In dieser Arbeit soll geklärt werden, welches Potenzial Social Software als Web 2.0-Instrumente bei der Kompetenzentwicklung in der betrieblichen Weiterbildung spielen können.
Seit Ende der 1960er Jahre vollzieht sich ein Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft, verbunden mit einer steigenden Technisierung, Digitalisierung und Globalisierung in der Arbeitswelt. Diese Veränderungen erfordern eine hohe Flexibilität von Unternehmen und deren Beschäftigten. Das Wissen aus der beruflichen Erstausbildung reicht nicht mehr wie früher für ein Berufsleben aus, sondern muss ständig erweitert und auf den neuesten Stand gebracht werden. Lebenslanges Lernen ist unabdingbar, um den sich ständig ändernden beruflichen und gesellschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden. Für Unternehmen stellt sich also die Frage, wie die Kompetenzen der Beschäftigten weiterentwickelt werden können. Lebenslanges Lernen fordert von den Lernenden eine steigende Eigeninitiative und Selbststeuerung. Dieser Entwicklung kommen solche Lernformen entgegen, die flexibel einsetzbar sind und unabhängig von Zeit und Ort einen kommunikativen Austausch ermöglichen (de Witt, 2012, S. 6). Somit gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Instrumente des Web 2.0 zur Kompetenzentwicklung beitragen können (Erpenbeck und Sauter, 2007, S. V).
In dieser Arbeit soll insbesondere die Rolle von Weblogs und Microblogs untersucht werden, wobei der Fokus auf informellen Lernkontexten liegen soll. Dazu werden in Kapitel zwei die für diese Arbeit relevanten Begriffe betriebliche Weiterbildung, informelles Lernen und Kompetenz bzw. Kompetenzentwicklung näher beleuchtet sowie ein kurzer Überblick über die relevanten Lerntheorien gegeben. Im Anschluss (Kapitel drei) soll komprimiert die Entwicklung des E-Learning skizziert werden, bevor auf die Spezifika der Social Software-Anwendungen Weblog und Microblog und deren Elemente sowie Funktionen und Motive eingegangen wird. In Kapitel vier werden dann die Potenziale von Weblogs und Microblogs bei der Kompetenzentwicklung im informellen Lernkontext der betrieblichen Weiterbildung herausgearbeitet. Dabei werden die wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz beschrieben, um im Anschluss verschiedene Einsatzmöglichkeiten und deren Potenziale aufzuzeigen. Zum Abschluss wird in Kapitel fünf ein Fazit gezogen und ein Ausblick in die Zukunft gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen des Forschungsgegenstandes
2.1 Weiterbildung im beruflich-betrieblichen Kontext
2.1.1 Betriebliche Weiterbildung
2.1.2 Formelles vs. informelles Lernen im Betrieb
2.2 Der Kompetenzbegriff im Kontext der betrieblichen Bildung
2.3 Kurzer Abriss über die vorherrschenden Lerntheorien
3. Social Software als Grundlage für eine veränderte Lernkultur in der betrieblichen Weiterbildung
3.1 Die Entwicklung des E-Learning
3.2 Weblogs und Microblogs als Beispiele von Social Software
3.2.1 Definition und Ursprung
3.2.2 Elemente der Tools Weblog und Microblog
3.2.3 Funktionen und Motive
4. Potenziale von Weblogs und Microblogs zur Unterstützung der Kompetenzentwicklung
4.1 Voraussetzungen für ein förderliches Umfeld
4.2 Einsatzmöglichkeiten von Weblogs und Microblogs
4.2.1 Einsatzmöglichkeiten von Weblogs
4.2.2 Einsatzmöglichkeiten von Microblogs
4.3 Potenziale bei der Kompetenzentwicklung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Potenzial von Social Software, insbesondere von Weblogs und Microblogs, als Instrumente zur Förderung der Kompetenzentwicklung innerhalb informeller Lernkontexte in der betrieblichen Weiterbildung.
