Ästhetischer Widerstand als Zivilisationskritik in Christa Wolfs Kassandraprojekt

Gegen das unheimliche Wirken von Entfremdungserscheinungen


Bachelorarbeit, 2014
55 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Mythos und Mythosbearbeitungen um den Trojanischen Krieg
1.1 Bedeutung, Entstehung und Entwicklungsmöglichkeiten des Mythos.
1.2 Funktion des Mythenkanons für die Entwicklung der abendländischen Zivilisation
1.3 Christa Wolfs Motive für die Bearbeitung des Stoffes
1.4 Historisierung des mythischen Stoffes bei Christa Wolf
1.5 Zur Debatte über die Existenz von früheren Matriarchaten

2 Zur Entmythologisierung des Stoffes bei Christa Wolf
2.1 Wolfs Umdeutung von Aischylos´ Orestie
2.2 Beinhaltet das Kassandraprojekt eine Remythologisierung?

3 Inhaltliche Umsetzung der Kritik in Kassandra
3.1 Aus weiblicher Perspektive: Suche nach menschlicher Perspektive.
3.2 Funktionalsierung des Mythos bei Homer und Aischylos
3.3 Psychologisierung als Entmythologisierungsarbeit
3.3.1 Dekonstruktion der Helden
3.3.2 Frauen zwischen Gut und Böse - Frauen mit komplexen Charakteren
3.3.3 Kassandra als weiblicher Individuationsprozess
3.3.4 Humanisierung von Kassandras Wahn-Sinn
3.4 Dekonstruktion der Kriegsgründe
3.5 Säkularisierung des Stoffes
3.5.1 Entmystifizierung der Sehergabe
3.5.2 Ungläubige Priester und betrogenes Volk - Zur Funktionalisierung der Religion

4 Formal-poetologische Umformung des Stoffs im Kassandraprojekt.
4.1 Subjektive Authentizität vs. „objektive“ Norm
4.2 Das Kassandraprojekt als „Alternative zur herrschenden Ästhetik“?

5 Zivilisationskritik im Kassandraprojekt.
5.1 Reflexionen über die Ausgrenzung des Weiblichen in Geschichte und Kultur
5.2 Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat nach Bachofen und Engels
5.3 Trojas Übergang vom Matriarchat ins Patriarchat in der Erzählung.
5.4 Das lebendige Dritte: Biologismus oder integrierender Feminismus?
5.5 Die Zitadelle als Symbol für die aufkommende zivilisatorische Welt

6 Die Bedeutung des Kassandraprojekts für das 20. und 21. Jahrhundert
6.1 „Die Barbarei der Neuzeit“: Zeitkritik im Kassandraprojekt
6.2 Die Gegenwelt am Idaberg - ein Modell für die Zukunft?
6.3 Der Begriff der Utopie versus den Begriff der Heterotopie nach Foucault bezogen auf die Gemeinschaft am Idaberg
6.4 Zeitumschläge als „Erinnerungsscharniere“
6.5 Schreiben als „Ästhetik des Widerstands“ - für eine Renaissance des

Bewusstseins

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Wo hat sie eigentlich angefangen, diese entsetzliche Gespaltenheit der Menschen und der Gesellschaft? [...]. Gleichzeitig wird damit auch das weibliche Element aus der Gesellschaft herausgedrängt; das ist ein Prozeß, der aber schon viel früher angefangen hat. [...] Dieses ins Extrem getriebene Zum- Außenseiter-gemacht-Werden, das, was ich an mir existentiell erfuhr: das wollte ich befragen, natürlich auch, um mich davon distanzieren zu können.1

Gleich zu Anfang ihrer Vorlesungen der Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra, was im Folgenden als Voraussetzungen beschrieben werden soll, teilt Wolf ihre Intention der Zuhörerschaft mit: „ Meine übergreifende Frage richtet sich auf, genauer: gegen das unheimliche Wirken von Entfremdungserscheinungen auch in der Ästhetik, auch in der Kunst.“2 Was meint Wolf, wenn sie von Entfremdungserscheinungen in der Ästhetik und Kunst spricht; wo sonst machen sich diese bemerkbar? Was hat sie als Schriftstellerin dagegen zu setzen? Könnte man das Kassandraprojekt als eine Poetik des Widerstands bezeichnen?

1983 veröffentlichte Christa Wolf mit Kassandra3 und Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra ein Literaturprojekt, das zu einem Basistext der Friedens- und Frauenbewegung wurde und den Rang von Weltliteratur erhalten sollte. Kassandra ist eine zeitgenössische Antikenrezeption um die trojanische Königstochter und Priesterin Kassandra. In den Voraussetzungen einer Erzählung werden die Hintergründe für ihren Schaffens- und Bewusstseinsprozess, der zu der Erzählung Kassandra führen sollte, dokumentiert. Beide Schriften sollen im Mittelpunkt dieser Bachelor-Arbeit stehen, da sie aus Gründen, die später erläutert werden, von Christa Wolf auch als ein Werk gedacht waren, als das Kassandraprojekt4.

