Aus eigener Kraft zu fliegen besitzt für die Menschen besondere emotionale Bedeutung. Das Gefühl für einen kurzen Moment sich vom Boden zu lösen und abzuheben, möchte man immer wieder erleben. Beim Springen kann dieses Gefühl der Schwerelosigkeit herbeigeführt werden.
Vor allem bei Kindern ist dieses Verlangen nach dem Gefühl zu schweben oft zu beobachten. Sie hüpfen, springen, federn, lassen sich fallen, usw. Um den Effekt des Schwebens zu verstärken, finden sie zahlreiche Möglichkeiten, indem sie beispielsweise auf Matratzen hüpfen oder vom Sprungturm ins Wasser springen.
Für die Wahrnehmung des Gefühls des Schwebens, ist das Minitrampolin eines der attraktivsten Geräte beim Einsatz im Schulsport. Durch seine katapultierende Wirkung unterstützt es den Absprung so sehr, dass sich der Augenblick der Schwerelosigkeit deutlich verlängert. Das Empfinden durch dieses Gerät Sprunghöhen zu erreichen, die sonst nicht möglich wären, bestimmt wesentlich seine Attraktivität. Im Unterricht sollte dieses Motivationspotenzial deshalb genutzt werden. Nach Schmidt-Sinns (2011) bietet das Minitrampolin verschiedene Bewegungserfahrungen wie die Herstellung von Wagnis-, Spannungs- und Verantwortungssituationen; die Möglichkeit des Wetteiferns, wobei Kooperation und Anerkennung notwendig sind; die Verbesserung der Körperwahrnehmung, oder die Förderung des Bewegungsausdrucks. Durch diese verschiedenen Perspektiven des Minitrampolins ist es wahrscheinlicher, dass die Schüler längerfristig Freude an der schwerelosen Bewegung empfinden und übend ihre turnerischen Handlungsfähigkeit steigern (Schmidt-Sinns, 2011).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung der didaktisch-methodischen Entscheidung / Didaktische Analyse
2.1 Sachanalyse
2.1.1 Bauliche Konstruktion, Auf- und Abbau des Minitrampolins
2.1.2 Sicherungsmaßnahmen
2.1.3 Voraussetzungen für das Minitrampolinspringen
2.1.4 Anlauf-, Einsprungs-, Absprungs- und Landephase
2.1.5 Die Sinnperspektive Leistung
2.2 Bedingungsanalyse
2.2.1 Innere Bedingungen: Schüler
2.2.2 Lehrplanbezug
2.3. Didaktische Analyse
2.3.1. Methoden und Prinzipien
2.3.2 Unterrichtsform und Sozialformen
2.3.3 Medien und Unterrichtsmittel
3. Konzeption des Stundenverlaufs / Unterrichtsentwurf
3.1 Sequenzplanung
3.2 Konkretisierungen der Ziele
3.3 Tabellarischer Stundenverlauf
3.4 Hinweise zur Differenzierung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein didaktisch-methodisches Konzept für die Einführung des Minitrampolinspringens in einer 5. Klasse zu entwickeln, wobei ein besonderer Fokus auf dem pädagogischen Aspekt "Leistung" liegt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Schülerinnen durch einen strukturierten, motivierenden Unterrichtsaufbau grundlegende turnerische Fähigkeiten erwerben, ihre eigene Leistung bewusst reflektieren und gleichzeitig durch Kooperation und Hilfestellung soziale Kompetenzen ausbauen können.
- Sicherheitsaspekte und konstruktive Grundlagen des Minitrampolins
- Methodische Gestaltung von Bewegungsabläufen und Sprungtechniken
- Förderung der Leistungsmotivation durch den pädagogischen Kontext
- Implementation von Kooperationsformen durch Helfen und Sichern
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Bauliche Konstruktion, Auf- und Abbau des Minitrampolins
Das Minitrampolin besteht aus einem Stahlrahmen, an dem das elastische Sprungtuch mit Stahlfedern oder Gummizügen befestigt ist. Eine Abdeckung, die mit dem Rahmen und Sprungtuch fest verbunden ist, verhindert den Einsprung in die Verspannung. Die klappbaren Fußgestelle mit Gleitschutz und Mittelstützen zur Fixierung und Höhenverstellung lassen eine Tuchneigung von schräg bis waagerecht zu. (BAGUV, 1988)
Das Gerät muss zusammengeklappt im Geräteraum stehen (besser hängen) und darf niemals aufgebaut in der Halle stehen bleiben, um eine missbräuchliche Nutzung zu verhindern (Döhring, 2005). Beim Aufbau wird das Minitrampolin mindestens zu zweit so in die Halle getragen, dass die Beingestelle nicht aufklappen können – entweder waagrecht mit der Sprungfläche nach unten oder aufgeklappt, sodass die Beine arretiert sind (Schmidt-Sinns, 2011).
