Die Gefahr von „Basel 2“ für kleine und mittelständischen Unternehmen


Hausarbeit, 2011

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht
2.1 Zusammensetzung des Gremiums und Anstoß für eine interkontinentale Bankenregulierung
2.2 Die wichtigsten Reformen: Die Baseler Eigenkapitalvereinbarung von 1988
2.3 Lücken im System: Die Schwächen der Reform von 1988
2.4 Die Überarbeitung der Reformen als Geburtsstunde von „Basel 2“

3 Mittelstand
3.1 Die Bedeutung der KMU für die deutsche Wirtschaft

4 Der Mittelstand und „Basel 2“
4.1 Die Lage der KMU in Bezug auf den Erstentwurf von „Basel 2“
4.2 Die Befürchtungen des Mittelstandes
4.2.1 Die Problematik der externen Ratings
4.2.2 Die Gefahren einer langfristigen Kreditkultur
4.2.3 Prozyklisches Bankenhandeln als Gefahr für den Mittelstand
4.3 Die Reaktion des Baseler Ausschusses und ein erstes Entgegenkommen

5 Fazit- Chancen und Risiken für den Mittelstand durch „Basel 2“

Abbildungs- und Formelverzeichnis

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Nicht zuletzt durch die Finanzkrise 2008, die beginnend mit dem Zusammenbruch der Lehman Brothers Bank1 eine weitreichende Weltwirtschaftskrise nach sich zog, wurde die Bedeutung international einheitlicher Regulierungsmaßnahmen bestätigt. Verschiedene mit einander konkurrierende Interessegruppen stehen sich nun bei der aktuellen Thematik rund um die Modifizierung und Verabschiedung von „Basel 3“ gegenüber. Während Joseph Ackermann als Präsident des Weltbankenverbandes (IIF)2 durch eine weitere Erhöhung des Kapitalzuschlags für große, internationale Geldhäuser „massive Verzerrungen“3 für die Weltwirtschaft befürchtet, sieht der genossenschaftliche Bankenverband (BVR) das weit größere Übel in der hohen Staatsverschuldung, die vielmehr „Hauptursache erhöhter systemischer Risiken“4 sei als ein zu niedriger Regulierungsgrad im Bankensektor.

Da die gegenwärtige Diskussion um eine erneute Überarbeitung bestehender Regulierungsmaßnahmen jedoch nur im Kontext ihrer geschichtlichen Entwicklung zu verstehen ist möchte ich zu Beginn dieser Arbeit kurz auf die Anfänge des „Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht“ eingehen. Die wichtigsten Elemente von „Basel 1“ und die Gründe für eine Überarbeitung des Maßnahmenkatalogs unter dem bis heute gängigen Titel „Basel 2“ sollen in ihrem Kern kurz dargestellt werden, um einen Hintergrund für die darauf folgenden Ausführungen zu liefern.

Der Fokus soll anschließend auf die Situation der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) gerichtet werden, die in der Finanzmarktregulierung eine Sonderrolle einnehmen. Konkret möchte ich der Frage nachgehen, welche spezifischen Risiken „Basel 2“ für die KMU bereithält und wie real die Bedrohung für den Mittelstand in Zukunft werden könnte.

2 Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht

2.1 Zusammensetzung des Gremiums und Anstoß für eine interkontinentale Bankenregulierung

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht wird im Jahre 1974 als Reaktion auf die sog. „Herstatt Krise“5 und den damit verbundenen Zusammenbruch der Franklin National Bank von den Mitgliedern der G106 ins Leben gerufen. Auch Wirtschaftsliberalen Kreisen wird klar, dass bestehende Regulierungsinstrumente dem gestiegenen Internationalisierungsgrad auf den Finanzmärkten nicht mehr gerecht werden können und viele Zuständigkeiten, z.B. für Auslandsniederlassungen ausländischer Geldinstitute häufig nicht eindeutig geklärt sind7. Das an die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich angelehnte Gremium setzt sich hauptsächlich aus Vertretern der Zentralbanken und der bestehenden Bankaufsichten zusammen. Da besonders amerikanische Banken ihre bis dato nur gering regulierten europäischen Devisengeschäfte vermehrt von London aus abwickeln, ist es oberstes Anliegen britischer Zentralbanken- und Aufsichtsbehörden, die Rolle des „Lender of Last Resort“8 auf einem globalisierten Finanzmarkt auf möglichst viele Schultern zu verteilen.

2.2 Die wichtigsten Reformen: Die Baseler Eigenkapitalvereinbarung von 1988

Die für den weiteren Verlauf dieser Ausführungen bedeutendste Reform ist die sog. „Baseler Eigenkapitalvereinbarung von 1988“, später häufig als „Basel 1“ bezeichnet. Nachdem der Baseler Ausschuss in den ersten Jahren nach seiner Gründung besonders für die Überwachung und Koordination der Regulierungsmaßnahmen international tätiger Finanzinstitute zuständig war, stellt der Maßnahmenkatalog von 1988 eine erste konkrete Ausarbeitung von Regulierungsinhalten dar9. Besonders die Regierungen in den USA und dem vereinten Königreich sehen in den zu geringen Eigenkapitalquoten der Banken die größte Gefahr innerhalb des Finanzsektors. Auf amerikanischer Seite verspricht man sich von den Reformen weitreichende strukturelle Verbesserungen. Zunächst möchte man verhindern, dass Staaten in Zukunft für die kostenintensive Rettung insolvenzgefährdeter Finanzinstitute aufkommen müssen10. Des Weiteren erhofft man sich von einer interkontinentalen Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen eine bessere Wettbewerbsposition für die eigenen Finanzinstitute. Diese scheint durch die Ausweitung japanischer Banken gefährdet, die besonders auf Grund ihrer äußerst niedrigen Eigenkapitalanforderungen expandieren und zunehmend auf den amerikanischen Markt drängen11.

