Steigert Lob die Leistungsfähigkeit in Unternehmen? Auswirkungen auf Produktivität und Krankheitsaufkommen bei Mitarbeitern


Hausarbeit, 2015

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. Methode

3. Ergebnisse

4. Diskussion

Literaturverzeichnis

5. Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 3.1: Lage und Streumaße Bereich Nord unter Einsatz von Lob als Verstärker

Abbildung 3.2: Lage und Streumaße Bereich Süd ohne Einsatz von Lob als Verstärker

Abbildung 3.3: Verteilung Krankmeldungen Bereich Nord und Süd

Abbildung 3.4: Verteilung Vertragsabschlüsse Bereich Nord und Süd

Abbildung 3.5: Daten deskriptiver Statistik Anzahl der Vertragsabschlüsse

Abbildung 3.6: Kontingenztabelle Krankmeldungen (beobachtet)

Abbildung 3.7: Berechnung Wahrscheinlichkeit für a von N unter b

Abbildung 3.8: Kontingenztabelle Krankmeldungen (verschoben)

Abbildung 3.9: Berechnung zweiter p-Wert und Ergebniswert p

Abbildung 3.10: Rangordnung Mann-Whitney (U-) Test / Berechnung u-Wert

Abstract

Die folgende Hausarbeit befasst sich damit, ob Lob, als positiver Verstärker bei Mitarbeitern, Auswirkungen auf die Anzahl der Vertragsabschlüsse und die Krankheitsausfälle hat. Untersucht wird der Vertrieb eines Beispielunternehmens. Zurzeit kommt es in diesem Unternehmen vermehrt zu Kundenreklamationen bezgl. überdurchschnittlich langer Wartezeiten in der Servicehotline

Um diesem Problem entgegenzutreten wird eine empirische Erhebung durchgeführt, die zeigen soll, ob Lob eine positive Wirkung auf den Krankenstand und die Anzahl der Vertragsabschlüsse hat. Der Vertrieb wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Führungskräfte der Testgruppe (Bereich Nord (1) / Gruppe B) und der Kontrollgruppe (Bereich Süd (0)/ Gruppe A) erhalten unterschiedliche Instruktionen. Während die Führungskraft der Gruppe A keine genauen Instruktionen erhält, soll die Führungskraft der Gruppe B die Mitarbeiter immer dann umgehend loben, wenn diese unverzüglich eingehenden Gespräche der Servicehotline annehmen. Die aus dem Test resultierenden Rohdaten der beiden Gruppen, d.h. die aktuelle Anzahl der Vertragsabschlüsse, sowie die Krankmeldungen, werden miteinander verglichen, ausgewertet und graphisch aufbereitet.

Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Loben als positiven Verstärker und dem sinkenden Krankenstand gibt. Auch hat Lob Auswirkungen auf die Anzahl der Vertragsabschlüsse. Hier kann ebenfalls signifikanter Zusammenhang benannt werden.

1. Einführung

Das Lob, oder in der Psychologie auch als positiver Verstärker bezeichnet entstammt aus den behavioristischen Lerntheorien und wurde im Zuge dieser genauer erforscht. Der Begriff Verstärker wurde erstmals durch den Wissenschaftler Edward L. Thorndike (1874–1949) definiert. Dieser beschreibt in seinem sogenannten law of effect, dass bestimmte Verhalten die unangenehmen Konsequenzen haben, seltener gezeigt werden als Verhalten, die positive Folgen nach sich ziehen (vgl. Myers, 2014,S.300). Diese Erkenntnisse nahm der amerikanische Psychologe Burrhus Frederic Skinner auf und konnte mit verschiedenen Untersuchungen und Tests zeigen, dass durch das gezielte Einsetzen von Verstärkern bestimmte Reiz-Reaktion-Muster erlernt werden können , in der Psychologie weiterführend auch bezeichnet als operante Konditionierung (vgl. Myers, 2014, S.300 ff.). Desweiteren zeigten seine Forschungen, dass neben positiven Verstärkern wie Lob, auch negative Verstärker wie Bestrafung, das gewünschte Verhalten von Individuen beeinflussen (vgl. Myers, 2014, 302 f.)