In dieser Bachelorarbeit werden hauptsächlich zwei Fragen bearbeitet: Wie äußert sich Christa Wolfs Kultur- und Literaturkritik, also das von Wolf schon oben formulierte „unheimliche Wirken von Entfremdungserscheinungen“ formal und inhaltlich im Kassandraprojekt und wird schon ein Lösungsansatz in dem Werk verankert? Die Literaturwissenschaftler Karl-Heinz-Hucke und Olaf Kutzmutz definieren den Begriff Entfremdung wie folgt: kennzeichnet Entfremdung den Zustand gesellschaftlicher Verhältnisse, der von der Kunst in emanzipatorischer Absicht sichtbar gemacht wird bzw. werden soll. Entfremdung liegt überall da vor, wo gesellschaftliche Subjekte ihre eigenen taten(insbesondere die eigene Arbeit) und deren Folgen in „falschem Bewußtsein“ als eine fremde, ihnen anonym gegenüberstehende Macht erfahren[…] Einigkeit besteht in allen von der Kritischen Theorie beeinflußten Literaturtheorien darüber, daß Literatur an der Beendigung der Entfremdung mitarbeiten solle., nicht aber darüber, wie und in welchem Maße sie diese Aufgabe erfüllen könne.5

Im ersten Kapitel wird der Begriff Mythos und seine ihm innewohnenden Funktionen und Entwicklungsmöglichkeiten im Allgemeinen erklärt Darauf wird speziell die Entstehung des Mythos um den Trojanischen Krieg und die Bearbeitung des Mythos durch Homer und Aischylos, auf die Christa Wolf rekurriert, beschrieben. Außerdem soll die Frage beantwortet werden, warum eine moderne, zur damaligen Zeit in der DDR lebende Schriftstellerin, einen antiken Mythenstoff aufgreift.

Dabei sollen die für den später erfolgten Vorgang der Umdeutung wichtigen historischen Grundlagen des Mythos, soweit sich diese überhaupt genau ermitteln lassen, skizziert werden. Von zentraler Bedeutung für das Kassandraprojekt ist dabei die von Wolf übernommene Annahme von der Existenz früher Matriarchate. Das erste Kapitel schließt somit mit einem Überblick über die in verschiedenen Fachkreisen kontrovers geführte Debatte über die historische Wirklichkeit dieser Gesellschaftsform ab.

Im zweiten Teil der Arbeit soll Christa Wolfs Mythosverständnis erörtert werden. Was macht ihre Kritik an den t radierten Formen von Homer und Aischylos aus? Welche Intention unterstellt sie den Autoren? Dabei beziehe ich mich hauptsächlich auf die Voraussetzungen, welche die Motivation und die Vorgehensweise, die Christa Wolf zu dieser Mythosbearbeitung geführt haben, dokumentieren. Sie selbst bezeichnete diesen Vorgang als Entmythologisierungsarbeit. Dabei wird ein in der Rezeption öfter angesprochener Kritikpunkt aufgegriffen: Meint Wolf, mit ihrer Mythenadaption den wahren Kern des Mythos gefunden zu haben oder stellt ihre Erzählung Kassandra eine Remythologisierung dar? Zu dieser Frage werde ich begründet Stellung beziehen.

Im dritten Teil dieser Arbeit soll die inhaltliche Umsetzung von Christa Wolfs Kritik an den tradierten Formen beschrieben werden. Was für ein Paradigma hat sie den exemplarischen Werken der etablierten literarischen Großformen, des Epos und der Klassik, inhaltlich und formal entgegenzusetzen? Ihre Umarbeitungen und Umdeutungen des Mythos sollen in Bezug auf das Stichwort Entmythologisierung beschrieben werden. Nachdem das Verfahren der Historisierung schon im ersten Kapitel beleuchtet wurde wird die Aufmerksamkeit nun auf die Ausgestaltung der Figuren in der Erzählung sowie das Verfahren der Psychologisierung gelenkt, dazu auf die Methoden der Dekonstruktion, Humanisierung und Säkularisierung. Für die Literaturwissenschaftlerin Sonja Hilzinger sind diese Verfahren charakteristisch für eine zeitgenössische Mythenrezeption.6

Im vierten Kapitel wird Wolfs Umformung des Stoffs unter formal-poetologischen Aspekten skizziert. Welche Rolle nimmt der Autor oder die Autorin in einem Werk ein, und, - dies stellt eines der zentralen Themen der Arbeit dar - wie objektiv kann Kunst sein und wie objektiv sollte sie sich darstellen? Um diese Fragen zu beantworten wird Christa Wolfs Konzept der Subjektiven Authentizität vorgestellt und die Anwendung dieses Konzepts auf das Kassandraprojekt nachgewiesen. Außerdem soll die Frage beantwortet werden, ob dieses Konzept eine Ästhetik des Widerstands beinhaltet.

