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Zur Entstehung von Sozialen Phobien im Kindes- und Jugendalter. Die Bedeutung von frühen familiären Bindungen

Title: Zur Entstehung von Sozialen Phobien im Kindes- und Jugendalter. Die Bedeutung von frühen familiären Bindungen

Bachelor Thesis , 2013 , 57 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Jenner (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Die Familie stellt das erste und zunächst engste Umfeld eines Kindes dar. Hier entwickelt es die ersten Beziehungen zu anderen Menschen, insbesondere den Eltern, und erlernt die ersten sozialen Fähigkeiten und Kompetenzen. In der Familie werden die ersten Weichen für die soziale Entwicklung des Kindes gestellt. Es kann angenommen werden, dass die einzelnen Familienmitglieder einen Einfluss darauf haben, wie sich das Kind in sozialen Kontexten verhält, ob es erfolgreiche Kontakte knüpfen und aufrechterhalten kann oder ob es soziale Situationen eher als eine Bedrohung und als etwas Beängstigendes, Verunsicherndes wahrnimmt. Letzteres kann in schwerwiegenden Fällen in eine Soziale Angststörung bzw. eine Soziale Phobie münden.

Um dem Leser einen näheren Überblick über das Störungsbild der Sozialen Phobie zu verschaffen, soll es zunächst um allgemeine Merkmale der Sozialen Phobie gehen, bevor auf Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen eingegangen wird. Hinsichtlich des Kindheits- bzw. Jungendbegriffs unterliegen die für die Störungsentwicklung relevanten Altersangaben sowohl in der Literatur als auch in empirischen Untersuchungen sehr großen Schwankungen.

Potenzielle Ursachen für die Störungsentstehung werden allerdings meist in der früheren Kindheit gesucht, insbesondere bei der Betrachtung prägender Beziehungen innerhalb der Familie. Daher wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit die Ätiologie der Störung anhand von verschiedenen Risikofaktoren thematisiert und mithilfe des Entstehungsmodells von Rapee und Spence (2004) veranschaulicht.

Aus der Vielzahl von Einflussfaktoren, die zur Entstehung der Sozialen Phobie beitragen, werden im anschließenden Kapitel die familiären Beziehungen als zentraler Aspekt aufgegriffen und in ihrer Bedeutung für die Störungsentwicklung vertiefend dargestellt. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf dem elterlichen Erziehungsaspekt, der zusätzlich anhand empirischer Befunde untermauert werden soll. Nach einer kritischen Betrachtung der Studien folgt das abschließende Fazit, in dem die gewonnen Erkenntnisse dieser Ausarbeitung nochmals zusammengefasst und ausgewertet werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Störungsbild der sozialen Phobie

2.1 Erscheinungsform und Symptomatik

2.2 Epidemiologie und Verlauf

2.3 Komorbiditäten

2.4 Soziale Phobie bei Kindern und Jugendlichen

2.4.1 Erstmanifestation und kritische Entwicklungsphasen

2.4.2 Diagnostische Kriterien

3. Ätiologie und Risikofaktoren

3.1 Das Entstehungsmodell von Rapee und Spence

3.2 Erklärungsansätze verschiedener Psychologieschulen

4. Frühe familiäre Beziehungen

4.1 Bindungen und Bindungsverhalten

4.2 Einfluss der elterlichen Erziehung auf die Störungsentwicklung

4.3 Unterschiedliche Einflüsse durch Mutter und Vater

4.4 Einfluss durch Geschwister auf die Störungsentwicklung

5. Empirische Befunde zur Bedeutung der elterlichen Erziehung

5.1 Frühere Forschungsergebnisse

5.2 Aktuelle Studien ab dem Jahr 2009

5.3 Kritische Auswertung und Diskussion der Studienlage

6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von frühen familiären Beziehungen als ätiologischen Faktor für die Entstehung einer Sozialen Phobie im Kindes- und Jugendalter, wobei insbesondere der Einfluss von elterlichen Erziehungspraktiken und Bindungsstilen beleuchtet wird.

  • Rolle der primären Bezugspersonen (Eltern) bei der Störungsentwicklung
  • Bedeutung von Bindungsstilen und elterlichem Erziehungsverhalten
  • Unterschiedliche Einflüsse von Mutter und Vater sowie Geschwisterbeziehungen
  • Kritische Analyse des Entstehungsmodells von Rapee und Spence
  • Zusammenfassung aktueller empirischer Studien zur elterlichen Erziehung

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Entstehungsmodell von Rapee und Spence

Wie in Abbildung 1 dargestellt, wird das Individuum bereits durch bestimmte genetische Merkmale in seiner Persönlichkeit beeinflusst, welches sich u.a. in der Emotionalität (z.B. negative Affektivität) und der Geselligkeit des betreffenden Individuums niederschlägt. Dadurch wird das Individuum bereits entlang des Kontinuums in Richtung eines bestimmten Grads der sozialen Ängstlichkeit gelenkt, dem sogenannten „Set Point“, welcher als eine Art Schwellenwert verstanden werden kann. Dieser Set Point ist relativ konstant und stabil, kann jedoch gleichzeitig von verschiedenen, zumeist umweltbedingten Faktoren beeinflusst werden. Die Stärke des Einflusses durch einen Umweltfaktor ist abhängig von dem Zeitpunkt seines Auftretens, seiner intensität und Bedeutung für das Individuum sowie von seiner Einwirkungsdauer. So kann sich, laut Rapee und Spence (2004), ein Individuum mit geringer genetischer Vulnerabilität durch bestimmte traumatische Erlebnisse oder Umwelteinflüsse entlang des Kontinuums aufwärts in Richtung hoher sozialer Ängstlichkeit bewegen und gegebenenfalls eine Soziale Phobie entwickeln.

