Ziel dieser Arbeit ist es, im Rahmen einer Analyse des Beteiligungsportfolios die strategische Ausrichtung AB InBevs zu erarbeiten und aufzuzeigen, mit welchen aktuellen Herausforderungen AB InBev in der Brauindustrie konfrontiert wird. Dabei soll herausgestellt werden, in welchen Bereichen der Wertschöpfungskette die Kernkompetenzen von AB InBev liegen und inwiefern Kompetenzen durch den Zukauf von Unternehmen ergänzt werden.
Die globale Brauindustrie unterlag in den letzten Jahrzehnten einer zunehmenden Konsolidierung. Kleinere, national ausgerichtete Brauereien gingen in den Besitz multinationaler Konzerne über. Durch die zugewonnenen Marktanteile konnten sich einige Konzerne an der Spitze der Brauindustrie fest- und absetzen.
Mit einer Ausstoßmenge von 425 Millionen hl im Jahr 2013 und einem Gesamtumsatz von 43,2 Milliarden USD steht der Braukonzern Anheuser-Busch InBev (im Folgenden: AB InBev) als Weltmarktführer auf Platz 1 in der Brauindustrie. Das Unternehmen konnte in den letzten Jahren trotz ei-ner zunehmenden Sättigung der Märkte und schwierigen Marktbedingungen in Europa und Nordamerika Wachstum verzeichnen. Dieses Wachstum wurde neben dem organischen Wachstum zugehöriger Marken vor allem durch weltweite Unternehmenszukäufe und Fusionen realisiert. Die letzte maßgebliche Erweiterung des Beteiligungsportfolios erfolgte im Juni 2013 im Rahmen der Akquisition des mexikanischen Marktführers Grupo Modelo, der das bekannte mexikanische Bier Corona braut und vertreibt.
AB InBev zählt über 200 Marken zu seinem Beteiligungsportfolio, die mit unterschiedlicher strategischer Ausrichtung in regionalen, nationalen und internationalen Märkten vertrieben werden. Das Zusammenspiel der zugekauften Brauereien sowie der dazugehörigen Unternehmen in vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen im Beteiligungsportfolio hat dabei Auswirkungen auf die Gestaltung einzelner Stufen im Herstellungs- und Distributionsprozess, wodurch Synergieeffekte entstehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Grundlagen zur Analyse der Geschäftstätigkeit von Anheuser-Busch InBev und der Brauindustrie
2.1.1 Vorstellung Anheuser-Busch InBev
2.1.2 Struktur des Beteiligungsportfolios
2.1.3 Branchenstrukturanalyse
2.2 Theoretische Grundlagen
2.2.1 Wertkettenanalyse nach Porter
2.2.2 Effizienztheorie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen
2.2.3 Kernkompetenzansatz
3 Analyse ausgewählter Wertaktivitäten unter besonderer Berücksichtigung aktueller Herausforderungen
3.1 Analyse der Beschaffung
3.2 Analyse der Produktion
3.3 Analyse des Marketings
3.4 Analyse der Distribution
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die strategische Ausrichtung des Braukonzerns Anheuser-Busch InBev durch eine Analyse seines Beteiligungsportfolios zu erarbeiten und zu bewerten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, in welchen Bereichen der Wertschöpfungskette das Unternehmen über Kernkompetenzen verfügt und wie diese durch strategische Unternehmenszukäufe ergänzt werden, um aktuellen Herausforderungen in der globalen Brauindustrie zu begegnen.
- Analyse des Beteiligungsportfolios von Anheuser-Busch InBev
- Anwendung des Wertkettenmodells nach Porter zur Identifikation von Kernkompetenzen
- Untersuchung von Effizienzsteigerungen durch Unternehmenszusammenschlüsse
- Bewertung strategischer Wertaktivitäten unter Berücksichtigung aktueller Marktbedingungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Analyse der Produktion
Der Vergleich der weltweit vier größten Braukonzerne in Abb. 4 stellt die Umsatzrentabilität dem Anteil an der weltweiten Bierproduktion gegenüber. Die Kennzahlen deuten einen positiven Zusammenhang von Produktionsvolumen und Umsatzrentabilität an. Demnach verzeichnete AB InBev als größter Braukonzern die höchste Umsatzrentabilität. Die hier zur Berechnung verwendete Gewinngröße ist der operative Gewinn, der als Kennzahl in Relation zum Umsatz widerspiegelt, inwiefern hohe Preise erzielt werden und wie kosteneffizient ein Unternehmen arbeitet. Der Preiseinfluss auf AB InBevs Umsatzrentabilität kann durch die relativ hohe Marktmacht erklärt werden. Diese erlaubt es AB InBev vor allem in Märkten, in denen der Braukonzern Marktführer ist, höhere Preise zu erzielen. Berücksichtigt man die von AB InBev angestrebte „world-class efficiency“ und die Möglichkeiten für Kosteneinsparungen, die sich für den Braukonzern aufgrund seiner Größe ergeben, so kann die sehr deutliche Differenz der Umsatzrentabilitäten eher nicht durch den Preiseinfluss als alleinige Begründung erklärt werden. Daraus lässt sich schließen, dass es AB InBev besser als seinen Konkurrenten gelingt, durch die Organisation der verschiedenen Brauereien im Beteiligungsportfolio Economies of Scale, Economies of Scope und somit Kostenvorteile zu erzielen.
