Gesundheit kommt aus der Küche und nicht aus der Apotheke. Entwurf eines Präventionsprogramms gegen Übergewicht


Hausarbeit, 2015

22 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlegende Angaben zum Schwerpunktthema der geplanten Präventionsmaßnahme
1.1 Titelauswahl und Begründung
1.2 Ausgewähltes Handlungsfeld und Präventionsprinzip
1.3 Daten zum bestehenden Gesundheitsproblem
1.4 Wirksamkeitsbelege / Evidenzbasierungen
1.5 Zielgruppe
1.6 Übergeordnete Ziele

2 Inhaltlich-organisatorische Grobplanung des Kurskonzepts

3 Inhaltlich-methodische Detailplanung des Kurskonzepts

4 Dokumentation und Evaluation

5 Literaturverzeichnis

6 Tabellenverzeichnis

1 Grundlegende Angaben zum Schwerpunktthema der geplanten Präventionsmaßnahme

1.1 Titelauswahl und Begründung

Der Titel des Programms trägt den Namen „Gesundheit kommt aus der Küche und nicht aus der Apotheke“. Durch die Auswahl des Titels wird direkt verdeutlicht, dass eine gesunde Lebensweise vor allem aus der Ernährung entsteht und nicht vom Arzt verschrieben werden kann oder in der Apotheke frei erhältlich ist. Da es viele Fehlerquellen im Themenfeld Ernährung gibt, gerade auch in Bezug auf die richtige Zubereitung beim Kochen und das Einkaufsverhalten bei Lebensmitteln, soll das Programm genau an den Stellen ansetzen, bei denen die meisten Probleme auftreten.

1.2 Ausgewähltes Handlungsfeld und Präventionsprinzip

Das zu Grunde liegende Präventionsprinzip des Handlungsfeldes Ernährung findet sich im Sozialgesetzbuch V §20 Abs. 1. Es verfolgt das Präventionsprinzip der Vermeidung und Reduktion von Übergewicht.

1.3 Daten zum bestehenden Gesundheitsproblem

Unter Übergewicht versteht man eine Erhöhung des Körpergewichts durch eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfettanteils (Benecke & Vogel, 2003) Es gibt zwei Arten von Übergewicht: Auf der einen Seite gibt es das klassische Übergewicht und auf der anderen Seite die Adipositas. Übergewicht entsteht durch eine erhöhte Energiezufuhr und der im Verhältnis dazu zu niedrige Energieverbrauch. Zu Adipositas kann, neben Fehl- und Überernährung, sowie Bewegungsmangel, zusätzlich ein Hormondefekt führen. Das Risiko an Folge- bzw. Begleiterkrankungen zu erkranken steigt durch Übergewicht und Adipositas rapide an (Després, Lemieux, & Prud'homme, 2001; Hauner, Hamann, Husemann, Koletzko, Liebermeister, Wabitsch, Westenhöfer, Wirth & Wolfram, 2003, S. 7). Neben der Feststellung des Übergewichts oder Adipositas ist es wichtig das Fettverteilungsmuster zu betrachten. Es gibt zwei Arten des Fettverteilungsmusters, zum Einen die androide Körperfettverteilung (auch genannt Apfelform) und zum Anderen die gynoide Körperfettverteilung (auch genannt Birnenform). Die androide Fettverteilung ist häufiger bei Männern zu finden. Das Körperfett sammelt sich hauptsächlich in der Bauchgegend (viszerales Fett). Bei der Birnenform handelt es sich dabei um eine Häufung des Körperfetts in Hüft- und Oberschenkelbereich und ist vor allem typisch bei Frauen anzutreffen. Eine Feststellung des Übergewichts oder der Adipositas wird in der Regel mittels Body-Mass-Index (BMI) gemessen. Dieser wird folgendermaßen berechnet: Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße in Zentimeter zum Quadrat. Des Weiteren wird der Taillen- und Hüftumfang, sowie anschließend der Taillen-Hüft-Quotient (waist-to-hip-ratio - WHR) als weitere Ermessensgrundlage ermittelt. Der WHR wird folgendermaßen ausgerechnet: Taillenumfang in Zentimeter dividiert durch den Hüftumfang in Zentimeter. Der Taillenumfang bzw. der Taillen-Hüft-Quotient geben maßgeblich darüber Auskunft, wie hoch das Risiko ist an Herz-Kreislauf- und / oder Stoffwechselerkrankungen zu erkranken.

Ab einem Body-Mass-Index von 25 kg/m2 gilt eine Erwachsene Person als übergewichtig. Bei einem Body-Mass-Index von über 30 kg/m2 gilt eine Person als stark übergewichtig / adipös (WHO, 2000).

Tab. 1: Body-Mass-Index Klassifizierung nach WHO (2000)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei einem Taillenumfang ≥ 88 cm bei Frauen bzw. ≥ 102 cm bei Männern liegt eine abdominale Adipositas vor (WHO, 2000; EASO, 2002; Lean, Han & Morrison, 1995). Es ist zu empfehlen, dass bei Personen deren BMI ≥ 25 kg/m² ist, stets der Taillenumfang gemessen wird (Hauner et al., 2003, S.6).

