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Erziehung und Bildung in der mittelalterlichen Klosterschule. Zwang oder Privileg?

Geschichte, 6. Klasse (Gymnasium)

Title: Erziehung und Bildung in der mittelalterlichen Klosterschule. Zwang oder Privileg?

Lesson Plan , 2015 , 13 Pages , Grade: keine Note

Autor:in: Dr. Malte Sachsse (Author)

Didactics - History
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Summary Excerpt Details

Indem die Schülerinnen und Schüler den fiktiven Brief eines Klosterschülers im Mittelalter zusammenfassen und der dort geschilderten Situation ihren eigenen Schulalltag gegenüberstellen, erkennen sie zentrale Charakteristika mittelalterlicher Bildungs- und Erziehungspraxen. Sie erweitern ihre historische Sachkompetenz.
[...]
Die Auseinandersetzung mit „Lebenswelten in der Ständegesellschaft“ im Mittelalter ist – im Rahmen der durch den KLP G8 festgesetzten Obligatorik des Geschichtsunterrichts in der Orientierungsstufe – Teil des 4. Inhaltsfelds „Europa im Mittelalter“.
Die Unterrichtsstunde greift sich aus diesem Inhaltsfeld das Kloster als Teil mittelalterlicher Lebenswelten heraus und thematisiert diesen unter dem Aspekt von Erziehung und Bildung. Dieser Aspekt wurde gewählt, da er den SuS Möglichkeiten zur Perspektivübernahme sowie zum Vergleich mit ihrer eigenen schulischen Lebenswelt bietet. Indem die SuS sich in die Lage eines Klosterschülers hineinversetzen und mit ihrer eigenen Situation vergleichen, lernen sie nicht nur die Eigenarten einer mittelalterlichen Klosterschule kennen, sondern können auf dieser Basis (in Ansätzen) Bildungschancen und Möglichkeitsspielräume von Kindern im Mittelalter reflektieren. Der Zugewinn an Sachwissen soll auf dieser Weise zumindest Perspektiven für die Bildung eines historischen Werturteils eröffnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Lernausgangslage

2. Leitgedanken und Intention der Unterrichtsreihe

3. Überblick über die Reihe (Synopse)

Zielsetzung & Themen

Die Unterrichtsstunde hat das Ziel, Schülern der sechsten Klasse durch den Vergleich eines fiktiven mittelalterlichen Klosterschülers mit ihrem eigenen Alltag ein Verständnis für historische Bildungs- und Erziehungspraxen zu vermitteln. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, inwiefern die klösterliche Ausbildung im Mittelalter als Zwang oder als Privileg zu betrachten war.

  • Mittelalterliche Lebenswelten und Ständegesellschaft
  • Struktur und Alltag einer mittelalterlichen Klosterschule
  • Vergleichende Analyse zwischen historischen und gegenwärtigen Bildungszugängen
  • Perspektivübernahme und Empathie in der historischen Urteilsbildung
  • Rolle von Klöstern als Bildungs- und Erziehungsinstitutionen

Auszug aus dem Buch

Das Leben im Kloster – ein Klosterschüler berichtet

„Lieber Onkel,

ich freue mich, dass du unser Kloster besuchen willst. Seit drei Jahren lebe ich nun in der Klosterschule und habe nichts von der Familie gehört. Meinen Vater sah ich zum letzten Mal an der Pforte des Klosters, als er mich den Mönchen übergab. Damals war ich sieben Jahre alt, aber ich erinnere mich noch genau.

Ich staunte sehr, als ich die Klostergebäude sah, die mir hundertfach größer erschienen als unsere Burg. Doch schon nach wenigen Tagen fand ich mich besser zurecht und man überwies mich der Klasse des Schulleiters Reginhard. Ich war dort nicht allein, sondern es waren noch mehrere Knaben verschiedenen Alters bei ihm. Alle waren adliger Abstammung und viele kamen wie ich von weither, um die Schule zu besuchen.

Wir mussten lateinische Bibelverse auswendig lernen, die der Meister uns vorsprach. Immer wieder mussten wir die Verse wiederholen und wer einen Fehler machte, spürte die Rute, die er stets bei sich trägt. Im Laufe des ersten Winters lernte ich die Schreibkunst. Danach wurde mir auch ein Schulbuch in die Hand gegeben, damit ich mich in der Grammatik übe. So werden wir auf das Leben der Mönche und Bischöfe vorbereitet. Viele von uns werden wichtige Ämter übernehmen – vielleicht sogar am Königshof.