- Bedeutung von informellem Lernen in der betrieblichen Bildung
- Theoretische Fundierung von Kompetenz und Kompetenzentwicklung
- Charakterisierung von Web 2.0-Instrumenten wie Weblogs und Microblogs
- Analyse der Einsatzmöglichkeiten und Potenziale von Social Software für das netzwerkbasierte Lernen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Definition und Ursprung
Der Begriff Weblog (oder kurz: Blog) ist eine Kombination von „Web“ (=World Wide Web) und „Log“, das an die nautischen Logbücher erinnert, die in Tagebuchform verfasst werden und somit den Charakter von Weblogs widerspiegeln (Reinmann, 2009, S. 86). Ursprünglich geprägt wurde der Ausdruck von Jorn Barger im Jahr 1997. Er bezeichnete damit eine Website, auf der ein Blogger alle für ihn interessante Internetseiten auflistet. Aber schon in der ersten Hälfte der 1990er Jahre unterhielten Einzelpersonen wie Tim Berners-Lee (der „Vater des World Wide Web“) oder Organisationen wie das „National Center for Supercomputing Applications“ (NCSA) regelmäßig aktualisierte Websites als Informationsfilter für das rasch wachsende World Wide Web, die Hinweise auf besonders interessante Online-Quellen enthielten. Mitte der 90er Jahre kamen auch zahlreiche Websites dazu, die als „Online-Journale“ ihren Schwerpunkt eher auf die Darstellung und Reflexion persönlicher Themen legten (Schmidt, 2006, S. 13f.). Während Barger in Weblogs vor allem eine Sammlung interessanter Links sah, fasste Walker einen weiteren Weblogbegriff. Dabei handele es sich um eine häufig aktualisierte Website, die aus datierten Einträgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge besteht (Walker, 2003, ohne Seitenangabe).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel zur Wissensgesellschaft und begründet die Notwendigkeit von Social Software für lebenslanges, selbstgesteuertes Lernen in Unternehmen.
2. Theoretische Grundlagen des Forschungsgegenstandes: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie betriebliche Weiterbildung, informelles Lernen sowie Kompetenz und gibt einen Überblick über relevante Lerntheorien.
3. Social Software als Grundlage für eine veränderte Lernkultur in der betrieblichen Weiterbildung: Das Kapitel skizziert die Entwicklung des E-Learning hin zum Web 2.0 und führt Weblogs sowie Microblogs als spezifische Social Software-Instrumente ein.
4. Potenziale von Weblogs und Microblogs zur Unterstützung der Kompetenzentwicklung: Hier werden die Voraussetzungen für ein förderliches Umfeld analysiert und die Einsatzmöglichkeiten sowie Potenziale der Tools im Hinblick auf verschiedene Kompetenzbereiche dargestellt.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle von Weblogs und Microblogs als Instrumente zur Netzwerkbildung und Kompetenzentwicklung in einer sich wandelnden Arbeitswelt.
Schlüsselwörter
Betriebliche Weiterbildung, Informelles Lernen, Kompetenzentwicklung, Social Software, Weblogs, Microblogs, Web 2.0, Selbstgesteuertes Lernen, Netzwerkbildung, Wissensmanagement, E-Learning, Konstruktivismus, Konnektivismus, Erfahrungslernen, Handlungskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von Social Software, insbesondere Weblogs und Microblogs, zur Förderung von Kompetenzentwicklung in informellen Lernkontexten der betrieblichen Weiterbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Bestimmung von Kompetenz, die Bedeutung informellen Lernens am Arbeitsplatz sowie die Analyse von Web 2.0-Tools als Instrumente für kollaboratives und selbstgesteuertes Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, das Potenzial von Weblogs und Microblogs zur Unterstützung der Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern in Unternehmen zu untersuchen und Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Theorien bilden das Fundament?
Die Arbeit stützt sich primär auf konstruktivistische Lernmodelle sowie auf den Konnektivismus von George Siemens, um Lernen als aktiven, situativen und netzwerkbasierten Prozess zu beschreiben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst die Entwicklung des E-Learning skizziert, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung der Funktionsweisen von Weblogs und Microblogs und deren spezifischem Beitrag zur Kompetenzentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind betriebliche Weiterbildung, informelles Lernen, Kompetenzentwicklung, Social Software, Weblogs, Microblogs, Web 2.0 und Wissensmanagement.
Warum spielt das informelle Lernen eine so große Rolle für die Arbeit?
Da etwa 60 bis 80 Prozent des beruflich relevanten Wissens informell erworben werden, sieht der Autor in der Unterstützung dieses Lernprozesses durch Social Software das größte Potenzial für die Kompetenzentwicklung.
Worin liegt der Hauptunterschied in der Nutzung von Weblogs und Microblogs laut dieser Arbeit?
Während Weblogs durch ihre Länge und Struktur eher die Reflexion und Dokumentation fördern, bieten Microblogs aufgrund ihrer Kürze und Schnelligkeit Vorteile bei der zeitnahen, informellen Kommunikation und Netzwerkbildung.
- Citar trabajo
- Udo Kroack (Autor), 2015, Kompetenzentwicklung in der betrieblichen Weiterbildung mit Social Software, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308801