Im Rahmen der Wertaktivität Produktion ergeben sich für AB InBev verschiedene Ansatzpunkte, um die Produktionskosten zu senken. Zunächst können Economies of Scale realisiert werden, wenn aufgrund einer Zusammenlegung von Brauereien die Kapazitätsauslastung erhöht wird und Fixkosten aufgrund von Schließungen unausgelasteter Brauereien sinken. Die von Fusionen geprägte Vergangenheit des AB InBev-Konzerns bietet dafür einige Beispiele. So wurde unter anderem die über 200 Jahre alte Boddingtons Brewery in Manchester im Jahr 2005 vom damaligen Mutterkonzern InBev geschlossen und die Produktion in andere Brauereien in Großbritannien verlegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Konsolidierung der globalen Brauindustrie ein und definiert das Ziel der Arbeit, die strategische Ausrichtung von Anheuser-Busch InBev zu analysieren.
2 Grundlagen: Hier werden das Unternehmen Anheuser-Busch InBev vorgestellt, die Branchenstrukturanalyse durchgeführt und die theoretischen Bezugspunkte wie die Wertkettenanalyse nach Porter, die Effizienztheorie und der Kernkompetenzansatz erläutert.
3 Analyse ausgewählter Wertaktivitäten unter besonderer Berücksichtigung aktueller Herausforderungen: In diesem Kapitel werden die unterstützenden und primären Wertaktivitäten Beschaffung, Produktion, Marketing und Distribution einer detaillierten Kernkompetenzanalyse unterzogen.
4 Fazit: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass keine der untersuchten Aktivitäten alle Kriterien einer Kernkompetenz erfüllt, was eine kritische Hinterfragung der Wachstumsstrategie notwendig macht.
Schlüsselwörter
Anheuser-Busch InBev, Brauindustrie, Wertkettenanalyse, Kernkompetenzansatz, Unternehmenszusammenschluss, Economies of Scale, Economies of Scope, Beteiligungsportfolio, Beschaffung, Produktion, Marketing, Distribution, Strategische Ausrichtung, Effizienz, Marktwachstum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Beteiligungsportfolio des Braukonzerns Anheuser-Busch InBev und analysiert dessen strategische Ausrichtung innerhalb der globalen Brauindustrie.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Themen umfassen die Konsolidierung der Braubranche, die Wertschöpfungskette von Anheuser-Busch InBev sowie die Identifikation von Kernkompetenzen durch Unternehmensübernahmen.
Was ist die primäre Zielsetzung der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, in welchen Bereichen die Kernkompetenzen von Anheuser-Busch InBev liegen und wie diese genutzt werden, um aktuellen Herausforderungen wie gesättigten Märkten zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Analyse basiert auf dem Wertkettenmodell nach Porter sowie dem Kernkompetenzansatz, ergänzt durch betriebswirtschaftliche Effizienztheorien wie Economies of Scale und Scope.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Beschaffung, Produktion, des Marketings sowie der Distribution bei Anheuser-Busch InBev, jeweils geprüft auf die Erfüllung der Kriterien einer Kernkompetenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Beteiligungsportfolio, Kernkompetenz, globale Konsolidierung, Effizienzsteigerung und strategisches Management charakterisieren.
Wie bewertet der Autor die Produktion bei Anheuser-Busch InBev?
Die Produktion zeigt hohe Kosteneffizienz durch Größenvorteile, erfüllt jedoch nicht alle Kriterien einer Kernkompetenz, da aus Kundensicht kein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis erkennbar ist.
Welche Rolle spielt die Distribution für den Konzern?
Die Distribution dient vor allem der Realisierung von Verbundeffekten (Economies of Scope) und der Erschließung neuer Märkte, wird jedoch eher als Komplementärkompetenz eingestuft.
Warum spielt die kulturelle Verwurzelung der Marken eine Rolle?
Kulturelle Verwurzelung trägt maßgeblich zur Markenidentität bei, stellt jedoch bei der globalen Vermarktung eine Herausforderung dar, da sie nicht automatisch auf neue Märkte übertragbar ist.
Was ergibt die Analyse der Beschaffungsaktivitäten?
Die Beschaffung ist zwar auf hohe Effizienz getrimmt, stellt aber keine reine Kernkompetenz dar, da ein wesentlicher Teil der Rohstoffe marktseitig bezogen wird.
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- Tjorben Grote (Author), 2014, Das Beteiligungsportfolio von Anheuser-Busch InBev, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308347