Wichtigste Neuerung in den Reformen von 1988 ist die Vorgabe für international tätige Banken, ihr Risikokapital mit einem „Mindestmaß regulatorischer Eigenmittel“12 abzudecken. Neben einer einheitlichen Definition und der Übereinkunft über die Art der Messung der gewichteten Risikoaktiva sollen die Institute bei der Vergabe von Krediten zukünftig mindestens 8% des Kreditvolumens mit Eigenkapitalrücklagen abdecken13. Dargestellt durch Formel 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Letztendlich versprach man sich von der Einfachheit der neuen Regelung den Banken möglichst wenige Schlupflöcher zu bieten, die neuen Vorschriften zu umgehen. Eine Fehlannahme, die im kommenden Abschnitt behandelt werden soll.

2.3 Lücken im System: Die Schwächen der Reform von 1988

Zunächst macht es den Anschein als sei die Umsetzung erfolgreich verlaufen. Laut einer vom Baseler Komitee veröffentlichten Studie stiegen die Eigenmittelquoten der wichtigsten Finanzinstitute in den G10-Staaten zwischen 1988 und 1996 um 2,9% auf 11,2%. Schnell wurde jedoch deutlich, dass ein direkter Zusammenhang mit den Reformen nur schwer nachzuweisen war. Man vermutete, dass die Institute vielmehr darauf abzielten, gegenüber möglichen Wettbewerbern eine hohe Bonität zu demonstrieren oder bei lukrativen Geschäftsmöglichkeiten stets handlungsfähig (liquide) zu sein15.

Die wirklichen Schwächen der Reform sollten sich in den folgenden Jahren im Auftreten sog. regulatorischer Arbitrage offenbaren und die Kommissionen zur Überarbeitung der bisherigen Programme zwingen. Unter regulatorischer Arbitrage versteht man verschiedene Formen der Finanzinnovation, die den Banken ermöglichte, die neuen Eigenkapitalanforderungen zu umgehen16. Eine solche Möglichkeit offenbarte sich den Banken z.B. bei der Kreditvergabe an Staaten bzw. Regierungen. Nach 1988 wurden alle Staaten je nach Bonität mit einer unterschiedlichen Risikogewichtung bedacht, die sich am erwarteten Ausfallrisiko der Forderungen orientierte. Diese Risikogewichtung hatte jedoch keinerlei Bedeutung für die Höhe der dazugehörigen Eigenkapitalrücklagen. Dies führte unweigerlich dazu, dass Banken vermehrt Kredite an Staaten mit schwacher Bonität verliehen, von denen sie eine zusätzliche Risikoprämie verlangen konnten. Das erhöhte Ausfallrisiko fand dementsprechend in der Bilanz keine Berücksichtigung. In der Fachliteratur spricht man in diesem Falle häufig von „Rosinenpicken“17. Eine weitere Auffälligkeit war der zu beobachtende Anstieg von verbrieften Forderungen, also die Übertragung von Kreditansprüchen auf Dritte. Verbriefungen waren nach 1988 deshalb so begehrt, da Sie als Posten in der eigenen Bilanz wegfielen und somit keinerlei Eigenkapitalunterlegung erforderten. Aus juristischer Sicht fand eine 100%tige Übertragung der Verantwortungen jedoch nur selten statt, sodass der Entleiher die Haftung bei Kreditausfall meistens weiter hätte tragen müssen18.

2.4 Die Überarbeitung der Reformen als Geburtsstunde von „Basel 2“

Die zuvor beschriebenen Fehlanreize führten zu einer neuerlichen Überarbeitung der Reformen unter dem bis heute gängigen Titel „Basel 2“. Auf die wichtigsten Änderungen möchte ich nun kurz eingehen.

Die „Vielzahl, Heterogenität und Komplexität“19 der Finanzinstitute und ihre Fähigkeit auf die bisherigen Reformen des Baseler Ausschusses mit verschiedenen Formen der Finanzinnovation zu reagieren (s. 2.3 „regulatorische Arbitrage“) brachte die simple Eigenkapitalerhöhung rasch an ihre Grenzen. Besonders die steigende Zahl der zuvor angesprochenen Verbriefungen beinhalteten weitere, bis dato wenig beachtete Risiken20, die auch in der Bankenkrise 2008 erneut eine zentrale Rolle spielen sollten21. Der Fokus von „Basel 2“ lag also auf einer besseren Erfassung des Marktrisikos, bzw. des operationellen Risikos, welches sich hinter der Vergabe von Fremdkapital verbirgt. Bisher hatte man sowohl bei Krediten an Staaten als auch bei Unternehmenskrediten lediglich eine grobe Risikogewichtung in 5%, 10%, 20%, 50% und 100% vorgenommen, die in vielen Fällen dazu noch einen willkürlichen Anschein machte22. Die eigentliche Höhe der Eigenkapitalrücklagen ( blieb jedoch als Zielwert erhalten (s. Formel 2):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gesucht war also eine Bemessungsgrundlage der Kreditausfallwahrscheinlichkeit (des sog. Marktrisikos) auf Seiten des Entleihers und ihre Anrechnung auf die Höhe der Eigenkapitalrücklagen.

