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Oswald von Wolkenstein - Lied Kl. 26 "Durch aubenteuer perg und tal" - Übersetzung, Kommentar, Interpretation

Title: Oswald von Wolkenstein - Lied Kl. 26 "Durch aubenteuer perg und tal" - Übersetzung, Kommentar, Interpretation

Seminar Paper , 2004 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dana Kaule (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Das ‚Urfehde’-Lied gehört in die Reihe von Oswald von Wolkensteins ‚Gefangenschaftsliedern’. Es thematisiert Verlauf sowie Beendigung der Gefangenschaft des Autors im Jahre 1427. Kl. 26 ist in den beiden Liederhandschriften unterschiedlich verzeichnet. Bietet es in der Innsbrucker Liederhandschrift, d.h. Handschrift B, 15 Strophen, so sind in der Wiener Liederhandschrift (Handschrift A) 16 Strophen notiert. Vor der Schlußstrophe, sprich der XV. Strophe in der Handschrift B, ist eine weitere Strophe eingeschoben, in der erfolgreich Fürbitte für einen ‚Freund’ des Dichters geleistet wird, der achteinhalb Jahre in Gefangenschaft des Fürsten verbrachte. Bei jenem Freund handelt es sich um Aldrighetto Costebarco. Diese zusätzliche Strophe wurde in der Handschrift B vermutlich gestrichen, da Oswald sie zu seiner negativen Beurteilung des Landesfürsten Herzog Friedrich einsetzte.
Durch aubenteuer tal und perg ist nicht nur stark biographisch geprägt, sondern enthält zudem auch zahlreiche Zusatzinformationen zu den erhaltenen historischen Quellen über Oswalds Gefangenschaft im Jahre 1427. So kann dieses Lied zwar über weitere Begebenheiten der Gefangenschaft Auskunft geben, doch muß dabei beachtet werden, daß der Stoff zwar aus der Realität bezogen ist, aber dessen literarische Umsetzung nicht analog zu den realen Ereignissen sein muß. Das heißt, zwischen tatsächlich Erlebtem und im Nachhinein Erzähtem muß unterschieden werden. Auch wenn Kl. 26 eine biographische Deutung nahezu herauszufordern scheint, sollte doch mit Bedacht die literarische Darstellung der geschilderten Gefangenschaft des lyrischen Ichs betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Übersetzung Kl. 26 Durch aubenteuer tal und perg

2. Kommentar

2.1. Allgemein

2.2. Länder und Städte

2.3. Personen

3. Interpretation

3.1. Einleitende Worte zu Kl. 26 „Durch aubenteuer tal und perg“

3.2. Von den Gedanken, auf Reisen zu gehen

3.3. Die Flucht nach Wasserburg und Gefangennahme

3.4. Überführung nach Innsbruck

3.5. Die Gefangenschaft auf Fellenberg

3.5.1. Einige Worte für den Anfang

3.5.2. „Da wider was ich von dem vierst abgvallen ungemessen“ (Z. 89/90)

3.5.3. Die literarische Darstellung der Gefangenschaft auf Fellenberg als Anklage

3.6. Die Entlassung aus dem Gefängnis

3.6.1. Die Fürbitter

3.6.2. Die Hausmannin

3.6.3. Die ‚Urfehde’

3.6.4. Rückblick auf die Ereignisse

4. Schlußworte

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Oswald von Wolkensteins Lied „Kl. 26 Durch aubenteuer tal und perg“ hinsichtlich seiner biographischen Hintergründe, seiner literarischen Gestaltung sowie der darin verarbeiteten Gefangenschaft im Jahr 1427. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie der Autor historische Realität mit künstlerischer Stilisierung verbindet, um seine persönliche Perspektive auf die erlebte Unfreiheit und Demütigung zu artikulieren.

  • Analyse des Liedes Kl. 26 als biographisches und literarisches Dokument.
  • Untersuchung der Umstände der Gefangenschaft auf Fellenberg und in Innsbruck.
  • Erläuterung der historischen Rollen der genannten Personen und Orte.
  • Deutung der literarischen Strategien der Satire und Ironie als Mittel der persönlichen Rache.
  • Einordnung des Liedes in den Kontext der Unterwerfungsurkunde und des zeitgenössischen Rechts.

Auszug aus dem Buch

3.4. Überführung nach Innsbruck

Der Gipfel der entehrenden Behandlung des Erzählers ist die Überführung nach Innsbruck. Betrachtet man die historische Realität, so hatte Herzog Friedrich IV. seine Residenz in Innsbruck und nutzte dort den Kräuterturm vermutlich als Gefängnis. In einem Absagebrief vom 24. März 1427, den Michael Wolkenstein, Oswalds Bruder, an Herzog Friedrich von Österreich richtet, geht deutlich eines hervor: Michael beschwert sich, daß der Herzog seinen Bruder gefangenhält und ihn „‚wie einen landschädlichen Mann nach Innsbruck bringen [läßt]’“. Die Überführung Oswalds von Wolkenstein nach Innsbruck ist demnach schriftlich bestätigt und er kann mit dem lyrischen Ich in der Strophe VI womöglich gleichgestellt werden.