Tab. 2: Klassifizierung des Taillenumfangs nach Lean et al. (1995)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: Einteilung des Taillen-Hüft-Quotienten (WHR) nach Lean et al. (1995)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zum Thema Übergewicht und Adipositas gibt es viele Studien. Die Untersuchungen aus den Jahren 2008 bis 2011 im Rahmen der durchgeführten Studie „Übergewicht und Adipositas in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)“ unter der Leitung von Mensink, Schienkiewitz, Haftenberger, Lampert, Ziese und Scheidt-Nave (2013) zeigen, dass 67,1 % der Männer und 53 % der Frauen im Alter von 18-79 Jahren übergewichtig sind. Diese Ergebnisse der Übergewichtigen unterscheiden sich nur geringfügig zu Studienergebnissen aus den Vorjahren (Bundes-Gesundheitssurvey, 1998 (BGS98) und Nationale Verzehrsstudie II, 2005-2007). Gleichzeitig haben die Untersuchungen gezeigt, dass die Adipositasprävalenz stark angestiegen ist. Waren vorher 18,9 % der Männer und 22,5 % der Frauen adipös, sind es mittlerweile 23,3 % der Männer und 23,9 % der Frauen. Vor allem bei jungen Erwachsenen ist eine Zunahme der Adipositas deutlich geworden. Im Bereich der Frauen ist ein stetiger Zuwachs der Übergewichtsprävalenz und Adipositasprävalenz erkennbar.

Tab. 4: Adipositasprävalenz bei Frauen modifiziert nach Mensink et al. (2013) DEGS1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lampert, Saß, Häfelinger und Ziese (2005) stellten darüber hinaus fest das, je niedriger das Einkommen ist, desto schlechter auch die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten ist. In einer Befragung nach den Arztbesuchen kam heraus, dass 77 % der Frauen und 64 % der Männer innerhalb der letzten drei Monate einen Arzt konsultiert haben. Nur 56 % der männlichen Unterschicht gingen zum Arzt während 66 % der Oberschicht den Arzt aufsuchten. Bei den Frauen waren es 70 % der Unterschicht und 77 % der Oberschicht. Rund 1,4-mal seltener gehen Frauen aus der Unterschicht zum Arzt obwohl sie ihren Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht einstuften. Bei den Männern geht 2,5-mal seltener die Unterschicht zum Arzt als die Oberschicht. Lampert et al. führen dieses Verhalten darauf zurück, dass auf Grund der erhöhten psychosozialen Belastungen und erhöhtem Stress eine gesundheitsriskante Lebensweise beispielsweise in Form von Fehl- und Überernährung, sowie Tabak- und Alkoholkonsum als Stressbewältigung dienen. Wie schwerwiegend die gesundheitlichen Folgen sind haben Gedrich und Karg (2004) für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft belegen können. Über zwei Drittel aller Erkrankungen und Todesfälle sind auf die Fehl- und Überernährung, als alleiniger oder als zusätzlicher Faktor an der Krankheitsentstehung, zurückzuführen. Gerade Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 sind Beispiele für Folgeerkrankungen eines ungesunden Lebensstils.

1.4 Wirksamkeitsbelege / Evidenzbasierungen

Schacky (2008) hat herausgefunden, dass eine nachhaltige Reduzierung des Körpergewichts durch eine positive Änderung der Ernährung mit Empfehlung zu sportlicher Aktivität bewirkt werden kann. Dabei muss spezifisch auf ein gesundheitsförderndes und bedarfsgerechtes Ernährungsverhalten eingegangen werden.

Oda-Montecinos, Saldaña und Andrès (2013) führten eine Studie mit 292 Personen durch. Davon waren 205 Frauen und 97 Männer im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt übergewichtig. Der durchschnittliche Body-Mass-Index lag bei 26,6 kg/m2. Oda-Montecinos et al. (2013) fanden heraus, dass die Teilnehmer mit Übergewicht dazu tendierten, bedeutend schneller und vor allem mehr zu essen als Normalgewichtige. Neben dem abnormalen Essverhalten, bevorzugten sie meistens die überkalorische Nahrung. Daraus lässt sich schließen, dass nicht nur die Qualität der Nahrungs- und Lebensmittel eine Rolle spielen, sondern auch die Nahrungszufuhr erheblichen Anteil an einer Gewichtszunahme hat.

