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Die Menschwerdung Gottes in der Philosophie G. W. F. Hegels

Titre: Die Menschwerdung Gottes in der Philosophie  G. W. F. Hegels

Dossier / Travail , 2009 , 23 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Dr. phil Sandra Herfellner (Auteur)

Théologie - Divers
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Die Frage nach dem Entstehen der Welt und des Menschen und vor allem die Frage des „Warum?“ beschäftigen die Menschheit seit Jahrtausenden. Was war vor der Welt und was wird danach sein? Da die Menschen diese Dinge lange nicht wissenschaftlich aufarbeiten konnten, wurde die Entstehung der Welt schon immer durch religiöse und mythische Vorstellungen erklärt. Die meisten Kulturen und Religionen beriefen sich dabei auf eine erste Entstehungsursache, auf einen meist personifizierten Schöpfer.

Und da, wie es für ihn typisch ist, sich der Mensch in erster Linie Gedanken um sich selbst macht, beschäftigte ihn die Frage, was mit ihm nach dem Tod geschieht so sehr, dass er sein diesseitiges Leben nicht selten seinem jenseitigen Leben unterordnete. Vorstellungen von einem Gericht, von Lohn und Strafe bestimmten die Vorstellungen schon in der griechischen Mythologie. Dass der Mensch in seinem weltlichen Zustand unwissend ist und diese Welt nur ein blasses Abbild der eigentlichen Wirklichkeit ist, erkannte schon Platon.

Doch in den letzten 500 Jahren wurden diese alten Vorstellungen zum Teil radikal in Frage gestellt. Mit René Descartes und der von ihm eingeleiteten „Wende zum Subjekt“ rückte der Mensch wieder in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die Aufklärung mit ihrem Deismus stellt Gott weiter ins Abseits, indem sie die These eines Uhrmachergottes entwirft, der die Welt geschaffen hat und sich dann nicht weiter um sie kümmert. Auch Kant bewegt sich in dieser Linie. Er fordert sozusagen die Existenz Gottes um der Moral und der Unsterblichkeit des Menschen willen. Moralisch handeln bedeutet nämlich häufig, nicht zu seinem eigenen Vorteil zu handeln, ja sogar eigenen Nachteil in Kauf zu nehmen. Es bedarf also einer ausgleichenden Gerechtigkeit nach dem Tode, die das diesseitige rechte Tun belohnt. Spätere Denker wie Feuerbach und Marx konzentrieren sich noch radikaler auf den Menschen und bestreiten schließlich die Existenz Gottes und fordern einen Atheismus um des Menschen willen.

Aus diesem sich hier andeutendem Muster fällt Hegel jedoch komplett heraus. Er will nicht Gott leugnen, um dem Menschen mehr an Freiheit, Selbstbewusstsein, ja Bedeutung zukommen zu lassen. Er lässt sich als erster wieder darauf ein, die Welt und den Menschen einem Höheren völlig zu unterstellen, die Bedeutungslosigkeit des Diesseitigen zu proklamieren und so gesehen fällt Hegel völlig aus dem Geiste seiner Zeit.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Der absolute Geist als Mittelpunkt der Hegelschen Überlegungen

2. Die Ursprünge des Hegelschen Denkens bei Fichte

3. Hegels Prinzip der Dialektik

3.1. These – Antithese – Synthese

3.2. Die Geistdialektik

4. Die Form der Allgemeinheit

5. Die Entäußerungen des absoluten Geistes – Die Form der Vielheit

5.1. Entäußerung als Welt/Natur

5.2. Die Geistwerdung in der Welt

5.2.1. Die Frage nach der Freiheit

5.2.2. Die Menschwerdung Gottes im Christentum

5.2.2.1. Unveränderlichkeit Gottes vs. Gott im Prozess

5.2.2.2. Leidet Gott?

5.2.2.3. Jesus Christus, Gottes Sohn?

5.2.2.4. Hegel über Jesus von Nazareth

6. Der Rückgang – Die Versöhnung

6.1. Bewusstwerdung des Geistes durch Kunst, Religion und Philosophie

6.2. Exemplarische Darstellung der Bewusstwerdung durch die Religion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das philosophische System Hegels, insbesondere die Dialektik des absoluten Geistes und dessen Entäußerung in der Welt. Ein zentrales Anliegen ist dabei die kritische Auseinandersetzung mit Hegels Verständnis der Menschwerdung Gottes und dem Stellenwert des Individuums, wobei ein Vergleich zum christlichen Gottesbild gezogen wird.

  • Die dialektische Struktur von Hegels System (These-Antithese-Synthese).
  • Die Entwicklung und Geistwerdung des absoluten Geistes in der Welt.
  • Die Rolle und Bedeutung des einzelnen Individuums in Hegels Weltsicht.
  • Ein theologisch-philosophischer Vergleich zwischen Hegel und dem Christentum.
  • Die Analyse der Menschwerdung Gottes als notwendiger Prozess zur Selbstfindung des Geistes.

Auszug aus dem Buch

3.1. These – Antithese – Synthese

Hegel postuliert das Gesetz der Dialektik. Dieser Dreischritt von These – Antithese Synthese bestimmt die gesamte Wirklichkeit. Die Dialektik ist das „Grundgesetz des Lebens, aber auch der nicht lebenden Dinge und damit der Gesamtwelt […] und somit das Gesetz des Denkens und Erkennens“.

