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Muraus schriftliche Erinnerungen. Vergangenheitsbewältigung in Thomas Bernhards "Auslöschung. Ein Zerfall"

Durch Auslöschung zur Geistesexistenz?

Titre: Muraus schriftliche Erinnerungen.  Vergangenheitsbewältigung in Thomas Bernhards "Auslöschung. Ein Zerfall"

Dossier / Travail , 2008 , 12 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Dr. phil Sandra Herfellner (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

In der folgenden Arbeit wird auf Thomas Bernhards Roman „Auslöschung. Ein Zerfall‘ eingegangen. Dieser handelt von einer ganz bestimmten Form der Vergangenheitsbewältigung: Der Protagonist, Franz-Josef Murau, versucht durch das Verschriftlichen seiner Erinnerungen seine Vergangenheit auszulöschen, um endlich mit dieser abschließen.

In der Arbeit wird auf diese Auslöschung eingegangen, ebenso wie auf die Frage, ob es Murau gelingt, durch seine Schrift „Auslöschung“ die von ihm angestrebte Geistesexistenz zu erreichen. Um diese Frage diskutieren zu können, soll im Vorhinein klar gemacht werden, was es in Muraus Augen überhaupt bedeutet, ein Geistesmensch zu sein und welche dieser Anforderungen er bereits erfüllt, bzw. welche dieser Vorraussetzungen erst erfüllt werden können, nachdem er mit seiner Schrift die Vergangenheit verarbeitet, ja ausgelöscht hat und sich somit von allem befreit hat, was ihn in seiner Entwicklung beeinträchtigt.

Im Folgenden wird dann genauer auf die Schrift an sich eingegangen, auf den Widerspruch zwischen Auslöschung und Erinnerungsarbeit, den sie enthält, darauf, wer ihn zu dieser Schrift inspiriert hat, und schließlich darauf, dass ein genauer Plan für den Wideraufbau der zerstörten Welt fast vollkommen fehlt. Letzten Endes wird die Problematik aufgezeigt, welche sich bei dem Versuch diese Frage zu beantworten, ergibt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

0. Verarbeitung negativer Erfahrungen

1. Durch Auslöschung zur Geistesexistenz?

1.1. Definition eines Geistesmenschen

1.2. Die Schrift „Auslöschung“

1.3. Diskussion der Frage, ob die angestrebte Geistesexistenz erreicht wurde

2. Kurze Zusammenfassung des Ergebnisses

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der "Auslöschung" im gleichnamigen Roman von Thomas Bernhard und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob es dem Protagonisten Franz-Josef Murau gelingt, durch den Schreibprozess eine angestrebte "Geistesexistenz" zu erreichen und sich endgültig von seiner belastenden Vergangenheit sowie seinem Elternhaus in Wolfsegg zu befreien.

  • Verarbeitung negativer Kindheitserlebnisse und familiärer Prägungen
  • Definition und Identitätsfindung des "Geistesmenschen" nach dem Vorbild von Onkel Georg
  • Analyse der Schrift "Auslöschung" als Akt der Befreiung und Erinnerungsarbeit
  • Diskussion des Paradoxons zwischen Verschriftlichung und tatsächlicher Auslöschung
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Zerstörung der alten Welt und autonomer Existenz

Auszug aus dem Buch

1.2. Die Schrift „Auslöschung“

Murau spricht im Ganzen Roman, von seinem Vorhaben, eine Schrift zu verfassen, welche ihm hilft, seine ganze Vergangenheit und vor allem seine schlechten Erfahrungen in seiner Kindheit, mit Wolfsegg und mit seiner Familie zu verarbeiten.

„Mein Bericht ist nur dazu da, das in ihm Beschriebende auszulöschen, alles auszulöschen, das ich unter Wolfsegg verstehe, und alles. Das wolfsegg ist, alles gambetti, verstehen sie mich wirklich und tatsächlich alles. Nach diesem Bericht muss alles das Wolfsegg ist, ausgelöscht sein Mein bericht ist nichts anderes als eine Auslöschung, hatte ich zu Gambetti gesagt. Mein Bericht löscht Wolfsegg ganz einfach aus.10

Gambettis Aufmerksamkeit, ja Faszination war die großere, wenn ich ihm sage, wie die Welt in meinem Sinne zu verändern wäre, indem wir si ganz und gar redikal zuerst zerstören, beinahe bis auf nichts vernichten, um sie dann auf die mir erträglich erscheinende Weise wieder herzustellen mit einem Wort, als eine vollkommen neue, wenngleich ich nicht sagen kann, wie das vor sich zu gehen hat, ich weiss nur, sie muss zuerst völlig vernichtet werden, um wieder hergestellt u werden, denn ohne ihre totale vernichtung kann sie nicht erneuert sein.11

Zusammenfassung der Kapitel

0. Verarbeitung negativer Erfahrungen: Dieses Kapitel führt in die psychologischen Hintergründe der Vergangenheitsbewältigung ein und stellt den Roman "Auslöschung" als spezifische Methode des Protagonisten vor, sich von seiner Kindheit zu lösen.