Die Erzählung sowie das Projekt als Ganzes geben viele Interpretationsmodelle her, die auch größtenteils in einem komplexen inhaltlichen Zusammenhang stehen. Als übergreifendes Thema wird im fünften Teil der Arbeit erklärt, warum das Kassandraprojekt als Zivilisationskritik verstanden werden muss, was nach Wolf gleichbedeutend mit einer Patriarchatskritik ist, da sich in der westlichen Kultur mit der Zivilisation auch patriarchale Gesellschaftsstrukturen durchgesetzt haben. Letztendlich und für mein Verständnis des Kassandraprojekts am Wichtigsten, wobei ich wieder bei meiner Ausgangsfrage wäre: Was intendiert Wolf mit ihrem Kassandraprojekt, wobei ihr die Antike zur Folie diente? In den Voraussetzungen reflektiert Wolf, dass die Wurzeln der ihrer Meinung nach gefährlich destruktiven Rationalität, welche zu der heutigen Gefahr einer atomaren Apokalypse führen, bereits im antiken Griechenland liegen. Ihre Kassandrafigur steht dabei auf der Schwelle zwischen matriarchaler und patriarchaler Lebensweise. Die Theorien zu den Zusammenhängen der Entstehung des Patriarchats mit seiner Ausgrenzung des Weiblichen, welche Wolf als theoretische Grundlage bei der Abfassung ihres Kassandraprojekts gedient haben, werden in diesem Kapitel vorgestellt. Anhand des Lebens in der trojanischen Zitadelle soll diese Kritik an der abendländischen westlichen patriarchalen Zivilisation begründet und kritisiert werden. Im sechsten Kapitel wird der Zeitbezug für das 20. Und 21.Jahrhundert aufgezeigt. Die Gemeinschaft am Idaberg soll als Komplementärwelt zu dem trojanischen Stadtstaat und griechischem Lager beschrieben werden. Es schließt sich die Frage an, ob die Beschreibung des Lebens am Idaberg als Utopie bezeichnet werden und wie diese Utopie bzw. dieses Modell die Zukunft beeinflussen könnte. Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf die Verwendung verschiedener temporaler Formen im Hinblick auf die Hervorhebung zentraler universeller Werte gelegt werden. Abschließend soll Wolfs Verständnis von der Rolle der Literatur als sinnstiftendes Element, „gegen das unheimliche Wirken von Entfremdungserscheinungen“, dargelegt werden.

1 Mythos und Mythosbearbeitungen um den Trojanischen Krieg

In den folgenden Unterkapiteln soll die Bedeutung des Mythos für den Menschen im Allgemeinen sowie die Entstehung des Mythos um den Trojanischen Krieg im Besonderen und sein vermutete tatsächlicher historischer Hintergrund beschrieben werden.

1.1 Bedeutung, Entstehung und Entwicklungsmöglichkeiten des Mythos

Es gibt keine allgemein gültige Definition für den Begriff Mythos.7 Mythen weisen auf jeden Fall in die Urzeit von Völkern zurück und geben Erklärungen der wichtigsten unmittelbar fassbaren Ereignisse im menschlichen Leben wie Geburt, Tod, zwischenmenschliche Konflikte und Naturgewalten, aber auch für abstrakte philosophische Probleme wie z.B. das des Einen und des Vielen.8 Darüber hinaus sind Mythen nach dem US-amerikanischen Mythenforscher Joseph Campbell wie Träume Produkte der menschlichen Phantasie. Ihre Bilder stammen zwar aus der materiellen Welt und ihrer mutmaßlichen Historie, sind aber wie die Träume Ausdruck der tiefsten Hoffnungen und Ängste, der Möglichkeiten und Konflikte, Ausdruck des menschlichen Wollens, das wiederum von den teils widerstreitenden, teils synergetisch wirkenden Kräften des menschlichen Körpers gesteuert wird.9

Für Campbell besitzt jeder Mythos, ob absichtlich oder nicht, psychische Symbolkraft und enthüllt als Metapher universell gültige psychologische Grundsätze, ist also keinesfalls als Tatsache zu deuten. Campbell erinnert diejenigen, die diese Unterscheidung für „rein akademisch“ halten, daran, dass wir heute „immer noch uralte Stammesfehden aus[tragen], die aus den v erkürzten Deutungen exemplarischer Erzählungen und heroischer Legenden resultieren“10. Gegen die tragische Konsequenz einer wörtlichen Lektüre mythischer Texte setzt er eine Wertschätzung mythischer Texte als „offene Bücher der Seele“11 der Völker. Wie und unter welchen Umständen entstanden Mythen in einem kosmologischen Sinne? Sie entstanden nach dem Historiker Carl Andresen vermutlich aus den als authentisch wahrgenommenen Heiligen Reden einzelner Kultgötter. Später wurden sie zu geschlossenen Biografien der jeweiligen Götter ausgeweitet, welche dann z u Erzählungen über „ein System von Göttern […], auch das Göttliche im Kosmos“ verflochten wurden. Somit hat sich der Glaube an den Mythos gewandelt, dessen Wortlaut nur aussagt, „dass es sich um gesprochene Rede beliebigen Inhalts handelt. Es entwickelt sich aber im Gegensatz zum Logos, der immer Wahrheit zu sagen beansprucht, zum Begriff der unverbindlichen dichterischen Erfindung.“12 Schließlich wurden Mythen jahrtausendelang ausschließlich mündlich überliefert und behielten so einen Kernbestand an Motiven und sprachlichen Formeln13, wurden aber auch je nach Erzähler, Erzählsituation und regionalen Gegebenheiten verändert. Überall dort, wo Mythen noch „lebendig“ sind, nehmen auch die Zuhörer in Form von Fragen und Kommentierungen an der Entwicklung der Geschichte teil.14 Karl Kerényi, einer der bedeutendsten Religionswissenschaftler des 20. Jahrhunderts, bemerkte, dass der Gang der Entstehung eines Mythos selten überliefert sei und dies ganz besonders für den Stoff der Götter- und Heroengeschichten gelte. In seinem Vorwort zum zweiten Teil seines 1958 veröffentlichen Klassikers Die Mythologie der Griechen betont er, dass es für das „Gesamtbild der Menschheitsgeschichte“ wichtig sei, diese Geschichten im Bewusstsein zu behalten, auch wenn er selbst „am wenigsten“ glaube, dies Wissen „in seiner endgültigen Form dargestellt“ zu haben.