Als anerkanntes Instrument für eine solche Bonitätsprüfung, z.B. eines Unternehmens entwickelte man die sog. Ratings durch dazugehörige Agenturen24. Sie sind eine der wichtigsten Neuerungen nach „Basel 2“ und werden im folgenden Abschnitt kurz behandelt. Auch wenn sie nicht ausschließlich von Bedeutung für die KMU sind (sondern für alle Arten von Kreditnehmern betreffen) spielen sie eine große Rolle bei der Bildung der Kreditkonditionen des Mittelstandes.

Grundsätzlich findet eine Unterscheidung in externe und interne Ratings statt. Externe Ratings werden von den zuvor bereits angesprochenen Agenturen wie Standart&Poors oder Moodys durchgeführt. Dabei erhalten Unternehmen, Banken- oder Staaten verschiedene Noten, die ihre Bonität, bzw. die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls wiederspiegeln sollen.

In Abb. 1 sollen die verschiedenen Notenabstufungen und ihre Bedeutung, abhängig von der jeweiligen Ratingagentur kurz dargestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einfluss auf die Bewertung der Bonität haben dabei verschiedene Faktoren. Sowohl äußere Faktoren wie z.B. Branchenentwicklung, Marktform oder Konkurrenz, als auch innere Faktoren wie Umsatzentwicklung, Größe oder Liquidität sind hierbei von entscheidender Rolle. Nach der Einteilung in eine Risikokategorie ermitteln die Ratingagenturen im zweiten Schritt die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsunfähigkeit (z.B. eines Unternehmens) innerhalb eines bestimmten Zeitraums (s. Abb. 2). Die errechneten Werte sind hierbei keineswegs willkürlich festgelegt sondern dahingehend begründbar, dass den Ratingagenturen Erfahrungswerte vieler zurückliegender Perioden vorliegen und mögliche Ausfallwahrscheinlichkeiten daher relativ exakt bestimmt werden können.

Abb. 2 zeigt die Mathematisch-statistischen Ausfallwahrscheinlichkeiten der Rangstufen nach Standart&Poors;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Aussagen, die anhand von Abb.2 getroffen werden können lassen sich am einfachsten mit Hilfe eines Beispiels erläutern: So beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls bei einem vor 8 Jahren mit „A“ gerateten Unternehmens c.a. 1%. Die Angabe der Jahreszahlen dient den kreditgebenden Banken hierbei als Risikobemessungsrundlage für die Laufzeit der von ihnen ausgestellten Kredite.

Die internen Ratings werden vom Kreditgeber selber aufgestellt und haben ebenfalls die Aufgabe die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Seiten des Kreditnehmers zu schätzen, um so auf die nötige Eigenkapitalunterlegung zu schließen. Auf die verschiedenen Verfahren25 soll an dieser Stelle nicht explizit eingegangen werden. Lediglich ein einfaches Beispiel soll die Thematik an dieser Stelle abrunden. So nimmt der sog. Standartansatz (zugegeben ein sehr starres Verfahren) eine Unterteilung in drei verschiedene Klassen- oder Kategorien vor (Staaten, Banken und öffentliche Stellen und Unternehmen). Abhängig von der zuvor ermittelten Bonitätsklasse schwanken die Bonitätsgewichte des Kreditnehmers zwischen 0% (ein typisches Beispiel sind Kredite an OECD Staaten) und 150%. Gewährt also eine Bank einem mit „BB-“ gerateten Unternehmen einen Kredit, muss sie dafür die 1,5 fache Menge (150%) der üblichen 8% Eigenkapitalrücklagen bilden, also 12%.

Da die Geschäftsbanken höhere Kreditkosten i.d.R. an die Kunden weitergeben bleibt als Zwischenfazit festzuhalten, dass eine beidseitige Mehrbelastung immer dann zu erwarten ist, wenn der Entleiher eine schwache Bonität aufweist.

3 Mittelstand

3.1 Die Bedeutung der KMU für die deutsche Wirtschaft

Nach einem historischen Rückblick auf die Entwicklung internationaler Regulierungsmaßnahmen soll nun in einem kurzen Exkurse der Fokus auf den (deutschen) Mittelstand gerichtet werden, um die Relevanz des von mir behandelten Themas zu prüfen.

Grundsätzlich kommt dem Mittelstand in unserem Land (wie in den meisten EU-Ländern) eine herausragende Bedeutung zu, weshalb er nicht selten als „Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft“26 bezeichnet wird. Fast 70% aller deutschen Arbeitnehmer sind heute in einem KMU beschäftigt und erzielen dort ca. 44% aller steuerpflichtigen Umsätze27. Nicht zuletzt kommen die KMU Ihrer großen Verantwortung auch in der Ausbildung junger Menschennach: Fast 80% aller Ausbildungsplätze sind im Mittelstand angesiedelt28.

