Die internationale Angleichung der Rechnungslegungsnormen bietet die Grundlage für dieses Abschlußarbeitsthema, denn die IAS sind im Begriff, innerhalb der nächsten Jahre die Standardrechnungslegungsnorm der Welt zu werden.
Immer mehr große deutsche Unternehmen stellen neben ihrem Konzernabschluß nach HGB auch einen Abschluß nach IAS auf, um sich auch dem weltweiten Markt zu öffnen.
Es ist allerdings noch nicht entschieden, ob sich die IAS wirklich durchsetzen, denn vor allem US GAAP ist in Amerika sehr weit verbreitet und wird von der SEC (amerikanische Börsenaufsichtsbehörde) als Voraussetzung für den Eintritt in den amerikanischen Kapitalmarkt erwartet.
Vorerst gilt die deutsche Angleichung an das internationale System nur für Konzernabschlüsse, aber in absehbarer Zeit wird sich die Umstellung auch auf den Einzelabschluß ausweiten, denn für die Adressaten des Jahresabschlusses stellen Abschlüsse nach unterschiedlichen Rechnungslegungsnormen keinen Informationsgewinn dar.
Außerdem werden sich in Zukunft im Hinblick auf den wachsenden globalen Wettbewerb alle Unternehmen der internationalen Rechnungslegung anpassen, um keinen Informationsrückstand zu haben.
Diese Abschlußarbeit befaßt sich mit dem Vergleich in der Bewertung der Vermögenslage eines Unternehmens zwischen HGB und IAS.
Der Aufbau dieser Arbeit entspricht sehr stark der Gliederung einer Bilanz auf der Aktivseite, die das Vermögen eines Unternehmens darstellt.
Nach dieser Einleitung wird zunächst das Anlagevermögen betrachtet, und zwar sowohl mit der Unterscheidung nach dem Inhalt als auch mit der Bewertung der einzelnen Positionen des Anlagevermögens.
Nach derselben Vorgehensweise wird ebenfalls das Umlaufvermögen beleuchtet.
Ein besonderes Augenmerk wird bei beiden Vermögensarten auf die unterschiedliche Bewertung nach IAS und HGB gerichtet, denn sie unterscheidet sich in vielen Positionen doch erheblich.
Daher werden auch sehr viele Zahlenbeispiele diese unterschiedliche Bewertung untermauern und verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ANLAGEVERMÖGEN
2.1 ALLGEMEIN
2.2 IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
2.2.1 Konzessionen, Lizenzen und gewerbliche Schutzrechte
2.2.2 Geschäfts- oder Firmenwert
2.2.3 eigene Forschungs- und Entwicklungskosten
2.3 SACHANLAGEN
2.3.1 mögliche Gliederung dieses Bilanzpostens
2.3.2 unterschiedliche Bewertungsansätze
2.4 FINANZANLAGEN
2.4.1 mögliche Gliederung dieses Bilanzpostens
2.4.2 unterschiedliche Bewertungskonzepte
3. UMLAUFVERMÖGEN
3.1 ALLGEMEIN
3.2 VORRÄTE
3.3 FORDERUNGEN
3.5 LIQUIDE MITTEL
3.6 AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNG
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Bewertung der Vermögenslage von Unternehmen gemäß den deutschen HGB-Vorschriften und den internationalen IAS-Standards, um aufzuzeigen, wie sich unterschiedliche Rechnungslegungsnormen auf die Darstellung des Unternehmensvermögens auswirken.
- Vergleich der Bilanzierung von Anlagevermögen und Umlaufvermögen
- Analyse der Bewertungsmethoden bei Sachanlagen und Finanzanlagen
- Untersuchung der Bilanzierung von Forderungen und Vorräten
- Einfluss unterschiedlicher Abschreibungspraktiken auf die Bilanz
- Identifikation stiller Reserven und deren Offenlegung
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Geschäfts- oder Firmenwert
Ein Geschäfts- oder Firmenwert kommt immer dann zustande, wenn zum Zeitpunkt des Erwerbs eines Unternehmens der Kaufpreis das Vermögen abzüglich der Schulden übersteigt. Diese Differenz nennt man lt. HGB wie auch nach IAS den derivativen Firmenwert.
