Cybermobbing kann dramatische Folgen haben. Immer wieder berichtet die Presse über Menschen – insbesondere Jugendliche – die sich auf Grund von Cybermobbing das Leben genommen haben. Diese Arbeit wird sich daher der Frage widmen, ob Deutschland eine neue Strafrechtsnorm ,,Cybermobbing" benötigt.
Zunächst werden Erscheinungsformen von Cybermobbing dargelegt, wie zum Beispiel Flaming, Harassment, Impersonation oder auch Cyberstalking. Danach sollen die Besonderheiten und Merkmale von Cybermobbing analysiert werden. Zuletzt wird auch die rechtliche Situation in Deutschland zum Thema Cybermobbing genauer untersucht, sowie Ideen zu einem neuen Tatbestand geäußert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung Mobbing und Cybermobbing
3. Täter und Opfer
3.1. Täter
3.2. Opfer
4. Erscheinungsformen von Cybermobbing
4.1. Flaming (Beleidigung, Beschimpfung)
4.2. Harassment (Belästigung)
4.3. Denigration (anschwärzen, Gerüchte verbreiten)
4.4. Impersonation (Auftreten unter falscher Identität)
4.5. Outing und Trickery (Bloßstellung und Betrügerei)
4.6. Exclusion (Ausgrenzung)
4.7. Cyberstalking
4.8. Cyberthreats (offene Androhung von Gewalt)
5. Die Besonderheiten und Merkmale von Cybermobbing
5.1. Anonymität im Internet
5.2. Online-Enthemmungseffekt
5.3. Einfluss der neuen Medien
6. Analyse der rechtlichen Situation in Deutschland
6.1. Analyse des § 201a StGB
6.2. Analyse des § 201 StGB
6.3. Analyse des § 33 KunstUrhG
6.4. Analyse des § 238 StGB
6.5. Idee eines neuen Tatbestands
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit einer spezifischen Strafrechtsnorm für Cybermobbing in Deutschland. Dabei wird analysiert, ob die bestehenden gesetzlichen Regelungen des Strafgesetzbuches ausreichen, um das Phänomen Cybermobbing und seine gravierenden psychischen Folgen für Opfer angemessen zu sanktionieren oder ob eine Gesetzesänderung erforderlich ist.
- Definition und Abgrenzung von Mobbing und Cybermobbing
- Analyse der Täter- und Opfersituation unter besonderer Berücksichtigung jugendlicher Betroffener
- Systematische Einordnung der verschiedenen Erscheinungsformen von Cybermobbing
- Rechtliche Prüfung bestehender Straftatbestände (u.a. StGB, KunstUrhG)
- Diskussion über die Einführung eines neuen, spezialisierten Straftatbestands
Auszug aus dem Buch
5.1. Anonymität im Internet
Die mitunter wichtigste Besonderheit von Cybermobbing ist die Anonymität im Internet. Beim traditionellen Mobbing kennt das Opfer die Täter, was beim Cybermobbing oftmals nicht der Fall ist. Da die Täter und Opfer nicht in direktem Kontakt miteinander stehen, können die Täter oftmals nicht von den Opfern identifiziert werden. Des Weiteren sehen die Täter auch nicht welche Auswirkungen ihre Handlungen auf das Opfer haben, sodass diese sich nicht schuldig fühlen. Durch diese Anonymität, welche die Täter im Internet haben, fühlen sie sich sicher und das mindert die Angst vor Strafe. Sie fühlen sich im Internet keinen Regeln verpflichtet, sodass sie das Gefühl haben sich in rechtsfreien Raum zu bewegen und sich dadurch auch nicht für ihr Verhalten verantworten müssen.