Daher die Widmung an die kommenden Dichter; sie sollen das einmal als geistige Wirklichkeit Dagewesene, das in die Literatur- und Religionsgeschichte Europas gehört, in eine gültigere neue Form überführen, als es einem Werk der Altertumswissenschaft möglich ist.15

1.2 Funktion des Mythenkanons für die Entwicklung der abendländischen Zivilisation

Obwohl die Ursprünge der religiösen Überzeugungen im alten Griechenland nach dem Anthropologen Simon Goldhill weitgehend unerforscht sind, existierte die Vorstellung vom griechischen Götterhimmel Olymp mit seinen Hauptfiguren bereits 750 v.Chr.16 Etwa Anfang 700 v.Chr. wurde der Stoff vieler verschiedener Mythen in Griechenland von einem Sänger namens Homer, oder, was wahrscheinlicher ist, von einer Gruppe, den so genannten Homeriden, in der Illias und der Odyssee verflochten und schriftlich fixiert.17 Die Epen Homers waren nach Goldhill beinahe allen BewohnerInnen der hellenistischen Welt bekannt und stellten ein Bindeglied zwischen den Stadtstaaten dar. Die Tendenz zur Entwicklung eines Mythenkanons, einschließlich damit verbundener Riten und Feste, etwa der Olympischen Spiele, die der gesamten griechischen Welt bekannt waren, trug zur Entstehung eines Nationalgefühls, gegen die als „Barbaren“ diffamierten Völker, bei, wozu alle Nicht- Griechen zählen sollten.18 Philosophische, wissenschaftliche und historische Diskussionen bezogen sich ab dem 5. Jahrhundert v.Chr. hauptsächlich auf die von Homer und Hesiod erzählten Mythen. Häufig wurden auf Friesen und Giebeln Schlachten zwischen den Kräften der Zivilisation, repräsentiert durch den jeweiligen Stadtstaat und die Olympier, gegen die angeblich chaotischen Kräfte der „Barbaren“ - repräsentiert durch Riesen und Ungeheuer - dargestellt.19 Aus diesem kulturellen und pol itischen Überlegenheitsanspruch wurde die Gewalt gegenüber Nicht-Griechen gerechtfertigt. Die Illias diente „als Grundstoff im hellenistischen Erziehungswesen“20 mit seinem Lob auf die Heldentaten der Krieger und die Werte der Familie.21 Starke, furchtlose Heroen wie Achilles wurden trotz oder wegen ihrer Grausamkeit zu Vorbildfiguren des kriegerisch expansiven Griechenlands und trugen somit zur Stabilisierung des sich etablierenden Patriarchats bei. Später versuchte Hesiod als erster, den Stoff systematisch zu ordnen. Damit blieb der Mythos weitgehend unverändert, es kamen aber immer neue Figuren, Handlungsabläufe, Charaktere und Motivationen hinzu. Schon bei Hesiod wurde im Gegensatz zu Homers Betonung auf die Macht der GöttInnen und die Heroisierung der Helden „das einfache Leben der Arbeit, Pflichterfüllung und Gerechtigkeit“22 gepriesen.

Bei Euripides und Aischylos sowie in Ovids Metamorphosen werden die mythischen Geschehnisse rezipiert, interpretiert und umgestaltet, um den Athenern in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs Orientierungshilfe zu geben. Euripides etwa bewirkt in seinem Antiken-Drama Die Troerinnen Mitgefühl mit den Opfern des Trojakrieges, insbesondere mit den verschleppten Frauen und versucht so, einen neuen Krieg seiner Landsleute zu verhindern. Aischylos, der als Erfinder der Tragödie gelten kann, schafft die zwölf olympischen Götter zwar nicht ab, erhöht die Position des Zeus allerdings zu einem allmächtigen Gott, dessen Gesetze die ganze Welt beherrschen. Aus dieser theologischen Weltanschauung widerfährt dem Menschen nur dann Leid, wenn dieser der göttlichen Weltordnung zuwiderhandelt. Aischylos´ Gottesverständnis deckt sich also schon weitgehend mit dem vom patriarchalischen Universalgottes im Alten Testaments.23 Alle westlichen Kulturen, von der Römischen Zeit über die Renaissance, Romantik und Klassik bis zur Gegenwart, mit Ausnahme des so genannten „Dunklen Zeitalters“ und des frühen Mittelalters, haben die griechische Mythologie dieser Zeit hoch geschätzt und i mmer wieder neu tradiert.24 Der Altphilologe Volker Riedel arbeitete heraus, dass ab 1900 eine Problematisierung des kriegerischen Geschehens und eine Deutung antiker Phänomene im Lichte ganz andersartiger moderner Erfahrungen einsetzte.25

