Die Ansprüche an moderne Unternehmen und damit auch an deren Mitarbeiter wachsen stetig. Die Globalisierung und der damit verbundene Konkurrenzdruck durch Fernost ist auf dem westlichen Markt deutlich zu erkennen. Beispiele wie Strafzölle für chinesische Solarmodule oder die wachsenden Umsätze des Online-Handels sind unter anderem Belege hierfür.
Jedoch nicht nur durch staatliche Eingriffe wie die oben genannten Strafzölle, sondern auch durch eigene Investitionen sowie die Fähigkeit, sich an den Wandel anzupassen, können Unternehmen sich von der Konkurrenz abgrenzen. Hiermit kann eine langfristige Kundenbindung gewährleistet werden, die starke Umsatzeinbrüche verhindern kann. Dies kann unter anderem durch leistungsorientierte und motivierte Mitarbeiter realisiert werden.
Dabei ist Professionalität in der Personalarbeit gefragt. Ein hohes Maß an Übereinstimmung von Anforderungsprofilen mit den strategischen Unternehmenszielen ist notwendig, um gute Personaldiagnostik sinnvoll umzusetzen. Hierzu integrieren Firmen ein Kompetenzmanagement in ihre Personalarbeit. Dieses Management ist in der Lage, Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeiter zu identifizieren und mögliche Defizite durch Kompetenzaufbau auszugleichen.
Jedoch welchen finanziellen und zeitlichen Aufwand bedeutet dies für ein Unternehmen? Ist überhaupt qualifiziertes Personal zur Umsetzung vorhanden und welche Notwendigkeit besteht, um ein solches Kompetenzmanagement im Unternehmen zu etablieren? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Bericht näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Frage und Themadarstellung
2 Grundlagen
2.1 Begriffsabgrenzung Wissen, Qualifikation, Kompetenz und Performanz
2.2 Definition Kompetenz und Kompetenzmodell
2.3 Arten von Kompetenzmodellen
2.4 Definition wissenschaftliche Sinnhaftigkeit
2.5 Definition Kleinunternehmen
3 Erstellung und Systematik
3.1 System-, Tätigkeits- und Anforderungsanalyse
3.2 CIT Verfahrenssystem zur Messung von Kompetenzen
3.3 KODE Verfahrenssystem zur Messung von Kompetenzen
4 Ziele und Nutzen des Kompetenzmanagements
4.1 Kompetenzmodelle in der Personalarbeit
4.2 Effizienz und Effektivität im wirtschaftlichen Zusammenhang
4.3 Pro und Contra von Kompetenzmodellen
4.4 Das Kompetenzmodell und deren Bedeutung für die Zukunft
5 Wirtschaftliche Sinnhaftigkeit von Kompetenzmodellen in Kleinunternehmen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit und die praktische Einbindung von Kompetenzmodellen im Kontext des Personalmanagements, mit einem besonderen Fokus auf die zukünftige Relevanz und Umsetzbarkeit in Kleinunternehmen.
- Grundlagen und Definitionen zu Wissen, Qualifikation und Kompetenz
- Methodische Ansätze zur Erstellung und Messung von Kompetenzprofilen (CIT und KODE)
- Analyse des Nutzens von Kompetenzmodellen für die Personalarbeit
- Ökonomische Betrachtung: Effizienz vs. Effektivität in der Personalentwicklung
- Herausforderungen und Chancen für Kleinunternehmen bei der Einführung von Kompetenzmanagement
Auszug aus dem Buch
3.3 KODE Verfahrenssystem zur Messung von Kompetenzen
Das Kode-Verfahren dient zur Messung von Kompetenzausprägungen durch eine objektive Einschätzung und basiert auf den empirischen und theoretischen Arbeiten von Erpenbeck, Heyse und Max. Kode ist die Abkürzung von Kompetenz-Diagnostik und Entwicklung und knüpft methodologisch an klassische Satzergänzungs- und Multiple-Choice-Verfahren an. Neben den Fremd- und Selbsteinschätzungsfragebögen und das Auswertungsraster, stellt der KODE einen Interpretationskatalog zur Verfügung. Dieser beinhaltet Vorschläge zur Kompetenzförderung, Kompetenzverteilungen und Trainingsmaßnahmen. Dieses System ist das erste welches die vier Grundkompetenzen, personale Kompetenz, Handlungskompetenz, fachlich-methodische sowie die sozial-kommunikative Kompetenz aufgreift. Der Kode ist ein sehr junges Messverfahren welches 1998 zum ersten Mal in Deutschland verwendet wurde, deshalb empfiehlt es sich dieses unter anderem anzuwenden, da es auf dem neusten Managementtheorien von Erpenbeck und Heyse stützt. Die Kompetenzen werden intensiv und zentral gemessen und die Objektivität durch den Interpretationskatalog gewährleistet. Typische Einsatzgebiete des Kode-Systems sind in der Erstellung einer Anforderungsanalyse, Potenzialanalyse und in der Personalarbeit (Heyse et al., 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Frage und Themadarstellung: Einführung in die Relevanz von Kompetenzmodellen angesichts wachsender globaler Konkurrenz und die Fragestellung nach deren Sinnhaftigkeit in Kleinunternehmen.
