Klasse, oder doch nur Masse? Die pädagogische Qualität als Herausforderung in Kindertageseinrichtungen

Eine Momentaufnahme


Seminararbeit, 2015

20 Seiten, Note: 1,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen
2.1. Pädagogische Qualität
2.2. Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

3. Bereiche und Dimensionen der pädagogischen Qualität in Kindertageseinrichtungen
3.1. Die Strukturqualität
3.2. Die Prozessqualität
3.3. Die Orientierungsqualität
3.4. Die Ergebnisqualität

4. Ausgewählte Qualitätskonzepte für Kindertageseinrichtungen

5. Realisierung kritische Auseinandersetzung der pädagogischen Qualität – eine Momentaufnahme

6. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gegenwärtig gewinnt das Thema nach gelungener und zielorientierter Qualität bzw. Qualitätssicherung und –verbesserung in elementarpädagogischen Bereichen zunehmend an Bedeutung. Da, vor allem der deutschsprachige Raum, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch einen enormen Nachholbedarf aufweist, werden Diskussionen und Debatten der Qualitätssicherung ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft bleiben. Demzufolge ist es essentiell, geeignete Qualitätskonzepte und Modelle zu arrangieren, welche sowohl den sozialpädagogischen Fachkräften, als auch den Institutionen und Einrichtungen dabei helfen, qualitätsorientierte Arbeit zu verrichten und somit den Kindern einen neuen Bildungsweg zu ermöglichen.

Aus diesem Kontext heraus lässt sich folgende Forschungsfrage für das Thema „Klasse, oder doch nur Masse?! Die pädagogische Qualität als Herausforderung in Kindertageseinrichtungen – eine Momentaufnahme“ ableiten:

Inwieweit kann die pädagogische Qualität in Kindertageseinrichtungen realisiert werden und welche Problemlagen entstehen im Diskurs zwischen Theorie und Praxis?

Die Seminarfacharbeit ist in vier wesentlichen Bestandteilen aufgebaut. Zu Beginn wird der Schwerpunkt auf die Begriffserklärungen der pädagogischen Qualität und der daraus folgenden Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement gelegt. In weiterer Folge werden die Bereiche und Dimensionen der pädagogischen Qualität näher beschrieben, welche als Ausgangspunkt für das darauffolgende Kapitel der ausgewählten Qualitätskonzepte bzw. Modelle gelten. Abschließend wird die Realisierung und Umsetzung, als auch eine kritische Auseinandersetzung der pädagogischen Qualität in Form einer kurzen Momentaufnahme dargestellt.

2. Begriffserklärungen

Um einen Bezug zu diesem Thema erhalten zu können, ist es notwendig die einzelnen Begriffserklärungen zu kennen. Im folgenden Kapitel steht demzufolge die Klärung der essentiellen Begriffe im Mittelpunkt. Demnach werden die Begriffe der „pädagogischen Qualität“, der „Qualitätsentwicklung“, dem „Qualitätsmanagement“ und der „Qualitätssicherung“ aufgeschlüsselt und deren differenzierte Ansichten näher betrachtet.

2.1. Pädagogische Qualität

Der Begriff der „Qualität“, welcher aus dem Lateinischen „qualitas“ abgeleitet wird, lässt sich grundsätzlich als „Beschaffenheit“ bzw. als „Eigenschaft“ bezeichnen (vgl. Duden online o.J., o.S.). Der Begriff der Pädagogik hingegen, welcher aus dem Griechischen „paidagōgikḗ“ stammt, wird als „Erziehungskunst“ bezeichnet und ist somit eine Wissenschaft von Erziehung und Bildung (vgl. Duden online o.J., o.S.). „Während in vielen anderen Sprachen der Begriff Pädagogik für die Theorie der Erziehung […] vorbehalten wird, meint der im Deutschen mehrdeutige Begriff Pädagogik sowohl das erzieherische Handeln […] als auch die Theorie der Erziehung […]“ (Böhm 2005, S.478). Die „pädagogische Qualität“ ist demzufolge die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen, die sich auf eine Eignung zur Erfüllung von allen Bedingungen bezieht (vgl. Schreiber 2004, S.124). Ein Zitat des Portals für Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern verdeutlicht dies wie folgt:

„Für Kindertageseinrichtungen bedeutet dieses, eine Pädagogik nach innen und außen so auszugestalten, dass die daraus resultierende Ausrichtung der Verhaltensweisen und Arbeitsmerkmale der Personen eine volle Entfaltung der aufgabenspezifischen Notwendigkeiten ermöglicht. Die Notwendigkeiten beziehen sich auf die gesetzlichen Grundlagen, die Ergebnisse aus der Kindheitsforschung und den daraus abgeleiteten Erfordernissen, der berufsspezifischen Handlungskompetenz zur Erfüllung der fachspezifischen Aufgaben und der gesellschaftlichen Verantwortung aus der Aufgabenstellung einer familienunterstützenden und gemeinwesenorientierten Notwendigkeit Neben der pädagogischen Qualität muss zudem all umfassend auch die strukturelle, wirtschaftliche und organisatorische Qualität miteingeschlossen werden“ (Kita-Portal-MV o.J., o.S.).

