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Lehrevaluation im Fokus. Darstellung und Bewertung von drei Forschungsartikeln

Titel: Lehrevaluation im Fokus. Darstellung und Bewertung von drei Forschungsartikeln

Essay , 2013 , 18 Seiten , Note: 1

Autor:in: Elisabeth Hartig (Autor:in)

Pädagogik - Hochschulwesen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der vorliegende Essay ist eine Annäherung an das Thema der Lehrveranstaltungsevaluation mittels Untersuchung von drei ausgewählten Forschungsartikeln. Einerseits soll die Annahme, dass es verzerrende Faktoren in der Bewertung durch die Studierenden geben kann, genauer untersucht werden. Andererseits soll durch die Auseinandersetzung die vorliegende Thematik in ihrer Breite zugänglich gemacht und praktische Implikationen daraus abgeleitet werden.

Die Aussagekraft und Nützlichkeit von mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum obligatorisch durchzuführenden studentischen Lehrevaluationen werden von Lehrenden an Hochschulen immer wieder in Frage gestellt. Spätestens bei Betrachtung der seit den 1960ern stark angewachsenen Publikationen in fachspezifischen Journalen der Pädagogik, Psychologie und Evaluationsforschung zeigt sich, dass dieses Thema relevante Fragestellungen bereithält.

Unter studentischer Lehrevaluation werden die spezifischen und systematischen Verfahren zur Rückmeldung des Lehrerfolgs verstanden, wobei die universitäre Lehrevaluation seit den 1930er Jahren in den USA ein Forschungsgebiet ist. So wurde 1926 der erste standardisierte Evaluationsbogen „Purdue Rating Scale for Insstructors“ veröffentlicht. Im deutschsprachigen Raum ist seit den 1990ern die Lehrevaluation zu einem brisanten Thema geworden, wobei in Österreich die Evaluierung von Pflichtveranstaltungen an Universitäten und Fachhochschulen seit dem Universitätsgesetz 1993 verankert ist.

Die Lehrevaluation durch Studierende ist jedoch in einigen Punkten nach wie vor umstritten, da die Ergebnisse selten zu einer Lehrverbesserung beitragen und auch die Urteilskompetenz der Studierenden immer wieder in Frage gestellt wird. In der Literatur werden unterschiedliche Kurs-, Lehrenden- und Studierendenmerkmale als Ursache von Verzerrungen erwähnt. Rindermann (2003) bemerkt auch, dass Hochschulen als wissenschaftliche Institutionen gelten, jedoch die Evaluationsmaßnahmen von Lehrveranstaltungen nur beschränkt den Kriterien einer wissenschaftlichen Methodik und einer Praxisorientierung gerecht zu werden scheinen.

Die studentische Lehrevaluation wird in Bildungsinstitutionen als leistungsorientierte Kennzahl neben Kennzahlen wie Studienerfolgsquoten, Abbruchsquoten, durchschnittliche Studiendauer u.a. herangezogen. Die verschiedenen Evaluationsmaßnahmen sollen Mindeststandards von Ausbildungen sichern und sind oft Teil des Akkreditierungsverfahrens.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Artikel 1: Der Einfluss von Lernumgebungen auf die Lehrveranstaltungsevaluation

Darstellung der Argumentationslinie und Methodik

Zusammenfassende Bewertung des Artikels

III. Artikel 2: Der Einfluss des Examens auf die Lehrveranstaltungsevaluation

Darstellung der Argumentationslinie und Methodik

Zusammenfassende Bewertung des Artikels

IV. Artikel 3: Zur Vorhersage der studentischen Zufriedenheit durch die Lehrevaluation

Darstellung der Argumentationslinie und Methodik

Zusammenfassende Bewertung des Artikels

V. Gegenüberstellung und Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieses Essays ist es, die Aussagekraft und Nützlichkeit studentischer Lehrevaluationen zu untersuchen, Verzerrungseffekte kritisch zu beleuchten und daraus praktische Implikationen für die Optimierung der eigenen Lehre abzuleiten.

  • Validität studentischer Lehrevaluationen in verschiedenen Lernumgebungen
  • Einfluss des Zeitpunkts der Evaluation in Relation zu Prüfungsergebnissen
  • Methoden der Vorhersage studentischer Zufriedenheit durch Evaluationsinstrumente
  • Bedeutung der Gestaltung von Fragebögen und organisationaler Rahmenbedingungen
  • Reflexion der Rolle von Studierenden und Lehrenden im Evaluationsprozess

Auszug aus dem Buch

Darstellung der Argumentationslinie und Methodik

Die AutorInnen geben eine kurze historische Einführung zum Einsatz von studentischer Lehrveranstaltungsbewertung, die vor allem zeigt, dass zwischen den 1980igern und 1990igern in den USA dieser fulminant gestiegen ist. Es wird auf Gründe nach Marsh et al (1989) für den Einsatz von Lehrevaluationen eingegangen. Diese betreffen das Feedback von den Studierenden zur Verbesserung der Lehre, die Erhebung der Effektivität der Lehre für Personalentscheidungen, die Unterstützung der Studierenden in Auswahl von Lehrveranstaltungen und von Lehrenden sowie den Erhalt von Daten für die Lehrforschung. Aufgrund vorliegender Studien wird jedoch festgestellt, dass Lehrende nur im geringen Ausmaß die Ergebnisse aus der Lehrbewertung für die Verbesserung der Lehre verwenden. Des Weiteren führen die Autorinnen zu spezifischen Charakteristika für den bei der Lehrevaluation eingesetzten Instrumenten hin, welche z.B. die Konzeption der Fragen (offenen und geschlossenen Fragen, eine Frage bzgl. allgemeine Zufriedenheit), die Anonymität und die Auswertungsverfahren (klassenspezifisch und fragespezifisch) betreffen.

