Die für die Energie AG Oberösterreich relevanten äußeren Einflüsse, wie vorgegebene niedrige Netztarife des Regulators der Energiebehörde E-Control, oder den übermäßig gewährten Förderungen und Zuschüssen für erneuerbare Energien in Deutschland und den daraus resultierenden niedrigen Strompreisen, die zu unrentablen eigenen Kraftwerksanlagen führen, zwingen das Unternehmen, nach alternativen Umsatz- und Gewinnmöglichkeiten zu suchen.
Wichtig dabei ist die Kernkompetenzen im Bereich Stromproduktion und Stromverteilung zu nutzen und das mögliche neue Geschäftsfeld in die bestehende Unternehmenskultur zu integrieren.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung von möglichen Tätigkeiten der Elektroinstallation im Privat-, Gewerbe und Industriebereich.
Die Arbeit ist zweigeteilt: Zunächst erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit Geschäftsmodellinnovationen und den davon betroffenen Gebieten wie Ideenmanagement, Wissensmanagement und Veränderungsmanagement, der sich eine empirische Untersuchung des zukünftig möglichen Geschäftsbereichs anschließt. Die empirische Untersuchung erfolgte in Form einer deskriptiven Studie nach quantitativer Methodik mittels Umfrage unter Organisationsmitarbeitern mit überwiegend häufigen Kundenkontakt.
Die Ergebnisse der Studie zeigen ein deutliches Bedürfnis der Kunden nach einen einzigen Ansprechpartner im Bereich Elektrotechnik und lassen zusätzlich, vor allem in den Bereichen Gewerbe und Industrie, auf Aufträge hoffen, wenn es gelingt Planung und Dokumentation zu perfektionieren.
Ebenso kristalliert sich ein enormes Verlangen der Mitarbeiter nach dem Verharren in bestehenden Geschäftsfeldern und damit bekannten Strukturen heraus, das hohe Kompetenzen in Veränderungs- und Wissensmanagement benötigt.
Deutlich hervorzuheben ist, dass kleinere Unternehmen im Bereich der Elektrotechnik im Rahmen der Businessmodelinnovation nicht als Konkurrenten, sondern als Partner zur Nutzung von Synnergieeffekten angesehen werden müssen. Dies wiederum setzt die Verfolgung einer sogenannten Blue-Ocean-Strategie voraus, d.h. das zukünftige
Betätigungsfeld unterscheidet sich in punkto Qualität und Umfang deutlich von dem vorhandener Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Geschäftsfeldentwicklung
2.1.1 Phasen der GFE
2.1.2 Unternehmensstrategie
2.1.2.1 SWOT-Analyse
2.1.2.2 Portfolio-Analyse
2.1.2.3 Analyse nach Produktlebenszyklus
2.1.2.4 Marktanalyse
2.1.2.5 Konkurrenzanalyse
2.1.2.6 Ansoff Matrix
2.1.2.7 Blue Ocean – Strategie
2.1.3 Umsetzung der GFE
2.1.4 Ziele der GFE
2.2 Innovationsmanagement
2.2.1 Generierung und Verwertung von Ideen
2.2.2 Open Innovation
2.2.2.1 Definition Innovation
2.2.2.2 Klassifizierung
2.2.2.3 Closed vs. Open Innovation
2.2.2.4 Chancen und Risiken von OI
2.2.2.5 Methoden der OI
2.3 Wissensmanagement
2.3.1 Wissenspyramide
2.3.2 Explizites und implizites Wissen
2.3.3 Wissensspirale
2.3.4 Bausteine des Wissensmanagements
2.3.5 Methoden des Wissensmanagements
2.4 Change-Management
2.4.1 Ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugen
2.4.2 Eine Führungskoalition aufbauen
2.4.3 Vision und Strategie entwickeln
2.4.4 Die Vision des Wandels kommunizieren
2.4.5 Mitarbeiter auf breiter Basis befähigen
2.4.6 Schnelle Erfolge erzielen
2.4.7 Erfolge konsolidieren und weitere Veränderungen einleiten
2.4.8 Neue Ansätze in der Kultur verankern
2.4.9 Management versus Leadership
3 UMFELD
3.1 Konzernressourcen
3.2 Mitbewerber bzw. Partner
3.3 Kundenpotential
3.4 Lieferanten und Hersteller
4 UMSETZUNG
4.1 Marktanalyse
4.1.1 Methode
4.1.2 Ergebnisse und deren Interpretation
4.2 Konkurrenzanalyse
4.2.1 Canvas Strategy
4.2.2 Create a new value curve
4.2.3 Canvas Strategy NEU
4.3 Personaleinsatz
4.3.1 Eigene Ressourcen
4.3.2 Einbindung der Mitbewerber
4.4 Wirtschaftlichkeit
4.5 Zusammenfassung
5 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial einer Geschäftsfeldentwicklung für die Energie AG OÖ – Tech. Services GmbH im Bereich der Elektroinstallation, um dem Unternehmen neue Umsatzmöglichkeiten zu erschließen und bestehende Personalressourcen effizient auszulasten. Dabei steht die strategische Integration dieses neuen Dienstleistungsfeldes in die bestehende Unternehmensstruktur unter Einbeziehung von Kooperationspartnern im Mittelpunkt.
