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Die Etikette als Herrschaftsinstrument - Eine Untersuchung an den Beispielen der höfischen Etikette unter Ludwig XIV. und der beruflichen Etikette in der heutigen Gesellschaft

Title: Die Etikette als Herrschaftsinstrument - Eine Untersuchung an den Beispielen der höfischen Etikette unter Ludwig XIV. und der beruflichen Etikette in der heutigen Gesellschaft

Term Paper , 2002 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susanne Drews (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

In seinem Hauptwerk „ Über den Prozeß der Zivilisation“ veranschaulicht Norbert Elias den „ langfristigen Prozeß der Veränderung der Außenzwänge in Selbstzwänge“.1 Schon in seiner Studienzeit interessierte ihn die Frage, wieso sich Aristokraten einem höfischen Ritual beugen, das sie bei aller Zivilisiertheit bestimmten Zwängen unterwirft.2. Dazu brauchte er natürlich Material, das diese Frage klären sollte, das heißt, das diesen langfristigen Prozess der Umwandlung von Fremdzwängen in Selbstzwängen veranschaulicht und dies fand er in den Manierenbüchern. Denn genau dort werden die Veränderungen der Verhaltensregeln dokumentiert. Wichtig war dabei für ihn nicht die Veränderung des Benimmstandarts, sondern warum sich diese änderten, denn darin konnte er die Veränderung von Peinlichkeits- und Schamgrenzen und somit die Triebregulierung der Affekte und Gefühle sichtbar machen.3 Unter Ludwig XIV. war es zum Beispiel verpönt, Speisen mit der Gabel zu essen.4 Und deshalb verbot er dies auch jedem Höfling, der die Ehre hatte, in Anwesenheit des Königs zu essen. Für uns heute ist es unvorstellbar, nicht mit der Gabel zu essen. Sie nicht zu benutzen und mit den Fingern zu essen kommt uns unerzogen vor. Der Grund dafür ist, dass wir meinen, dies sei unhygienisch und unappetitlich. Elias sagt, dass dies Gründe sind, die in die Kategorie Peinlichkeitsgefühl und Scham gehören und es ist die Entstehung dieser Affektkontrollen, für die die Einführung der Gabel ein Beispiel ist. Um den Prozess der Zivilisation zu veranschaulichen ist es daher sehr wichtig zu zeigen, wie sich die Zivilisierung der Sitten der höfischen Menschen langsam in der gesamten Gesellschaft verfestigt haben, denn heutzutage handelt es sich bei diesen Sitten um festgefahrene Standarts. Für uns besteht kein Fremdzwang mehr, er ist zum Selbstzwang geworden, was ja, wie vorher schon bemerkt den Zivilisationsprozess auszeichnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

1.1. Wieso legte Norbert Elias so viel Wert auf die Untersuchung der höfischen Etikette:...

1.2. Gesellschaftliche Normen und Etikette

2. Hauptteil

2.1. Was gehörte für Ludwig XIV. zur Etikette?

2.2. Wieso hielten sich die Adligen so strikt an die Etikette?

2.3. Wieso war für Ludwig XIV. die Einhaltung der Etikette so von Bedeutung?

3. Warum elementare Manieren und eine gewisse Etikette auch heute noch entscheidend sind:

4. Schlußwort:

5. Bibliographie

5.1. Gedruckte Quellen

5.2. Ungedruckte Quellen:

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die Etikette als Instrument der Machtausübung. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie höfische Verhaltensnormen unter Ludwig XIV. zur Disziplinierung dienten und inwiefern vergleichbare Mechanismen der Etikette das berufliche Miteinander in der heutigen Gesellschaft prägen.

  • Die soziologische Analyse der Etikette als Herrschaftsinstrument
  • Das höfische Zeremoniell unter Ludwig XIV. als Mittel zur Statuszuweisung
  • Soziale Normen und deren Funktion für die gesellschaftliche Ordnung
  • Die Bedeutung von Umgangsformen für berufliche Karrierechancen und Erfolg
  • Der Wandel von externen Fremdzwängen hin zu internalisierten Selbstzwängen

Auszug aus dem Buch

Wieso hielten sich die Adligen so strikt an die Etikette?

Unter den Adligen am Hofe von Ludwig XIV. gab es einen sehr starken Präsentationszwang und einen mächtigen Konkurrenzkampf um Prestige und Status. Jeder mußte seine Position behaupten können und zeigen, dass er seinem Rang gemäß auftreten konnte. Es gab ein ständiges Wettrennen um Status- und Prestigechancen. Nur wer auch nach außen hin zeigen konnte, dass er wohlhabend war, galt als angesehen. Die Folge davon war, dass sich viele Familien ruinierten, indem sie ihr ganzes Kapital dafür aufbrachten, ihre Position zu behaupten. der einzige der sie dann noch vor dem Ruin retten konnte, war der König. Unter den Adligen war es verpönt und sogar verboten, sein Einkommen durch Beteiligung an irgendwelchen kommerziellen Unternehmungen zu beziehen. Sie waren also finanziell stark abhängig vom König.

