Die Fragen der Organisationsentwicklung sind für die Organisationstheorie eine relativ neue Erscheinung. Bis zur Mitte der 1960er Jahre wurde die Gewährleistung einer stabilen Funktionsweise einer Organisation priorisiert. Die Aufgaben der Organisationstheorie bestanden hauptsächlich darin, die Aufbauprinzipien zu finden, die diese stabile und effiziente Funktionsweise der Organisation für immer sichern werden. Somit wurden primär die Effektivitätskriterien der Funktionsfähigkeit einer Organisation erforscht.
Das Problem der Organisationsentwicklung kann auf unterschiedlichen Ebenen betrachtet werden: auf der Sozialebene oder auf der Geschäftsebene. Und insbesondere beim Betrachten der Geschäftsebene, das heißt der Ebene von wirtschaftlichen Organisationen (Unternehmen) kann die Verbindung von Theorie und Praxis am besten veranschaulicht werden.
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Darstellung des A+ Modells
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht ein Unternehmensentwicklungsmodell der A+ Agentur, einer Agentur für unternehmerische Standortbestimmung und individuelle Routenplanung zu Zielpunkten. Der Sitz der Agentur befindet sich in Hamburg. Die Idee des A+ Modells stammt von dem Inhaber des Unternehmens Axel Schüler-Bredt. Ihm zufolge resultiert das A+ Modell aus seiner über 20 jährigen Erfahrung in der Medien-, Marketing und Kommunikationsbranche.
Die vorliegende Darstellung des Modells basiert primär auf den Beschreibungen und Auslegungen von Axel Schüler-Bredt.
"A+ steht für die Erkenntnis, dass sich jedes Unternehmen nur dann dauerhaft am Markt behaupten kann, wenn es sich kontinuierlich weiterentwickelt. Diese Evolution schließt alle Bereiche eines Unternehmens ein: die Präsenz in der Öffentlichkeit, die Fremd- und Eigenwahrnehmung, das Team, alle Aktivitäten der Kommunikation und der Marketingarbeit..."
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung und Problemstellung
2. Darstellung des A+ Modells
2.1. Grundsätze des A+ Modells
2.2. Variablen im A+ Modell
2.3. Tools und Ziele im A+ Modell
3. Übersicht der gängigen Unternehmensentwicklungsmodelle
3.1. Evolutionsmodelle
3.1.1. Adaptionsmodelle
3.1.2. Selektionsmodelle
3.2. Metamorphosenmodelle
3.2.1. Wachstumsschwellenmodelle
3.2.2. Lebenszyklusmodelle
3.3. Ökonomische Modelle
3.4. Konfigurationsmodelle
3.4.1. Konfigurationsmodell von Mintzberg
3.4.2. Taxonomie von Miller und Friesen
3.4.3. Track-Modell von Hinings und Greenwood
3.5. Koevolutionsmodelle
3.6. Das EFQM-Modell
3.7. Zusammenfassung der Modellübersicht
4. Unternehmensziele
4.1. Zielhierarchie
4.2. Klassifizierung von Zielen
4.2.1. Quantitative bzw. ökonomische Ziele
4.2.2. Qualitative bzw. psychologische Ziele
4.2.3. Strategische und operative Ziele
4.2.4. Weitere Zielparameter
4.3. Zusammenfassung Unternehmensziele
5. Vergleichende Analyse des A+ Modells
5.1. Theoretische Fundierung des A+ Modells
5.2. Vergleich des A+ Modells
5.3. Kritische Diskussion des A+ Modells
5.3.1. Positive Aspekte
5.3.2. Negative Aspekte
5.3.3. Verbesserungsvorschläge
6. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das empirische Unternehmensentwicklungsmodell der A+ Agentur, vergleicht es mit etablierten wissenschaftlichen Modellen und erarbeitet eine theoretische Fundierung, um Stärken, Schwächen und Verbesserungspotenziale für das Modell aufzuzeigen.
- Unternehmensentwicklungsmodelle in der Organisationstheorie
- Systematik und Variablen des A+ Modells
- Klassifizierung und Hierarchie von Unternehmenszielen
- Vergleichende Analyse und kritische Diskussion
Auszug aus dem Buch
3.1. Evolutionsmodelle
Bei den Evolutionsmodellen handelt es sich um Entwicklungsmodelle, die auf der Evolutionslehre basieren und dabei die Ansätze der Systemtheorie berücksichtigen. Mit anderen Worten wird ein Unternehmen in solchen Modellen einem biologischen Lebewesen ähnlich angesehen. Und ähnlich einem Lebewesen ist auch sein Verhalten in Bezug auf die Umwelt. Das übergeordnete Ziel der Unternehmung ist das Überleben. Folglich ist die Unternehmung auch den allgemein gültigen Evolutionsgesetzen unterworfen: nur diejenigen können überleben, die sich besser an die Umweltbedingungen anpassen (Anpassungsfähigkeit) und auch die, die den anderen in ihrer Stärke und Kraft überlegen sind. Der Entwicklungsprozess verläuft dabei in drei Stufen: Variation, Selektion und Retention (vgl. Huskobla 2010: 65). Dieser Entwicklungsprozess bildet u.a. auch die Basis für die Selektionsmodelle, die eine Ableitung von Evolutionsmodellen sind und unter dem Punkt 3.1.1. genauer betrachtet werden.