- Geschäftsmodellinnovation und strategische Neuausrichtung
- Methoden des Innovations- und Wissensmanagements
- Change-Management als kritischer Erfolgsfaktor
- Marktanalyse und Kundenbedarfsforschung
- Einsatz von Blue-Ocean-Strategien in der Energiewirtschaft
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Phasen der GFE
Die Einteilung einer GFE in Phasen ermöglicht, diese zu strukturieren und somit einen besseren Überblick zu erhalten. Natürlich verschränken sich die einzelnen Phasen ineinander und sind voneinander abhängig.
Phase 1: Unternehmen entdecken Motive für eine GFE. Sogenannte Treiber wie Preisdruck, Internationalisierung oder eine Veränderung des Unternehmensprofils zwingen sie zu einer GFE. Ein erstes Gefühl für die notwendige GFE entsteht. Man macht sich erste, unstrukturierte Gedanken um eine mögliche GFE, und erreichbare Ziele lassen sich erahnen.
Phase 2: Mit Kreativitätsmethoden (z.B. Design Thinking) und Marktanalysen werden Ideen entwickelt. Diese werden analysiert (gefiltert) und die ungeeigneten verworfen. Nur die erfolgversprechendsten werden verfolgt.
Phase 3: In dieser Phase werden Fragen wie, welche Mitarbeiter des Unternehmens werden miteinbezogen, wie viele Ressourcen stehen zur Verfügung, wie viel Risiko wird in Kauf genommen, geklärt.
Phase 4: Strategische und operative Allianzen müssen zur Erreichung des vorab bestimmten Ziels eingegangen werden. Auch Lieferanten und Absatzwege müssen bestimmt werden.
Phase 5: Die GFE wird umgesetzt und beobachtet. Gegebenenfalls wird das Marketing angepasst.
Phase 6: Die Kennzahlen (siehe Punkt 2.1.4) werden ermittelt und bewertet. Sollte es notwendig sein, werden frühere Phasen angepasst.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe für die Geschäftsfeldentwicklung aufgrund der Marktliberalisierung und definiert das Ziel, Personalressourcen durch ein neues Leistungsangebot effizienter auszulasten.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieser Teil liefert das theoretische Fundament zu Geschäftsfeldentwicklung, Innovationsmanagement, Wissensmanagement und Change-Management als notwendige Methoden für den geplanten Transformationsprozess.
3 UMFELD: Hier werden die vorhandenen Konzernressourcen sowie die Marktstruktur, inklusive Konkurrenten und Kundenpotenzialen, im Kontext der geplanten Innovation analysiert.
4 UMSETZUNG: Dieses Kapitel beschreibt die praktische Implementierung unter Verwendung des Stage-Gate-Modells sowie die Ergebnisse einer deskriptiven Studie zur Marktanalyse und Konkurrenzanalyse.
5 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Relevanz der Innovation für die Energie AG OÖ zusammen und gibt einen Ausblick auf potenzielle zukünftige Rollen als Generalunternehmer.
Schlüsselwörter
Geschäftsfeldentwicklung, Elektroinstallation, Energie AG Oberösterreich, Innovation, Wissensmanagement, Change-Management, Marktpotenzial, Blue-Ocean-Strategie, Kundennutzen, Stage-Gate-Modell, Prozessoptimierung, Unternehmensstrategie, Personalauslastung, Marktanalyse, Konkurrenzanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung einer Geschäftsfelderweiterung für die Tech. Services GmbH der Energie AG Oberösterreich im Bereich der Elektroinstallation, um auf wirtschaftliche Veränderungen des Marktes zu reagieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die strategische Geschäftsfeldentwicklung, das Innovationsmanagement, das betriebliche Wissensmanagement sowie das Change-Management für einen nachhaltigen organisatorischen Wandel.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist die Untersuchung, wie das Unternehmen seine vorhandenen Mitarbeiterressourcen durch neue Tätigkeitsfelder in der Elektroinstallation auslasten kann, während gleichzeitig die Kundenbindung gestärkt wird.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen, deskriptiven Studie, die auf quantitativer Methodik basiert (Umfrage unter Mitarbeitern).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Frameworks wie die Ansoff-Matrix und das Stage-Gate-Modell und wendet diese auf die konkrete Marktsituation und das interne Umfeld der Energie AG OÖ an.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Geschäftsfeldentwicklung, Innovation, Wissensmanagement, Elektroinstallation und Change-Management.
Warum ist eine Einbindung von Mitbewerbern für das Geschäftsmodell relevant?
Die Einbindung kleinerer Anbieter dient der Nutzung von Synergieeffekten und entlastet das Unternehmen bei der Angebotserstellung und Logistik, statt den Wettbewerb zu verdrängen.
Welchen Stellenwert nimmt das Veränderungsmanagement ein?
Da Mitarbeiter laut Studie dazu neigen, an bekannten Strukturen festzuhalten, ist ein kompetentes Change-Management essenziell, um Widerstände abzubauen und die notwendige Akzeptanz für neue Prozesse zu schaffen.
Was bedeutet die "Blue-Ocean-Strategie" in diesem spezifischen Kontext?
Sie beschreibt den Ansatz, sich durch eine differenzierte Leistungsqualität – etwa durch eine lückenlose Planung und Dokumentation – von der bestehenden Konkurrenz abzuheben und einen unumstrittenen Marktbereich zu besetzen.
- Citar trabajo
- Hannes Binder-Reisinger (Autor), 2014, Überprüfung einer möglichen Geschäftsfelderweiterung eines Elektroversorgungsunternehmens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307858