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Die Lüge nach Erving Goffman und ihre Auswirkungen auf das zwischenmenschliche Vertrauen

Título: Die Lüge nach Erving Goffman und ihre Auswirkungen auf das zwischenmenschliche Vertrauen

Trabajo Escrito , 2009 , 22 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Sandra Herfellner (Autor)

Sociología - General y Principios básicos
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Betrachtet man den Lügenbegriff, welcher besagt, dass zu einer Lüge die Falschaussage und die Absicht zu täuschen gehört, wird man schnell feststellen, dass das menschliche Zusammenleben so ganz ohne Lüge sehr schwer vorstellbar ist. Dass unser zwischenmenschliches Vertrauen durch Lügen verletzt wird, ist einem jeden bewusst, aber schädigt nicht manchmal auch die Wahrheit das Vertrauen zwischen den Menschen, weil sie häufig verletzend sein kann?

Man muss also zwischen den verschiedensten Arten der Lüge unterscheiden und kommt dabei wohl sehr schnell auf Begriffe wie „Notlüge“ oder „Höflichkeitslüge“ und sieht diese als erlaubt an, weil man damit ja häufig Beziehungen oder Andere schützt und keinem schadet. Scherz- und Dienstlügen werden zu meist toleriert oder sogar befürwortet.

Die Schadenslüge, mit welcher man sich selbst einen Vorteil verschafft und anderen schadet, gilt allerdings gemeinhin als verwerflich.

Es ist ein differenzierter Umgang mit der Lüge gefordert, und um die einzelnen Lügen moralisch bewerten zu können, ist es von essentieller Bedeutung, über ihre Entstehung Bescheid zu wissen. Aus diesem Grund widmet sich die folgende Arbeit der soziologischen Alltags-Analyse Erving Goffmans, welche genau darüber Auskunft gibt.

Da der Soziologe selbst den Begriff der Lüge meidet und von Täuschungen spricht, sollen diese beiden Begriffe im Anschluss kurz einander gegenübergestellt werden. Von diesem Standpunkt aus werden schließlich die Auswirkungen der Lüge auf das Vertrauen betrachtet. Somit soll diese Arbeit einen Ausgangspunkt für weitere moralische Bewertungen von Lügen schaffen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. „Du sollst nicht lügen!“

2. Eine soziologische Analyse zur Entstehung von lügenähnlichen Phänomenen von Erving Goffman

2.1. Zur Person Erving Goffmans

2.2. Rollentheorie Erving Goffmans

2.2.1. Das Modell

2.2.2. Verhältnis zwischen Selbst und Rolle

2.3. Die Rahmen-Analyse Erving Goffmans

2.3.1. Das Modell

2.3.2. Primäre Rahmen

2.3.3. Rahmen-Transformation

2.3.3.1. Rahmen-Modulation

3. Täuschung gleich Lüge?

4. Lügenhafter Alltag und die Auswirkungen auf das Vertrauen

4.1. Die Folgen von Rollenspiel, Rahmenmodulation und Täuschung

4.1.1. Rolle

4.1.2. Rahmen

4.2. Die Auswirkungen der Lüge – Besonders auf das Vertrauen

4.2.1. Für den Lügner selbst

4.2.2. Für den Belogenen

4.3. Vertrauen –Warum eigentlich?

5. Wahrheit ist doch nur was für Idioten!?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziologischen Grundlagen des menschlichen Alltagsverhaltens nach Erving Goffman, um zu analysieren, wie Täuschungsphänomene entstehen und welche Auswirkungen diese auf das zwischenmenschliche Vertrauen haben.

  • Soziologische Analyse von Rollentheorie und Rahmen-Analyse nach Erving Goffman
  • Differenzierung und Zusammenhang zwischen Täuschung und Lüge
  • Untersuchung der Auswirkungen von Täuschungen auf das individuelle und gesellschaftliche Vertrauen
  • Reflexion über die moralische Bewertung von Notlügen und strategischem Lügen
  • Erörterung der Vertrauensbildung als notwendige Basis für das Zusammenleben

Auszug aus dem Buch

2.3.3.1. Rahmen-Modulation

Der Begriff der Modulation ist wohl am besten anhand eines Beispiels aus dem Tierreich einzuführen: Goffman beobachtet Ottern und erkennt, dass diese nicht immer, wenn es so zu sein scheint, miteinander kämpfen, sondern auch Kämpfe spielen. „Es kommt eine Art Beißverhalten vor, doch keiner wird ernsthaft gebissen“. Das heißt, „eine bestimmte Tätigkeit, die bereits im Rahmen eines primären Rahmens sinnvoll ist, [wird] in etwas transformiert wird, das dieser Tätigkeit nachgebildet ist, von den Beteiligten aber als etwas ganz anderes gesehen wird.“ Im Falle des hier angeführten Beispiels würde das bedeuten, dass der Kampf, welcher an sich im Rahmen eines primären Rahmens sinnvoll wäre, in ein Spiel umgewandelt wird. Das Spiel ist zwar dem Kampf nachgebildet, wird aber von den Beteiligten als Spiel erkannt, also als etwas, was vom seinem Sinngehalt her dem Kampf weit entfernt ist.