1.3 Christa Wolfs Motive für die Bearbeitung des Stoffes

Ich habe dieses Land [die DDR, Anm. der Autorin] geliebt. Daß es am Ende war, wußte ich, weil es die besten Leute nicht mehr integrieren konnte, weil es Menschenopfer forderte. Ich habe das in „Kassandra“ beschrieben […]; ich wartete gespannt, ob sie es wagen würden, die Botschaft der Erzählung zu verstehen, nämlich, daß Troja untergehen muß. Sie haben es nicht gewagt und die Erzählung ungekürzt gedruckt. Die Leser verstanden sie.26

In den Voraussetzungen beschreibt Christa Wolf, wie die Novelle Kassandra in einer sich bedingenden Mischung aus moderner Gesellschaftskritik und persönlicher Krise entstand. Zur Zeit des Entstehens fühlt die Autorin sich und die ganze Welt durch den Kalten Krieg und das damit verbundene atomare Wettrüsten bedroht, was sie eindringlich in den Voraussetzungen schildert. Schreibend versucht sie, die „Irrsinnsnachrichten“27 über Krieg, Umweltzerstörung und entfremdete Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in Industriegesellschaften zu verarbeiten. „Sich den wirklichen Zustand der Erde vor Augen zu halten ist unerträglich.“28 Sie wagt es, von „verbrauchten Institutionen“ und entfremdeter Arbeit in „immer undurchschaubare[n], immer entmenschlichtere[n] Produktionsbedingungen“ zu sprechen. Prangert „Gigantismus, übertriebene Kompliziertheit, Kapitalintensität und Gewalt“ in beiden Großsystemen an. „Wem soll man sagen, daß es die moderne Industriegesellschaft, Götze und F etisch aller Regierungen, in ihrer absurden Ausprägung selber ist, die sich gegen ihre Erbauer, Nutzer und Verteidiger richtet: Wer könnte das ändern.“29, fragt sie sich resigniert. Um dann doch schreibend die Ursachen der Entfremdung der Menschen - von sich selbst, den Mitmenschen, der Natur - aufzudecken und so zu überwinden versuchet. Damit kommt Wolf immer wieder in Konflikt mit der Kulturpolitik der DDR, welche an ihren ästhetischen Normen des Sozialistischen Realismus starr festhält. Dieser fordert auch ideologisch determinierte Inhalte, welche einen Fortschrittsoptimismus beinhalten sollen.

Über Realität. Die irrsinnige Tatsache, daß die Literatur in allen „zivilisierten“ industrialisierten Ländern, wenn sie realistisch ist, eine vollkommen andre Sprache spricht als eine jede öffentliche Verlautbarung. (.) Als gebe es jeden Bewohner zweimal: einmal als ihn selbst und als mögliches Subjekt einer künstlerischen Darstellung; zweitens als Objekt der Statistik, der Publizistik, der Agitation, der Werbung, der politischen Propaganda.30

Spätestens seit Wolf Biermanns Ausbürgerung Ende 1976, den darauf verschärften Repressionen gegenüber Oppositionellen und dem Parteiausschluss ihres Mannes Gerhard waren Christa Wolfs Hoffnungen auf eine baldige Demokratisierung der DDR bitter enttäuscht. Sie zieht sich aus der Politik zurück und dem widmet sich mit ihrer Erzählung Kein Ort. Nirgend. Nirgends dem Projektionsraum Romantik31 und später mit dem Kassandraprojekt den der Antike.32 Die Lektüre der Orestie von Aischylos und ei ne Griechenlandreise boten rege geistige und s innliche Inspiration und somit Anlass, sich leidenschaftlich in ihre Kassandrafigur und deren „(gedachten) sozialen und historischen Koordinaten“33 zu versetzen. Dabei kommt Christa Wolf wieder auf ihr zentrales Thema, die Objektsetzung der Frau in der abendländischen Geschichte, Kunst und Gesellschaft. Dieser Tendenz hält s ie in ihrer Prosa die Subjektwerdung einer Protagonistin aus deren weiblichen Perspektive entgegen.

