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Zwischen Swahili und Englisch. Die Aneignung von HipHop in Tansania

Titel: Zwischen Swahili und Englisch. Die Aneignung von HipHop in Tansania

Hausarbeit , 2009 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Fabian Speitkamp (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit soll die Aneignung von HipHop in Tansania beschrieben werden, um danach zu ergründen, warum die tansanischen Musiker sich Anfangs auf Englisch ausdrückten, nun aber fast ausschließlich auf Swahili rappen. Es werden eventuelle Verbindungen zwischen der Sprachpolitik Tansanias und der Sprachwahl der Musiker herausgestellt. Dafür wird die Entwicklung von Swahili zur Nationalsprache Tansanias nachvollzogen.
Am Schluss wird dann versucht, mit kurzem Blick auf andere Länder, in denen HipHop angeeignet wurde, die Erkenntnisse zu verallgemeinern und wenn möglich, allgemeine Theorien aufzustellen.

HipHop hat sich seit seiner Entstehung in den 1970er Jahren in den Straßen New Yorks global verbreitet und sich zu einem kommerziell sehr erfolgreichen Konzept entwickelt. HipHop ist dabei nicht nur in Industrienationen wie Deutschland oder England vertreten, sondern auch in den so genannten Entwicklungsländern der dritten Welt. Hier wird HipHop von den Forschern eine besonders große Bedeutung beigemessen: Die Kombination afrikanische Kultur und HipHop birgt also ebenso Interessantes wie Relevantes.

Diese Arbeit wird sich mit Tansania beschäftigen, da hier gleich mehrere interessante Gegebenheiten vorhanden sind. Auf der einen Seite fällt die Sprache auf, die im tansanischen HipHop verwendet wird. Es handelt sich nämlich nicht um Englisch, wie in den USA, dem Herkunftsland des HipHop, sondern um Swahili. Auf der anderen Seite hat die tansanische Regierung nach der Unabhängigkeit Swahili enorm gefördert und entwickelt. Es ist die Absicht dieser Arbeit, hier mögliche Zusammenhänge herauszustellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der Bronx bis in die Straßen Dar es Salaams

2.1 Die Entstehung von HipHop in den USA

2.2 Die Aneignung von HipHop in Tansania

3. Der Einfluss der Sprachpolitik

3.1 Die Swahilsierung Tansanias

3.2 Das Ende der Swahilisierung

3.3 Sprachpolitik und Sprachwechsel - Ein Zusammenhang?

4. Ausblick: Vergleiche mit anderen Ländern – Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten

5. Der Sprachwechsel – Politik, Zufall oder musikalische Notwendigkeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aneignung von HipHop in Tansania mit einem besonderen Fokus auf dem Sprachwechsel von Englisch zu Swahili in der lokalen Rapmusik. Ziel der Untersuchung ist es, die Zusammenhänge zwischen der spezifischen Sprachpolitik Tansanias und der Sprachwahl der Musiker zu ergründen sowie zu prüfen, ob dieser Sprachwechsel ein lokal bedingtes oder ein globales Phänomen innerhalb der HipHop-Kultur darstellt.

  • Genese und Entwicklung der HipHop-Kultur in den USA und deren globale Adaption.
  • Die Entwicklung von Swahili zur Nationalsprache im Kontext der Ujamaa-Politik.
  • Die Analyse des Sprachwechsels in der tansanischen Rapmusik („Bongo Flava“).
  • Vergleichende Perspektiven der Aneignung von HipHop in anderen nicht-englischsprachigen Ländern.
  • Die Bedeutung von Authentizität und lokaler Identität für die Rezeption von Rapmusik.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Entstehung von HipHop in den USA

Obwohl HipHop heute von mancher Fachliteratur und der Öffentlichkeit mit Rap gleichgesetzt wird (Verlan 2003: 140), steht die Bezeichnung HipHop auch für DJing, Breakdance und Graffiti. Dieser undifferenzierte Umgang mit dem HipHop-Begriff kommt daher, dass Rap kommerziell am erfolgreichsten ist und demnach in der Öffentlichkeit die größte Präsenz hat, obwohl Rap sogar das jüngste Element des HipHop ist (ebd.).

