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Materializing Bodies. Körperlichkeit und kulturelle Praktiken in der Forensik

Título: Materializing Bodies. Körperlichkeit und kulturelle Praktiken in der Forensik

Trabajo de Seminario , 2013 , 17 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Dorothee Baum (Autor)

Estudios de género
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Diese Arbeit basiert im Wesentlichen auf dem Text „Forensic evidence: Materializing bodies, materializing crimes“ von Corinna Kruse. Da Kruse auf das schwedische Rechtssystem rekurriert, wird in Hinblick auf die forensische Praxis zudem die österreichische Perspektive dargestellt.

Kruse übt mit ihrem Text heftige Kritik am starken Determinismus der Biologie und zeigt am Beispiel der forensischen Beweisführung und somit anhand eines Gebietes, das im Allgemeinen als ausschließlich in der Stofflichkeit verwurzelt betrachtet wird, auf, dass tatsächlich vielmehr eine enge, untrennbare materiell-technowissenschaftlich-kulturelle Verknüpfung vorliegt.

Mit der forensische Beweisführung gehe, so Kruse, eine Co-Materialisierung von Straftat und von bestimmten körperlichen und sozialen Konstellationen einher. Durch die Analyse der Produktionsmechanismen forensischer Beweise will Kruse einen Beitrag zum feministischen Verständnis der Untrennbarkeit von „sex“ und „gender“ leisten und Köper als fortwährende Materialisierung von materiell-technowissenschaftlich-kulturellen Praktiken verstanden wissen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode, Theorie und Praxis

2.1 Die Transformationskette („Legal Chain“)

2.1.1 Spurensicherung

2.1.2 Analyse des Beweismaterials

2.1.3 Beweisführung

2.2 Materializing Criminal Bodies – fragmentierte Körper

2.2.1 Co-Materialisierungen

2.3 Verschränkungen

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den Aufsatz „Forensic evidence: Materializing bodies, materializing crimes“ von Corinna Kruse kritisch. Ziel ist es, die forensische Beweisführung nicht als rein materiellen Prozess zu verstehen, sondern aufzuzeigen, wie sie durch ein Zusammenspiel von Technowissenschaften, Rechtspraxis und kulturellen Diskursen kriminelle Körper aktiv mitkonstruiert.

  • Kritik am biologischen Determinismus in der Forensik
  • Anwendung von Butlers Körpertheorie und Barads „Agential Realism“
  • Analyse der „Legal Chain“ als Transformationsprozess von Spuren zu Beweisen
  • Untersuchung der biopolitischen Dimension von DNA- und AFIS-Datenbanken
  • Die Verflechtung von Geschlecht, Materialität und forensischer Praxis

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Transformationskette („Legal Chain“)

Die Produktion forensischer Beweise, genauer den Weg, den forensische Spuren durch das Rechtssystem nehmen, bezeichnet Kruse als „the legal chain“.7 Diese Rechtskette beginnt im Idealfall mit dem Eintreffen der Polizei am Tatort und endet mit einer rechtskräftigen Verurteilung. In der Realität der polizeilichen und jurisitschen Praxis bestehen natürlich Varianten: nicht jede eingegangene Meldung stellt sich als eine Straftat heraus beziehungsweise erfolgt auch bei Vorliegen einer Straftat nicht immer eine Anklage oder eine Verurteilung; je nach Schwere der vermuteten Straftat unterscheidet sich die Vorgehensweise, so werden zum Beispiel bei einem schweren Verbrechen spezialisierte Kriminalisten die Tatortsicherung vornehmen, während bei Massendelikten im Regelfall nur die Streifenpolizei zum Einsatz kommt; schließlich nimmt auch der gerichtliche Instanzenzug Einfluss, so kann zum Beispiel gegen ein Urteil Berufung eingelegt werden und unterscheiden sich die Verfahren je nach Art und Schwere der Straftat.

Kruse fokussiert im Folgenden auf den „Idealfall“, auf die erfolgreichen Materialisierungen („successful’ materializations“). Die Spuren, die am Tatort gesichert werden, durchlaufen nun dieses „legal chain“ und erfahren hierbei zahlreiche Transformationen. Der Tatort werde somit, so Kruse, auf Spuren reduziert, deren Materie in Information transformiert wird. Diese Informationen werden wiederum mit anderen Informationen abgeglichen und in einem abschließenden Gutachten, dem forensischen Beweis, festgeschrieben. Zusammen mit anderem Beweismaterial wie zum Beispiel Zeugenaussagen würden Erzählungen zum Hergang der Straftat geformt und schließlich in juristische Kategorien der Strafbarkeit übersetzt (p. 366).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den theoretischen Ausgangspunkt dar und kritisiert den biologischen Determinismus forensischer Beweisführung, indem sie diese als materiell-technowissenschaftlich-kulturelle Verknüpfung definiert.