Die oben aufgeführten Zahlenbeispiele alleine unterstreichen die Bedeutung der KMU für die deutsche Wirtschaft und rechtfertigen eine gesonderte Betrachtung innerhalb der weiteren Ausführungen zu „Basel 2“.

4 Der Mittelstand und „Basel 2“

4.1 Die Lage der KMU in Bezug auf den Erstentwurf von „Basel 2“

Grundsätzlich sind Bankkredite für deutsche Unternehmen und besonders die KMU noch immer die wichtigste Art der Kapitalbeschaffung. Während Unternehmen in GB im Jahr 2002 bereits 90% ihrer Fremdfinanzierung über den Kapitalmarkt abwickelten lag selbige Quote in Deutschland bei lediglich 29% (die USA kamen 2002 immerhin auf 82%)29, wobei für den Mittelstandes seit jeher besonders die Sparkassen- und Volksbanken von großer Bedeutung sind30.

Nun unterliegen auch die KMU nach „Basel 2“ den eingeführten Ratingvorgaben. Grundsätzlich haben wir bereits festgestellt, dass externe Ratings immer dann zu einer Verteuerung der Kredite führen, wenn dem jeweiligen Kreditnehmer eine schwache Bonität nachgewiesen wird. Eben diese Bonitätsnachweise offenbarten sich in vielen mittelständischen Betrieben als großes Problem. Diese sind i.d.R. geprägt von einer „relativ schwachen Eigenkapitalbasis“31, die sich als ein Faktor wiederum negativ auf die Bonitätseinstufung ausübte. Die Situation war also so, dass sich die meisten KMU nach einem Rating durch S&P oder Moodys, möglicherweise trotz guter Auftragslage und einer positiven Branchenentwicklung in einer Rating-Kategorie „BBB“ (entspricht bei Moodys „Baa2“) oder schlechter wiedergefunden hätten. Dies entsprach wiederum einem erschwerten Kreditzugang.

Im folgenden Abschnitt sollen nun weitere, häufig geäußerte Befürchtungen des Mittelstandes als Folge einer Ratifizierung von „Basel 2 und 3“ untersucht werden.

4.2 Die Befürchtungen des Mittelstandes

4.2.1 Die Problematik der externen Ratings

Die Problematik der externen Ratings wurde bereits im vorigen Abschnitt kurz angesprochen und soll an dieser Stelle konkretisiert werden. Für viele Kleinbetriebe mit Investitionsbedarf kamen externe Ratings durch die bereits angesprochenen Agenturen aus finanziellen Gründen kaum in Frage32. Besonders problematisch ist hierbei, dass die externen Ratings gegenüber Banken eine Art Verhandlungsbasis darstellen und vielen KMU somit gar nicht zur Verfügung stehen. Findet kein externes Rating stattfand, stellte der Baseler Ausschuss zunächst zwei mögliche Verfahren in Aussicht, die der Problematik jedoch nur teilweise entgegenwirken konnten.

Die erste Möglichkeit sah vor, „nicht geratete“ Unternehmen willkürlich mit einer Risikogewichtung von 1 (100%) einzustufen, was sich jedoch nur für KMU mit einer schwächeren Bonität ausgezahlt hätte. Für kleine, wirtschaftlich gesunde Betriebe hätte sich so vielmehr eine weitere Wettbewerbsverzerrung ergeben, da sie möglicherweise eine höhere Risikogewichtung erhielten als ihre wirkliche Bonität es verlangt hätte33. Da die externen Ratings jedoch keinen Gesetzesstatus hatten, also nicht verpflichtend waren gab es für die KMU auch die Möglichkeit, sich lediglich dem internen Rating durch das jeweilige Finanzinstitut zu unterziehen, was die eigene Verhandlungsbasis wie zuvor bereits beschrieben allerdings erheblich geschwächt hätte.

4.2.2 Die Gefahren einer langfristigen Kreditkultur

Ein weiteres Problem sehen viele Mittelständler in einer häufig zu beobachtenden, langfristigen Kreditkultur, die für viele KMU innerhalb der EU typisch ist (im Speziellen für deutsche und österreichische KMU). Abb. 2 stellt dar, dass das Ausfallrisiko auf Seiten des Entleihers bei einem längeren Rückzahlungszeitraum grundsätzlich zunimmt, was die Eigenkapitalanforderungen der Banken und somit auch die Kreditkosten der Entleiher in die Höhe treibt34. Leider lassen sich in der Fachliteratur kaum Forschungsergebnisse finden, die die Problematik entsprechend aufgreifen. Es fehlt also an Kennzahlen, die eindeutig beschreiben, dass die Bereitschaft nach „Basel 2“, langfristige Kreditgeschäfte einzugehen, aus Kostengründen abgenommen hat. Häufig spielen hierbei kurzfristige konjunkturelle Einflüsse eine größere Rolle.