Diverse Forschungen der vergangenen Jahre haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt, ob Lob eine Möglichkeit ist, als positiver Verstärker in Unternehmen eingesetzt werden zu können. Die grundsätzliche Erkenntnis aus diesen Forschungen ist, dass leistungsmotivierte Menschen zusätzlich durch konkretes Lob zu Höchstperformance motiviert werden können (vgl. Aron-Weidlich, 2012, S.74f.).

In der folgenden Hausarbeit wird Untersucht, ob und in welchem Maße der Einsatz von Lob in einem Unternehmen einen positiven Einfluss auf die Variablen Krankenstand und Anzahl der Vertragsabschlüsse hat. Hierzu werden folgende Hypothesen formuliert:

Nullhypothese:

Der Einsatz von Lob durch die Vorgesetzten hat keinen Effekt auf die Krankmeldungen und die Anzahl der Vertragsabschlüsse der Mitarbeiter in Bereich Nord (1).

Alternativhypothese:

Der Einsatz von Lob durch die Führungskraft hat einen positiven Effekt auf die Krankmeldungen der Mitarbeiter und die Anzahl der Vertragsabschlüsse der Mitarbeiter in Bereich Nord (1).

Bei den vorliegenden Hypothesen handelt es sich um sogenannte Unterschiedshypothesen. Sie beziehen sich auf einen Unterschied zwischen zwei Gruppen bzw. Stichproben. Dieser Unterschied lässt sich durch den Mittelwert darstellen.

2. Methode

Die folgende empirische Untersuchung kann als eine unabhängige Messung bezeichnet werden. In jeder Testgruppe wird eine eigene Stichprobe erhoben. Gleichzeitig liegt das sogenannte Between-subjects-design vor, bei dem die Teilnehmer einer Untersuchung in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Diese Gruppen und die daraus resultierenden Stichproben sind aufgrund der gleichen Abteilungsgrößen, ähnlicher Umsätze sowie ein ähnliches Niveau von Vertragsabschlüssen, gut miteinander vergleichbar.

Das vorliegende Beispielunternehmen hatte in der Vergangenheit mit einem Anstieg der Kundenreklamationen zu kämpfen. Immer wieder beschwerten sich Kunden, die lange Zeit in der Warteschleife der Hotline des Unternehmens warten mussten, bis sie von einem Mitarbeiter beraten wurden. Gleichzeitig verzeichnete das letzte Quartal eine Zunahme an Krankmeldungen der Mitarbeiter und einen signifikanten Rückgang der Vertragsabschlüsse.

Im Zuge der empirischen Untersuchung wurden die Führungskräfte des Bereichs Nord der Gruppe B instruiert, ihre Mitarbeiter immer dann zu loben, wenn diese unverzüglich Gespräche in der Hotline annahmen. Die Führungskräfte der Gruppe A des Bereichs Süd hingegen erhielten diese Instruktionen nicht. Im Zuge dieser empirischen Untersuchung wurde ein Intervall von einem Monat bestimmt. Im Anschluss wurden die Anzahl der Krankmeldungen und die Anzahl der Vertragsabschlüsse aus den jeweiligen Bereichen geprüft.

Die erhobenen Rohdaten wurden in eine Excel-Tabelle überführt. Hier wurde eine sogenannte Datenmatrix erzeugt, in der neben dem jeweiligen Bereich Nord (1) oder Süd (0), jedes Item eine Spalte und jeder Versuchsteilnehmer eine Zeile erhalten hat.

Für jede Variable wurde dann, um einen Index zu erhalten, der Mittelwert ermittelt. Basierend dieses Mittelwertes wurden im Anschluss Lage- und Streumaße bestimmt, sowie der Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Lob und der erwarteten steigenden Anzahl von Vertragsabschlüssen und zwischen dem Einsatz von Lob und dem erwarteten sinkenden Aufkommen von Krankmeldungen. Um die Ergebnisse zu verdeutlichen wurden diese grafisch dargestellt.

Die empirische Untersuchung basiert auf den folgenden konkreten Hypothesen:

Nullhypothesen:

Der Einsatz von Lob durch die Vorgesetzten hat keinen positiven Effekt auf die Krankmeldungen der Mitarbeiter in Bereich Nord.

