Benötigt die Generation Y ein neues Führungsmodell? Eine Einordnung


Hausarbeit, 2015

24 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Generation
2.2 Charakteristika Generation Y
2.3 Charakteristik Generation X
2.4.1 Wesentlichen Unterschiede zwischen Generation X und Generation Y
2.4.2 Warum werden Unterschiede zwischen den Generationen oft falsch verstanden?
2.4.3 Kurze Charakteristik von Babyboomern und Generation Z

3. Führung
3.1 Definition Führung
3.2 Ausgewählte Führungsansätze im Wandel der Zeit

4. Führung der Generation Y
4.1 Führungserwartung der Generation Y
4.2 Wahrnehmung der Generation Y aus Sicht der Unternehmen

5. Fazit

6. Literatur und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Durch die zunehmend spürbaren Auswirkungen des demographischen Wandels und dem daraus resultierenden Fachkräftemangel wird angenommen, dass Unternehmen sich nicht mehr aus einer Bandbreite von potentiellen Mitarbeitern die geeignetsten aussuchen können. Vielmehr seien die Unternehmen gezwungen, sich auch auf Forderungen seitens der Bewerber einzulassen. Diese Forderungen und Bedürfnisse verändern sich in regelmäßigen Abständen, sowohl durch gesellschaftlichen als auch geschichtlichen Fortschritt. So lassen sich die verschieden geprägten Generationen voneinander abgrenzen.1 Nach der sogenannten Generation X, rückt nun die Generation Y in den näheren Fokus. Denn diese wird Prognosen zu Folge bis zum Jahr 2020 einen Personalbestand von 50% in den Unternehmen darstellen.2 Dies hat sowohl Auswirkungen auf die Ausrichtung von Personalabteilungen als auch auf die von Führungspersonen.3 Weiterhin wird angenommen, dass Personalabteilungen besser auf diesen Generationen-Wechsel, z.B. durch eine zunehmend verbesserte Work-Life- Balance oder Talentmanagement, vorbereitet seien als Führungsebenen. Denn die heute bekannten Führungsmodelle richten sich größtenteils an die Generation X. Für Unternehmen stellt sich daher die Frage, ob es erforderlich ist, Generation X und Generation Y voreinander abzugrenzen und unterschiedlich zu führen oder ob die herkömmlichen Führungsmodelle ausreichend sind, um die Ziele des Unternehmens umsetzen zu können.4 Um dem demographischen Wandel entgegenzuwirken, werden immer kürzere Ausbildungszeiten eingesetzt, die gleichzeitig auf ein erhöhtes Alter bei Ruhestandeintritt treffen. Dadurch lösen sich die Generationen nicht mehr überschneidungsfrei ab, sodass jetzt eine Mehr-Generationen-Belegschaft vorliegt, mit denen Unternehmen konfrontiert sind.5

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

Ziel dieser Seminararbeit ist die Darstellung der Erwartungen der Generation Y an Führung, besonders vor dem Hintergrund der Einordnung in die praktische Relevanz. Die Bearbeitung dieser Untersuchung wird unter aktueller Literatur und Internetquellen durchgeführt.

Des weiteren wird wegen der dynamischen Entwicklung der Führungsaspekte von Mitarbeitern und der demographischen Entwicklung Wert auf eine zeitnahe Darstellung der Materie gelegt. Für den Verlauf der Untersuchung ergeben sich folgende, zentrale Fragestellungen:

Muss die Generation Y anders geführt werden als die vorherigen Generationen? Was macht eine Generation aus?

Gibt es überhaupt einen Generations-Unterschied? Welche Problematik birgt der Generations-Unterschied? Kann es ein allgemein gültiges Führungsmodell für alle Generationen geben? Welche Reaktionsmöglichkeiten bieten sich Unternehmen?