Als ultimatives Ziel der Lehrevaluation wird von Autorinnen die Verbesserung der studentischen Lernleistung betont. Lehrveranstaltungsevaluationen haben in der Regel einen Fokus auf die Lehre, welcher auf den Lehrenden und den Lehrprozessen liegt, und weniger auf die Qualität der Lernprozesse und –leistungen, dem Wissenstransfer und der Verknüpfung mit anderen Lehrveranstaltungen. Seit Kurzem wird die allgemeine studentische Zufriedenheit an Hochschulen und Universitäten vermehrt ins Zentrum gerückt, da Studierende auch als Kunden von gesehen werden. Dies führt zu veränderten Sichtweisen bei den Lehrenden mit Blick auf die Verringerungen von Ausfallsquoten und der Erhöhung des Zulaufes zu Kursen. Die Autorinnen betonen, dass die studentische Zufriedenheit ein zunehmend populäres Konstrukt ist, welches jedoch zurzeit noch komplex, unspezifisch artikuliert und von vielen Kontextfaktoren beeinflusst ist. Nach Richardson (2005) ist die Zufriedenheit nicht generell ein wünschenswertes Ziel von universitärer Ausbildung.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wachsende Bedeutung der Lehrevaluation, ihre Verankerung in Forschung und Praxis sowie die Relevanz studentischen Feedbacks zur Qualitätsverbesserung der Lehre.

II. Artikel 1: Der Einfluss von Lernumgebungen auf die Lehrveranstaltungsevaluation: Dieser Abschnitt analysiert die Studie von Dziuban und Moskal, die aufzeigt, dass die studentische Bewertung von Kursen unabhängig vom Modus (online, blended oder face-to-face) eindimensional strukturiert ist.

III. Artikel 2: Der Einfluss des Examens auf die Lehrveranstaltungsevaluation: Der Artikel von Arnold untersucht, ob der Zeitpunkt der Evaluation in Bezug auf das Abschlussexamen und damit verbundene Noten zu verzerrenden Effekten bei der Bewertung führt.

IV. Artikel 3: Zur Vorhersage der studentischen Zufriedenheit durch die Lehrevaluation: Dalton und Denson explorieren, wie verschiedene Faktoren und spezifische Fragebogenitems die allgemeine studentische Zufriedenheit vorhersagen können.

V. Gegenüberstellung und Fazit: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Erkenntnisse der drei Studien und reflektiert deren Konsequenzen für die Praxis der studentischen Lehrevaluation.

Schlüsselwörter

Lehrevaluation, studentisches Feedback, Lernumgebungen, Faktorinvarianz, Validität, Reliabilität, Kurszufriedenheit, Grading Leniency Effect, Self-serving Bias, Lehreffektivität, Qualitätsmanagement, Hochschuldidaktik, Regressionsanalyse, Studienleistung, Feedbackkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Essay primär?

Der Essay befasst sich mit der Analyse dreier ausgewählter Studien zur studentischen Lehrveranstaltungsevaluation, um die Validität und Verlässlichkeit solcher Rückmeldungen zu prüfen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind der Einfluss unterschiedlicher Lernformen (online/blended), der Zeitpunkt der Evaluation relativ zur Prüfung und die Vorhersagekraft von Fragebögen für die studentische Zufriedenheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Qualität studentischer Evaluationen kritisch zu reflektieren und praktische Erkenntnisse für die Verbesserung der eigenen Lehrtätigkeit zu gewinnen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden in den untersuchten Studien verwendet?

Die Studien nutzen quantitative Methoden wie die Faktoranalyse zur Prüfung der Eindimensionalität sowie multiple Regressionsanalysen zur Untersuchung von Einflussfaktoren auf die Bewertung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung, Analyse und Bewertung der Argumentationslinien und Methodik der drei ausgewählten wissenschaftlichen Originalartikel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Lehrevaluation, studentisches Feedback, Validität, Kurszufriedenheit und die verschiedenen psychologischen Verzerrungseffekte wie der "self-serving bias".

Welchen Einfluss hat das Examen laut Arnold auf die Bewertung?

Arnold zeigt, dass Studierende, die das Examen nicht bestehen, nach dem Examen signifikant kritischer bewerten, was jedoch als Ausdruck psychologischer Mechanismen und nicht als Revanche gegenüber der Lehrkraft interpretiert wird.

Wie bewerten Dziuban & Moskal die Bedeutung des Kursmodus?

Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Kursmodus kein wirksamer Prädiktor für Erfolg ist und Studierende die Lehre unabhängig von der technologischen Gestaltung des Kurses eindimensional bewerten.

Welche Schlussfolgerung ziehen Dalton & Denson zur studentischen Zufriedenheit?

Sie betonen, dass Zufriedenheit ein komplexes und unspezifisches Konstrukt ist und Instrumente zur Evaluation idealerweise flexibel und auf den fachspezifischen Lernprozess ausgerichtet sein sollten.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lehrevaluation im Fokus. Darstellung und Bewertung von drei Forschungsartikeln
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz
Veranstaltung
Quantitative Forschungsmethoden / Doktoratsseminar
Note
1
Autor
Elisabeth Hartig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V307898
ISBN (eBook)
9783668061385
ISBN (Buch)
9783668061392
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lehrevaluation fokus darstellung forschungsartikeln
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisabeth Hartig (Autor:in), 2013, Lehrevaluation im Fokus. Darstellung und Bewertung von drei Forschungsartikeln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307898
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Leseprobe aus  18  Seiten
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