HipHop entstand in den 1970er Jahren in den Straßen New Yorks in den Vereinigten Staaten von Amerika (Raab 2006: 23). Die politische Situation war trotz der aufgehobenen Rassentrennung angespannt, denn viele afroamerikanische Bürger und Menschen lateinamerikanischer Herkunft, die unter anderem in der Bronx und ähnlich benachteiligten Vierteln New Yorks lebten, waren sozial und ökonomisch marginalisiert (ebd.). Ein Beispiel wäre, dass die für sie unerschwinglichen Eintrittsgelder sie von öffentlichen Parties ausschlossen. Um der Ungerechtigkeit zu trotzen, veranstalteten sie so genannte Bloc Parties (Verlan 2003: 140). Dafür wurden in Hinterhöfen öffentliche Stromleitungen angezapft und ein Discjockey (DJ) spielte Musik für die tanzende Menge (ebd.). Die Break-Passagen der Lieder, also Abschnitte, in denen nur Rhythmus aus Schlagzeug und Bass zu hören war, stellten sich schnell als sehr beliebt heraus und wurden deshalb von den DJs mit Hilfe von zwei Plattenspielern künstlich verlängert (ebd.). Die Break-Passagen wurden so immer länger und da in diesen Passagen nicht mehr getanzt wurde, tanzten Breakdancer, die mit den DJs zusammenarbeiteten um die Menge zu unterhalten (ebd.). Zu diesen Tanzeinlagen wurden schließlich noch Rapper engagiert, die mit ihrem Mikrofon durch Reime und Sprüche die Menschen wieder zum Tanzen animierten (ebd.). Unter den Rappern war es wichtig, möglichst kreativ zu sein und so entstanden auch Wettstreits zwischen den Rappern um das Publikum zu unterhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die globale Verbreitung von HipHop ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Gründe für den Sprachwechsel tansanischer Musiker zu Swahili.

2. Von der Bronx bis in die Straßen Dar es Salaams: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge des HipHop in den USA und beschreibt den Prozess der Aneignung in Tansania, unterteilt in drei spezifische Phasen.

3. Der Einfluss der Sprachpolitik: Der Abschnitt untersucht die historische Entwicklung des Swahili in Tansania, insbesondere unter der Ujamaa-Politik, und hinterfragt den direkten Einfluss dieser Sprachpolitik auf den Sprachwechsel im Rap.

4. Ausblick: Vergleiche mit anderen Ländern – Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten: Der Autor weitet den Blick auf andere Länder und stellt fest, dass der Übergang zur lokalen Alltagssprache ein globales, elementares Charakteristikum des Rap ist.

5. Der Sprachwechsel – Politik, Zufall oder musikalische Notwendigkeit: Das Fazit resümiert, dass die Sprachpolitik lediglich den Weg ebnete, der Sprachwechsel jedoch eine notwendige Bedingung für die lokale Authentizität und Rezeption von Rapmusik darstellt.

Schlüsselwörter

HipHop, Rap, Tansania, Swahili, Sprachpolitik, Ujamaa, Bongo Flava, Aneignung, Identität, Globalisierung, Lokalisierung, Kulturtransfer, Sprachwechsel, Musikindustrie, Authentizität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung und Aneignung der HipHop-Kultur in Tansania mit einem spezifischen Fokus auf die Sprachwahl der dortigen Künstler.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Sprachpolitik Tansanias, der Geschichte des HipHop sowie der soziokulturellen Dynamik der Aneignung westlicher Musikstile in afrikanischen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Es soll geklärt werden, warum tansanische Musiker nach einer anfänglichen Phase der englischen Rapmusik fast ausschließlich zu Swahili wechselten und welche Rolle die Sprachpolitik dabei spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Sprachpolitik, Musikethnologie und Ansätzen der Kulturaneignung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Genese des HipHop, die Analyse der tansanischen Sprachpolitik unter Julius Nyerere und eine vergleichende Betrachtung internationaler Rap-Szenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen HipHop, Tansania, Swahili, Ujamaa-Politik, Bongo Flava und kulturelle Identität.

Welche Rolle spielt die Ujamaa-Politik für den Sprachwechsel im tansanischen Rap?

Die Ujamaa-Politik förderte Swahili zur Nationalsprache und ebnete so das Fundament, machte es zur Standard-Sprache und schuf damit die notwendige Basis für die Rapper.

Ist der Sprachwechsel in Tansania ein Einzelfall?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Übergang zu einer lokalen Sprache ein grundlegendes Element von Rapmusik ist, welches sich weltweit in verschiedenen kulturellen Kontexten beobachten lässt.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen Swahili und Englisch. Die Aneignung von HipHop in Tansania
Hochschule
Universität Bayreuth
Veranstaltung
Popmusik in Afrika
Note
1,0
Autor
Fabian Speitkamp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V308479
ISBN (eBook)
9783668066502
ISBN (Buch)
9783668066519
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rap HipHop Popmusik populäre Musik Ostafrika Ethnologie Ethnomusikologie ethnomusicology
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Speitkamp (Autor:in), 2009, Zwischen Swahili und Englisch. Die Aneignung von HipHop in Tansania, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308479
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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