Der Einsatz von Lob durch die Vorgesetzten hat keinen positiven Effekt auf die Anzahl der Vertragsabschlüsse der Mitarbeiter in Bereich Nord.

Alternativhypothesen:

Der Einsatz von Lob durch die Vorgesetzten hat einen positiven Effekt auf die Krankmeldungen der Mitarbeiter in Bereich Nord.

Der Einsatz von Lob durch die Vorgesetzten hat einen positiven Effekt auf die Anzahl der Vertragsabschlüsse der Mitarbeiter in Bereich Nord.

Bei Bestätigung der Alternativhypothesen ist von einem signifikanten Zusammenhang auszugehen. Lassen sich die Alternativhypothesen allerdings nicht bestätigen, muss die Nullhypothese angenommen werden, was bedeuten würde, dass es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen den dargestellten Sachverhalten gibt.

3. Ergebnisse

Die erhobenen Datensätze wurden entsprechend der zwei Gruppen Bereich Nord (1) und Bereich Süd (2) aufgeteilt, sodass jeweils 10 Datensätze pro Gruppe vorliegen. Bei jedem Versuchsteilnehmer wurden, bezüglich der Anzahl der Vertragsabschlüsse, pro Variable der Mittelwert, der Median, die Standardabweichung und die Varianz errechnet.

Aufgrund der vorliegenden Nominalskalierung der Krankmeldungen wurde sich auf die Berechnung des Modus beschränkt. Die „1“ gibt lediglich an, dass mindestens eine Krankmeldung vorliegt. Welcher genaue Wert hinter dieser Angabe zu erwarten ist, lässt sich nicht klären.

Es ergeben sich folgende Ergebnisse zu den Lage- und Streumaßen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.1: Lage und Streumaße Bereich Nord unter Einsatz von Lob als Verstärker

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.2: Lage und Streumaße Bereich Süd ohne Einsatz von Lob als Verstärker

Die Daten zeigen, dass die beiden Stichproben einen unterschiedlichen Modus aufweisen. Die Modalwerte unterscheiden sich.

Der Mittelwert bzgl. der Vertragsabschlüsse lässt weder im Bereich Süd (0) noch im Bereich Nord (1) Ausreißer vermuten.

Differenz vom Mittelwert zum Median im Bereich Nord (1) : 0,1.

Differenz vom Mittelwert zum Median im Bereich Süd (0) :0,9.

Beide Mittelwerte weichen kaum vom Median ab.

Die Differenz der Standardabweichungen bzgl. der Vertragsabschlüsse beträgt 1,31 und auch die Mittelwerte weichen um 2,5 voneinander ab, was auf eine leicht erhöhte Streuung der Werte der Stichproben hinweist.

Folgend sind die Häufigkeitsverteilungen der Krankmeldungen und die der Anzahl an Vertragsabschlüssen in den Bereichen Nord (1) und Süd (0) grafisch dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.3: Verteilung Krankmeldungen Bereich Nord und Süd

Abbildung 3.3 verdeutlicht, wie bereits aus der tabellarischen Aufstellung zu entnehmen, dass eine höhere Krankheitsrate im Bereich Süd vorherrscht. Es bleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass in diesem Bereich nicht gelobt wurde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.4: Verteilung Vertragsabschlüsse Bereich Nord und Süd

Die Häufigkeitsverteilungen in Abbildung 3.4 bezüglich der Vertragsabschlüsse in Bereich Nord (1) und Bereich Süd (0) zeigen auf, dass die Werte variieren.

Zur unverzerrten Darstellung der Rohwerte wurde folgend ein Boxplot-Diagramm erstellt:

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Steigert Lob die Leistungsfähigkeit in Unternehmen? Auswirkungen auf Produktivität und Krankheitsaufkommen bei Mitarbeitern
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V308336
ISBN (eBook)
9783668069497
ISBN (Buch)
9783668069503
Dateigröße
705 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
positive Verstärkung, Lob, Krankheitsausfälle, Vertragsabschlüsse, Auswirkungen
Arbeit zitieren
Daniel Radünz (Autor), 2015, Steigert Lob die Leistungsfähigkeit in Unternehmen? Auswirkungen auf Produktivität und Krankheitsaufkommen bei Mitarbeitern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308336

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