Umgekehrt kann allerdings auch das Niveau der sozialen Ängstlichkeit eines Individuums mit einer hohen genetischen Disposition verringert werden, solange es in einem stark unterstützenden Familienumfeld aufwächst, welches soziale Interaktionen und das Eingehen sozialer Risiken ermutigt. Die Autoren nehmen jedoch an, dass Veränderungen durch Umwelteinflüsse meist eher gering und temporär sind. So fällt das Individuum häufig wieder auf den ursprünglichen Set Point zurück, sobald der betreffende Einflussfaktor nicht mehr vorhanden ist. Große Schwankungen im Laufe des Lebens eines Individuums sind daher relativ selten (Rapee & Spence, 2004).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung und Begründung der Relevanz familiärer Faktoren für die Entstehung einer Sozialen Phobie.

2. Das Störungsbild der sozialen Phobie: Darstellung der Symptomatik, Epidemiologie, Komorbiditäten sowie Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen.

3. Ätiologie und Risikofaktoren: Erläuterung des Vulnerabilitäts-Stress-Modells nach Rapee und Spence sowie theoretischer Ansätze aus verschiedenen Psychologieschulen.

4. Frühe familiäre Beziehungen: Analyse von Bindungsstilen, elterlichem Erziehungsverhalten und dem Einfluss von Geschwistern auf die Störungsentwicklung.

5. Empirische Befunde zur Bedeutung der elterlichen Erziehung: Zusammenfassung früherer und aktueller Studien mit kritischer Diskussion der methodischen Studienlage.

6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung und Fazit: Synthese der Erkenntnisse zur Bedeutung familiärer Beziehungen und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Soziale Phobie, Kindesalter, Jugendalter, Ätiologie, familiäre Beziehungen, elterliche Erziehung, Überbehütung, Kontrolle, Bindungstheorie, Bindungsstil, soziale Ängstlichkeit, Risikofaktoren, psychische Störungen, psychische Gesundheit, Entwicklungspsychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss das frühe familiäre Umfeld – insbesondere das Erziehungsverhalten der Eltern und die Bindungsqualität – auf die Entstehung einer Sozialen Phobie bei Kindern und Jugendlichen ausübt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Definition und Epidemiologie der Sozialen Phobie, theoretische Ätiologiemodelle, die Bedeutung von Bindung sowie die empirische Analyse von elterlichem Erziehungsverhalten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie familiäre Interaktionen zur Entstehung und Aufrechterhaltung sozialer Ängste beitragen und welche spezifischen Erziehungsmuster hierbei eine Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auswertung aktueller empirischer Studien, um einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die klinische Beschreibung des Störungsbildes, die theoretische Ätiologie (u.a. Rapee & Spence), die detaillierte Analyse familiärer Einflüsse (Bindung, Erziehung, Geschwister) und die Diskussion aktueller empirischer Befunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Soziale Phobie, Ätiologie, Eltern-Kind-Interaktion, Erziehungsverhalten, Bindungstheorie, Überbehütung und soziale Ängstlichkeit.

Warum ist das Entstehungsmodell von Rapee und Spence für die Arbeit relevant?

Es dient als theoretische Basis, um zu verdeutlichen, wie genetische Vulnerabilität und umweltbedingte Faktoren (wie elterliche Einflüsse) in einem kontinuierlichen Prozess interagieren.

Welche Rolle spielt die Differenzierung zwischen Mutter und Vater?

Die Arbeit hebt hervor, dass Väter und Mütter unterschiedliche Funktionen in der Entwicklung eines Kindes wahrnehmen, wobei Väter oft stärker mit der Einführung in die soziale Welt außerhalb der Familie in Verbindung gebracht werden.

Wie bewertet die Autorin die Qualität der vorliegenden Studien?

Sie weist kritisch auf methodische Mängel hin, wie etwa retrospektive Verzerrungen in älteren Studien, und plädiert für den vermehrten Einsatz von Längsschnittstudien und direkten Verhaltensbeobachtungen.

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Details

Title
Zur Entstehung von Sozialen Phobien im Kindes- und Jugendalter. Die Bedeutung von frühen familiären Bindungen
College
University of Applied Sciences Stendal
Grade
1,0
Author
Katharina Jenner (Author)
Publication Year
2013
Pages
57
Catalog Number
V307785
ISBN (eBook)
9783668061705
ISBN (Book)
9783668061712
Language
German
Tags
entstehung sozialen phobien kindes- jugendalter bedeutung bindungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Jenner (Author), 2013, Zur Entstehung von Sozialen Phobien im Kindes- und Jugendalter. Die Bedeutung von frühen familiären Bindungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307785
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