Durch Vergabe eines militärischen oder diplomatischen Postens, Geldgeschenke oder die Verleihung eines Hofamtes konnte der König die Verarmung einer Adelsfamilie verhindern. So ist es wohl verständlich, dass man sich ständig um die Gunst des Königs bemühte.. In erster Linie ging es denn Adligen also um die Aufrechterhaltung ihres elitären Charakters und ihres Ranges. Nur dadurch, dass jeder seine vorgeschriebene Position hatte, konnte die höfische Gesellschaft funktionieren. Durch die Etikette wurden diese Positionen, nämlich durch Vergabe von Privilegien, erlangt. wie bereits erwähnt, nutzte Ludwig XIV. jede Möglichkeit aus um Vorrechte zu verteilen. Dies war nicht nur für ihn ein wichtiges Herrschaftsinstrument, sondern auch die Adligen ein nützlicher Anzeiger für die Position des einzelnen innerhalb der höfischen Gesellschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die soziologische Perspektive von Norbert Elias auf den Zivilisationsprozess und führt in die Bedeutung von Manierenbüchern als historische Quelle ein.

1.1. Wieso legte Norbert Elias so viel Wert auf die Untersuchung der höfischen Etikette: Dieser Abschnitt erläutert die Umwandlung von Fremdzwängen in Selbstzwänge anhand des Beispiels der Gabel als Symbol für Affektkontrolle.

1.2. Gesellschaftliche Normen und Etikette: Hier wird die Funktion von Etikette als notwendiger „Schmierstoff“ für das gesellschaftliche Miteinander und die soziale Interaktion definiert.

2. Hauptteil: Der Hauptteil bildet den Rahmen für die Analyse der Machtstrukturen unter Ludwig XIV.

2.1. Was gehörte für Ludwig XIV. zur Etikette?: Es wird das detaillierte, durchorganisierte Zeremoniell am Hofe, insbesondere das „Lever“ des Königs, beschrieben.

2.2. Wieso hielten sich die Adligen so strikt an die Etikette?: Die Untersuchung zeigt die finanzielle Abhängigkeit der Adligen vom König und den damit verbundenen Konkurrenzkampf um Status und Privilegien.

2.3. Wieso war für Ludwig XIV. die Einhaltung der Etikette so von Bedeutung?: Dieser Teil erklärt die Etikette als flexibles Herrschaftsinstrument zur Kontrolle der Spannungen zwischen den Untertanen.

3. Warum elementare Manieren und eine gewisse Etikette auch heute noch entscheidend sind: Das Kapitel überträgt die historischen Erkenntnisse auf die heutige Zeit und analysiert die Rolle von Benimmregeln in der modernen Arbeitswelt.

4. Schlußwort: Das Fazit fasst zusammen, dass Etikette trotz des Wandels zu einem lockeren Umgang nach wie vor ein unverzichtbares Mittel der gesellschaftlichen Karriere ist.

Schlüsselwörter

Etikette, Herrschaftsinstrument, Norbert Elias, Ludwig XIV., Zivilisationsprozess, Soziale Normen, Höfisches Zeremoniell, Affektkontrolle, Prestige, Status, Arbeitswelt, Benimmregeln, Macht, Selbstbehauptung, Umgangsformen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Etikette als soziologisches Machtinstrument und vergleicht das höfische Verhalten unter Ludwig XIV. mit modernen Benimmregeln.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen den Zivilisationsprozess nach Norbert Elias, das höfische Zeremoniell, soziale Distinktion und die Bedeutung von Etikette für den beruflichen Erfolg.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Etikette nicht nur eine oberflächliche Höflichkeitsregel ist, sondern als Instrument zur Steuerung von sozialer Ordnung und Macht dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse soziologischer Klassiker, ergänzt durch Beispiele aus der heutigen Management-Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie Ludwig XIV. durch starre Rituale Abhängigkeiten schuf und wie der Adel gezwungen war, sich zur Wahrung von Status diesen Regeln unterzuordnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Herrschaftsinstrument, Zivilisationsprozess, Etikette, Status und Affektkontrolle.

Warum ist das „Lever“ des Königs als Beispiel so relevant?

Es veranschaulicht, wie jede alltägliche Handlung – vom Wecken bis zum Ankleiden – durch ein strenges Zeremoniell in ein Machtinstrument verwandelt wurde.

Inwiefern unterscheidet sich die Etikette heute von der höfischen Zeit?

Während die Etikette am Hofe ein strikter Zwang zur Existenzsicherung war, bietet sie heute mehr Spielraum, ist aber für die berufliche Karriere weiterhin ein entscheidender Faktor.

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Details

Title
Die Etikette als Herrschaftsinstrument - Eine Untersuchung an den Beispielen der höfischen Etikette unter Ludwig XIV. und der beruflichen Etikette in der heutigen Gesellschaft
College
University of Passau
Grade
1,0
Author
Susanne Drews (Author)
Publication Year
2002
Pages
15
Catalog Number
V30888
ISBN (eBook)
9783638320542
ISBN (Book)
9783638789530
Language
German
Tags
Etikette Herrschaftsinstrument Eine Untersuchung Beispielen Etikette Ludwig Etikette Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Drews (Author), 2002, Die Etikette als Herrschaftsinstrument - Eine Untersuchung an den Beispielen der höfischen Etikette unter Ludwig XIV. und der beruflichen Etikette in der heutigen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30888
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