Der Wechsel der Kapitalkonsolidierungsmethode ist die anspruchsvollste Problemstellung in der Konzernrechnungslegung, weil keine konkreten Regelungen vorhanden sind. Da die Konzeption des Konzernabschlusses für unterschiedliche Beziehungen zwischen Unternehmen unterschiedliche Einbeziehungstechniken besitzt, betrachtet man im Konzernabschluss die Stufenkonzeption.
Diese Konzeption wird nach den handelsrechtlichen Bestimmung und der IFRS bestimmt:
- die Tochterunternehmen per Vollkonsolidierung,
- die Gemeinschaftsunternehmen wahlweise per Quotenkonsolidierung oder per Equity-Methode und
- die assoziierten Unternehmen per Equity-Methode zwingend
einbeziehen.
Beim Wechsel der Konsolidierungsmethode stellt sich die Frage „Muss die Gesellschaft anders einbezogen werden und wenn ja, wie?“
Ein Wechsel der Kapitalkonsolidierungsmethode ist immer dann notwendig, wenn ein bereits beteiligtes Unternehmen ihren „Status“ ändert und nach einer anderen als die bisherige Methode einbezogen werden muss.
Die Relevanz des Themas ist die am häufigsten angeführte Übergangskonsolidierung von der Equity-Methode zur Vollkonsolidierung bzw. von der Vollkonsolidierung zur Equity-Methode.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Abgrenzung des Konsolidierungskreises
2.1 Konsolidierungskreis nach IFRS
2.2 Konsolidierungskreis nach HGB
3 Methoden zur Kapitalkonsolidierung
3.1 Kapitalkonsolidierung
3.2 Grundlagen der Equity-Methode
3.3 Grundlagen der Vollkonsolidierung
4 Wechsel der Kapitalkonsolidierungsmethode
4.1 Übergangskonsolidierung
4.2 Wechsel von der Equity-Methode zur Vollkonsolidierung
4.3 Zusammenfassender Vergleich der Vollkonsolidierung und der Equity-Methode
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zu klären, wie der Erwerb weiterer Anteile an einem assoziierten Unternehmen, durch den dieses in ein Tochterunternehmen übergeht, bilanziell zu behandeln ist. Im Zentrum steht die Untersuchung, ob in einem solchen Fall der Übergang von der Equity-Methode zur Vollkonsolidierung zwingend durchzuführen ist.
- Grundlagen der Konsolidierungskreise nach HGB und IFRS
- Methoden der Kapitalkonsolidierung
- Definition und Arten der Übergangskonsolidierung
- Vorgehensweise beim Wechsel der Konsolidierungsmethode (Entflechtung und Neubewertung)
- Praktische Veranschaulichung am Beispiel eines sukzessiven Beteiligungserwerbs
Auszug aus dem Buch
4.1 Übergangskonsolidierung
Laut Beck’sches IFRS-Handbuch (IFRS 3, IAS 27): „Unter den Begriff Übergangskonsolidierung werden sämtliche (Konsolidierungs-) Maßnahmen subsumiert, die notwendig werden, wenn sich aus Konzernsicht infolge veränderter Möglichkeiten der Einflussnahme eine Statusänderung eines einfachen Beteiligungs-, assoziierten, Gemeinschafts- oder TU ergibt, die eine entsprechend angepasste Abbildungsform im Konzernabschluss bedingt“.
In anderen Worten, wenn die Tochterorganisation in Zukunft nach einer anderen Konsolidierungsmethode einbezogen wird, muss eine Übergangskonsolidierung vorgenommen werden. Dies kann passieren, wenn die MU bisher 60 % der Anteile an der TU gehalten hat und jetzt 20 % der Anteile an einen konzernfremden Dritten verkauft hat oder andersrum, wenn die MU bisher nur 40 % der Anteile an der TU hatte und nun insgesamt 80 % der Anteile an der TU besitzt.