In Hinsicht auf „Basel 3“ stellt die Beachtung der für KMU typischen Kreditkultur sicherlich eine der größten Herausforderungen dar, insbesondere für die Sparkassen- und Volksbanken, die zumeist für die Fremdfinanzierung des Mittelstandes aufkommen. Meiner Meinung nach sollte die Struktur der Branche, in der sich das jeweilige KMU befindet, eine stärkere Gewichtung erhalten. So ist es in meinen Augen wichtig, konjunkturell anfällige Branchen (Bsp. Tourismus oder Luftfahrtgesellschaften) bei der längeren Laufzeiten stärker zu belasten als Unternehmen aus stabileren Branchen (Bsp. Konsumgüterindustrie insbes. Nahrungsmittelproduktion). So könnte man möglicherweise sowohl dem höheren Risiko bei längeren Laufzeiten gerecht werden, als auch einer weiteren Erschwerung des Kreditzugangs für KMU entgegenwirken.

4.2.3 Prozyklisches Bankenhandeln als Gefahr für den Mittelstand

Der vielleicht wichtigste Kritikpunkt an „Basel 2“ betrifft jedoch Zeiten der Rezession in denen Banken dazu angeregt werden könnten, prozyklisch zu handeln. Auch das frühere Mitglied des Bundesbankvorstands Edgar Meister sah im Jahre 2003 an dieser Stelle den Bedarf einer „intensiven Erörterung“35. Prozyklisches Hadeln von Banken entsteht am ehesten dann, wenn in Zeiten einer Rezession der Bestand an Eigenkapital aufgestockt werden muss und es so zu einer Kreditverknappung kommt. Die Banken könnten demnach dazu übergehen sich von Kunden mit einer geringen Bonität zu trennen um das eigene Portfolio zu bereinigen. Dies bringt die Gefahr mit sich, den wirtschaftlichen Abschwung weiter zu bestärken und könnte den Kreditzugang vieler KMU weiter erschweren.

4.3 Die Reaktion des Baseler Ausschusses und ein erstes Entgegenkommen

Die zuvor ausgewählten Fälle sind nur drei Beispiele, die als Befürchtungen vom Mittelstand während der Entstehung von „Basel 2“ häufig geäußert wurden. Daher möchte ich in diesem Abschnitt auf die „Reaktion“ des Baseler Ausschusses eingehen und überprüfen, ob bereits Schritte unternommen wurden, um den KMU entgegen zu kommen.

Die erstgenannte Befürchtung vieler KMU, durch das Fehlen eines kostspieligen externen Ratings Wettbewerbsnachteile zu erleiden wurde vom Baseler Ausschuss zunächst sehr pragmatisch angegangen. Zuallererst wurden die Anforderungen an die Rating Agenturen selber heruntergefahren. Es wurde zu einer gängigen Praxis, Ratings auch von kleineren und meist günstigeren Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungsbüros durchführen zu lassen, wenn diese eine Reihe von Anforderungen nachweisen konnten36:

- Objektivität (die eigene Methodik wird einer ständigen Kontrolle unterzogen)
- Unabhängigkeit (politische Neutralität)
- Internationalität (die Analysetools müssen in der Lage sein nationale und internationale Ratings durchzuführen)
- Offenlegung
- Ressourcen (Genügend Personal und eine mit denen der großen Agenturen sowohl qualitativ als auch quantitativ vergleichbare Methodik)
- Glaubwürdigkeit (zusätzlicher Einsatz unabhängiger Sachverständiger)

Darüber hinaus verabschiedete der Baseler Ausschuss weitere Maßnahmen, um den KMU den Kreditzugang zu erleichtern. Der in diesem Punkt vielleicht wichtigste Aspekt ist die Zuordnung der KMU in das sog. „Retail-Portfolio“. In diesem Szenario werden die betroffenen Unternehmen behandelt wie Privatkunden, wenn sie vier Anforderungen gerecht werden.37:

- Sie sind eine natürliche Person oder ein Kleinunternehmen
- Die Art des Kredits entspricht den Anforderungen der Aufsichtsbehörde (Leasing, Kleinkredite o.ä.)
- Das Retail-Portfolio ist entsprechend diversifiziert
- Das Kreditvolumen darf die Höchstgrenze von 1Mio.€ nicht überschreiten

Die Bedeutung der „Reatilkredite“ soll an dieser Stelle auch mathematisch noch einmal kurz aufgegriffen werden. Dabei bediene ich mich dreier Formeln zur Berechnung der Korrelation, die die Kreditausfallwahrscheinlichkeit beschreibt38. Der IRB Standartansatz39, den der Baseler Ausschuss für interne Ratings entwickelte unterscheidet an dieser Stelle Unternehmen mit einem Umsatz , 5-50 Mio. € (KMU) und die KMU der Retail Kategorie.

(Formel 3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Formel 4)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formel 3 und 4 lassen darauf schließen, dass sich die Korrelationen der KMU und der großen Unternehmen grundsätzlich annähern. Allerdings liegen die der KMU auf einem um 4% niedrigeren Niveau, ausgedrückt durch den Zusatz -0,04* (1- ).

Den Retail Krediten (Kredite bis eine Millionen Euro) wird vom Baseler Ausschuss eine deutlich geringere Ausfallwahrscheinlichkeit unterstellt. Diese liegt zwischen 2% und 17%

(Formel 5)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie im Laufe dieser Arbeit festgestellt haben bei internen Ratings die Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kredite den größten Einfluss auf die Höhe der Eigenkapitalrücklagen in den Banken und somit auf die Kreditkosten für die Unternehmen. Durch die Diversifikation des IRB Standartansatzes, dargestellt durch die Formeln 3 bis 5, haben also besonders die Kleinunternehmen einen Vorteil. Denkt man z.B. an die neue Generation der Internetunternehmen, die anfangs häufig nur geringe Investitionen benötigen (z.B. für IT-Infrastrukturen oder Softwareausstattung) machen die Reatilkredite meine Meinung nach Sinn.

