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Unterricht als Interaktionsrahmen nach Goffman? Eine Analyse

Title: Unterricht als Interaktionsrahmen nach Goffman? Eine Analyse

Seminar Paper , 2015 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Doris Scheuerle (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Diese Hausarbeit bezieht Goffmans Bühnenmodell auf den Unterricht und insbesondere auf die Interaktion zwischen Schüler und Lehrer. In Erving Goffmans Werken, die vor allem die Interaktionsanalyse zum Gegenstand haben, stellt er einen dramaturgischen Ansatz heraus. Bei einer Interaktion kommen demnach mindestens zwei Menschen körperlich zusammen und reagieren aufeinander. In solch einer Begegnung werden bei den Interaktionspartnern Eindrücke erweckt, was wiederum zur Folge hat, dass das einzelne Individuum diesen Eindruck zu kontrollieren versucht. Es möchte also im Interaktionsprozess ein bestimmtes, gewünschtes Bild von sich erzeugen bzw. sich selbst inszenieren. In solchen sozialen Zusammenkünften schlüpft jeder in eine bestimmte Rolle bzw. zieht eine Maske auf, um den gesellschaftlichen Rollenerwartungen gerecht zu werden.

Eine derartige face-to-face Interaktion kann die zwischen Lehrer und Schülern sein. Hierbei stellt der Unterricht die Rahmung der Interaktion dar und kann als eine Bühne gesehen werden, auf der sich die Teilnehmer darstellen. Besonders interessant ist in dieser Hinsicht, was die Aussagen von GOFFMAN im Hinblick auf Unterricht bedeuten. Dabei soll in dieser Arbeit der Fokus auf die Lehrkraft gelegt werden und der zentralen Fragestellung nachgegangen werden, wie, bzw. ob das GOFFMANSCHE Bühnenmodell auf den Unterricht übertragen werden kann und was dies schließlich über die Lehrerrolle und den Unterricht aussagt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Goffmansche „Theatermodell“

2.1 Interaktion

2.2 Eindrucksmanagement

2.3 Ausdruckskontrolle

2.4 Fassaden und Masken

3 Die Bedeutung für die Lehrperson

3.1 Schüler-Lehrer Interaktion

3.2 Die Schule als Theater

3.3 Die Rolle des Lehrers

3.4 Identität

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern Erving Goffmans „Theatermodell“ auf die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern im schulischen Kontext übertragen werden kann, um ein tieferes Verständnis für die Rolle der Lehrkraft und die Dynamiken im Unterricht zu gewinnen.

  • Analyse des soziologischen Theatermodells nach Erving Goffman.
  • Anwendung des Konzepts von „Vorder- und Hinterbühne“ auf das schulische Umfeld.
  • Untersuchung von Eindrucksmanagement und Rollenverhalten von Lehrpersonen.
  • Bedeutung der Identitätsbildung im professionellen pädagogischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

2.2 Eindrucksmanagement

Wie bereits erwähnt, versuchen Individuen in face-to-face Interaktionen bestimmte Eindrücke zu erwecken. Indem man face-work betreibt und somit an dem Bild arbeitet, das andere von einem wahrnehmen, übt man gemäß GOFFMAN Eindrucksmanagement aus. Face-work gestaltet sich als zweistufiger Prozess: Da man nicht weiß, wie man von anderen interpretiert wird, muss man zum einen (durch Unterstellung) Annahmen darüber treffen und zum anderen den Versuch anstreben, solch einen Eindruck zu erwecken, dass eine Neuinterpretation der Person seitens der anderen stattfinden kann (vgl. DELLWING 2014, S. 73). „So ist Eindrucksmanagement ein Spiel mit Unterstellungen, um diese Unterstellungen zu verschieben, um so eine „Person“ zu konstruieren, die sich für alle sozialen Zwecke im Zwischenraum zwischen den Menschen befindet, nicht in ihnen“ (ebenda).