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in 5 Abschnitte. Dieser Einleitung folgt Kapitel 2, in dem die Generation X und die Generation Y definiert werden sowieso der wesentliche Unterschied herausgestellt wird. Des weiteren wird erläutert, weshalb es in der Gesellschaft oft zu Fehlinterpretationen der Generationsunterschiede kommt. In Kapitel 3 wird das Thema Führung näher beleuchtet, mit besonderer Beachtung der beiden Führungsstile transaktional und transformational und dem daraus resultierenden Einfluss auf Mitarbeiter. Kapitel 4 soll den Hauptteil dieser Arbeit darstellen und die zentrale Fragestellung beinhalten, ob die Generation Y anders geführt werden muss. Dazu werden zum einen die Erwartungen von Führung der Generation Y dargestellt als zum anderen der Führungsstil der Generation Y behandelt. Auch soll ein Ausblick in die Zukunft gewährt werden. Abschließend folgt in Kapitel 5 das Fazit mit dem Ergebnis dieser Hausarbeit. In Kapitel 6 befindet sich das Literatur und Quellenverzeichnis.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definition Generation

Um die Generation Y und ihre Ausprägungen besser verstehen zu können, sollen zunächst der Begriff Generation und die Merkmale näher betrachtet werden. In der einschlägigen Literatur herrschen verschiedene Meinungen über den Generationsbegriff vor. Zum Teil gibt es Autoren, die den Generationsbegriff vermeiden und auch die Tendenz hin zu einer generation-spezifischen Personalarbeit ablehnen. Auf diesen Faktor wird in einem späteren Abschnitt dieser Hausarbeit eingegangen6

In der Literatur wird eine Generation als eine Gruppe von Menschen gesehen, die sowohl durch kulturelle wie auch historische Ereignisse geprägt wird. Entscheidend geprägt wurde der Begriff der Generation durch Karl Mannheim im Jahr 1928. Dieser sieht an, dass der Übergang von Generation zu Generation fließend stattfindet, und nicht z.B. ab einem bestimmten Jahr.7 Deshalb ließen sich Generationsabgrenzungen nicht bestimmt festlegen.

Dabei lässt sich die Entstehung einer Generation auf die gemeinsame Ansicht von Werten zurückführen, welche meist durch ein prägendes Ereignis, wie z.B. einer Weltwirtschaftskrise oder der Flugzeugkatastrophe am 11. September 2001, gefestigt wird.8 Klaffke bezeichnet diese gemeinsam Ansicht als sogenannte „Werteklammer“, welche die Ziele und die dazugehörigen Handlungsmöglichkeiten der jeweiligen Generation beinhaltet und repräsentiert.9 Diese „Werte“ werden in der Literatur mit der „Einstellung“ eines Individuums gleichgesetzt, wobei der Unterschied darin besteht, dass Werte stabiler sind und dementsprechend länger anhalten.10 Laut Karl Mannheims Sozialisationshypothese entstehen diese Vorstellungen im Kinder-, Jugend- sowie dem frühen Erwachsenenjahren. Diese Hypothese wird durch Holbrook und Schindler im Jahr 1989 sowie von Schewe und Meredith im Jahr 2004 weitreichend belegt.11 Des weiteren spielt nicht nur das Merkmal der Zeit bei der Bildung einer Generation eine Rolle, sondern vor allem auch geographische sowie kulturelle Merkmale.12 Dies bedeutet, dass der Generationsbegriff nicht für die ganze Menschheit verallgemeinert werden kann. Abschließend lässt sich festhalten, dass der Begriff der Generation Menschen in ein bestimmtes Muster teilt, dies aber nie aufgrund von individuellem Verhalten, Geschlecht sowie Herkunft und geographischem Ausgangspunkt geschehen soll.13

2.2 Charakteristika Generation Y

Nachdem in Kapitel 2.1 die Grundlagen einer Generation aufgezeigt wurden, widmet sich dieser Abschnitt der Hausarbeit speziell der Charakteristika der Generation Y. Eine exakte zeitliche Eingrenzung wird in der einschlägigen Literatur nicht vorgenommen, da, wie bereits in der Einleitung erwähnt, der Übergang von Generation zu Generation fließend ist.14 Allerdings kann festgehalten werden, dass mit Generation Y Menschen gemeint sind, die im Zeitraum von 1980 bis 2000 geborenen wurden.15 Für die Generation Y befinden sich in der Literatur des weiteren Begriffe wie Digital Natives, Millenials (zu deutsch die Jahrtausender), Next Generation, Nexters oder der negativere Begriff Trophy Kids, welche alle Verhaltensmuster oder die zeitliche Zuordnung bereits im Namen tragen.16

Wie die Generation Y in die Vorgänger- und Folgegeneration eingeordnet werden kann, soll die nachfolgende Abbildung veranschaulichen. Nach den geburtenstarken Jahrgängen, der sog. Babyboomer und der Generation X, folgt die Generation Y.17

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Bevölkerungspyramide in Deutschland 201418

Zum ersten Mal wurde der Begriff der Generation Y im Jahre 1993 in der „Ad Age“ Fachzeitschrift publiziert.19 In diesem Zusammenhang ist das Y prägender Bestandteil der Generation, denn dieses wird im Englischen wie „Why“ ausgesprochen. Dies soll das stetige Hinterfragen von Normen und Werten seitens der Generation Y darstellen.20 Die Entstehung für die Generation Y hat viele Gründe.

