Musik [gr.], bei den Griechen zunächst die Bildung von Gemüt u. Geist (im Ggs. Zur Gymnastik); erst nach der klass. Zeit die Tonkunst als Ausdrucksmittel des menschl. Seelen- u. Gefühlslebens. Gestaltungsmerkmale der M. sind Rhythmus, Melodie, Harmonie, ferner Tonstärken- u. Zeitmaßverhältnisse sowie die Instrumentation. Nach den Darstellungsmitteln teilt man die M. ein in Gesang (Vokal-M.) u. Instrumental-M. Werden viele versch. M.-Instrumente verwendet, spricht man von Orchester-M., kommen einige wenige Instrumente zum Einsatz, von Kammer-M. Man unterscheidet ferne u.a. Volks-M., Kunst-M., Kirchen-., Unterhaltungs-M., Tanz-M., Jazz-M. M. in Verbindung mit Darstellungen auf der Bühne: Oper , Operette, Musical, Singspiel.
Nach antikem Mythos ist die Musik ein Geschenk Apolls und der Musen an den Menschen. Gesellschaften und Kulturen besitzen ihre eigene Musik, aber nur in wenigen Sprachen gibt es ein eigenes Wort dafür, weil die Musik meist in Zusammenhang mit Tanz, Sprache und Kult steht. In der griechischen Antike bezeichnete der Begriff musiké die Einheit von Poesie, Tanz und Musik. Musik war und ist für alle Gesellschaften und zu allen Zeiten von Bedeutung. Sie besteht in einer Vielfalt von Stilen, die jeweils charakteristisch beispielsweise für eine geographische Region, eine geschichtliche Epoche oder bestimmte gesellschaftliche Gruppen sind. Musik ist eine zentrale Kategorie, die aus dem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Musik ist nicht zuletzt durch ihre massenmediale Verbreitung in der heutigen Zeit ein allgegenwärtiges ästhetisches Phänomen. Mit dieser Allgegenwärtigkeit hat sich aber zugleich das Verhältnis zur Musik dramatisch gewandelt. War man in früheren Zeiten, etwa im 17. oder 18. Jahrhundert, daran interessiert, Musik zu genießen, war man darauf angewiesen, einen Musiker einzuladen, oder man musste selber musizieren. Das damalige Massenmedium für Musik war die „stille Form der Musik“ in Form von gedruckten Noten. Diese konnte man aktiv in erklingende Musik umwandeln oder man begab sich dort hin, wo Musik gemacht wurde. Zu dieser Zeit war „Musik erleben“ fast immer ein interpersonales Ereignis. Heute ist die fast allgegenwärtige, massenmedial verbreitete Form der Musik in ihrer akustischen Originalform oft allenfalls ein aurales Genussmittel oder akustisches Ambiente, das möglicherweise beschwingt und die Sinne mehr oder weniger zielgerichtet anregt.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundlegung
1.1 Einleitung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Begriffskennzeichnung
1.3.1 Musikindustrie
1.3.2 Digitalisierung
1.4 Anmerkungen zur Datengrundlage und Terminologie
2 Die Musikindustrie
2.1 Die Struktur der Musikindustrie
2.2 Akteure der Musikindustrie
2.2.1 Künstler
2.2.2 Plattenfirmen
2.2.3 Tonträgerhersteller
2.2.4 Musikverlag
2.2.5 Verwertungsgesellschaften
2.2.5.1 GEMA
2.2.5.2 GVL
2.3 Der Tonträgerhandel
2.4 Vertriebsstrukturen
2.4.1 Vertriebe
2.4.2 Systemgroßhandel, Rackjobber
2.4.3 Zentral operierende Handelsketten
2.4.4 Dezentral organisierte Einzelhändler
2.4.5 Versand, Internet
2.3.6 Sonstige
2.3.7 Alternative Vertriebswege
2.5 Umsatz- und Absatzentwicklung des Tonträgermarktes
2.5.1 Umsatzentwicklung
2.5.2 Tonträgerabsatz
2.5.3 Käuferreichweite und Käuferintensität
2.5.4 Internationale Umsatz- und Absatzentwicklung
3 Wandel der Musikindustrie
3.1 Der „Siegeszug“ von mp3
3.1.1 Entwicklung des Dateiformats mp3
3.1.2 Die ersten Musikdownloads
3.2 Tonträger-Piraterie
3.2.1 Arten der traditionellen Tonträgerpiraterie
3.2.1.1 Bootleg
3.2.1.2 Raubkopien
3.2.1.2.1 Die (klassische) Raubkopie
3.2.1.2.2 Die Raubkopplung
3.2.1.2.3 Der Raub-Mix
3.2.1.3 Die Identfälschung (Counterfeit)
3.2.2 Neue Formen der Tonträgerpiraterie
3.2.2.1 Online-Piraterie
3.2.2.1.1 http-Angebote
3.2.2.1.2 ftp-Angebote
3.2.2.1.3 Filesharing
3.2.2.2 Schulhofpiraterie
3.2.3 Umsatzverluste durch Onlinepiraterie und private Vervielfältigung