1.4 Historisierung des mythischen Stoffes bei Christa Wolf

„Wer war Kassandra, ehe irgendeiner über sie schrieb?“34, fragt sich Wolf in den Voraussetzungen und taucht immer tiefer in die vorschriftlichen Quellen des Troja- Mythos ein. Wolf fragt nach der historischen Wirklichkeit der mythologischen Kassandra-Figur. Dass es sie gegeben hat wie auch die in der Erzählung beschriebenen historischen Umstände steht für Wolf, entgegen anderer Auffassungen, fest (vgl. Kapitel 1.5 über die Existenz von Matriarchaten). Wichtig ist ihr: „Zu zeigen, wie die historische Kassandra, von der ich ausgehe, und ihre historische Umgebung durch Ritual, Kult, Glauben und M ythos gelenkt werden, während für uns das gesamte Material mythisch ist.“35 Den Zweifeln ihrer Brieffreundin A. an der historischen Existenz der trojanischen Königstochter Kassandra hält sie Beteuerungen entgegen wie: „- ich bitte Dich, kein Einwand, es gab sie -“36. Weit davon entfernt, sich eine fiktive antike Welt frei zu erfinden, bemüht sich Wolf, die sinnliche Umgebung ihrer Titelfigur gewissenhaft und einfühlsam nachzukonstruieren. Ein wichtiges Anliegen ist es Wolf, die geschichtliche Realität hinter dem Mythos freizulegen: „Mein Anliegen bei der Kassandra-Figur:

Rückführung aus dem Mythos in die (gedachten) sozialen und hi storischen Koordinaten.“37 Dabei gibt sie, im Gegensatz zu Aischylos und Homer, ihre eigenen Unsicherheiten bezüglich der Wirklichkeit und ihre daraus folgenden Projektionen auf diese Zeit mit ihren jeweiligen Figuren zu. Auf v erschiedene Theorien, die im folgenden Kapitel dargestellt werden sollen, rekurrierend geht Wolf davon aus, dass im zweiten Jahrtausend v.Chr. Gesellschaften existiert haben sollen, in denen Frauen eine führende Stellung in der Gesellschaft gehabt hätten.

1.5 Zur Debatte über die Existenz von früheren Matriarchaten

Die Debatte um die Existenz von Matriarchaten ist in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen heftig geführt worden. Hier werden nur Aspekte skizziert, die für Christa Wolfs Annahme von der Existenz solch einer älteren minoischen, zumindest überwiegend nach matriarchalen Prinzipien gelebten Gesellschaft von Bedeutung waren. Hauptsächlich beruft sie sich auf die umstrittene Theorie von Ranke-Graves38. Das von ihm beschriebene minoische Kreta im zweiten Jahrtausend v.Chr. diente der Autorin nach eigenen Angaben als Vorbild für das Troja ihrer Erzählung. Über die tatsächliche Beschaffenheit des kretischen Staates lässt sich nur spekulieren, da sich das Beweismaterial, das die matriarchale Theorie stützen könnte, als ungenügend erwiesen hat. Gesichert ist, dass die Minoer in dieser Epoche von Handel und Ackerbau lebten. Weitgehend gesichert ist, dass zu jener Zeit im gesamten östlichen Mittelmeer eine von Ranke-Graves so genannte Pax Chretiensis, eine Friedensordnung geherrscht haben soll. Es gilt als bewiesen, dass. die Könignachfolge in der minoischen Kultur matrilinear vererbt worden ist. Auch ist erwiesen, dass hier vor dem Einsetzen der olympischen GöttInnen die chthonische Religion mit ihrem Kult um die Große Mutter herrschte. Ranke-Graves folgert aus diesen Tatsachen seine umstrittene These, dass Frauen in dieser Epoche insgesamt eine führende Stellung in der Gesellschaft innegehabt hätten, die Christa Wolf übernimmt. Die kriegerischen Achäer hätten allerdings die alleinige Herrschaft über das Mittelmeer angestrebt und wären mit ihrem strikten Eroberungswillen der friedliebenderen ostasiatischen Kultur überlegen gewesen, was das Ende der minoisch-mykenischen Ära zur Folge gehabt hätte, war. Im Mythos wird an di e Übergangszeit erinnert, die von einer gegenseitigen Durchdringung matriarchaler und patriarchaler Kulte geprägt war, bis das Patriarchat sich mit der zweiten großen griechischen Invasion endgültig etablierte. Unter anderen berichtet auch Herodot von Völkern am Mittelmeer, bei denen Überreste des Matriarchats zu finden waren. Wolf beschreibt diese Übergangszeit im Folgenden als „Nahtstelle“:

An einer Nahtstelle dieser konfliktreichen Geschehnisse steht Kassandra. Tochter eines Königshauses, in dem die patrilineare Erbfolge gefestigt scheint, ohne daß deshalb die Königin, Hekabe[…] schon zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken wäre; in dem die Übergangsform des Prinzessinnenraubs durch den Freier (Paris-Helena), weil nur die Frau dem Manne den Thron übergeben konnte, durchaus noch bekannt ist. In dem die alten matriarchalen Kulte neben den jungen Kulten der neuen Götter gepflegt werden mögen,[…] besonders von den niederen Schichten. In dem eine junge Frau Priesterin werden kann, kaum noch Oberpriesterin.39

