Die vorliegende Arbeit knüpft an die Thematik des ‚authentischen Bloggens‘ an und stellt eine qualitative Untersuchung zum Verhältnis zwischen privaten Blogbetreibern und ihren Lesern dar. Vor diesem Hintergrund lautet die Forschungsfrage: Wodurch verschaffen sich (Video-)Blogger Vertrauen bei ihren aktiven Rezipienten?
Die Arbeit gibt einen Überblick über die theoretische Ausgangslage der ‚Blogforschung‘ und legt die Vorteile einer qualitativen Analyse gerade für diese Thematik dar.
YouTube und (videobasierte) Weblogs nehmen in unserer medialisierten Gesellschaft eine zunehmend wichtigere Rolle ein. Das zeigt nicht zuletzt der Diskurs über den Status und Erfolg sogenannter „YouTube-Stars“ im Feuilleton: (Video-)Blogger fungieren derweil als Ratgeber in Sachen Kosmetik, Mode oder Ernährung, geben Produktempfehlungen und stellen somit einen einflussreichen Orientierungsfaktor für ihre aktive Leserschaft dar.
Bei der Gestaltung ihrer Beiträge und Videos folgen die medialen Akteure nicht dem typischen Werbecharakter, sondern setzen auf freundschaftlich wirkende Tipps und einen persönlichen Austausch mit ihren Lesern. Infolgedessen wird ihnen im Gegensatz zur klassischen Werbekommunikation unweigerlich ein deutlich höheres Maß an Authentizität zugeschrieben. Gleichsam kann davon ausgegangen werden, dass die (Video-)Blogger in dem Bewusstsein handeln, beständig ihre ehrliche Meinung wiederzugeben, um folglich die Existenz ihrer Blogs und YouTube-Kanäle sicherzustellen. Sie werden verstärkt als „Gleichgesinnte“ wahrgenommen, deren Empfehlungen um einiges vertrauenswürdiger erscheinen als die Beteuerungen der Werbewirtschaft.
Dieses Prinzip der Ehrlichkeit privater (Video-)Blogger wissen nicht nur ihre Abonnenten zu würdigen. Gleichermaßen haben die Unternehmen und Marken das damit einhergehende Potential erkannt und entfernen sich zunehmend von klassischer Werbekommunikation: Wenngleich sie die traditionelle werbliche Kommunikation nicht durch die ‚Blogger-Relations‘ ersetzen, so gelten letztere gemeinhin als wichtiges PR-Instrument für kompetente Imagepflege und eine gezielte Markenpräsentation.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Ausgangslage
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Theorie des kommunikativen Handelns
2.2 Authentizität und Glaubwürdigkeit
2.2.1 Authentizität im Dialog
2.3 Bedeutung der Interaktion
3. Methodendiskussion
3.1 Wahl der Erhebungsmethode: Schriftliches Leitfadeninterview
3.1.1 Generierung des Erhebungsinstruments
3.1.2 Sampling
3.1.3 Potentiale und Grenzen des Erhebungsverfahrens
3.2 Wahl der Auswertungsmethode
3.2.1 Grounded Theory
3.2.2 Kodierparadigma nach A. Strauss
3.2.3 Leistung und Folge der Auswertungsverfahrens
4. Ergebnisse und theoretische Rückbezüge
4.1 Authentizität als Grundvoraussetzung
4.2 Dialog auf Augenhöhe
4.3 Nähe als Potential
4.4 Theoretische Rückbezüge
5. Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, durch welche Faktoren private (Video-)Blogger Vertrauen bei ihrer aktiven Leserschaft aufbauen und wie eine authentische Kommunikation dabei als zentraler Erfolgsfaktor fungiert.
- Die Rolle von Authentizität und Glaubwürdigkeit in der Online-Kommunikation.
- Die Bedeutung interaktiver Prozesse im Rahmen des kommunikativen Handelns.
- Methodische Vorgehensweise durch schriftliche Leitfadeninterviews und Anwendung der Grounded Theory.
