Eine Branche, die seit Jahren für ihre Investoren trotz Krisen durchgängig übermäßige Renditen erwirtschaftete und in der Öffentlichkeit mit spektakulären Mega-Deals und Milliarden-Fonds einst prahlte, geriet in Schwierigkeiten. Doch wie kam sie in der Finanzmarktkrise 2007 so stark unter Kritik?
Das Geschäftsmodell war jahrelang unverändert geblieben und war einfach: Unternehmen günstig kaufen – umstrukturieren – Incentives geben und mit Gewinn wieder veräußern. So lief es zumindest über die letzten Jahre. Doch wieso kam das Geschäftsmodell mit dem Eintritt der Finanzmarktkrise so sehr unter Druck und was hat die Krise verursacht?
Ziel dieser Arbeit soll sein, die Folgen der Krise auf die heutige Private Equity Branche zu untersuchen und darzustellen. Welche Auswirkung hatte die Finanzmarktkrise auf den Private Equity Markt? Mit welchen Herausforderungen haben die PEG zu kämpfen? Wie hat sich der Markt nach der Finanzmarktkrise entwickelt? Welche Veränderungen wurden an der Vorgehensweise am Kaufprozess vorgenommen?
Um die zuvor gestellten Fragen zu beantworten und eine klare Antwort liefern zu können, ob sich das Geschäftsmodell von Private Equity im Zuge der Finanzmarktkrise verändert hat, wird in der Arbeit zunächst in Kapitel 2 zum groben Verständnis des Lesers das prinzipielle Geschäftsmodell erklärt.
Nach der Charakterisierung des Geschäftmodells in Kapitel 2 wird ein Blick auf den Private Equity Markt geworfen, die Entwicklungen in Deutschland, von den Ursprüngen zur Finanzmarktkrise in 2007 bis zum heutigen Tag. Mit der Analyse der Entwicklung des Marktes und dem Verlauf von der Nachkrisezeit bis zum heutigen Tag, werden anschließend die hervorkommenden Herausforderungen für die Branche dargestellt.
Nachdem in Kapitel 3 auf den Markt und die angetroffenen Herausforderungen eingegangen wurde, werden in Kapitel 4 die notwendigen Änderungen und Anpassungen am Geschäftsmodell von Private Equity erklärt. Als Fazit der Thesis gibt es eine Zusammenfassung und einen Ausblick über den Private Equity Markt und des Geschäftsmodells für die nächsten Jahre.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Die Vorstellung des Geschäftsmodells von Private – Equity als eine Möglichkeit von Beteiligungskapital
2.1 Beteiligungsanlässe
2.1.1 Expansionsfinanzierung
2.1.2 Buy Outs (LBO, MBO, MBI)
2.1.3 Turnaround
2.2 Die Phasen einer Private Equity Investition
2.2.1 Anbahnung
2.2.2 Investition
2.2.3 Monitoring and Controlling
2.2.4 Exit
2.3 Die Methoden zur Steigerung der Rendite
2.3.1 Finanzielle Wertetreiber
2.3.2 Strategische Wertetreiber
2.3.3 Operative Wertetreiber
3 Herausforderungen für Private Equity – Häuser
3.1 Die Marktentwicklung bis zur Finanzkrise
3.2 Herausforderungen für das Geschäftsmodell
3.2.1 Finanzierung
3.2.2 Kapitalbeschaffung
3.2.3 Anpassung des Fee-Models
4 Anpassungs- und Lösungsnotwendigkeiten
4.1 Financial Modelling
4.2 Strategien
4.3 Operational Improvements
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Finanzmarktkrise 2007 auf das klassische Geschäftsmodell von Private-Equity-Häusern und analysiert, inwieweit eine Anpassung der Vorgehensweise und Strategien notwendig geworden ist, um nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Analyse des klassischen Private-Equity-Geschäftsmodells und seiner Kernmechanismen.
- Untersuchung der Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf Marktentwicklung, Finanzierung und Kapitalbeschaffung.
- Bewertung der notwendigen strategischen und operativen Anpassungen für Private-Equity-Häuser.
- Vergleich historischer Wertschöpfungstreiber mit zukunftsfähigen Ansätzen.
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Monitoring and Controlling
Mit erfolgreichem Abschluss des Vertrages beginnt nun die Haltung und Führung des Unternehmens, welches auch unter dem Begriff „Monitoring and Controlling“ bezeichnet wird. In dieser Phase der Private Equity Investition ist der größte Wertsteigerungshebel findbar. Die Haltephase kann in drei Phasen eingeteilt werden – Umstrukturierungsphase, Zentrale Haltephase und die Verkaufsphase. Die Umstrukturierungsphase ist die erste Phase, die umgehend nach der Vertragsabschließung beginnt. Hier werden alle nötigen Veränderungen im neuen Unternehmen vorgenommen. Dazu gehören das Wechseln der Führungskräfte und des Managements, das Akquirieren neuer Mitarbeiter, das Ändern von Anreizsystemen als auch die strategische und operative Umstellung des Unternehmens.