Vereinfacht dargestellt kann man sagen, dass die gesetzte These durch die Negation dieser zur Antithese wird, weiterhin entsteht im nächsten Schritt durch die Negation der Antithese die Synthese, welche sich auf einer höheren und vollkommeneren Ebene befindet, als die ursprüngliche These. Um diesen Dreierschritt anschaulicher zu machen soll im Folgenden knapp auf das häufig verwendete Beispiel der Liebe eingegangen werden.

Als These setzt sich der Liebende selbst und stellt die Ausgangsposition dar. Im zweiten Schritt „vergisst sich [der Liebende] selber geradezu“ in seiner Liebe zum anderen. Er negiert […] sich bzw. seine […] ursprüngliche Setzung und ‚entfremdet’ sich im anderen Menschen.“ Hier sind wir also bei der Antithese angelangt.

Doch nun folgt der alles entscheidende dritte Schritt: Der Liebende „findet sich selber im anderen Menschen wieder, [er] wird […] sich seiner […] selbst bewusst, auf einer anderen höheren Stufe.“ Durch die Negation der Antithese ist somit die Synthese entstanden. In diesem Zusammenhang verwendet Hegel auch das Wort „aufheben“: In der These setzt sich das ‚Ich’ selbst. In der Antithese negiert sich das ‚Ich’ selbst, es hebt sich selbst auf, „im Sinne von […] ‚destruere’“. Durch die Synthese wird das ‚Ich’ sich auf einer höheren Ebene selbst bewusst, es hebt sich also hinauf, im Sinne von ‚elevare’. Durch diesen Prozess wird „die mit der Antithese versöhnte These in einer umfassenden These“ aufgehoben, im Sinne von ‚conservare’.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der absolute Geist als Mittelpunkt der Hegelschen Überlegungen: Einleitung in die philosophische Fragestellung nach dem Warum der Welt und Einordnung von Hegels Denken im Kontrast zur Aufklärung und anderen Denkern.

2. Die Ursprünge des Hegelschen Denkens bei Fichte: Analyse von Fichtes Idealismus und dem absoluten Ich als Ausgangspunkt für Hegels spätere Überlegungen.

3. Hegels Prinzip der Dialektik: Erläuterung des dialektischen Dreischritts und Anwendung des Prinzips auf den absoluten Geist.

4. Die Form der Allgemeinheit: Beschreibung des absoluten Geistes in seinem ursprünglichen, abstrakten Zustand vor der Entäußerung.

5. Die Entäußerungen des absoluten Geistes – Die Form der Vielheit: Detaillierte Untersuchung des Prozesses, in dem sich der Geist als Welt und Menschheit entäußert, inklusive der Freiheit und der Menschwerdung Gottes.

6. Der Rückgang – Die Versöhnung: Erörterung des Endziels, bei dem der Geist zu sich selbst zurückkehrt und die Spaltung zwischen Geist und Welt aufgehoben wird.

Schlüsselwörter

Hegel, absoluter Geist, Dialektik, These, Antithese, Synthese, Menschwerdung Gottes, Weltgeist, Individuum, Idealismus, Philosophie, Religion, Versöhnung, Christentum, Entäußerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie Hegels, insbesondere mit der Dynamik des absoluten Geistes und dessen Weg durch die Weltgeschichte mittels dialektischer Prozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Dialektik, die Entwicklung des absoluten Geistes, das Verhältnis zwischen Mensch und Gott sowie die kritische Gegenüberstellung hegelscher Ansätze mit dem christlichen Glaubensverständnis.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, den komplexen Prozess der Menschwerdung Gottes bei Hegel verständlich aufzuarbeiten und die Bedeutung des Individuums innerhalb dieses systematischen Rahmens zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine philosophisch-theologische Analyse durchgeführt, die Hegels Primärgedanken durch Sekundärliteratur und im direkten Vergleich mit christlicher Theologie beleuchtet.

Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der dialektischen Prinzipien, die Entäußerung des Geistes in die Welt/Natur und die spezielle Betrachtung von Jesus Christus als Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Besonders prägend sind die Begriffe Dialektik, absoluter Geist, Entäußerung, Menschwerdung und Versöhnung.

Wie bewertet Hegel das Individuum in seiner Philosophie?

Hegel betrachtet das Individuum primär als Mittel zum Zweck im Rahmen des Weltgeistes, was im Text kritisch diskutiert wird, da das Individuum hinter dem allgemeinen Fortschritt zurückzutreten scheint.

Wie unterscheidet sich Hegels Verständnis der Inkarnation vom klassischen Christentum?

Während im Christentum Gott als Mensch erscheint, um die Welt zu erlösen, ist die Menschwerdung bei Hegel ein notwendiger dialektischer Schritt für den Geist selbst, um zu einem vertieften Selbstbewusstsein zu gelangen.

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Résumé des informations

Titre
Die Menschwerdung Gottes in der Philosophie G. W. F. Hegels
Université
University of Regensburg  (Katholische Theologie)
Cours
Menschwerdung Gottes - Denkmodelle gestern und heute
Note
2,0
Auteur
Dr. phil Sandra Herfellner (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
23
N° de catalogue
V308439
ISBN (ebook)
9783668067400
ISBN (Livre)
9783668067417
Langue
allemand
mots-clé
menschwerdung gottes philosophie hegels
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. phil Sandra Herfellner (Auteur), 2009, Die Menschwerdung Gottes in der Philosophie G. W. F. Hegels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308439
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Extrait de  23  pages
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