Abhängig von der Grad der Einflussnahme auf das betreffende Unternehmen unterscheiden sich die Übergangskonsolidierung mit Aufwärtswechseln und die Übergangskonsolidierung mit Abwärtswechsel.
Über Aufwärtskonsolidierung oder sukzessiven Beteiligungserwerb versteht man, wenn von einfacher Beteiligung über assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen bis hin zum Tochterunternehmen geht, beispielsweise von der Equity-Methode zur Vollkonsolidierung. In diesem Fall werden Anteile an betreffende Unternehmen im Zeitablauf zu verschiedenen Zeitpunkten erworben und sich durch den erhöhte Anteil ein Statuswechsel verursacht hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Problemstellung des Methodenwechsels in der Konzernrechnungslegung sowie das Ziel und den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Abgrenzung des Konsolidierungskreises: Dieses Kapitel definiert, welche Unternehmen nach IFRS und HGB in den Konzernabschluss einzubeziehen sind und welche Stufenkonzeption dabei Anwendung findet.
3 Methoden zur Kapitalkonsolidierung: Es werden die Grundlagen der Kapitalkonsolidierung sowie spezifisch die Methoden der Equity-Bewertung und der Vollkonsolidierung dargelegt.
4 Wechsel der Kapitalkonsolidierungsmethode: Dieser Hauptteil analysiert die Übergangskonsolidierung, erläutert den Prozess des Wechsels von der Equity-Methode zur Vollkonsolidierung und vergleicht beide Methoden.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer Übergangskonsolidierung bei Statusänderungen zusammen und bewertet die Konsequenzen eines solchen Methodenwechsels.
Schlüsselwörter
Konzernabschluss, Kapitalkonsolidierung, Equity-Methode, Vollkonsolidierung, Übergangskonsolidierung, Stufenkonzeption, IFRS, HGB, Tochterunternehmen, assoziiertes Unternehmen, Anteilsveränderung, Statuswechsel, Neubewertungsmethode, Buchwertmethode, Beteiligungserwerb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die komplexen bilanziellen Anforderungen, die entstehen, wenn sich der Status eines an einem Unternehmen beteiligten Unternehmens ändert und damit die Methode zur Kapitalkonsolidierung angepasst werden muss.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die Abgrenzung von Konsolidierungskreisen nach IFRS und HGB, die Techniken der Kapitalkonsolidierung sowie die bilanzielle Behandlung beim Übergang zwischen verschiedenen Einbeziehungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob beim Erwerb weiterer Anteile an einem assoziierten Unternehmen, das dadurch zum Tochterunternehmen wird, zwingend eine Vollkonsolidierung erfolgen muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse geltender Rechnungslegungsstandards (IFRS, HGB) und veranschaulicht die praktische Vorgehensweise durch eine detaillierte Fallstudie (sukzessiver Anteilserwerb).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Konsolidierungskreise, die Erläuterung der Konsolidierungsmethoden und die detaillierte Darstellung des Wechsels der Konsolidierungsmethode inklusive Entflechtungs- und Neubewertungsschritten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Konzernabschluss, Kapitalkonsolidierung, Equity-Methode, Vollkonsolidierung sowie die Übergangskonsolidierung als Kernmechanismus bei Anteilsveränderungen.
Was versteht der Autor unter einer "Übergangskonsolidierung"?
Es handelt sich um alle notwendigen Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, wenn sich aufgrund veränderter Einflussmöglichkeiten der Status eines beteiligten Unternehmens ändert und eine neue Abbildungsform im Konzernabschluss erforderlich wird.
Warum ist beim Wechsel von der Equity-Methode zur Vollkonsolidierung eine Neubewertung erforderlich?
Da die bisherigen Anteile nach einer anderen Methode (Equity) bilanziert wurden, müssen diese vor der erstmaligen Vollkonsolidierung entflochten und nach der neuen Methode neu bewertet werden, um den Firmenwert korrekt zu ermitteln.
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- Anonym (Autor), 2014, Der Wechsel von der Equity-Methode zur Vollkonsolidierung im Konzernabschluss, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307900