2. Methode, Theorie und Praxis: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen durch Judith Butler und Karen Barad, um die Forensik als einen „Apparat“ zu verstehen, der Beweise und Identitäten erst hervorbringt.

2.1 Die Transformationskette („Legal Chain“): Hier wird der Weg einer Spur vom Tatort bis zum forensischen Beweismittel beschrieben, wobei der Fokus auf den notwendigen Transformationen der Materie in verwertbare Informationen liegt.

2.1.1 Spurensicherung: Dieser Abschnitt thematisiert das Auffinden und die Sicherung von Spuren als ersten, interpretativen Schritt im forensischen Apparat.

2.1.2 Analyse des Beweismaterials: Das Kapitel vergleicht die schwedische Perspektive der Originalquelle mit der österreichischen Praxis und erläutert die Bedeutung von DNA-Datenbanken.

2.1.3 Beweisführung: Hier wird diskutiert, wie forensische Gutachten in den rechtlichen Prozess eingebettet sind und warum sie allein keine strafrechtliche Verurteilung begründen können.

2.2 Materializing Criminal Bodies – fragmentierte Körper: Dieses Kapitel verdeutlicht, wie kriminelle Körper durch forensische Praktiken „materialisiert“ werden, indem Personen zu Datenpunkten reduziert werden.

2.2.1 Co-Materialisierungen: Es wird dargelegt, dass nicht nur der Täter, sondern auch Opfer und Straftat selbst im Rahmen des forensischen Prozesses diskursiv geformt werden.

2.3 Verschränkungen: Das Kapitel fasst zusammen, wie das soziale und genetische Geschlecht untrennbar mit forensischen Zuschreibungen verknüpft sind.

3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass forensische Beweise keine neutralen Fakten sind, sondern aktive Interpretationen, und fordert zu einer kritischeren Auseinandersetzung mit der Herstellung von Wissen durch Technik auf.

Schlüsselwörter

Forensik, Materialisierung, Legal Chain, DNA-Analyse, Judith Butler, Karen Barad, Agential Realism, Biopolitik, Beweisführung, Technowissenschaften, Körpertheorie, Diskurs, Identität, Datensicherheit, Kriminalistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sozialwissenschaftliche Kritik an forensischen Beweisverfahren und hinterfragt deren vermeintliche Objektivität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Materialität und Diskurs, die Konstruktion von Identität durch technowissenschaftliche Prozesse sowie die Auswirkungen forensischer Überwachung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass forensische Beweise nicht einfach gefunden werden, sondern durch einen aktiven Prozess (den „Apparat“) hergestellt und materiell wirksam werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die sich auf poststrukturalistische Ansätze wie den „Agential Realism“ von Karen Barad stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die „Legal Chain“ von der Spurensicherung bis zur Urteilsfindung und untersucht, wie kriminelle Körper und soziale Identitäten forensisch „materialisiert“ werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Forensik, Materialisierung, Legal Chain, Biopolitik, DNA-Analysen und die Untrennbarkeit von Materie und Bedeutung.

Was bedeutet der Begriff „Legal Chain“ in diesem Kontext?

Der Begriff beschreibt den gesamten Transformationsprozess, in dem biologische Spuren vom Tatort durch laboranalytische Schritte und rechtliche Einordnungen in ein forensisches Beweismittel überführt werden.

Welche Rolle spielen DNA-Datenbanken für die Argumentation?

DNA-Datenbanken dienen als Beispiel für einen biopolitischen Apparat, der soziale Ungleichheiten verstärken kann und Staatsbürgerschaft biologisch definiert.

Was war der Fall der „Phantommörderin von Heilbronn“?

Dieser Fall illustriert, wie durch fehlerhafte forensische Annahmen ein „Phantom“ geschaffen wurde, das mediale und rechtliche Erwartungen widerspiegelte, statt auf realen Fakten zu basieren.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Materializing Bodies. Körperlichkeit und kulturelle Praktiken in der Forensik
Universidad
University of Vienna
Calificación
1
Autor
Dorothee Baum (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
17
No. de catálogo
V308338
ISBN (Ebook)
9783668068223
ISBN (Libro)
9783668068230
Idioma
Alemán
Etiqueta
materializing bodies körperlichkeit praktiken forensik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dorothee Baum (Autor), 2013, Materializing Bodies. Körperlichkeit und kulturelle Praktiken in der Forensik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308338
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