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Bildungserfolg von Schülerinnen mit Migrationshintergrund

Título: Bildungserfolg von Schülerinnen mit Migrationshintergrund

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2015 , 63 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Daniela Frei (Autor)

Pedagogía - Pedagogía intercultural
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„Anders als noch vor zwanzig Jahren bilden gegenwärtig Jungen und junge Männer (mit Migrationshintergrund) – als ,Schulverlierer' – den Fokus der öffentlichen und wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. Dieser Perspektivenwechsel stehe im Zusammenhang mit dem „Quantensprung“ in der Bildungsbeteiligung von Mädchen und jungen Frauen, an dem auch ,Migrantenandere' teilhaben.“

Dieses Zitat aus der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift „Betrifft Mädchen“ aus dem Jahr 2013, die durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, zeigt deutlich, dass bei ausländischen Schülern ebenso wie bei deutschen Schülern geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen. Diese würden zu Gunsten der Mädchen ausfallen. Während Mädchen also lange Zeit als besonders benachteiligt galten, erwerben sie inzwischen häufiger bessere Schulabschlüsse als Jungen und bleiben seltener ohne einen Hauptschulabschluss als ihr männliches Pendant. (Vgl. Diefenbach, H. 2010, S. 79)

Die Brisanz und Aktualität der Themengebiete „Bildungserfolg“ und „Migrationshintergrund“ im Schulalltag wird bereits deutlich, wenn auf der Datenbank der FIS Bildung nach Werken zur Thematik gesucht wird. So befinden sich in der Datenbank der FIS Bildung über 350 Titel mit den Schlagwörtern „Migrationshintergrund“ und „Bildung“. Davon sind allein rund 200 aus den letzten fünf Jahren zur aktuellen Forschungslage zu verzeichnen.

In Anbetracht der durchschnittlich niedrigen Bildungsabschlüssen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Vergleich zu autochthonen Heranwachsenden, die im Verlauf der Arbeit noch herausgestellt werden, möchte ich in meiner Arbeit nach den Gelingensbedingungen fragen, die es gerade Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund ermöglichen, erfolgreich im deutschen Schulsystem zu sein. Dabei war es für mich von großer Bedeutung, keine durch die breite Bevölkerung verallgemeinerbaren problemgerichteten Thesen im Zusammenhang mit Schule und Bildung zu untersuchten. (Vgl. Tepecik, E., S. 1) Stattdessen soll anhand von Interviews mit jungen, bildungserfolgreichen Frauen aus Migrantenfamilien aufgezeigt werden, welche Faktoren in deren Augen dazu beigetragen haben, dass sie bildungserfolgreich sind. Hierzu wird zunächst ein Überblick über den Forschungsstand hinsichtlich der Leistungen allochthoner Kinder und Jugendlicher geboten, um diese im Bildungssystem einordnen zu können. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Forschungsstand

1.1 Leistungsstudien

1.1.1 Die „Third International Mathematics and Science Study“ (TIMSS)

1.1.2 Das „Programm for International Student Assessment“ (PISA-Studie)

1.1.3 Die „Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung“ (IGLU-Studie)

1.1.4 „Aspekte der Lernausgangslagen und und der Lernentwicklung an Hamburger Schulen“ (LAU-Studie)

1.2 „Viele Welten leben“

1.3 Zusammenfassung der Ergebnisse zum Leistungsstand, Schulerfolg und Bildungsbeteiligung von Migrantenkindern und Jugendlichen

