Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten. Verbesserungspotential der Bildung im Kleinkindalter


Hausarbeit, 2015
11 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Definition Qualitätsmanagement

3.Wer profitiert von Qualitätsmanagement

4.Wie wird QM etabliert?

5.Welche Auswirkungen hat QM auf die praktische Arbeit

6.Fazit

7.Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Mit dem PISA-Schock im Jahre 2000 wurde dem Begriff der Bildung eine deutlich höhere Gewichtung zugesprochen. Besonders die Bildung im Kleinkindesalter erfuhr einen großen Aufschwung. Ein besonderes Augenmerk wurde hier auf die Bildung im Elementarbereich geworfen, denn hier sah man großes Verbesserungspotenzial, was sich letztlich stark auf die Anforderungen an die Kindertagesstätten und die dort arbeitenden pädagogische Fachkräfte ausgewirkt hat. Die Betreuung alleine genügt der Gesellschaft nicht mehr, die Forderung nach gezielter Bildung in den Kindertagestätten wurde groß.

Dieses Ereignis hat selbst im Jahre 2015, 15 Jahre nach dem „erschreckenden“ Ergebnis nicht an Bedeutung verloren. Um dies zu gewährleisten und auch transparent darzulegen wurden diverse Änderungen in den Kindertagesstätten seitens der Fachkräfte und Träger vorgenommen.

Das sogenannte „Qualitätsmanagement“ gewann stark an Bedeutung, denn diese Arbeitsmethode ist scheinbar eine gute Möglichkeit, zu gewährleisten, dass die Kindertagesstätte sich an den Anforderungen der Gesellschaft orientiert und dies auch nach außen hin transportieren und belegen kann, denn das werten der sozialen pädagogischen Dienstleistung ist bis heute noch relativ schwierig und subjektiv orientiert. Das Qualitätsmanagement gibt jedoch einige überprüfbare Merkmale vor und ermöglicht so ein objektiveres Bewerten der pädagogischen Arbeit.

Doch ist Qualitätsmanagement (im Folgenden als QM abgekürzt) tatsächlich eine gute Methode, um die Pädagogische Arbeit transparent nach außen hin zu präsentieren und welche Auswirkungen hat die Einführung von QM auf die Pädagogische Praxis in Kindertagesstätten? Und wer profitiert von Nutzung von QM? Diese Fragen sollen in der Folgenden Ausarbeitung beantwortet werden.

2. Definition Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement ist kein eigens für die Pädagogik erfundener Begriff. Der Begriff „Qualität“ wurde bereits vor über 2800 Jahren von Aristoteles verwendet (vgl. Amerein 2011, S. 10). „Qualis“ stammt aus dem lateinischen und bedeutet übersetzt „beschaffen“. Es geht demnach bei dem Begriff „Qualität“ immer um eine Art von Beschaffenheit, es wird also immer auf eine gute Beschaffenheit geachtet. Die Definition von Qualität wird von Amerein wie folgt beschrieben:

„Qualität meint die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes, im sozialpädagogischen Bereich einer Dienstleistung, die dergestalt angelegt sein müssen, dass sie Aspekte, welche bereits im Voraus festgelegt oder gegeben sind, erfüllen müssen“ (Amerein 2011, S. 10).

Der Begriff „Qualitätsmanagement“ existiert bereits seit dem 19. Jahrhundert und wurde zur damaligen Zeit meist in der Autoindustrie, genauer bei der Herstellung von Fahrzeugen, verwendet. Im Bereich der Elementarpädagogik gab es laut Amerein 1951 den ersten Bedeutenden Meilenstein mit dem „Deming Industrie-Qualitätspreis“, welcher in Japan verliehen wurde. Weitere Meilensteine sind unter anderem das erste deutsche Kindergartengesetz, welches 1971 von NRW verabschiedet wurde und das erste Kinderund Jugendhilfegesetz (KJHG) 1990 (vgl. Amerein 2011, S. 17).

Qualitätsmanagement dient dem Zweck, die Qualitätsziele, welche durch gemeinsam vereinbarte Maßnahmen erreicht werden sollen und die daraus resultierenden gemeinsamen Verantwortungen festzulegen.