2 Grundlagen: Theoretische Abgrenzung der zentralen Begriffe Wissen, Qualifikation, Kompetenz und Performanz sowie Definition der Rahmenbedingungen für Kleinunternehmen.
3 Erstellung und Systematik: Erläuterung des systematischen Prozesses zur Erstellung von Kompetenzmodellen und Vorstellung der Messverfahren CIT sowie KODE.
4 Ziele und Nutzen des Kompetenzmanagements: Analyse der Einsatzmöglichkeiten von Kompetenzmodellen in der Personalpraxis, inklusive einer wirtschaftlichen Bewertung von Effizienz und Effektivität sowie einer Pro-und-Contra-Diskussion.
5 Wirtschaftliche Sinnhaftigkeit von Kompetenzmodellen in Kleinunternehmen: Kritische Auseinandersetzung mit der Übertragbarkeit und den Hemmfaktoren beim Einsatz von Kompetenzmanagement in kleineren Organisationen.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Kompetenzmodelle trotz des hohen Ressourcenaufwands einen notwendigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit leisten können.
Schlüsselwörter
Kompetenzmanagement, Kompetenzmodell, Kleinunternehmen, Personalentwicklung, Personaldiagnostik, KODE-Verfahren, CIT-Verfahren, Personalauswahl, Effizienz, Effektivität, Humankapital, Wettbewerbsfähigkeit, Qualifikation, Strategische Personalplanung, Unternehmensziele
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und inwieweit Kompetenzmodelle zur Steigerung der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit und Professionalität im Personalwesen beitragen und welchen Stellenwert sie insbesondere für Kleinunternehmen einnehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Kompetenzstrukturen, den methodischen Ansätzen zur Kompetenzmessung und der ökonomischen Evaluierung von Kompetenzmanagementsystemen in verschiedenen Unternehmensgrößen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob sich ein umfangreiches Kompetenzmanagement für Kleinunternehmen als sinnvoll und praktikabel erweist, um dem wachsenden globalen Wettbewerbsdruck zu begegnen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden vorgestellt?
Der Fokus liegt auf dem „Critical Incident Technique“ (CIT) Verfahren zur Anforderungsanalyse und dem KODE-Verfahren (Kompetenz-Diagnostik und Entwicklung) zur objektiven Messung von Kompetenzausprägungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert den systematischen Erstellungsprozess von Kompetenzprofilen, vergleicht Nutzen und Herausforderungen und diskutiert die Differenzen zwischen großen Konzernen und Kleinunternehmen bezüglich der Implementierung solcher Systeme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kompetenzmanagement, Kleinunternehmen, Personalentwicklung, KODE-Verfahren, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.
Wie unterscheidet sich das KODE-Verfahren von anderen Methoden?
Das KODE-Verfahren zeichnet sich durch eine objektive Messung mittels Interpretationskatalog aus und stützt sich explizit auf vier Grundkompetenzklassen, um sowohl diagnostische als auch entwicklungsbezogene Impulse zu geben.
Welche Rolle spielt die „wissenschaftliche Sinnhaftigkeit“ in der Arbeit?
Die Sinnhaftigkeit wird durch die Konzepte Effizienz („die Dinge richtig tun“) und Effektivität („die richtigen Dinge tun“) definiert, um zu prüfen, ob der hohe Aufwand für ein Kompetenzmodell einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen rechtfertigt.
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- Jana Harich (Author), Stephanie Wulf (Author), 2015, Wirtschaftliche Bedeutung von Kompetenzmodellen für Kleinunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307993