In der Ethnologie wird die Theorie einer universalen matriarchalen Stufe in der Menschheitsgeschichte inzwischen grundsätzlich abgelehnt. Es ist jedoch bewiesen, dass bestimmte Gesellschaften zu bestimmten Zeiten matriarchalisch geprägt waren.40 Der endgültige Sieg des Patriarchats führte nach Ranke-Graves, Thomson und Engels zu einem kompletten Wertewandel im abendländischen Denken und prägt unsere Gesellschaft bis heute. Die männlichen Götter im Himmel, der König an der Spitze des Staates und der Vater als Oberhaupt der Familie bildeten nach dieser Theorie von nun an die „heilige Trias“ des Patriarchats. Im Kassandraprojekt reflektiert Christa Wolf über die „Vagheit der wissenschaftlichen Erklärungen“ und der angenommenen wahrscheinlichen Idealisierung vieler DeuterInnen der minoischen Kultur als friedliebend und gänzlich schuldlos am eigenen Untergang. In den Voraussetzungen vertritt Wolf die These, dass es auch in dieser Kultur Götzen, Hierarchien und Ausbeutung gegeben hätte, vermutlich auch religiös-rituelle motivierte Menschenopferungen.41

Feministinnen, in der Frauenbewegung engagierte Frauen, sahen in den Königreichen der Minoer die Gemeinwesen, an die ihr sehnsüchtiges utopisches Denken, durch Gegenwartserfahrung und Zukunftsangst in die Enge getrieben, als an ein Konkretum anknüpfen konnte.42

Trotz dieser Idealisierungen bemängelt Wolf die fehlende Kenntnisnahme der Erkenntnisse von Bachofen, Engels, Ranke-Graves und Thomson hinsichtlich früher matriarchal geprägter Gesellschaften. Mit ihrem Kassandraprojekt macht sie auf vermeintliche Mängel in der traditionellen Geschichtsschreibung aufmerksam, die ihrer Ansicht nach durch eine „männliche“ Perspektive verschuldet ist. Dabei meint sie mit „männlich“ ausdrücklich soziokulturelle und nicht biologische Eigenschaften.

Vom Biologismus bin ich weit entfernt. Ich habe mich bemüht, innerhalb der Frühgeschichte über die man recht wenig gesichertes Wissen hat, historisch vorzugehen; ich bin sehr weit von einer Idealisierung „der Frauen“ oder „des Weiblichen“ entfernt… Aber abgesehen davon, daß ich selber eine Frau bin, stelle ich mich als Marxistin schlicht auf die Seite der Unterdrückten, und ich lasse mir auch nicht einreden, daß Unterdrückung gut ist, oder nützlich sein kann- auch nicht die Unterdrückung der Frauen durch die Männer.43

2 Zur Entmythologisierung des Stoffes bei Christa Wolf

Christa Wolf versucht, ihre Kassandrafigur von der Bewertung der subjektiv und historisch geprägten Intentionalität anderer Bearbeiter dieses Stoffs, besonders von der sie bis heute prägenden Version des Aischylos´, zu befreien. Warum und wie geht sie diese Arbeit, die im Folgenden als „Entmythologisierungsarbeit“ bezeichnet werden soll, an?

2.1 Wolfs Umdeutung von Aischylos´ Orestie

Es geht vielmehr um die Zurichtung des Tradierten auf (neue) Sinngehalte, um eine andere Art von Geschichte, die den Antiken-Rezeptionen zugrundeliegt. Die Autoren selbst sind Interpreten von (kanonisierter) Literatur, die Oberflächenerscheinungen in Tiefenstrukturen überführen, die Verdrängtes und Verschüttetes freilegen im szenischen Material, im Kommentar, in der Narration.44

Wolf verwendet in ihren Schriften den Begriff Mythos unterschiedlich. In seiner ursprünglichen, vorschriftlichen Form respektiert sie ihn als kraftvoll, sinnlich und sinnstiftend. Für Christa Wolf erzählt Mythos eine wahre Geschichte im Sinne einer tieferen seelischen Realität, als exemplarisches Modell aller grundlegenden menschlichen Tätigkeiten und Erfahrungen. Somit gibt es auch für Wolf für jeden Mythos eine allgemein verbindliche, zeitlose Wirklichkeitsdeutung, die zwar ständig reaktualisiert, aber nicht komplett anders gedeutet werden darf.

[...]


1 Wolf, Christa, zitiert nach: Böthig, Peter (Hrsg.): Christa Wolf - Eine Biographie in Bildern und Texten. Berlin 2004, S. 112.

2 Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra. Ersterscheinung 1983 Darmstadt/ Neuwied 1983. Hier 1. Auflage Frankfurt/ Main 2008. S.11. Im Folgenden mit [VeE] abgekürzt.

3 Wolf, Christa: Kassandra. Ersterscheinung Frankfurt/Main 1983. HierOriginalausgabe Frankfurt/Main 2008. Im Folgenden mit [KAS] abgekürzt.

4 Dieser Begriff soll in dieser Arbeit für das gesamte Werk, also die Erzählung KAS wie auch für die Voraussetzungen verwendet werden, um der inhaltlich-formalen, theoretischen und methodischen Zusammengehörigkeit Rechnung zu tragen.

5 Hucke, Karl-Heinz/ Kutzmutz, Olaf: Entfremdung. In: Weimar, Klaus (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. BandI. Berlin 2007. S.450.