Das wahre Innere eines Menschen ist nicht sichtbar, sondern lediglich das, was nach außen beobachtbar ist. Deshalb unterstellen Menschen anderen Personen bestimmte Eigenschaften, Gefühle, Ziele etc. und richten ihr Handeln danach aus. Dies wiederum bedeutet, dass die Interaktionspartner eine Definition der Situation vornehmen (vgl. ebenda S.74). „Sie geben Zeichen, welche Art von Situationen sie unterstellen, welche Identität sie sich unterstellen, welche Identität sie anderen unterstellen“ (ebenda). Für diese Definition der Situation werden Informationen über den oder die jeweils anderen eingeholt. Die Situationsdefinition wird von den Interaktionspartnern durch gewisse Techniken der Informationsübermittlung beeinflusst und kontrolliert (vgl. MUMMENDEY 1995, S. 117).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die soziologische Theatermetapher von Erving Goffman ein und leitet daraus die Forschungsfrage zur Übertragbarkeit auf die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern ab.

2 Das Goffmansche „Theatermodell“: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen wie Interaktion, das Steuern von Eindrücken sowie die Bedeutung von Kulissen und Rollen.

3 Die Bedeutung für die Lehrperson: Das Kapitel wendet die theoretischen Konzepte auf den schulischen Alltag an, analysiert die Lehrer-Schüler-Interaktion und betrachtet die Lehrkraft als Schauspieler auf der „Schulbühne“.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass das Modell trotz individueller Unterschiede bei Schülern eine wertvolle Perspektive auf die professionelle Inszenierung des Lehrberufs bietet.

Schlüsselwörter

Goffman, Theatermodell, Eindrucksmanagement, Lehrer-Schüler-Interaktion, Identität, Rolle, Vorderbühne, Hinterbühne, Soziologie, Pädagogik, Selbstdarstellung, Unterricht, Interaktionsanalyse, Maske, Fassade.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Anwendung des soziologischen Theatermodells von Erving Goffman auf das pädagogische Handlungsfeld, insbesondere auf die Interaktionen im Klassenzimmer.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Selbstdarstellung des Individuums, die Steuerung von Fremdwahrnehmung durch Eindrucksmanagement und die Konstituierung von Identität in sozialen Begegnungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, inwieweit das Goffmansche Bühnenmodell genutzt werden kann, um das professionelle Rollenverhalten einer Lehrperson und die Struktur von Unterricht besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse soziologischer Fachliteratur basiert, um diese mit pädagogischen Fragestellungen zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Theatermodells und dessen explizite Übertragung auf die Rolle des Lehrers, die Raumgestaltung des Unterrichts und die Identitätsbildung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Goffman, Theatermodell, Eindrucksmanagement, Lehrerrolle und Unterrichtsinteraktion beschreiben.

Wie unterscheidet Goffman zwischen Vorder- und Hinterbühne im schulischen Kontext?

Die Vorderbühne wird durch das Klassenzimmer während des Unterrichts repräsentiert, während das Lehrerzimmer als Hinterbühne fungiert, auf der sich Lehrkräfte von ihrer Rolle zurückziehen können.

Inwiefern ist das „Lehrer-Ich“ nach den Ergebnissen der Arbeit steuerbar?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Lehrperson durch die Kontrolle ihres Ausdrucks und die Gestaltung ihrer „Fassade“ maßgeblich Einfluss darauf nimmt, wie sie von Schülern wahrgenommen wird und welche Identität ihr zugeschrieben wird.

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Details

Title
Unterricht als Interaktionsrahmen nach Goffman? Eine Analyse
College
University of Hohenheim  (Wirtschaftspädagogik)
Grade
1,3
Author
Doris Scheuerle (Author)
Publication Year
2015
Pages
20
Catalog Number
V308744
ISBN (eBook)
9783668069374
ISBN (Book)
9783668069381
Language
German
Tags
unterricht interaktionsrahmen goffman eine analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doris Scheuerle (Author), 2015, Unterricht als Interaktionsrahmen nach Goffman? Eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308744
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