1. Zum Einen stellen Großereignisse, für viele Autoren vor allem die Vorfälle rund um den 11. September 2001, einen prägenden Aspekt dar.21
2. Des weiteren gelten nach Umfragen, abhängig vom Alter der befragten Person, der Untergang der Estonia sowie der Börsencrash von 2008 als entscheidende Faktoren, die für die Generation ein Aufwachsen in einer unsicheren und globalisierten Welt darstellen. Die Generation Y ist also in unsicheren Zeiten aufgewachsen.22
3. Gemäß Klaffke stellen auch „wichtige Veränderungen in den Lebensbedingungen“ weitere Faktoren dar, welche die Generation Y ausmachen. Dazu gehören die Digitalisierung, die Multi-Optionsgesellschaft, das soziale Umfeld sowie die Flexibilisierung der Arbeitswelt.23

Im Vergleich zu den anderen Generationen, kennzeichnet die Millenials ein starkes Selbstbewusstsein. Zurückzuführen ist dies auf die Tatsache, dass sie sich ihrer Rolle als Fachkraft stärker bewusst werden. In den Zeiten des Fachkräftemangels wissen sie, dass Unternehmen auf gut ausgebildete Arbeitnehmer angewiesen sind.24 Auch spielt die stärkere Unterstützung der Eltern bei der Stärkung des Selbstbewusstseins und der Wahrnehmung auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle. Eltern können ihren Kindern eine verbesserte Ausbildung ermöglichen als es bei den vorherigen Generationen der Fall war, da erstmals beide Elternteile zum Einkommen beitragen.25

Durch die verbesserten Ausbildungsmöglichkeiten, erfolgt eine erhöhte Wechselwilligkeit der Millenials bei ihrem Arbeitgeber. Werden die Vorstellungen nicht zufriedenstellend befriedigt, sind sie sich bewusst, dass ein anderer Arbeitgeber diese erfüllen kann.26 Die Flexibilität, die die Generation Y schon bei der Wahl des Studiums oder Arbeitgebers hat, möchte sie auch beim Arbeitgeber selbst beibehalten. Dabei steht die Flexibilität vor der Frage nach Gehalt oder Aufstiegsmöglichkeiten.27 Gerade diese Flexibilität führt zu einer erhöhten Orientierungslosigkeit, weshalb die Generation Y alles auf den Sinn hin überprüft.28 Durch die erhöhte Kommunikation und ständige Erreichbarkeit ist für die Millenilals wichtig, dass ihr Arbeitgeber auch während der Arbeitszeit bestimmte Freiräume zugesteht.29

Die Generation Y will individuell sein. Gerade durch die vielen Wahlmöglichkeiten in allen Lebensbereichen ist ein Individuum der Generation Y gewillt, aus der breiten Masse hervorzustechen.30

Ein weiteres Merkmal der Generation Y ist die Affinität zu Technik und Internet. Dabei findet die Verwendung in viele Bereichen der Generation Y statt, wie Unterhaltung oder Kommunikation. Diesen Vorteil gegenüber vorherigen Generationen wollen die Millenials ausnutzen.31

Darüber hinaus ist das Sicherheitsbedürfnis bei der Generation Y stark ausgeprägt. Dies steht allerdings im Gegensatz zur bereits vorher erwähnten Flexibilität. So wird angenommen, dass die Millenials zwar stabile Arbeitsstrukturen wollen, sich aber gleichzeitig nicht ihre Freiheit nehmen lassen möchten.32

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Generation Y höhere Ansprüche an Flexibilität und Work-Life-Balance hat, gleichzeitig aber auch ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis durch die Krisen, welche sie miterlebt haben, verlangen. Sie sind in einer Zeit von Internet und Smartphones aufgewachsen und wollen diese Errungenschaften auch ausleben. Des weiteren treten sie selbstbewusster als die vorherigen Generationen auf, da sie wissen, was ihre Generation auf dem Arbeitsmarkt bewirken kann.33