Die Problematik des prozyklischen Handelns von Wirtschaftssubjekten innerhalb des Finanzwesens ist jedoch keinesfalls von der Hand zu weisen, gilt in der Fachliteratur sogar als typisch für den Finanzmarkt. Häufiger Vorwurf z.B. seitens der BIZ ist dabei ein unangemessenes Verhalten der Finanzinstitute, bewirkt durch fehlerhafte „Methoden der Risikobewertung (oder) aufsichtsrechtliche(r) Rahmenbedingungen“40. Im oben beschriebenen Szenario befinden sich die Geschäftsbanken jedoch in einer Zwickmühle. Wenn diese nämlich in Zeiten einer Rezession die Eigenkapitalanforderungen erhöhen müssen, müssten sie sich zwangsläufig von Krediten an Unternehmen mit einer schwachen Bonität trennen, um nicht die Gefahr einer vollständigen Kreditklemme zu verstärken. Problematisch ist jedoch, dass eine solche „schwache Bonität“ auch durch die Schieflage einer gesamten Branche (externe Faktoren) oder gar einer lediglich kurzfristig schlechten Auftragslage eines Unternehmens entstehen kann. Eine häufig gestellte Forderung lautet daher, innerhalb der Banken die „Risiken in einem Aufschwung“41 nicht zu unterschätzen und frühzeitig ein gewisses Maß an Eigenkapitalrücklagen zu bilden, also deutlich mehr als sonst antizyklisch zu handeln. In eben diesem Punkt sieht auch der Generaldirektor der BIZ Malcolm D. Night die größte Herausforderung bei der Gestaltung von „Basel 3“. Dabei stellt er eine Reihe von Forderungen an das Bankensystem42:

- Neue aufsichtsrechtliche und geldpolitische Instrumente um prozyklisches Handeln zu unterbinden
- Eine Kombination „straffer Geldpolitik, Aufstockung des Eigenkapitals und Rückstellungen der Banken“
- Besondere Wachsamkeit bei inflatorischen Tendenzen

5 Fazit- Chancen und Risiken für den Mittelstand durch „Basel 2“

Zuletzt möchte ich die wichtigsten Erkenntnisse aus meiner Arbeit kurz zusammenfassen um zu einem ersten Urteil zu kommen und möglicherweise einen kleinen Beitrag in der aktuellen Diskussion um „Basel 3“ zu leisten.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Kosten für Kredite sowohl für KMU als auch für Großunternehmen in den nächsten Jahren steigen werden. Dies liegt ganz einfach daran, dass durch die Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen der Banken diese die Kosten an die Kunden weitergeben werden. Prinzipiell betrifft dieses Problem beide Unternehmensgruppen, stärker wohl jedoch die KMU, da diese häufig eine schlechtere Bonität aufweisen als die große Konkurrenz (geringere EK-Ausstattung etc.). Auch wenn ein Großteil der Fachliteratur keine generelle Kreditverknappung erwartet, empfehlen immer mehr Ökonomen dem Mittelstand nach Finanzierungsalternativen zu suchen. Hierfür gibt es offensichtliche Möglichkeiten, wie z.B. die Erhöhung der Eigenkapitalreserven, um auch ohne Fremdkapital in Zeiten schweren Kreditzugangs liquide zu bleiben. Eben dieses Potential hat der deutsche Mittelstand bereits erkannt und eine Aufstockung der Eigenmittelbestände zwischen 2005 und 2007 laut einer Studie der deutschen Bundesbank um jährlich jeweils 12% vorgenommen43. In Kombination mit den Erleichterungen bei den sog. „Retail-Portfolios“ könnte dies eine echte Finanzierungsalternative zu den klassischen Darlehensformen sein.

Eine weitere Möglichkeit für die KMU besteht in der Fremdfinanzierung über Privat Equity, wie sie bereits in den USA und GB die Regel ist. Beim private Equity geht es um eine mittel- bis langfristige Beteiligung an einem Unternehmen, bei der von Beginn an klar ist, bei „entsprechenden Gewinne(n) … die Beteiligung wieder zu veräußern“44.

In der von mir behandelten Thematik zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen ist kaum möglich. Die Finanzkrise 2008 hat eindeutig gezeigt, dass bestehende Regulierungsansätze modifiziert werden müssen. Die Erhöhung der Eigenkapitalrücklagen ist dabei ein Schritt, wird alleine jedoch längst nicht ausreichen45.

Sowohl Banken als auch Unternehmen und in besonderem Maße die KMU stehen nun vor der wichtigen Aufgabe sich auf die kommenden Maßnahmen einzustellen. Die KMU sind dazu gezwungen sich auf alternativen Finanzierungsmöglichkeiten (s. Private Equity) vorzubereiten. Den Banken hingegen muss eine langfristigere Denkweise abverlangt werden, die sich u.a. in einem deutlich antizyklischeren Wirtschaften wiederspielen sollte.