1. Durch Auslöschung zur Geistesexistenz?: Hier wird der Begriff des "Geistesmenschen" basierend auf der Figur des Onkel Georgs definiert und untersucht, wie die geplante Schrift als Instrument zur persönlichen Autonomie und geistigen Befreiung fungieren soll.

2. Kurze Zusammenfassung des Ergebnisses: Das Fazit resümiert, dass Murau seine selbstgestellte Lebensaufgabe durch das Verfassen der Schrift erfüllt hat, auch wenn die endgültige Bilanz hinsichtlich der angestrebten Existenzform aufgrund fehlender Informationen über sein letztes Lebensjahr offen bleibt.

Schlüsselwörter

Auslöschung, Thomas Bernhard, Franz-Josef Murau, Geistesexistenz, Wolfsegg, Vergangenheitsbewältigung, Autonomie, Erinnerungsarbeit, Identität, Kindheit, Kindheitstrauma, Schriftstellerei, Philosophie, Zerstörung, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Romanwerk "Auslöschung" von Thomas Bernhard und befasst sich mit dem Versuch des Protagonisten Franz-Josef Murau, sich durch das Schreiben von seiner Vergangenheit und seinem familiären Erbe zu befreien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die psychologische Verarbeitung negativer Erfahrungen, die Suche nach individueller Freiheit durch Distanzierung vom Elternhaus sowie die philosophische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Geistesmenschen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Protagonist Murau?

Muraus Ziel ist es, durch die Verschriftlichung seiner Erinnerungen eine "Auslöschung" von Wolfsegg und seiner belastenden Kindheit zu erreichen, um eine unabhängige Geistesexistenz führen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Analyse angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext anhand von Sekundärliteratur interpretiert und dabei philosophische sowie biographische Zusammenhänge herstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Geistesmenschen nach dem Vorbild Onkel Georgs, die Analyse des Schreibprojekts als Akt der totalen Vernichtung der alten Welt sowie eine Diskussion über das Gelingen dieses Vorhabens.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Auslöschung, Geistesexistenz, Autonomie, Erinnerungsarbeit und das spezifische Setting von Wolfsegg als Ort der Unterdrückung.

Welche Rolle spielt Onkel Georg im Kontext der Geistesexistenz?

Onkel Georg dient Murau als zentrales Vorbild. Murau orientiert seinen eigenen Begriff der Geistesexistenz an dessen Lebensweise, Interessen und intellektueller Unabhängigkeit.

Warum ist das Paradoxon der Verschriftlichung für Muraus Vorhaben so bedeutend?

Das Paradoxon besteht darin, dass Murau durch das Niederschreiben seiner Erinnerungen (die er auslöschen will) diese eigentlich fixiert und verewigt, anstatt sie tatsächlich aus der Welt zu schaffen.

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Résumé des informations

Titre
Muraus schriftliche Erinnerungen. Vergangenheitsbewältigung in Thomas Bernhards "Auslöschung. Ein Zerfall"
Sous-titre
Durch Auslöschung zur Geistesexistenz?
Université
University of Regensburg  (Germanistik)
Cours
Die Romane Thomas Bernhards
Note
1,3
Auteur
Dr. phil Sandra Herfellner (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
12
N° de catalogue
V308451
ISBN (ebook)
9783668065659
ISBN (Livre)
9783668065666
Langue
allemand
mots-clé
Thomas Bernhard Auslöschung Geistesexistenz Geistesmensch Wolfsegg Rom Murau Nationalsozialismus Auslöschung. Ein Zerfall Vergangenheitsbewältigung Erinnerungsarbeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. phil Sandra Herfellner (Auteur), 2008, Muraus schriftliche Erinnerungen. Vergangenheitsbewältigung in Thomas Bernhards "Auslöschung. Ein Zerfall", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308451
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Extrait de  12  pages
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