Zwei wichtige Merkmale charakterisieren den evolutionstheoretischen Ansatz: die eigene Identität und die o.g. Anpassungsfähigkeit an die sich verändernden Bedingungen der Umwelt. Die Anhänger des evolutionstheoretischen Ansatzes stellen dennoch einige Unterschiede zwischen einem biologischen Lebewesen und einem wirtschaftlich-sozialem System, z.B. einem Unternehmen fest. So bedienen die Komponenten eines biologischen Organismus nur das eigene System, die Komponenten einer Organisation, z.B. die Managementkomponente können auch das externe soziale System bedienen. Des Weiteren können die Komponenten des Systems die Organisation für eigene Zwecke nutzen. Das ergibt sich die Möglichkeit die eigene Identität entweder zu bewahren oder sie zu verändern. Die Anpassungsfähigkeit ist ein überlebenswichtiger Faktor sowohl für biologische Organismen als auch für wirtschaftlich-soziale Systeme.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung und Problemstellung: Hinführung zum Thema der Unternehmensentwicklung und Vorstellung der Forschungsfrage sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2. Darstellung des A+ Modells: Detaillierte Beschreibung der Systematik, der Entwicklungsstufen, der Ziele und der Tools des von Axel Schüler-Bredt entwickelten Modells.
3. Übersicht der gängigen Unternehmensentwicklungsmodelle: Systematischer Überblick über verschiedene wissenschaftliche Modellklassen, ihre Merkmale und ihre Bedeutung für die Unternehmensgestaltung.
4. Unternehmensziele: Erläuterung der Zielhierarchie, Klassifizierung von Zielen in quantitative und qualitative Kategorien sowie Erörterung von Zielbeziehungen.
5. Vergleichende Analyse des A+ Modells: Theoretische Fundierung des Modells und Gegenüberstellung mit den zuvor erläuterten wissenschaftlichen Ansätzen sowie kritische Diskussion.
6. Resümee und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Reflexion über zukünftige Entwicklungsperspektiven eines Meta-Modells.
Schlüsselwörter
Unternehmensentwicklung, A+ Modell, Organisationsentwicklung, Entwicklungsstufen, Zielhierarchie, Marketingmanagement, Systemtheorie, Evolutionsmodelle, Konfigurationsmodelle, EFQM-Modell, Standortbestimmung, Unternehmensstrategie, Innovationsmanagement, Change-Management, Unternehmenserfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse eines speziellen Unternehmensentwicklungsmodells, dem sogenannten A+ Modell, und dessen Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Methoden der Unternehmensentwicklung, strategische Unternehmensführung, Zielsysteme in Unternehmen sowie Marketingmanagement als Instrument der Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, das empirisch geprägte A+ Modell theoretisch zu fundieren und durch einen systematischen Vergleich mit etablierten Modellen Stärken und Schwächen aufzudecken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf ein Vergleichsprinzip, bei dem das A+ Modell mit verschiedenen existierenden Entwicklungsmodellen hinsichtlich ihrer Grundannahmen und Methoden gegenübergestellt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Übersicht theoretischer Entwicklungsmodelle, eine detaillierte Analyse der Unternehmensziele und einen direkten Vergleich zwischen dem A+ Modell und wissenschaftlichen sowie empirischen Ansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Unternehmensentwicklung, A+ Modell, Organisationsentwicklung, Zielhierarchie und strategisches Management beschreiben.
Was ist das Alleinstellungsmerkmal des A+ Modells?
Das A+ Modell priorisiert Ziele als führendes Element des gesamten Entwicklungsprozesses und verknüpft diese direkt mit einem speziellen Tools-Portfolio.
Wie unterscheidet sich das A+ Modell von klassischen Lebenszyklusmodellen?
Im Gegensatz zu vielen Lebenszyklusmodellen, die in einem Niedergang oder Tod enden, ist das A+ Modell offen konzipiert und betrachtet die höchste Stufe als dauerhaften Zustand der Exzellenz.
Welche Schwachstellen identifiziert der Autor im A+ Modell?
Zu den kritisierten Punkten gehören die noch mangelnde theoretische Fundierung, die eingeschränkte Zielauswahl sowie die Herausforderung der Messbarkeit und Kontrolle der Zielerreichung im Modell.
- Citar trabajo
- Pavel Stoyan (Autor), 2015, Analyse eines Unternehmensentwicklungsmodells, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308495