Aber warum erzähle ich dir das? Als ehemaliger Klosterschüler hast du ja alles selbst erlebt: das Aufstehen um 4:30 Uhr in der Frühe und die Gesänge der Mönche, an denen wir an den Sonn- und Festtagen teilnehmen. Darum haben wir auch manchmal Musikunterricht. Im nächsten Jahr werden wir auch in Geometrie und Sternenkunde unterrichtet. All das dient zum richtigen Verständnis der Bibel und zur Ehre Gottes, sagt Meister Reginhard.

Ich warte sehnsüchtig auf deine Ankunft.

Gott sei mit dir!

Dein Neffe Johannes.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Lernausgangslage: Beschreibung der Lerngruppe, ihrer methodischen Vorkenntnisse sowie der spezifischen Bedürfnisse einzelner Schüler und des Umgangs mit dem Fach Geschichtsunterricht.

2. Leitgedanken und Intention der Unterrichtsreihe: Einordnung der Unterrichtsreihe in den Kernlehrplan, Erläuterung der Bedeutung von Gegenwartsbezügen und die Förderung historischer Kompetenzen bei den Schülern.

3. Überblick über die Reihe (Synopse): Tabellarische Übersicht der Unterrichtseinheiten zur mittelalterlichen Lebenswelt, von der Grundherrschaft bis hin zur Ausbildung im Kloster.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Klosterschule, Bildung, Erziehung, Klosterschüler, Ständegesellschaft, Geschichtsunterricht, Klöster, Historische Sachkompetenz, Urteilskompetenz, Perspektivübernahme, Mittelalterliche Lebenswelten, Bildungschancen, Klösterliche Erziehung, Privileg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt ein Unterrichtskonzept für das Fach Geschichte in der sechsten Klasse, das sich mit dem Alltag und der Bildung in einer mittelalterlichen Klosterschule befasst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Strukturen der Ständegesellschaft im Mittelalter, die Funktion von Klöstern als Bildungsorte und den Vergleich historischer Lebensumstände mit modernen schulischen Erfahrungen.

Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?

Die Schüler sollen zentrale Charakteristika klösterlicher Erziehungspraxen erkennen und ihre historische Sachkompetenz durch den Vergleich mit ihrem eigenen Schulalltag erweitern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Unterricht nutzt eine Kombination aus Bildanalyse, Arbeit mit fiktiven Quellen zur Quellenerschließung und die Methode des Perspektivwechsels für die Urteilsbildung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Lernausgangslage, die didaktische Begründung der Stundenplanung, den tabellarischen Verlaufsplan sowie konkrete Materialien wie den fiktiven Brief eines Schülers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Mittelalter, Klosterschule, Bildung, Erziehung, Sachkompetenz, Urteilskompetenz und Perspektivübernahme.

Warum wird ein fiktiver Brief als Quelle verwendet?

Der Brief ermöglicht Schülern den direkten emotionalen Zugang zur Lebenswelt eines Gleichaltrigen im Mittelalter, ohne die sprachlichen Hürden realer, schwer zugänglicher mittelalterlicher Dokumente.

Was bedeutet die Fragestellung „Zwang oder Privileg“?

Die Frage fordert die Schüler auf, abzuwägen, ob der Schulbesuch im Kloster trotz der strengen Disziplin und des Verlusts der familiären Freiheit aufgrund der Bildungschancen als besonderes Vorrecht zu bewerten ist.

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Details

Title
Erziehung und Bildung in der mittelalterlichen Klosterschule. Zwang oder Privileg?
Subtitle
Geschichte, 6. Klasse (Gymnasium)
Course
4. Unterrichtsbesuch Geschichte, Gymnasium 6. Klasse
Grade
keine Note
Author
Dr. Malte Sachsse (Author)
Publication Year
2015
Pages
13
Catalog Number
V308680
ISBN (eBook)
9783668072169
ISBN (Book)
9783668072176
Language
German
Tags
Unterrichtsentwurf Geschichte Gymnasium Kloster Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Malte Sachsse (Author), 2015, Erziehung und Bildung in der mittelalterlichen Klosterschule. Zwang oder Privileg?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308680
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