„Diese Ziele sollen durch Mittel wie Qualitätsplanung, Qualitätsentwicklung, Qualitätslenkung (sich nach dem gemeinsam Festgelegten richten), Qualitätssicherung, QM-Darlegung (Dokumentation, Verfahrensanweisungen) und Qualitätsverbesserung verwirklicht werden“ (Amerein 2011, S. 18).

Qualitätsmanagement ist somit ein Oberbegriff für viele Verschiedene Methoden, mit dessen Hilfe gemeinsam festgelegte Ziele festgelegt und erreicht werden sollen. Es soll mit den Vorhandenen Ressourcen und gegebenen Rahmenbedingungen ein möglichst hohes „Outcome“ erzielt werden. Demnach gibt es nicht „das“ Qualitätsmanagement, sondern lediglich ein breites Spektrum an Möglichkeiten, ein eigenes, individuell an die Einrichtung angepasstes QM aufzubauen und zu etablieren (vgl. Bloweski et al. 2012, S. 9)

3. Wer profitiert von Qualitätsmanagement?

Qualitätsmanagement ist ein weit umfassender Begriff. Es geht im Grunde darum, das Potential der individuellen Einrichtung möglichst maximal auszuschöpfen, Schwächen und Nachteile wie z.B. in den vorgegebenen Rahmenbedingungen auszugleichen und individuelle Stärken möglichst auszunutzen, um das Bestmögliche zu erzielen. Es geht zum einen um die vorgegebenen Strukturen und Rahmenbedingungen (Personalschlüssel, Raum, Inventar, Budget, Betreuungszeiten etc.) aber auch um die individuellen Eigenschaften (Interessen und Talente der Fachkräfte, Herkunft der Kinder und Fachkräfte, Konzeption etc.). Durch das gemeinsame Festlegen von Zielen und Anforderungen mit Träger, Einrichtung, Eltern und Gesellschaft wird beschlossen, in welche Richtung die Pädagogische Arbeit zielen sollte.

Anschließend sollte dann geschaut werden, wie dies bestmöglich zu erzielen ist, wer ggf. Erfahrungen oder Talente bzw. Stärken mit sich trägt, wer für welche Aufgabenbereiche besonders qualifiziert und engagiert ist und wie im Anschluss zu reflektieren ist, um eine Optimierung zu gewährleisten, denn Qualitätsmanagement bzw. Qualitätsentwicklung ist immer auch „Rechenschaft über die bisher geleistete Arbeit“ (Groot-Wilken 2012, S. 9). Bolewski et al. fassen dies verständlich und vereinfacht wie folgt zusammen: „Die Anforderungen der Kunden werden ermittelt, und die Prozesse, die zur Erfüllung der Anforderungen erforderlich sind, werden geplant, durchgeführt, bewertet und ggf. verbessert.“ (Bolewski et al. 2012, S. 10).

Die Frage, wer letztlich von der Etablierung von QM profitiert, beinhaltet die Frage, nach dem Kunden. QM zielt darauf ab, die Qualität der Prozesse zu steigern, im Sinne der Einrichtung und des Kunden.

Doch wer ist der Kunde der sozialen Dienstleistungen in Kindertagesstätten? Für den Bereich „Kita“ gibt es dort keine direkte Antwort, denn dort stoßen unterschiedliche Interessengruppen aufeinander. Hierzu zählen die Kinder, die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, die Gesellschaft, die Politik und der Träger. Die MitarbeiterInnen in Kitas müssen entscheiden, welchem dieser „Kunden“ die größte Relevanz eingeräumt wird (vgl. Bolewski et al. 2012, S. 11). Um nun zu beantworten, wer nun letztlich von QM profitiert, gilt es zu klären, welche Vorteile QM mit sich bringt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten. Verbesserungspotential der Bildung im Kleinkindalter
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V308048
ISBN (eBook)
9783668067936
ISBN (Buch)
9783668067943
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hausarbeit aus dem 6. Semester
Schlagworte
QM, Qualitätsmanagement, Kindertagesstätte, Kita, Evaluation
Arbeit zitieren
Raphael Schicktanz (Autor), 2015, Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten. Verbesserungspotential der Bildung im Kleinkindalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308048

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