechanismen und Verfahrensregeln bei Appellationsprozessen vor dem Hintergrund anhaltender bäuerlicher Klagen.

5. Die Constitutio Criminalis Carolina: Bewertung der Bedeutung des ersten reichsweiten Strafgesetzbuches für die Homogenisierung der Rechtspraxis, ungeachtet seiner zeitlichen Entstehungsgeschichte abseits des Bauernkrieges.

6. Resümee: Zusammenfassende Einschätzung des Bauernkrieges als Auslöser einer langfristigen Entwicklung hin zu mehr Rechtssicherheit für Untertanen, trotz verbleibender Unzulänglichkeiten im System.

Schlüsselwörter

Bauernkrieg, Frühe Neuzeit, Rechtssystem, Reichskammergericht, Untertanenprozesse, Verrechtlichung, Constitutio Criminalis Carolina, Reichstag von Speyer, Bauernaufstand, Ständische Versammlungen, Rechtsordnung, Spolienklagen, Feudale Herrschaft, Landrecht, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Rechtssystem des Heiligen Römischen Reiches als Reaktion auf den Bauernkrieg von 1525 entwickelte und wie dabei Mechanismen zur Beilegung von Konflikten zwischen Untertanen und Landesherren entstanden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen vertragliche Lösungsansätze, die Rolle des Reichstags von Speyer, die Entwicklung der Reichskammergerichtsordnung sowie die Bedeutung der Constitutio Criminalis Carolina.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den kausalen Zusammenhang zwischen dem Bauernkrieg und den nachfolgenden rechtlichen Entwicklungsprozessen aufzuzeigen, die zu einer stärkeren Verrechtlichung von sozialen Konflikten führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen (Gesetzestexte, Handbücher) sowie der Rezeption einschlägiger fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung rechtlicher Anpassungen auf verschiedenen Ebenen: von vertraglichen Einigungen in den Territorien über reichsweite Reichstagsbeschlüsse bis hin zur Kodifizierung des Strafrechts.

Was sind die charakterisierenden Schlüsselwörter der Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Bauernkrieg, Reichskammergericht, Untertanenprozesse, Verrechtlichung und Constitutio Criminalis Carolina definieren.

Warum war der Reichstag von Speyer 1526 für die Rechtsentwicklung so bedeutend?

Er gilt als Grundstein für die reichsweite Bewältigung der Bauernkriegsfolgen, da hier erstmals ein kompromissorientierter Umgang mit den Forderungen der Bauern auf rechtlicher Ebene gesucht wurde.

Wurde die "Constitutio Criminalis Carolina" als direkte Antwort auf den Bauernkrieg erlassen?

Nein, die Arbeit stellt klar, dass dies ein Fehlschluss ist, da die Beratungen zur Carolina bereits vor dem Bauernkrieg begannen, auch wenn sie für die spätere Rechtspraxis maßgeblich blieb.

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Details

Titel
Die rechtlichen Folgen des Bauernkrieges. Der Aufstand als Ausgangspunkt eines verbesserten Rechtssystems
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Veranstaltung
Reformation
Note
2,0
Autor
Juliane Amthor (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V307710
ISBN (eBook)
9783668061668
ISBN (Buch)
9783668061675
Sprache
Deutsch
Schlagworte
folgen bauernkrieges aufstand ausgangspunkt rechtssystems
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Juliane Amthor (Autor:in), 2010, Die rechtlichen Folgen des Bauernkrieges. Der Aufstand als Ausgangspunkt eines verbesserten Rechtssystems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307710
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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