1.5 Zielgruppe

Tab. 5: Detaillierte Zielgruppenbeschreibung für das Kursprogramm

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Zielgruppe des Programmes sind Frauen ab 25 Jahren aus der Mittelschicht. Der Familienstand ist nebensächlich. Wie schon die Studie von Mensink et al. aufgezeigt hat, ist es erkennbar, dass die Adipositasprävalenz bei Frauen von Altersgruppe zu Altersgruppe zunimmt. Über die Hälfte der befragten Frauen sind übergewichtig (53%) und davon sind fast ein viertel aller Übergewichtigen adipös (23,9%). Die Altersgruppe ist absichtlich so ausgewählt, um speziell die Frauen anzusprechen, die im Normalfall ihre berufliche Ausbildung abgeschlossen haben. Dadurch leben die Teilnehmer nicht mehr bei ihren Eltern und führen schon ein selbstständiges Leben (eventuell mit Partner und / oder eigener Familie). Hinzu kommt, dass diese Frauen sich selbst versorgen können. In diesem Fall bedeutet das für den Kurs, dass die Teilnehmer eigene Koch- und Einkaufserfahrungen besitzen. Es werden speziell Frauen aus der Mittelschicht angesprochen, da diese ein angemessenes Einkommen haben und sich ein solches Programm leisten können. Darüber hinaus besitzen diese Personen genügend Eigenverantwortung und eine ausreichende Bildung, um an diesem Programm teilzunehmen. Wie schon in der Studie von Lampert et al. herausgefunden, besitzt die Unterschicht ein weniger ausgeprägtes Gesundheitsverhalten, sei es aus finanziellen Gründen nicht möglich oder aus eigenverantwortlicher Sicht nicht für notwendig befunden.

Der Gesundheitszustand der Teilnehmer soll ohne behandlungsbedürftige Stoffwechselerkrankungen sein. Hinzu kommen ein Body-Mass-Index über 25 kg/m2 bis 30 kg/m2 und ein Taillen-Hüft-Quotient über 0,8 bis 1,0. Ab einem BMI über 30 kg/m2 bis 40 kg/m2 und einem WHR über 1,0 ist eine Teilnahme nur nach ärztlicher Rücksprache möglich. Auch der Taillen-Hüft-Quotient soll über 0,8 bis 1,0 sein. Die Frauen sind derzeit nur gering bis gar nicht körperlich aktiv und ernähren sich hauptsächlich von Fast Food und Fertiggerichten. Kontraindiziert sind sekundäre und syndromale Adipositasformen, sowie psychiatrische Grunderkrankungen und Essstörungen.

Im Vordergrund stehen die Gewichtsreduktion mit anschließender Gewichtsstabilisierung als Teilnehmermotive bzw. –ziele. Hinzu kommen hilfreiche Hinweise und Tipps zu ausgewogener und nährstoffreicher Ernährung. Schließlich möchten die Teilnehmer ein gesundheitsförderndes Ess-, Koch- und Einkaufsverhalten erlernen. Ebenfalls ist der Austausch mit anderen Leidensgenossinnen wichtig. Letztlich soll sich das Wohlbefinden aller Teilnehmerinnen verbessern.

1.6 Übergeordnete Ziele

Tab. 6: Übergeordnete Ziele

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Teilnehmerinnen haben die Ziele der Gewichtsreduktion, Reduktion des Body-Mass-Index und des Taillenumfangs.

Eine Gewichtsreduktion trägt allgemein dazu bei, dass das Wohlbefinden, aber auch die Lebensqualität und das Selbstbewusstsein der Teilnehmer steigen. Sobald Abgenommen wurde, senkt sich automatisch auch der BMI. Das ermöglicht eine Entlastung der Herzmuskulatur, die weniger Blut in den Kreislauf pumpen muss und somit weniger Leistung erbringen muss. Ebenfalls werden die Gelenke und Knochen geschont, die weniger Gewicht tragen müssen.

Die Senkung des Taillenumfangs ist deshalb wichtig, um das Gewicht an den „richtigen“ Körperstellen zu verlieren. Hier wird hauptsächlich das viszerale Körperfett abgenommen, welches gesundheitsgefährdende Auswirkungen haben kann. Außerdem wird durch die Senkung des Taillenumfangs ebenfalls der Taillen-Hüft-Quotient gesenkt. Dadurch minimieren sich ebenfalls die gesundheitlichen Risiken.

Insgesamt geht es bei den Zielen darum, Gewicht abzunehmen, wodurch der BMI gesenkt wird. Wenn gleichzeitig an den richtigen Stellen, d.h. an der Taille das viszerale Körperfett abnimmt, sinkt gleichermaßen der WHR. All dies führt zu einer Verminderung an Folgeerkrankungen zu erkranken. Die Lebensqualität und das eigene Wohlbefinden steigen.

2 Inhaltlich-organisatorische Grobplanung des Kurskonzepts

Tab. 7: Inhaltlich-organisatorische Grobplanung des Kurskonzeptes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Gesundheit kommt aus der Küche und nicht aus der Apotheke. Entwurf eines Präventionsprogramms gegen Übergewicht
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH  (Saarbrücken)
Note
2,1
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V308526
ISBN (eBook)
9783668068940
ISBN (Buch)
9783668068957
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundheit, küche, apotheke, entwurf, präventionsprogramms, übergewicht
Arbeit zitieren
Niclas Görres (Autor), 2015, Gesundheit kommt aus der Küche und nicht aus der Apotheke. Entwurf eines Präventionsprogramms gegen Übergewicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308526

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