- Analyse der Dynamik zwischen privaten Blogbetreibern und ihren aktiven Followern im Lifestyle-Segment.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
YouTube und (videobasierte) Weblogs nehmen in unserer mediatisierten Gesellschaft zunehmend eine wichtigere Rolle ein. Das zeigt nicht zuletzt der Diskurs über den Status und Erfolg sogenannter „YouTube-Stars“ im Feuilleton (siehe u. a. Erdmann 2015; Friese 2014): (Video-)Blogger fungieren derweil als Ratgeber in Sachen Kosmetik, Mode oder Ernährung, geben Produktempfehlungen und stellen somit einen einflussreichen Orientierungsfaktor für ihre aktive Leserschaft dar. Bei der Gestaltung ihrer Beiträge und Videos folgen die medialen Akteure nicht dem typischen Werbecharakter, sondern setzen auf freundschaftlich wirkende Tipps und einen persönlichen Austausch mit ihren Lesern. Infolgedessen wird ihnen im Gegensatz zur klassischen Werbekommunikation unweigerlich ein deutlich höheres Maß an Authentizität zugeschrieben. Gleichsam kann davon ausgegangen werden, dass die (Video-)Blogger in dem Bewusstsein handeln, beständig ihre ehrliche Meinung wiederzugeben, um folglich die Existenz ihrer Blogs und YouTube-Kanäle sicherzustellen. Sie werden verstärkt als „Gleichgesinnte“ (Bährle 2014) wahrgenommen, deren Empfehlungen um einiges vertrauenswürdiger erscheinen als die Beteuerungen der Werbewirtschaft. Vor diesem Hintergrund hat sich eine regelrechte Welle der Begeisterung im Hinblick auf die revolutionäre ‚Bloggerszene‘ etabliert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema des „authentischen Bloggens“ und Darlegung der zentralen Forschungsfrage sowie der theoretischen und methodischen Relevanz.
2 Theoretische Grundlagen: Erörterung zentraler Begriffe wie Authentizität, Glaubwürdigkeit und der Bedeutung von Interaktion im Kontext des kommunikativen Handelns nach Habermas.
3 Methodendiskussion: Beschreibung des Forschungsdesigns unter Verwendung schriftlicher Leitfadeninterviews und die Anwendung der Grounded Theory zur Datenanalyse.
4 Ergebnisse und theoretische Rückbezüge: Präsentation der empirischen Befunde zur Authentizität, zum Dialog auf Augenhöhe und zum Potential der Nähe, verknüpft mit den theoretischen Ansätzen.
5 Schlussbetrachtung und Ausblick: Resümee der Ergebnisse bezüglich der Forschungsfrage und kritische Reflexion der Untersuchung sowie ein Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Authentizität, Glaubwürdigkeit, Blogosphäre, Online-Kommunikation, (Video-)Blogger, Vertrauen, Interaktion, Dialog, Grounded Theory, Medienaneignung, soziale Netzwerke, Lifestyle Blogs, Transparenz, Identifikation, mediale Akteure.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Vertrauensverhältnis zwischen privaten Blogbetreibern (im Bereich Lifestyle, Beauty, Fashion) und ihren Lesern im Internet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Phänomene Authentizität, Glaubwürdigkeit, Nähe und die Bedeutung des interaktiven Austauschs zwischen Content-Erstellern und ihrer Community.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wodurch verschaffen sich (Video-)Blogger Vertrauen bei ihren aktiven Rezipienten?“
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das auf schriftlichen Leitfadeninterviews mit fünf ausgewählten Blogbetreibern basiert, wobei die Grounded Theory als Auswertungsmethode dient.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise und die Darstellung der Ergebnisse, in denen das Konzept des „authentischen Dialogs“ als zentraler Erfolgsfaktor extrahiert wird.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Neben dem Kernbegriff Authentizität sind „Glaubwürdigkeit“, „Dialog auf Augenhöhe“ und „Nähe als Potential“ essenziell für die Arbeit.
Warum spielt die „Grounded Theory“ eine Rolle?
Sie ermöglicht eine theoriegenerierende Vorgehensweise, die nicht von vorgefertigten Hypothesen ausgeht, sondern die Theoriebildung direkt aus dem erhobenen Datenmaterial der Experteninterviews ableitet.
Welche Rolle spielt die Interaktion?
Interaktion wird als grundlegender Mechanismus identifiziert, der durch Feedbackschleifen und den „Kontakt auf Augenhöhe“ Vertrauen schafft und die Existenz der Blogs langfristig sichert.
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- Valentina Z. (Autor), 2015, „Follow me“. Authentische Kommunikation als Erfolgsfaktor für YouTuber, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308761