Daß sich Michael Wolkenstein über die Behandlung Oswalds empört, kann sich darauf beziehen, ‚wie’ diese Überführung Oswalds nach Innsbruck vonstatten ging. Informationen darüber sind in Kl. 26 in der VI. Strophe gegeben. Der Erzähler muß einem pfärd all über rugk verborgenlichen niden zü versnüret die Reise nach Innsbruck antreten, die einer Preußenreise gleicht. Doch daß diese Art der Überführung, auf einem Pferd festgebunden zu sein wie im Preußenkrieg, köstlich, also ‚prunkvoll’, sein soll, kann hier nur sarkastisch gemeint sein, wenn nicht sogar polemisch. Diese Polemik kann wohl als Anklage gegen die entwürdigende Behandlung während der Überführung nach Innsbruck verstanden werden. Denn nicht nur, daß der Erzähler, und so auch vermutlich Oswald, auf einem Pferderücken festgebunden ist, wird er zudem noch durch den Hintereingang in die Stadt gebracht: ellender rait ich hinden ein. Der Einzug in eine Stadt gehörte zu den zeremoniell geregelten Verhaltensweisen des Mittelalters.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Übersetzung Kl. 26 Durch aubenteuer tal und perg: Diese Sektion bietet die deutsche Übertragung des Liedtextes von Oswald von Wolkenstein.

2. Kommentar: Hier werden zentrale Begriffe, geographische Orte sowie die historischen Personen aus dem Liedtext detailliert erläutert und kontextualisiert.

3. Interpretation: In diesem Hauptteil wird das Lied wissenschaftlich analysiert, wobei besonders auf die Verbindung von biographischer Realität und literarischer Inszenierung geachtet wird.

4. Schlußworte: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, wie Oswald das Lied als persönliches, spöttisches Medium zur Abrechnung mit seiner Gefangenschaft nutzt.

Schlüsselwörter

Oswald von Wolkenstein, Gefangenschaftslied, Kl. 26, Herzog Friedrich IV., Fellenberg, Innsbruck, Urfehde, Anna Hausmann, Autobiographie, Literaturgeschichte, Mittelalter, historische Realität, literarische Stilisierung, Minne, Fehde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Oswald von Wolkensteins Gefangenschaftslied „Kl. 26“ hinsichtlich seines biographischen Gehalts und seiner literarischen Gestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische Gefangenschaft Oswalds im Jahr 1427, die literarische Darstellung dieser Erfahrung sowie die Verarbeitung persönlicher Konflikte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, wie Oswald historische Fakten mit literarischen Mitteln verknüpft, um seine Sicht auf die Gefangenschaft und das Handeln des Herzogs Friedrich IV. darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse und ordnet den Text in den biographischen sowie historisch-urkundlichen Kontext ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen Kommentar zu den Versen und eine tiefgehende Interpretation der Strophen, die den Weg von der Gefangennahme bis zur Entlassung nachzeichnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Oswald von Wolkenstein, Gefangenschaftslied, Urfehde und literarische Stilisierung.

Warum spielt die Person Anna Hausmann eine Rolle im Lied?

Sie wird im Kontext von Oswalds Liebschaften und früheren Konflikten erwähnt, wobei das lyrische Ich ihr gegenüber eine aggressive, gar verfluchende Haltung einnimmt.

Wie wird die Rolle des Herzogs Friedrich IV. im Lied bewertet?

Oswald ironisiert den Herzog und stellt ihn durch Satire als ungebildet und chaotisch dar, um sich gegen die erfahrene Behandlung während seiner Haft zu wehren.

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Details

Title
Oswald von Wolkenstein - Lied Kl. 26 "Durch aubenteuer perg und tal" - Übersetzung, Kommentar, Interpretation
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Course
Proseminar: Oswald von Wolkenstein
Grade
1,0
Author
Dana Kaule (Author)
Publication Year
2004
Pages
31
Catalog Number
V30871
ISBN (eBook)
9783638320443
Language
German
Tags
Oswald Wolkenstein Lied Durch Kommentar Interpretation Proseminar Oswald Wolkenstein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dana Kaule (Author), 2004, Oswald von Wolkenstein - Lied Kl. 26 "Durch aubenteuer perg und tal" - Übersetzung, Kommentar, Interpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30871
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