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Die Odyssee des (Drehbuch-) Schreibens. Die ewig gleiche Reise des Helden

Christopher Vogelers "Odyssee des Drehbuchschreibens" angewandt auf die "Tyrannenmörder" Karl Childers und Friedrich Schillers "Wilhelm Tell"

Title: Die Odyssee des (Drehbuch-) Schreibens. Die ewig gleiche Reise des Helden

Seminar Paper , 2004 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniela Nagel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Thema dieser Hausarbeit ist die Frage, ob es ein universelles Muster für den Weg des Protagonisten gibt, nach dem gelungene Geschichten funktionieren. Dabei werde ich mich an Christopher Vogelers Buch “Die Odyssee des Drehbuchschreibens”, das diese These vertritt, halten und sie an Hand von zwei Werken überprüfen.
Vogeler geht davon aus, dieses universelle Muster gefunden zu haben, das sich daraus ergibt, dass der gelungene Held einer Geschichte sowohl in den überlieferten Mythen als auch in modernen Geschichten immer dieselben Entwicklungsschritte durchmachen muss. Da dieses Muster sich auch in der realen Welt wiederhole, gelinge so auch eine stärkere Identifikation mit dem Helden. Vogeler stützt sich bei seiner These auf den Mythenforscher Joseph Campbell, der die großen Religionen, Märchen, Mythen und Bräuche auf ihre Gemeinsamkeiten hin untersucht hat.
Wenn Vogeler Recht hat, muss seine Theorie sich auch auf die großen Werke der Literatur beziehen lassen können, deshalb soll seine These auch an einem Klassiker der Dramenliteratur, Schillers “Wilhelm Tell“, überprüft werden. Gleichzeitig werde ich “Sling Blade” von Billy Bob Thornton, ein modernes Drehbuch, auf Vogelers These hin untersuchen, um den Vergleich abzurunden.
Beide Beispiele behandeln das Motiv des Tyrannenmordes. Auch die Verschiedenheit der Gattungen ist nur vordergründig, wenn man dem Lesen den Vorrang vor der Inszenierung gibt.
Zunächst gehe ich deshalb in einem Exkurs über die Verwandtschaft von Drehbuch und Drama sowie gesondert auf die Poetik ein, da sich seine Anforderungen an die Tragödie zum größten Teil auch auf Drehbücher übertragen lassen. Daraufhin interpretiere ich die einzelnen Szenen der beiden Werke im Hinblick auf die Übereinstimmung mit den jeweiligen Etappen der Reise des Helden nach Vogeler. Dabei geht es nicht um eine vollständige Interpretation, sondern darum, herauszufinden, inwieweit Vogelers Theorie auf zwei scheinbar völlig weit auseinanderliegende Werke zutrifft. Dabei werde ich mich auf das “Zweite(s) Buch: Die Etappen der Reise” konzentrieren und untersuchen, inwieweit Karl Childers und Wilhelm Tell den “Weg des Helden“ vollziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Exkurs: Die Verwandtschaft von Drehbuch und Drama

2.1 Die „Poetik“ des Aristoteles im Bezug auf die Gattung Drehbuch

3. Voglers „Odyssee des Drehbuchschreibens“ und Campbells „Der Heros in tausend Gestalten“- Die Theorie von der ewig gleichen Wiederkehr derselben Geschichten

4. Überprüfung der Thesen der „Odyssee des Drehbuchschreibens“ an Hand Billy Bob Thorntons „Sling Blade“ und Schillers „Wilhelm Tell“

4.1 Synopsis „Wilhelm Tell“

4.2 Synopsis „Sling Blade“

4.3 Die Etappen der Reise

4.3.1 Erste Etappe: Die gewöhnliche Welt

4.3.2 Zweite Etappe: Die Berufung

4.3.3 Dritte Etappe: Weigerung

4.3.4 Vierte Etappe: Begegnung mit dem Mentor

4.3.5 Fünfte Etappe: Überschreiten der ersten Schwelle

4.3.6 Sechste Etappe: Proben, Verbündete, Feinde

4.3.7 Siebte Etappe: Annäherung an die geheimste Höhle

4.3.8 Achte Etappe: Die äußerste Prüfung

4.3.9 Neunte Etappe: Die Belohnung

4.3.10 Zehnte Etappe: Der Rückweg

4.3.11 Elfte Etappe: Die Auferstehung

4.3.12 Zwölfte Etappe: Rückkehr mit dem Elixier

5. Ergebnis des Vergleichs und Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das von Christopher Vogeler postulierte universelle Muster der „Reise des Helden“ – basierend auf Joseph Campbells Mythenforschung – auf moderne Drehbücher sowie klassische Dramen anwendbar ist und wie Protagonisten dieses Muster durchlaufen.

  • Analyse der „Reise des Helden“ nach Vogeler und Campbell.
  • Vergleich zwischen Schillers „Wilhelm Tell“ und Thorntons „Sling Blade“.
  • Untersuchung des Motivs des Tyrannenmordes als treibendes Element.
  • Überprüfung formaler Parallelen zwischen Drehbuch und klassischem Drama.
  • Evaluation des Erkenntniswerts von Mustern für die literaturwissenschaftliche Analyse.