2.3 Charakteristik Generation X

Um in Kapitel 2.4.1, einen Vergleich zwischen den Generationen X und Y aufzeigen zu können, soll in Kapitel 2.3 zunächst die Generation X näher definiert werden. Menschen, die zwischen 1965 und 1979 geboren wurden, werden als Generation X bezeichnet. Die Generation X bezeichnet man umgangssprachlich des weiteren als MTV, Schlüsselkinder Generation, sowie Generation Golf.34 Der Begriff der Generation X wurde durch den Episodenroman von Coupland (1991) „Generation X - Geschichten für eine immer schneller werdende Kultur“, geprägt.35

Die Vertreter der Generation X wuchsen in schweren Zeiten auf, durchzogen vom Abflachen des Wirtschaftswachstums, der Ölkrise, AIDS- und Drogenproblematik, den Aktionen der Terroristengruppe RAF 1977 und den Spannungen der Europapolitik.36 Als nachfolgende Generation der Babyboomer macht sich die Einführung der Antibabypille in den Geburtenraten deutlich bemerkbar. Im Gegenschluss sind die Kinder der Generation X erwünscht und können sowohl finanziell als auch zeitlich ausreichend unterstützt werden. Beim Erziehungsaspekt setzt sich dabei ein von nun an liberaler Erziehungsstil durch, welcher mit mehr Freiheiten für die Kinder verbunden ist.37

Aufgrund dieser Tatsachen sieht die Generation X Arbeit nicht als Lebensinhalt an, sondern mehr als Grundlage eines erfüllten Lebens.38 Die Xer sind nicht mehr an Führungsrollen interessiert und arbeiten lieber autonom.

[...]


1 Vgl. Klaffke (2014) S. 5

2 Entnommen aus:

http://www.pwc.com/en_M1/m1/services/consulting/documents/millennials-at- work.pdf Aufruf am 7.7.2015

3 Vgl. Klaffke, Parment (2011) S. 4

4 Vgl. ebenda S.5

5 Klaffke (2014) S. 6

6 Vgl. Ruthus (2014) S. 5

7 Vgl. Parment (2013) S. 18

8 Vgl. ebenda S. 17

9 Klaffke (2014) S. 9

10 ebenda

11 Vgl. ebenda S. 10

12 Vgl. Parment (2013) S. 18

13 Klaffke (2014) S. 9

14 Vgl. Otto, Remdisch (2015) S. 50

15 Vgl. ebenda S. 51

16 Hucke, Füssel, Groll, Dietl (2013) S. 129

17 Vgl. Klaffke, Parment (2011) S. 5

18 Entnommen aus: https://www.lecturio.de/magazin/generation-y/ Aufruf am 10.7.2015

19 Stoisiek (2015) S. 351

20 Ebenda S. 351

21 Vgl. Richenhagen (2015) S. 403

22 Klaffke (2014) S. 60

23 Vgl. ebenda S. 61

24 Vgl. Richenhagen (2015) S. 352

25 Vgl. ebenda

26 Vgl. ebenda

27 Vgl. Otto, Remdisch (2015) S. 30

28 Vgl. Ruthus (2014) S. 10

29 Vgl. ebenda S. 13

30 Vgl. Parment (2013) S. 8

31 Vgl. Hucke, Füssel, Goll. Dietl (2013) S. 130

32 Vgl. Ruthus (2014) S. 11

33 Vgl. Stoisiek (2015 S. 352

34 Vgl. Ruthus (2014) S. 7

35 Klaffke (2014) S. 12

36 Vgl. Oertel (2014) S. 32

37 Vgl. ebenda S. 45f

38 Hesse, Mayer, Rose, Fellinger (2015) S. 54

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Benötigt die Generation Y ein neues Führungsmodell? Eine Einordnung
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
24
Katalognummer
V308485
ISBN (eBook)
9783668066526
ISBN (Buch)
9783668066533
Dateigröße
596 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Generation Y, Generation X, Generation Z, Generation Babyboomer, Führung, Führungsansätze, Führungserwartung, Generationenkonflikt
Arbeit zitieren
Niklas Völcker (Autor), 2015, Benötigt die Generation Y ein neues Führungsmodell? Eine Einordnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308485

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