Diese Anonymität im Internet macht es auch Außenstehenden leichter sich an Mobbing-Angriffen zu beteiligen. Zum einen fühlen sie sich durch die Anonymität im Internet sicher, zum Anderen ist es im Cyber-Umfeld viel einfacher Inhalte von Bildern, Nachrichten und Videos zu manipulieren, sodass sie zu effektiven Tätern im Bereich des Cybermobbings werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die existenzbedrohende Gefahr von Cybermobbing anhand von tragischen Fallbeispielen und führt in die zentrale Forschungsfrage ein.
2. Begriffsbestimmung Mobbing und Cybermobbing: Dieses Kapitel erarbeitet Definitionen für Mobbing und Cybermobbing und grenzt diese unter Einbeziehung medienpädagogischer Aspekte voneinander ab.
3. Täter und Opfer: Es wird die Dynamik zwischen Tätern und Opfern basierend auf empirischen Daten analysiert, wobei besonders die Motive der Täter im Fokus stehen.
4. Erscheinungsformen von Cybermobbing: Eine detaillierte Kategorisierung von Cybermobbing-Formen nach Nancy Williard wird vorgestellt, die von Flaming bis hin zu Cyberthreats reicht.
5. Die Besonderheiten und Merkmale von Cybermobbing: Hier werden die spezifischen Merkmale wie Anonymität, Enthemmung und die zeitliche sowie räumliche Entgrenzung der neuen Medien untersucht.
6. Analyse der rechtlichen Situation in Deutschland: Dieses Kapitel unterzieht relevante Straftatbestände einer juristischen Prüfung und diskutiert Reformvorschläge für einen neuen Tatbestand.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert einen ganzheitlichen Ansatz, der neben dem Strafrecht auch präventive und kooperative Maßnahmen mit Unternehmen umfasst.
Schlüsselwörter
Cybermobbing, Strafrecht, StGB, Internetkriminalität, Jugendlicher, Anonymität, Enthemmung, Stalking, Bildnisrecht, Cyberbullying, Prävention, Rechtsreform, Soziale Netzwerke, Opferschutz, Mobbing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strafrechtlichen Einordnung von Cybermobbing in Deutschland und der Frage, ob der aktuelle gesetzliche Rahmen ausreicht, um die Deliktgruppe angemessen zu erfassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die psychologischen Aspekte von Cybermobbing, die Täter-Opfer-Dynamik, die technischen Erscheinungsformen sowie die rechtliche Würdigung bestehender Straftatbestände.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die derzeitige Rechtslage in Deutschland eine Lücke aufweist und ob die Einführung einer spezifischen Strafrechtsnorm für Cybermobbing notwendig und sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Literatur, empirischer Studien zum Thema Mobbing unter Jugendlichen sowie eine juristische Untersuchung geltender Gesetze und Reformvorschläge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffe definiert, die Erscheinungsformen klassifiziert, die Besonderheiten der Internet-Medien analysiert und anschließend die rechtliche Situation unter Anwendung verschiedener Paragraphen (z.B. § 201a StGB, § 238 StGB) geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Cybermobbing, Strafrechtsnorm, Anonymität, Enthemmung, Stalking, Opferschutz und die Notwendigkeit einer gesetzlichen Nachbesserung im digitalen Raum.
Warum wird im Kontext von Cybermobbing die Anonymität als so problematisch angesehen?
Die Anonymität senkt die Hemmschwelle der Täter, da sie sich vor Strafe sicher fühlen und die unmittelbaren negativen Folgen für das Opfer nicht sehen müssen, was wiederum das Aggressionspotenzial erhöht.
Welche Rolle spielt die Dynamik der "Außenstehenden" bei Cybermobbing im Vergleich zum Stalking?
Im Gegensatz zum Stalking, das oft auf einer einseitigen Beziehung beruht, zeichnet sich Cybermobbing häufig durch eine spontane und dynamische Beteiligung einer Vielzahl von Personen aus, was im aktuellen § 238 StGB bisher nicht hinreichend abgebildet ist.
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- Philipp Pelka (Autor), 2015, Cybermobbing und die Notwendigkeit einer neuen Strafrechtsnorm in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308747