Die folgende Hausarbeit befasst sich damit, ob Lob, als positiver Verstärker bei Mitarbeitern, Auswirkungen auf die Anzahl der Vertragsabschlüsse und die Krankheitsausfälle hat. Untersucht wird der Vertrieb eines Beispielunternehmens. Zurzeit kommt es in diesem Unternehmen vermehrt zu Kundenreklamationen bzgl. überdurchschnittlich langer Wartezeiten in der Servicehotline.
Um diesem Problem entgegenzutreten wird eine empirische Erhebung durchgeführt, die zeigen soll, ob Lob eine positive Wirkung auf den Krankenstand und die Anzahl der Vertragsabschlüsse hat. Der Vertrieb wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Führungskräfte der Testgruppe (Bereich Nord (1) / Gruppe B) und der Kontrollgruppe (Bereich Süd (0)/ Gruppe A) erhalten unterschiedliche Instruktionen. Während die Führungskraft der Gruppe A keine genauen Instruktionen erhält, soll die Führungskraft der Gruppe B die Mitarbeiter immer dann umgehend loben, wenn diese unverzüglich eingehenden Gespräche der Servicehotline annehmen. Die aus dem Test resultierenden Rohdaten der beiden Gruppen, d.h. die aktuelle Anzahl der Vertragsabschlüsse, sowie die Krankmeldungen, werden miteinander verglichen, ausgewertet und graphisch aufbereitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Methode
3. Ergebnisse
4. Diskussion
5. Anhang
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Lob als positivem Verstärker auf die Leistungsindikatoren und den Krankenstand in einem Vertriebsunternehmen, um Möglichkeiten zur Steigerung der Mitarbeitermotivation und -bindung zu identifizieren.
- Wirkungsweise von Lob als positiver Verstärker gemäß behavioristischer Lerntheorien.
- Empirische Analyse des Zusammenhangs zwischen Lob und Krankenstand.
- Untersuchung des Einflusses von Lob auf die Anzahl der Vertragsabschlüsse.
- Vergleichende Untersuchung zwischen einer Testgruppe (mit Lob) und einer Kontrollgruppe (ohne Lob).
- Evaluierung von Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation zur Steigerung der Unternehmensleistung.
Auszug aus dem Buch
1. Einführung
Das Lob, oder in der Psychologie auch als positiver Verstärker bezeichnet entstammt aus den behavioristischen Lerntheorien und wurde im Zuge dieser genauer erforscht. Der Begriff Verstärker wurde erstmals durch den Wissenschaftler Edward L. Thorndike (1874–1949) definiert. Dieser beschreibt in seinem sogenannten law of effect, dass bestimmte Verhalten die unangenehmen Konsequenzen haben, seltener gezeigt werden als Verhalten, die positive Folgen nach sich ziehen (vgl. Myers, 2014,S.300). Diese Erkenntnisse nahm der amerikanische Psychologe Burrhus Frederic Skinner auf und konnte mit verschiedenen Untersuchungen und Tests zeigen, dass durch das gezielte Einsetzen von Verstärkern bestimmte Reiz-Reaktion-Muster erlernt werden können , in der Psychologie weiterführend auch bezeichnet als operante Konditionierung (vgl. Myers, 2014, S.300 ff.). Desweiteren zeigten seine Forschungen, dass neben positiven Verstärkern wie Lob, auch negative Verstärker wie Bestrafung, das gewünschte Verhalten von Individuen beeinflussen (vgl. Myers, 2014, 302 f.)
Diverse Forschungen der vergangenen Jahre haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt, ob Lob eine Möglichkeit ist, als positiver Verstärker in Unternehmen eingesetzt werden zu können. Die grundsätzliche Erkenntnis aus diesen Forschungen ist, dass leistungsmotivierte Menschen zusätzlich durch konkretes Lob zu Höchstperformance motiviert werden können (vgl. Aron-Weidlich, 2012, S.74f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der theoretischen Grundlagen des Lobes als positiver Verstärker sowie Formulierung der Hypothesen zur Untersuchung von Krankenstand und Vertragsabschlüssen.
2. Methode: Beschreibung des empirischen Forschungsdesigns, der Stichprobenaufteilung zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe sowie der Datenerhebung zur Analyse.
3. Ergebnisse: Statistische Auswertung der erhobenen Daten mittels deskriptiver Statistik, dem exakten Test nach Fischer und dem U-Test nach Mann und Whitney.
4. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der aufgestellten Hypothesen sowie kritische Reflexion der Aussagekraft der Studie und Einordnung in aktuelle Fachliteratur.
5. Anhang: Bereitstellung der für die statistische Auswertung notwendigen Referenzwerte der kritischen U-Verteilungen.
Schlüsselwörter
Lob, positiver Verstärker, Mitarbeitermotivation, Krankenstand, Vertragsabschlüsse, behavioristische Lerntheorie, operante Konditionierung, empirische Untersuchung, Mitarbeiterbindung, Leistungssteigerung, statistische Analyse, U-Test, Exakter Test nach Fischer, Personalmanagement, Feedbackkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die gezielte Anwendung von Lob als positivem Verstärker durch Führungskräfte einen messbaren Einfluss auf den Krankenstand und die Anzahl der Vertragsabschlüsse von Mitarbeitern in einem Vertriebsunternehmen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit verknüpft psychologische Lerntheorien mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, wobei der Fokus auf der Mitarbeitermotivation und der Wirksamkeit von Führungsinstrumenten liegt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen dem Loben als positivem Verstärker und den Variablen Krankenstand sowie Vertragsabschlüsse empirisch zu belegen oder zu widerlegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein empirisches Between-subjects-design genutzt, das durch deskriptive Statistik, den exakten Test nach Fischer für nominalskalierte Daten und den U-Test nach Mann und Whitney für ordinalskalierte Daten ausgewertet wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung der empirischen Untersuchung, die statistische Aufarbeitung der Rohdaten aus den zwei Vergleichsbereichen (Nord/Süd) sowie die anschließende Diskussion der signifikanten Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Lob, positiver Verstärker, Mitarbeitermotivation, Krankenstand, Vertragsabschlüsse und statistische Signifikanz.
Welche spezifischen Ergebnisse lieferte der U-Test?
Der U-Test nach Mann und Whitney zeigte, dass bei der Anzahl der Vertragsabschlüsse ein systematischer Unterschied zwischen dem Bereich mit Lob und dem Bereich ohne Lob besteht, was zur Ablehnung der Nullhypothese führte.
Inwiefern beeinflusste das Lob den Krankenstand?
Durch den exakten Test nach Fischer konnte ein signifikanter Zusammenhang nachgewiesen werden, der darauf hindeutet, dass der Einsatz von Lob zu einem sinkenden Krankenstand beitragen kann.
- Citation du texte
- Daniel Radünz (Auteur), 2015, Steigert Lob die Leistungsfähigkeit in Unternehmen? Auswirkungen auf Produktivität und Krankheitsaufkommen bei Mitarbeitern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308336