6 Vgl. Hilzinger, S. 135f.

7 Nach B. Malinowskis Theorie wird Mythos als kulturell-funktionalistische Legitimationsinstanz angesehen. Für Mircea Eliade stellt ein Mythos dagegen einen sakralen Text dar, welcher der Beglaubigung der Gegenwart durch die Wiederholung der Vergangenheit dient. Christa Wolf wurde in ihrem Kassandraprojekt wohl von .J.J. Bachofen mit seinem Verständnis von Mythos als alternative Form einer historischen Überlieferung und dem französische Strukturalisten C. Lévi-Strauss inspiriert, welcher Mythen vor allem als Transformation von Dichotomien ansieht. Die psychoanalytischen Erklärungen von Joseph Campbell, C.G.Jung und Erich Fromm, die kulturtheoretischen der Frankfurter Schule insbesondere stehen Christa Wolfs Mythenverständnis wohl am nächsten, wie später noch nachgewiesen werden soll.

8 Vgl. Roy, Willis: Mythologie, London 1993. S. 13. Im Folgenden immer mit[WIL abgekürzt. 5

9 Campbell, Joseph: The Inner Reaches of Outer Space: Metaphor as Myth and as Religion. New York 1985, S. 55. Zitiert in: Ebd.

10 Ebd.

11 Ebd, S.58.

12 Andresen, Carl: Mythos. Vgl. Ders.(Hrsg.): Lexikon der alten Welt. Zürich/ Stuttgart 1968, S.206

13 Vgl. Dommersmuth-Gudrich, Gerold.: Mythen. Hildesheim, 5.Aufl. 2002, S.11.

14 Vgl. WIL, S.1.

15 Vgl. Kerényi, Karl: Die Mythologie der Griechen. Teil II. Die Heroengeschichten. Zürich 1958, S.9.

16 Goldhill, Simon: Griechenland. In. Willis, Roy (Hrsg.)Mythologie. London, 1993, S.126.

17 Vgl. ebd. S.157.Wissenschaftler bezweifeln, dass beide Werke von nur einer einzigen Person zusammengestellt worden sind. Im Folgenden mit GOL abgekürzt.

18 GOL, S. 124.

19 GOL, S.127.

20 GOL, S.157.

21 GOL, S.161.

22 GOL, S.127.

23 Vgl. Rausch, Sven: 50 Klassiker Griechische Antike. Hildesheim 211, S. 97ff.

24 GOL, S.124.

25 Vgl. Riedel, Volker: Der Trojanische Krieg in der Literatur von Homer bis zur Gegenwart. In: Ders. : „Der Beste der Griechen“ - „Achill das Vieh“. Aufsätze und Vorträge zur literarischen Antikerezeption II. Jena 2004, S.28.

26 Wolf, Christa: Auf dem Weg nach Tabou. Texte 1990-1994. Köln 1994. S.262f.

27 VeE, S.132f..

28 Ebd.

29 Ebd.

30 VeE, S.156.

31 Wolf, Christa: Kein Ort. Nirgends. Berlin/ Weimar 1979.

32 Hilzinger, Sonja: Christa Wolf .Frankfurt am Main 2007, S.42f. Im Folgenden mit HIL 2007 abgekürzt.

33 VeE, S.196

34 VeE, S.184.

35 VeE, S.162.

36 VeE, S.196.

37 VeE, S.152.

38 Vgl. Ranke-Graves, Robert von: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. Hamburg 1984. 11

39 VeE, S.196.

40 Vgl. Schmidbauer, Wolfgang: Mythos und Psychologie. Königsfurt/ München 2001, S.163.

41 Vgl. VeE, S .81ff.

42 VeE, S.84.

43 Wolf, Christa: Ursprünge des Erzählens. Gespräch mit Jacqueline Grenz. In: Die Dimension des Autors. Essays und Aufsätze, Reden und Gespräche 1959-1985 Band 2. Darmstadt/ Neuwied 1987, S.924. Im Folgenden mit DA abgekürzt.

44 Preußer, Heinz-Peter: Mythos als Sinnkonstruktion. Die Antikenprojekte von Christa Wolf, Heiner Müller, Stefan Schütz und Volker Braun. Köln/ Weimar/ Wien 2000, S.2.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Ästhetischer Widerstand als Zivilisationskritik in Christa Wolfs Kassandraprojekt
Untertitel
Gegen das unheimliche Wirken von Entfremdungserscheinungen
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Literatur in der DDR
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
55
Katalognummer
V307868
ISBN (eBook)
9783668061088
ISBN (Buch)
9783668061095
Dateigröße
811 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DDR-Literatur, Kassandra, Christa Wolf, Feministische Literatur, Entfremdung, Poetik des Widerstands, Mythos, Entmythologisierung, Patriarchatskritik, Trojanischer Krieg, Homer, Aischylos
Arbeit zitieren
Sigrid Lehmann-Wacker (Autor), 2014, Ästhetischer Widerstand als Zivilisationskritik in Christa Wolfs Kassandraprojekt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307868

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