Zum Aufbau wird das Minitrampolin senkrecht auf den Boden gestellt und die Gestelle werden seitwärts herausgeklappt (vgl. Abb. 2). Mit einem Fuß tritt man dann auf das Gestell und zieht die Mittelstützen mit beiden Händen an beiden Seiten leicht aus ihrer oberen Halterung und führt sie in die untere Halterung ein (BAGUV, 1988) (vgl Abb. 3). Die Passgenauigkeit wird durch Verschieben der Beingestelle hergestellt (vgl. Abb. 4). Der Abbau erfolgt genau in der umgekehrten Reihenfolge. Diese Mittelstützen dienen auch dazu die Neigung des Sprungtuches zu bestimmen. Man kann entweder heraus und hineinschrauben oder nach Herausdrehen eines Schraubrades, das als Sicherheitsbolzen dient, herausziehen oder hineindrücken und dann den Sicherheitsbolzen wieder in entsprechend passendes Loch hineinschrauben (Schmidt-Sinns, 2011). Das Minitrampolin sollte so aufgebaut werden, dass es einen Mindestabstand von 4 m von Wänden oder Türen aufweist (BAGUV, 1988). Nach der Nutzung muss das Minitrampolin unverzüglich zusammengeklappt und so im Geräteraum aufbewahrt werden, dass kein Schüler dazu verleitet wird, es außerhalb des Unterrichts zu benutzen. Den sicheren Aufbau und die Unversehrtheit des Gerätes überprüft der Lehrer selbst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die emotionale Bedeutung des Schwebens beim Springen und erläutert das Motivationspotenzial des Minitrampolins für den Schulsport.
2. Darstellung der didaktisch-methodischen Entscheidung / Didaktische Analyse: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Sachanalyse zu Sicherheit und Technik sowie eine Bedingungsanalyse der Schülervoraussetzungen im Rahmen des Lehrplans.
3. Konzeption des Stundenverlaufs / Unterrichtsentwurf: Hier wird die konkrete Unterrichtssequenz "Kleine Zauberer am Minitrampolin" vorgestellt, inklusive detaillierter Verlaufsplanung und Hinweisen zur Differenzierung.
Schlüsselwörter
Minitrampolin, Schulsport, Leistung, Didaktik, Methodik, Sicherheit, Bewegungsleistung, Kooperation, Helfen und Sichern, Springen, 5. Klasse, Unterrichtsentwurf, Körperwahrnehmung, Geräteparcours, Sportunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Planung und Durchführung einer Sportstunde zum Minitrampolinspringen für Schüler der 5. Klasse.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind technische Sicherheit beim Aufbau, methodische Vermittlung von Sprungtechniken sowie die pädagogische Einbettung in den Lernbereich "Leisten, Gestalten und Spielen".
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Hauptziel ist es, Schülern die Freude am Springen zu vermitteln, dabei verschiedene Sprungtechniken zu erlernen und gleichzeitig soziale Kompetenzen durch verantwortungsvolles Helfen und Sichern zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein strukturiertes, deduktives Lehrverfahren angewandt, das durch das Prinzip "vom Leichten zum Schweren" geleitet wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der konkreten Konzeption der Sportstunde, der Sequenzplanung und der detaillierten Beschreibung des Geräteparcours "Der Zauberwald".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Minitrampolin, Sportdidaktik, Leistungserziehung, Sicherheit, Kooperation und schülerorientierte Kompetenzentwicklung.
Warum spielt das Thema "Zauberwald" eine Rolle?
Es handelt sich um ein motivierendes, fantasievolles Unterrichtskonzept, das Ängste abbauen und die Schüler stärker für die Bewegungsaufgaben begeistern soll.
Wie gehen die Schüler mit dem Aspekt "Leistung" um?
Durch Reflexionsphasen und den pädagogischen Wettbewerb "Zauberer-Challenge" lernen die Schüler, Leistung in der Schule und im Alltag individuell einzuschätzen und sportliche Erfolge oder Misserfolge angemessen zu bewerten.
- Citation du texte
- Karolin Ferschl (Auteur), 2013, Einführung des Springens mit dem Minitrampolin in der 5. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307779