In diesem Firmenwert sind Komponenten enthalten wie z.B. eine gute Belegschaft, der vorhandene Kundenstamm oder der Bekanntheitsgrad eines Unternehmens.
Ein Unternehmen darf diesen derivativen Firmenwert nur bilanzieren, wenn es ein anderes Unternehmen oder einen Teil dessen übernimmt, die Leitung dieser neuen Firma inne hat und eine Summe dafür zahlt, die das Vermögen abzüglich der Schulden des erworbenen Unternehmens übersteigt.
Nach HGB hat man die Wahl, ob man den derivativen Firmenwert aktiviert oder nicht. Nach Aktivierung kann er über einen bestimmten Zeitraum abgeschrieben werden. Beginn ist dann das folgende Geschäftsjahr. Diese Abschreibung kann nach § 255 Abs. 4 HGB pauschal erfolgen und muß nicht an die tatsächliche Nutzungsdauer gekoppelt sein, was eigentlich nicht sehr realitätsnah ist. Nach IAS wird dies detaillierter gesehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der wachsenden Bedeutung der IAS für deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb und Definition der Forschungsfrage zum Vermögensvergleich.
2. ANLAGEVERMÖGEN: Detaillierte Untersuchung der Abgrenzung und Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen und Finanzanlagen unter HGB und IAS.
3. UMLAUFVERMÖGEN: Analyse der Bewertung von Vorräten, Forderungen, Liquiden Mitteln und Rechnungsabgrenzungen, inklusive zahlreicher Berechnungsbeispiele.
4. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung des Informationsvorsprungs durch IAS-Abschlüsse und deren Einfluss auf die Transparenz und Darstellung stiller Reserven.
Schlüsselwörter
HGB, IAS, Rechnungslegung, Vermögenslage, Bilanzierung, Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Firmenwert, Bewertung, Abschreibung, Fair Value, Niederstwertprinzip, Wertaufholungsgebot
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss eines Wechsels von Rechnungslegungsvorschriften des HGB auf die IAS im Hinblick auf die Darstellung der Vermögenslage in der Bilanz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Bewertung von Anlage- und Umlaufvermögen, insbesondere Sachanlagen, Finanzanlagen, Vorräte und immaterielle Vermögenswerte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein detaillierter Vergleich zwischen HGB und IAS, um aufzuzeigen, welche Normen für den Bilanzadressaten ein realistischeres und transparenteres Bild der Vermögenslage liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtsvergleichende und bilanzanalytische Methode, ergänzt durch zahlreiche praxisnahe Zahlenbeispiele, um die Auswirkungen der unterschiedlichen Bewertungskonzepte zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich entlang der Aktivseite der Bilanz, wobei jedes Kapitel spezifische Vermögenspositionen analysiert und die Unterschiede in der Bewertung und Abschreibung direkt gegenüberstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind unter anderem HGB, IAS, Rechnungslegung, Bewertung, Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie das Niederstwertprinzip.
Wie wird mit dem Firmenwert in der Arbeit umgegangen?
Es wird detailliert erläutert, dass nach HGB ein Wahlrecht bei der Aktivierung besteht, während nach IAS eine absolute Aktivierungspflicht für den derivativen Firmenwert gilt.
Warum ist die Bewertung nach IAS häufig "realitätsnäher"?
Nach IAS ist die Neubewertung zum Marktwert (Fair Value) unter bestimmten Bedingungen zulässig, was laut Autor ein realitätsgetreueres Abbild der Vermögenswerte ermöglicht als die oft konservative Bewertung zu Anschaffungskosten nach HGB.
- Citation du texte
- Bastian Wagner (Auteur), 2003, Einfluß eines Wechsels von HGB auf IAS auf die Vermögenslage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30784