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Erste Etappe: Die gewöhnliche Welt

Unter gewöhnlicher Welt versteht Vogeler die Welt, in der sich der Held vor der Veränderung, um die sich die Geschichte dreht, befindet. Es ist sozusagen sein Ursprungsort, aus dem er ausbrechen muss, um Neuland zu erobern. Dabei muss es sich nicht um geographisches Neuland handeln, vielmehr kann sich der Ausbruch aus der gewöhnlichen Welt auch im sozialen oder emotionalen Bereich abspielen. Natürlich besitzt die erste Etappe auch bei Vogeler die klassischen Aufgaben der Exposition, wie die Informationen über die Vorgeschichte. Vor allem muss die Exposition den Leser fesseln und ein spannendes Abenteuer in Aussicht stellen.

Teil der gewöhnlichen Welt, die in der Exposition von „Wilhelm Tell“ dargestellt wird, ist die Unterdrückung der Schweizer durch Österreich, besser durch den Landvogt Geßler, der das Volk mit Brutalität und Missachtung der Menschenwürde behandelt. Tell wird in der ersten Szene meisterhaft charakterisiert, auch wenn er kaum anwesend ist (Roudi über Tell: „Es gibt nicht zwei, wie der ist, im Gebirge.“). Dies geschieht vor allem im Kontrast zu den anderen Figuren und ihrer Reaktion auf das Erscheinens Baumgartens, der sich in höchster Not befindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage, ob ein universelles Heldenmuster existiert, und Vorstellung der zu untersuchenden Werke.

2. Exkurs: Die Verwandtschaft von Drehbuch und Drama: Darlegung der literarischen Vergleichbarkeit von Drehbuch und Drama sowie Einbezug der aristotelischen Poetik.

3. Voglers „Odyssee des Drehbuchschreibens“ und Campbells „Der Heros in tausend Gestalten“- Die Theorie von der ewig gleichen Wiederkehr derselben Geschichten: Erläuterung der theoretischen Grundlagen des Heldenmythos und dessen psychologischer Bedeutung.

4. Überprüfung der Thesen der „Odyssee des Drehbuchschreibens“ an Hand Billy Bob Thorntons „Sling Blade“ und Schillers „Wilhelm Tell“: Hauptteil der Arbeit, in dem beide Werke anhand der zwölf Etappen auf ihre strukturelle Übereinstimmung mit Vogelers Modell geprüft werden.

5. Ergebnis des Vergleichs und Schlusswort: Fazit über die Validität von Vogelers Modell als Interpretationsansatz und kritische Reflexion der Anwendbarkeit.

Schlüsselwörter

Reise des Helden, Christopher Vogeler, Joseph Campbell, Wilhelm Tell, Sling Blade, Tyrannenmord, Dramentheorie, Drehbuch, Mythenforschung, Protagonist, Heldenmuster, literarische Analyse, Aristoteles, Handlungsverlauf, literarische Gattungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das universelle Muster der „Reise des Helden“, wie es Christopher Vogeler für Drehbücher definiert hat, auch auf klassische literarische Werke wie Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ anwendbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Heldenmythos, die strukturelle Verwandtschaft zwischen Film und Drama sowie das Motiv des Tyrannenmordes als Katalysator für die Entwicklung des Helden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Vogelers Theorie auf zwei Werke angewendet werden kann, die sich gattungsgeschichtlich und zeitlich stark voneinander unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine komparative Literaturanalyse durchgeführt, die Vogelers Etappenmodell auf die Szenenabfolge und Charakterentwicklung von „Wilhelm Tell“ und „Sling Blade“ projiziert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Synopse der beiden Werke und die schrittweise Interpretation der zwölf Etappen nach Vogeler, von der gewöhnlichen Welt bis zur Rückkehr mit dem Elixier.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem „Reise des Helden“, „Tyrannenmord“, „Heldenmuster“, „Dramentheorie“ und der Vergleich zwischen Schillers Klassik und modernen Drehbüchern.

Inwiefern beeinflusst der Faktor Zeit den Vergleich zwischen Schiller und Thornton?

Die Autorin argumentiert, dass trotz der zwei Jahrhunderte Differenz das universelle Muster des Helden durch das Motiv des Tyrannenmordes eine überzeitliche Verbindung zwischen dem klassischen Drama und dem modernen Drehbuch herstellt.

Warum fungiert das Gefängnis in „Sling Blade“ als Schlüsselort für das Modell?

Das Gefängnis repräsentiert die „gewöhnliche Welt“ des Protagonisten Karl Childers, aus der er ausbrechen muss, um seine Wandlung zu vollziehen, was exakt dem Aufbau von Vogelers Reise-Modell entspricht.

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Details

Title
Die Odyssee des (Drehbuch-) Schreibens. Die ewig gleiche Reise des Helden
Subtitle
Christopher Vogelers "Odyssee des Drehbuchschreibens" angewandt auf die "Tyrannenmörder" Karl Childers und Friedrich Schillers "Wilhelm Tell"
College
University of Hagen  (Institut für Neuere Deutsche Literatur)
Course
Fiktion, Mimesis, Mythos, Poesie. Grundbegriffe und Grundfragen der Literaturwissenschaft
Grade
1,3
Author
Daniela Nagel (Author)
Publication Year
2004
Pages
36
Catalog Number
V30806
ISBN (eBook)
9783638319904
ISBN (Book)
9783638650670
Language
German
Tags
Odyssee Schreibens Reise Helden Fiktion Mimesis Mythos Poesie Grundbegriffe Grundfragen Literaturwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Nagel (Author), 2004, Die Odyssee des (Drehbuch-) Schreibens. Die ewig gleiche Reise des Helden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30806
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