Abbildungs- und Formelverzeichnis

- Abb. 1+2: Eigene Darstellung anhand der Zahlen von Standart&Poors und Moodys (http://www.moodys.com/ratings/ und http://www.standardandpoors.com/ratings/)

- Formel 1-2 entnommen aus „Kreditpolitik der Banken und Unternehmens-Rating: Konsequenzen von Basel 2“
- Formel 3-5 entnommen aus „Der IRB Ansatz“, ein Working Paper der Universität Wien (s.o.)

Quellenverzeichnis

verwendete Literatur

- Buchmüller, Patrik (2008): „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Hrsg. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden (ISBN: 978-3-8329-3456-9)
- Eilenberger, Prof. Dr. Guido (2001): „Kreditpolitik der Banken und Unternehmens-Rating: Konsequenzen von Basel 2. Beiträger zur Konferenz am 28.11.2001“, Hrsg. Von der Universität Rostock, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Rostock (ISSN: 0949-6866)
- Bernet, Prof. Dr. Beat (2000): „Finanzierungsmodelle für KMU“, Hrsg. Paul Haupt Verlag, Bern-Stuttgart-Wien (ISBN: 3-258-06178-5)
- Gerke, Wolfgang (1995): „Probleme deutscher mittelständischer Unternehmen beim Zugang zum Kapitalmarkt“, Hrsg. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden
- Schuhmacher, Marc (2006): „Rating für den deutschen Mittelstand: Neue Ansätze zur Prognose von Unternehmensausfällen-Onlineausgabe“, Hrsg. GWV Fachverlage, Wiesbaden (ISBN: 978-3-8350-9382-9)
- Cech, Christian (2004): „Die IRB Formel. Zur Berechnung der Mindesteigenmittel für Kreditrisiko“, Hrsg. Universität Wien (Working Paper 1/2004)

Onlinequellen

1. Financial Times Deutschland
- http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:regulierung-des-finanzmarktes-ackermann-warnt-vor-kreditverknappung/60108656.html (Letzter Zugriff: 28.9.2011)
- http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:schuldenkrise-genossenschaftsbanken-fuerchten-lehman-ii/60108594.html (Letzter Zugriff: 28.09.2011)
2. Deutsche Bundesbank
- http://www.bundesbank.de/download/presse/pressenotizen/2003/20030527bbk1.pdf (letzter Zugriff: 26.09.2011)
- http://www.bundesbank.de/download/presse/reden/2003/20030707meister.pdf (Letzter Zugriff: 27.09.2011)
- http://www.bundesbank.de/download/presse/pressenotizen/2009/20090812.kmu.php (Letzter Zugriff: 26.09.2011)
-
3. Gastlichkeit&Co: Weiterbildungs- und Betriebsberatungsgesellschaft mbH
- http://www.gastlichkeit.at/basel2-2.htm (Letzter Zugriff: 24.09.2011)
-
4. Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht
- http://www.bis.org/publ/arpdf/ar2001g7.pdf (Letzter Zugriff: 27.09.2011)
- http://www.bis.org/speeches/sp080630_de.pdf (Letzter Zugriff: 27.09.2011)
- http://www.bis.org/publ/bcbs107ger.pdf (Letzter Zugriff: 27.09.2011)

[...]


1 Nach Fehlspekulationen auf dem amerikanischen Immobilienmarkt geriet die Lehman Brothers Bank im September 2008 in Zahlungsschwierigkeiten und musste nach einem gescheiterten Übernahmeversuch durch die britische Barclays Bank am 15. September 2008 Insolvenz anmelden.

2 Der IIF ist der international wichtigste Lobbyverband für Großbanken und dient als Sprachrohr für mehr als 400 international bedeutende Institute.

3 http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:regulierung-des-finanzmarktes-ackermann-warnt-vor-kreditverknappung/60108656.html

4 http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:schuldenkrise-genossenschaftsbanken-fuerchten-lehman-ii/60108594.html

5 Die Kölner Privatbank Herstatt hatte bei Ihren Devisengeschäften lange Zeit auf steigende Dollarkurse vertraut. Als die USA 1971 jedoch die Goldeinlösegarantie aufgibt und der Dollarpreis fortan abhängig von Angebot und Nachfrage zu schwanken beginnt, treiben Fehlspekulationen die Bank in die Zahlungsunfähigkeit. Bis ins Jahr 2008 mussten sich die ehemaligen Geschäftsführer vor Gericht verantworten. Ihnen wurde vorgeworfen, Warnungen aus dem Risikomanagement der Bank jahrelang missachtet zu haben.

6 Die G10 besteht im Jahre 1974 aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Schweden, Luxemburg, USA, Großbritannien und den Niederlanden.

7 „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Buchmüller P (2008), S.29

8 „Lender of Last Resort“ bezeichnet eine Institution, die dann als Kreditgeber oder Garant einspringt, wenn am Markt sonst niemand mehr diese Funktion ausüben will. Supranational erfüllt diese Aufgabe meist der IWF, auf nationaler Ebene die Zentralbanken. Nötig wird ein solcher Schritt, wenn eine Bank in Schieflage gerät, deren Pleite auf Grund ihrer Systemrelevanz nicht zu verantworten wäre (auch „too big to fail“) oder weitere Institute von einer sog. „Ansteckung“ bedroht wären.