Wichtig ist, dass bei der Modulation den Beteiligten bewusst ist, dass es sich um eine Modulation handelt! Jedoch können Beobachter, welche beispielsweise nur einen Ausschnitt aus einer Szene miterleben, häufig diese Modulationen nicht erkennen. Modulationen sind also anfällig für Missverständnisse und können dem Menschen gefährlich werden, wenn sie zu häufig auftreten, denn so verlernt der Mensch unter Umständen, sich auf seine Intuition zu verlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Du sollst nicht lügen!“: Einführung in das Thema der Lüge, die Abgrenzung verschiedener Lügentypen und die Begründung, warum eine soziologische Perspektive zur moralischen Bewertung unerlässlich ist.

2. Eine soziologische Analyse zur Entstehung von lügenähnlichen Phänomenen von Erving Goffman: Darstellung der theoretischen Grundlagen von Goffman, insbesondere seiner Rollentheorie und Rahmen-Analyse, um die Entstehung von Täuschungen im Alltag zu erklären.

3. Täuschung gleich Lüge?: Untersuchung der begrifflichen Nähe und Unterschiede zwischen Täuschung und Lüge, unter Berücksichtigung der fließenden Grenzen bei sprachlichen und nicht-sprachlichen Zeichen.

4. Lügenhafter Alltag und die Auswirkungen auf das Vertrauen: Analyse der konkreten Folgen von Rollenspielen und Täuschungen für das Vertrauen des Handelnden selbst sowie für die betroffene Person.

5. Wahrheit ist doch nur was für Idioten!?: Kritische Reflexion über den Stellenwert der Wahrheit im Alltag und das Fazit, dass eine Differenzierung zwischen vertretbaren und nicht vertretbaren Lügen notwendig bleibt.

Schlüsselwörter

Erving Goffman, Rollentheorie, Rahmen-Analyse, Täuschung, Lüge, Vertrauen, Selbstdarstellung, Soziologie, Alltagsanalyse, Modulation, Identität, Moral, soziale Interaktion, Wahrheit, Manipulationsmanöver

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Betrachtung menschlicher Alltagsinteraktionen und analysiert, wie Rollenspiele und Rahmungen zur Entstehung von Täuschungen beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Goffmans soziologische Theorien (Rollentheorie und Rahmen-Analyse), die Unterscheidung zwischen Täuschung und Lüge sowie deren Auswirkungen auf das soziale Vertrauensverhältnis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entstehung von Täuschungsphänomenen soziologisch zu fundieren und den Ausgangspunkt für eine differenzierte moralische Bewertung von Lügen zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische soziologische Analyse auf Basis der Werke von Erving Goffman angewandt, ergänzt durch moralphilosophische Perspektiven zur Lügenthematik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erläuterung der Goffman’schen Konzepte, die Differenzierung von Täuschung und Lüge sowie die Untersuchung der Konsequenzen für das Vertrauen, sowohl beim Lügner als auch beim Belogenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rollentheorie, Rahmen-Analyse, Täuschung, Lüge, soziales Vertrauen und Selbstdarstellung charakterisiert.

Warum unterscheidet Goffman zwischen "aufrichtigen" und "zynischen" Darstellern?

Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, inwieweit Akteure mit ihrem eigenen Rollenspiel identifiziert sind oder dieses als bewusste Distanzierung bzw. Manipulation begreifen.

Welche Gefahr birgt das "Argument der schiefen Bahn" im Kontext der Lüge?

Es warnt davor, dass jede einzelne Lüge weitere nach sich zieht, was bei zunehmender Gewohnheit das grundlegende soziale Vertrauen in einer Gesellschaft nachhaltig untergraben könnte.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Lüge nach Erving Goffman und ihre Auswirkungen auf das zwischenmenschliche Vertrauen
Universidad
University of Regensburg  (Katholische Theologie)
Curso
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er doch die Wahrheit spricht! Wahrheit und Lüge in der katholisch-theologischen Ethik
Calificación
1,3
Autor
Sandra Herfellner (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
22
No. de catálogo
V308440
ISBN (Ebook)
9783668068865
ISBN (Libro)
9783668068872
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lüge Alltagslüge Wahrheit Soziologie Goffman Rollen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sandra Herfellner (Autor), 2009, Die Lüge nach Erving Goffman und ihre Auswirkungen auf das zwischenmenschliche Vertrauen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308440
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