2. Zur Methodik der eigenen Untersuchung

2.1 Qualitative Untersuchung

2.2 Das Interview

2.3 Rahmenbedingungen

2.3.1 Auswahl und Kontaktaufnahme der Informantinnen

2.3.2 Interviewdauer und –Ort

2.4 Interviewfrage und –Ablauf

3. Vorstellung der Interviewpartnerinnen

3.1 S.

3.2 G.

3.3 E.

3.4 M.

3.5 I.

3.6 E.

4. Analyse und Vergleich der Ergebnisse

4.1 Hohe Bildungsaspirationen und familiäre Unterstützung

4.2 Sprachliche Kompetenzen und deren Erwerb

4.3 Freundeskreis und Sprachgebrauch

4.4 Printmedien

4.5 Moderne Geschlechterrollen

5. Fazit

5.1 Ergebnisse und Konsequenzen für die Schule

5.2 Forschungsdesiderat

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gelingensbedingungen für den schulischen Bildungserfolg von jungen Frauen mit Migrationshintergrund. Angesichts der im Durchschnitt niedrigeren Bildungsabschlüsse dieser Bevölkerungsgruppe analysiert die Verfasserin, welche Faktoren – wie familiäre Unterstützung, Sprachkompetenzen oder Freundeskreise – dazu beitragen, dass diese Frauen trotz struktureller Hürden erfolgreich im deutschen Bildungssystem agieren.

  • Faktoren für den Bildungserfolg von Migrantinnen
  • Die Rolle der familiären Bildungsaspirationen und Unterstützung
  • Einfluss von Sprachkompetenzen und Spracherwerb
  • Bedeutung des sozialen Umfelds und von Printmedien
  • Wahrnehmung von Geschlechterrollen im Bildungsprozess

Auszug aus dem Buch

4.1 Hohe Bildungsaspirationen und familiäre Unterstützung

Die Interviews lassen den Schluss zu, dass alle befragten Studentinnen die hohen elterlichen Bildungsaspirationen und auch ihre eigenen Bildungsansprüche ausnahmslos als unterstützendes Element für den eigenen Bildungserfolg erachteten. Die junge Pakistanerin, S. (22) äußerte sich dazu folgendermaßen: „Meine Eltern kommen ursprünglich aus Pakistan aus einem Dorf und sind so gut wie gar nicht gebildet. Vielleicht haben meine Eltern höchstens die 5. Klasse besucht. Für meine Eltern war es sehr wichtig, dass wir zur Schule gehen und erfolgreich werden. Sie sehen die Möglichkeit hier zur Schule zu gehen als ein Geschenk.“

Und auch G. (22) verdeutlicht, wie bedeutsam die Bildungsaspirationen der Eltern für sie und ihren Bildungsverlauf waren: „Wofür ich immer dankbar bin und welches gleichzeitig auch meiner Meinung nach der Grund für meinen Bildungserfolg ist, ist meine Familie. Meine Mama ist in Deutschland aufgewachsen und hat eine Ausbildung als Arzthelferin gemacht und darf seit Jahren aber schon aufgrund ihrer Krankheiten nicht arbeiten. Mein Vater hingegen ist in der Türkei aufgewachsen und hat dort einen super Abischnitt. Und erst nach seinem Abi ist er nach Deutschland gezogen. Hier wurde nichts von alldem bis heute anerkannt, so arbeitet er in einer Fabrik als normaler Arbeiter. Trotz dieser nicht all zu leichten Bedingungen standen wir (meine beiden jüngeren Geschwister und ich) und unsere Bedürfnisse immer im Vordergrund. Das Einzige was sie von uns erwarteten, war eben ein gewisser Erfolg in der Schule, damit wir in unserem späteren beruflichen Leben und somit auch privaten Leben sorglos sein können. Sie haben uns während der Schulzeit immer unterstützt, sei es in jüngeren Jahren selbst oder in älteren Jahren mit Nachhilfe. Sie waren in der Schule immer super engagiert, interessiert und dabei. Ohne ihre große Unterstützung und ihren Zuspruch wäre ich bis heute verloren und wüsste nicht, ob ich überhaupt so weit gekommen wäre.“

Alle jungen Frauen berichten darüber, dass ihre Eltern hohe Bildungsansprüche haben. Überwiegend hegen sie diese, weil ihre Abschlüsse, die sie in ihrem Herkunftsland erworben haben, wie es bei G.s Eltern beispielsweise der Fall ist, in Deutschland nicht anerkannt wurden und sie deshalb sowohl einen wirtschaftlichen als auch einen sozialen Abstieg erfahren haben und in Deutschland meist als ungelernter Arbeiter oder lediglich Hausfrau nicht so gut gestellt sind.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz des Themas und definiert das Forschungsinteresse an den Gelingensbedingungen für bildungserfolgreiche Mädchen mit Migrationshintergrund.

1. Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über relevante Leistungsstudien (TIMSS, PISA, IGLU, LAU) und die Mehrthemenuntersuchung „Viele Welten leben“, um den Leistungsstand von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte theoretisch einzuordnen.

2. Zur Methodik der eigenen Untersuchung: Hier wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, insbesondere die Durchführung narrativer Interviews mit Studentinnen mit Migrationshintergrund sowie die Auswahl und Rahmenbedingungen der Erhebung.

3. Vorstellung der Interviewpartnerinnen: In diesem Teil werden die sechs befragten Studentinnen anhand von Kurzbiografien (Steckbriefen) vorgestellt, um eine individuelle Basis für die anschließende Analyse zu schaffen.

4. Analyse und Vergleich der Ergebnisse: Die Ergebnisse der geführten Interviews werden systematisch den Themengebieten der Studie „Viele Welten leben“ gegenübergestellt, wobei Aspekte wie Familie, Sprache, Freundeskreis, Medienkonsum und Geschlechterrollen im Fokus stehen.

5. Fazit: Das abschließende Kapitel bündelt die Erkenntnisse, diskutiert schulische Konsequenzen für eine bessere Förderung und benennt offene Forschungsfragen für zukünftige Arbeiten.

Schlüsselwörter

Bildungserfolg, Migrationshintergrund, Mädchen, Studium, familiäre Unterstützung, Sprachkompetenz, Deutsch, Herkunftssprache, Bildungsaspirationen, qualitative Untersuchung, narratives Interview, Viele Welten leben, Geschlechterrollen, Sozialisation, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Faktoren, die zum Bildungserfolg von jungen Frauen mit Migrationshintergrund beitragen, und setzt diese in Bezug zur bestehenden Forschung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind familiäre Bildungsaspirationen, Sprachkenntnisse, der Einfluss des Freundeskreises sowie die Bedeutung von Medien und Geschlechterrollen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gelingensbedingungen für den schulischen Erfolg zu identifizieren, die es Mädchen mit Migrationshintergrund ermöglichen, ein Studium zu erreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Verfasserin nutzt ein qualitatives Forschungsdesign und führt narrative Interviews mit sechs Studentinnen durch, um subjektive Erfahrungen zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Interviewpartnerinnen und eine vergleichende Analyse der Ergebnisse, die mit quantitativen Daten der Studie „Viele Welten leben“ abgeglichen werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Kernbegriffe umfassen Bildungserfolg, Migration, geschlechtsspezifische Sozialisation, Sprachkompetenzen und familiäre Bildungsressourcen.

Warum wurden gezielt Studentinnen für die Interviews ausgewählt?

Die Wahl fiel auf Studentinnen, um eine bildungserfolgreiche Gruppe zu untersuchen, deren Erfahrungen als Modell für gelingende Bildungsbiografien dienen können.

Welche Rolle spielt die Familie laut den Befragten?

Die Familie fungiert primär als moralische Stütze und motivierende Instanz, auch wenn praktische Hilfe bei Hausaufgaben aufgrund von Sprachbarrieren oft begrenzt ist.

Final del extracto de 63 páginas  - subir

Detalles

Título
Bildungserfolg von Schülerinnen mit Migrationshintergrund
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen
Calificación
1,0
Autor
Daniela Frei (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
63
No. de catálogo
V307749
ISBN (Ebook)
9783668059986
ISBN (Libro)
9783668059993
Idioma
Alemán
Etiqueta
Migrationshintergrund Bildungserfolg Bildungserfolgreiche Mädchen Viele Welten leben
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniela Frei (Autor), 2015, Bildungserfolg von Schülerinnen mit Migrationshintergrund, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307749
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