9 Vgl. „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Buchmüller P (2008), S.31

10 Anfang der 1980er Jahre schnüren die USA gemeinsam mit dem IWF ein milliardenschweres Rettungspacket, als mehrere amerikanische Geldinstitute auf Grund der südamerikanischen Schuldenkrise in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

11 „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Buchmüller P (2008), S.31

12 „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Buchmüller P (2008), S.32

13 Für Unternehmenskredite beispielsweise, die in jedem Falle eine 100%tige Risikogewichtung tragen, waren die Banken von nun an also bspw. dazu verpflichtet, Kredit in Höhe von 1.000.000€ mit Eigenkapital in Höhe von 80.000€ abzusichern.

14 „Kreditpolitik der Banken und Unternehmens-Rating: Konsequenzen aus Basel 2“, Eilenberger G (2002), S. 8

15 „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Buchmüller P (2008), S.32

16 „Kreditpolitik der Banken und Unternehmens-Rating: Konsequenzen aus Basel 2“, Eilenberger G (2002), S.30

17 „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Buchmüller P (2008), S.38

18 „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Buchmüller P (2008), S.38

19 Vgl. „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Buchmüller P (2008), S.39

20 In der Finanzwelt spricht man von einer sog. „Ansteckungsgefahr“, wenn Forderungen zwischen mehreren Banken weitergegeben werden und bei Kreditausfällen durch eine starke vertragliche Verknüpfung nicht mehr nur ein Institut in Zahlungsschwierigkeiten gerät.

21 So betrafen die Zahlungsschwierigkeiten der „Hypo Real Estate“ weitere bedeutende Finanzinstitute, die sich über ein stark verzweigtes Kontrakt Management „angesteckt“ hatten.

22 Vgl. „Basel 2. Hinwendung zur prinzipienorientierten Bankenaufsicht“, Buchmüller P (2008), S.39

23 „Kreditpolitik der Banken und Unternehmens-Rating: Konsequenzen aus Basel 2“, Eilenberger G (2002), S.19

24 Bei der aktuellen Diskussion über die Funktion von Agenturen wie „Standart&Poors“ oder Moodys bleibt offensichtlich häufig unberücksichtigt, dass es sich hierbei um ein Instrument zur Regulierung der Finanzmärkte handelt.

25 Einige Beispiele sind der sog. „Internal Ratings Based-Ansatz“ (IRB) oder das sog. „Scoring-Verfahren“.

26 http://www.bundesbank.de/download/presse/pressenotizen/2003/20030527bbk1.pdf

27 KMU sind mittelständische Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern, die einen Umsatzerlös von 50Mio.€, bzw. eine Bilanzsumme von 43Mio.€ nicht überschreiten.

28 „Rating für den deutschen Mittelstand: Neue Ansätze zur Prognose von Unternehmensausfällen“, Schuhmacher M (2006)

29 „Kreditpolitik der Banken und Unternehmens-Rating: Konsequenzen aus Basel 2“, Eilenberger G (2002), S.10

30 „Probleme deutscher mittelständischer Unternehmen beim Zugang zum Kapitalmarkt“, Gerke W (1995) S. 15

31 „Kreditpolitik der Banken und Unternehmens-Rating: Konsequenzen aus Basel 2“, Eilenberger G (2002), S.11

32 Durchschnittlich kostet eine Prüfung bei Agenturen wie S&P oder Moodys 40T-60T€

33 „Kreditpolitik der Banken und Unternehmens-Rating: Konsequenzen aus Basel 2“, Eilenberger G (2002), S.17

34 http://www.gastlichkeit.at/basel2-2.htm

35 http://www.bundesbank.de/download/presse/reden/2003/20030707meister.pdf

36 http://www.bis.org/publ/bcbs107ger.pdf (S.33)

37 http://www.bis.org/publ/bcbs107ger.pdf (S. 29-31)

38 Formeln entnommen aus dem Working Paper „der IRB Ansatz“ der Universität Wien

39 IRB= „Internal Ratings Based Approached“

40 Vgl. 71. Jahresbericht der BIZ http://www.bis.org/publ/arpdf/ar2001g7.pdf

41 http://www.bis.org/publ/arpdf/ar2001g7.pdf

42 http://www.bis.org/speeches/sp080630_de.pdf

43 http://www.bundesbank.de/download/presse/pressenotizen/2009/20090812.kmu.php

44 „Finanzierungsmodelle für KMU“, Bernet B u. Denk C (2000) S. 80

45 Die Commerzbank Pleite im Zuge der Bankenkrise machte deutlich, dass eine Eindämmung der bereits kurz thematisierten Ansteckungsgefahr ebenfalls von größter Bedeutung sein wird.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Gefahr von „Basel 2“ für kleine und mittelständischen Unternehmen
Hochschule
Universität Hamburg  (Fachbereich Sozialökonomie)
Veranstaltung
Vorlesung: Geld&Kredit
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V308833
ISBN (eBook)
9783668071926
ISBN (Buch)
9783668071933
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzmarktregulierung, Basel 2, Basel 3, Bankenregulierung, Mittelstand, KMU, Ratingagenturen, Baseler Ausschuss, Externe Ratings
Arbeit zitieren
Lukas Baumann (Autor), 2011, Die Gefahr von „Basel 2“ für kleine und mittelständischen Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308833

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