2.2. Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

Die Diskussion um die Qualitätssicherung, als auch um das Qualitätsmanagement ist bereits fester Bestandteil in der Elementarpädagogik, speziell in Kindertageseinrichtungen geworden.

Der Begriff der „Qualitätssicherung umfasst alle Aktivitäten, die darauf zielen, die Erwartungen der Beteiligten zu erkunden und im Verhältnis zu den vorhandenen Ressourcen aufeinander abzustimmen, sowie aus dem Ergebnis dieser Abstimmung verbindliche Qualitätsziele zu entwickeln; Qualitätssicherung umfasst ferner alle Maßnahmen und Aktivitäten, die dem Erreichen und Überprüfen der Qualitätsziele dienen“ (Meinhold 1994, S.42, zit. n. Haas 2001, S.34). Solche Maßnahmen können dabei die Selbstevaluation, die Fremdevaluation, kombiniertes Vorgehen, Supervisionen oder Aus- und Fortbildungen sein (vgl. Karsten 2015, S.12).

Laut Ulrich Braun (2007) gibt es „unzählige Qualitätsverfahren in Kindertageseinrichtungen, die als ‚Qualitätsmanagement in Tageseinrichtungen für Kinder‘ bezeichnet werden (Braun 2007, S. 57). Dennoch geht der Begriffsterminus des Qualitätsmanagements über den der Qualitätssicherung hinaus und beschreibt alle qualitätsrelevanten Handlungen in der Sozialpädagogik bzw. in der Sozialen Arbeit (vgl. Merchel 2004, S. 42ff.). Das Portal für Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern definiert Qualitätsmanagement auf ihrer Homepage folgendermaßen:

„Qualitätsmanagement von Kindertageseinrichtungen ist die systematische und kontinuierliche Planung/ Entwicklung, Lenkung, Sicherung und Verbesserung des Leistungsangebotes, sowie die Ausrichtung der erforderlichen Prozesse und Strukturen zur Erfüllung der Aufgabenstellung bei einer bestmöglichen Kosten-Nutzen-Relation“ (Kita-Portal-MV o.J., o.S.).

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Qualitätsmanagement die Entwicklung und Weiterführung von Qualitätsstandards, die Förderung in der Umsetzung und die Prüfung der Ergebnisse umfasst. Es müssen demzufolge ausreichende und individuell angepasste Finanzmittel zur Verfügung gestellt und die dazu notwendigen Fachkräfte in den Qualitätsentwicklungsprozess miteingebracht werden (vgl. Schreiber 2004, S. 34).

3. Bereiche und Dimensionen der pädagogischen Qualität in Kindertageseinrichtungen

Für ein gelungenes Qualitätsmanagement ist es von Bedeutung, zwischen den verschiedenen Ebenen bzw. Dimensionen der Qualität zu unterscheiden und darauf aufzubauen. Demzufolge wird in diesem Kapitel der Qualitätsbegriff in seine einzelnen Bereiche kurz aufgesplittet, um so einen besseren Überblick zur Thematik zu erhalten.

3.1. Die Strukturqualität

Unter dem Begriff „Strukturqualität“ bezeichnet Wolfgang Tietze (1998) „situationsunabhängige, zeitlich stabile Rahmenbedingungen der Kindergartengruppe und des Kindergartens“ (Tietze 1998, o.S.). Die Dimensionen innerhalb der Strukturqualität beziehen sich sowohl auf personelle Aspekte, als auch auf räumliche und strukturelle Gesichtspunkte. Diese Dimensionen können beispielweise folgende sein:

- „Gruppengröße
- Personalschlüssel
- Professionalität der Betreuer
- Stabilität der Betreuung
- Angebotsstruktur
- Struktur des Betreuungsablaufs
- Raumgestaltung und Größe der Einrichtung
- Kulturelle Aufgeschlossenheit“ (Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter 2000, o.S.).

Die Umsetzung der Strukturqualität gestaltet sich als einfacher, aber teurer Weg, denn es kann in einer Kindertageseinrichtung entweder nur der Personalschlüssel gesenkt oder teurere Möbel angeschafft werden. Ein solches Szenario muss jedoch nicht zwangsläufig zu einer besseren pädagogischen Qualität führen (vgl. Merchel 2010, S. 47).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Klasse, oder doch nur Masse? Die pädagogische Qualität als Herausforderung in Kindertageseinrichtungen
Untertitel
Eine Momentaufnahme
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
Organisation und Management in pädagogischen Handlungsfeldern
Note
1,00
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V308789
ISBN (eBook)
9783668069435
ISBN (Buch)
9783668069442
Dateigröße
703 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Handlungsfelder, Elementarpädagogik, Kindergarten, Pädagogik, Qualität, Organisation, Management, Qualitätskonzepte, Momentaufnahme, Österreich
Arbeit zitieren
Nadine Saal (Autor), 2015, Klasse, oder doch nur Masse? Die pädagogische Qualität als Herausforderung in Kindertageseinrichtungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308789

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