Nach Änderung der Vorkehrungen im Unternehmen beginnt die Phase der zentralen Haltephase. Hierbei wird das Unternehmen nun die bestimmte Investitionszeit lang kontrolliert und geführt, sodass durch die vorherigen Änderungen das Wachstumspotenzial ausgenutzt wird und eine Wertsteigerung erfolgt. Nach erfolgreicher Haltezeit durch Führung und Kontrolle des Unternehmens läuft es in die letzte Phase des Monitoring and Controlling zu, der Verkaufsphase. Hier wird das Unternehmen systematisch und zielbewusst auf einen baldigen Verkauf vorbereitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, definiert das Forschungsfeld sowie die Zielsetzung und beschreibt den Aufbau der Bachelor-Thesis.
2 Die Vorstellung des Geschäftsmodells von Private – Equity als eine Möglichkeit von Beteiligungskapital: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Private-Equity-Geschäftsmodells, Beteiligungsanlässe, Prozessphasen und Wertsteigerungsmethoden erläutert.
3 Herausforderungen für Private Equity – Häuser: Das Kapitel analysiert die Marktentwicklung bis zur Krise und die daraus resultierenden Herausforderungen in den Bereichen Finanzierung, Kapitalbeschaffung und Vergütungsmodelle.
4 Anpassungs- und Lösungsnotwendigkeiten: Hier werden die notwendigen strategischen Neuausrichtungen, operative Verbesserungen und Änderungen im Financial Modelling als Reaktion auf die Krise dargestellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Private-Equity-Marktes und dessen Geschäftsmodells.
Schlüsselwörter
Private Equity, Finanzmarktkrise, Beteiligungskapital, Geschäftsmodell, Wertsteigerung, Leveraged Buy Out, Finanzierung, Kapitalbeschaffung, Monitoring and Controlling, Exitstrategien, Strategic Innovation, Operational Improvements, Financial Engineering, Management Fees, Marktentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich das Geschäftsmodell von Private-Equity-Häusern durch die Finanzmarktkrise 2007 verändert hat und welche Anpassungsnotwendigkeiten für die Branche daraus entstanden sind.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentrale Themen sind der Prozess von Private-Equity-Investitionen, die Methoden der Wertschöpfung (wie Financial Engineering oder operative Verbesserungen) sowie die Herausforderungen bei Finanzierung, Kapitalbeschaffung und Vergütungsmodellen nach der Krise.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob das traditionelle Private-Equity-Modell durch die Krise an Überlebensfähigkeit verloren hat und wie sich der Fokus weg von rein finanziellen hin zu strategischen und operativen Investitionen verschoben hat.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Analyse zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische und empirische Analyse, die auf der Auswertung aktueller Fachliteratur, Marktdaten (z.B. des BVK und EVCA) sowie branchenspezifischer Trend-Reports von Beratungsunternehmen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des Geschäftsmodells dargelegt, gefolgt von einer Analyse der Marktentwicklung und der Herausforderungen nach der Finanzkrise. Abschließend werden konkrete Lösungsstrategien und operative Anpassungen diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Private Equity, Wertschöpfungstreiber, Finanzmarktkrise, Leverage-Effekt, Fee-Model und strategische Neuausrichtung charakterisiert.
Wie hat sich die Haltedauer von Private-Equity-Beteiligungen seit der Finanzkrise verändert?
Die Haltedauer ist stetig angestiegen, von durchschnittlich 3,9 Jahren im Jahr 2004 auf etwa 5,8 Jahre im Jahr 2014, was auf den verstärkten Fokus auf operative und strategische Wertentwicklung zurückzuführen ist.
Warum geriet das klassische „2 + 20“-Vergütungsmodell in die Kritik?
Kritisiert wurde, dass die Management Fees oft unabhängig vom unternehmerischen Risiko gezahlt wurden und bei steigenden Fondsvolumina zu unverhältnismäßig hohen Vergütungen führten, ohne das Interesse am langfristigen Erfolg ausreichend zu incentivieren.
Welche Rolle spielen „Operating Improvements“ in der heutigen Strategie?
Aufgrund der Erschöpfung von Potenzialen durch reines Financial Engineering und Multiple Arbitrage gewinnen aktive operative Verbesserungen (z.B. Umstrukturierung, Kostenmanagement) massiv an Bedeutung, um den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern.
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- Fatih Aydogdu (Autor), 2015, Der Private Equity Markt. Veränderungen und Herausforderungen infolge der Finanzmarktkrise 2007, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308818