3.3 Napster als Synonym für das Zeitalter der Tauschbörsen
3.4 Gegenstrategien der Musikindustrie
3.4.1 Vorgehen gegen Betreiber von Musik-Tauschbörsen
3.4.1.1 Rechtliche Schritte gegen zentral organisierte Tauschbörsen
3.4.1.2 Rechtliche Schritte gegen dezentrale Netzwerke
3.4.2 Maßnahmen zur Eindämmung der Nutzerzahlen von Tauschbörsen
3.4.2.1 Vorgehen gegen Hochschulen und Unternehmen
3.4.2.2 Vorgehen gegen einzelne Nutzer
3.4.2.3 Sabotageaktionen
3.4.3 Angebote der Musikindustrie
4 Chancen für die Musikindustrie durch Digitalisierung
4.1 Digitalisierung des Vertriebs von Tonträgern
4.1.1 Vorteile
4.1.2 Akteure
4.1.3 Auswirkungen
4.2 Nutzen von Konvergenztechnologien
4.2.1 Einsatz in der Musikindustrie
4.2.2 Herausforderungen an die Musikindustrie
4.2.3 Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette
4.2.4 Anpassungsstrategien der Musikindustrie
4.2.4.1 Ausrichtung auf den Kunden
4.2.4.1.1 Verbesserung des Leistungsangebotes
4.2.4.1.2 Konvergente Portale
4.2.4.2 Denken in Wertschöpfungsnetzwerken
4.3 Digital Rights Management
4.3.1 Funktionsweise von DRM
4.3.1.1 Schutz durch Kryptographie
4.3.1.2 Schutz durch Wasserzeichen
4.3.2 Herausforderungen an ein DRM-System
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die fundamentale Krise der Musikindustrie im Zuge der Digitalisierung. Das primäre Ziel ist es, den Wandel des Marktes, die Auswirkungen der Tonträgerpiraterie sowie die Anpassungsstrategien der Musikindustrie zu untersuchen und Potenziale für die Nutzung neuer Technologien aufzuzeigen.
- Strukturanalyse der Musikindustrie und ihrer Akteure.
- Untersuchung des Wandels durch das mp3-Format und Online-Piraterie.
- Evaluierung der Gegenstrategien der Musikindustrie.
- Analyse von Chancen durch Digitalisierung und Konvergenztechnologien.
- Diskussion von Digital Rights Management (DRM) als Lösungsansatz.
Auszug aus dem Buch
3.2.1.2 Raubkopien
Bei allen Formen der Raubkopie werden bestehende handelsübliche Tonträger als Vorlage verwendet. Daher sind bei Raubkopien meist nicht nur die Rechte der ausübenden Künstler, Komponisten und Textdichter betroffen, sondern auch die Rechte der Tonträgerhersteller der Vorlagen. Nach Art und Anzahl der von den Piraten verwendeten Vorlagen lässt sich grob unterscheiden zwischen der „klassischen“ Raubkopie, der „Raupkopplung“ und dem „Raubmix“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundlegung: Einleitung in die Krise der Musikindustrie im Jahr 2003 und Definition der zentralen Begriffe wie Musikindustrie und Digitalisierung.
2 Die Musikindustrie: Analyse der Struktur des Marktes, der beteiligten Akteure (Künstler, Labels, Verwertungsgesellschaften) und des Tonträgerhandels inklusive Vertriebsstrukturen.
3 Wandel der Musikindustrie: Untersuchung des Einflusses des mp3-Formats, der Tonträgerpiraterie und der strategischen Gegenmaßnahmen der Branche.
4 Chancen für die Musikindustrie durch Digitalisierung: Darstellung von Möglichkeiten für die Musikbranche durch neue Vertriebswege, Konvergenztechnologien und den Einsatz von Digital Rights Management.
5 Schlussbetrachtung: Fazit über den nachhaltigen Einfluss der Digitalisierung und die Notwendigkeit, den Verbraucher als Partner statt als Gegner zu gewinnen.
Schlüsselwörter
Musikindustrie, Digitalisierung, Tonträgerpiraterie, mp3, Filesharing, Tauschbörsen, Online-Musik, Wertschöpfungskette, Digital Rights Management, Kopierschutz, Musikmarkt, Plattenfirmen, Konvergenztechnologien, Musikvertrieb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der durch die Digitalisierung verursachten Krise der Musikindustrie und den daraus resultierenden strukturellen Veränderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Strukturwandel der Musikwirtschaft, die Formen der Tonträgerpiraterie und die Möglichkeiten, die Digitalisierung aktiv als Chance zu nutzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie die Musikindustrie auf den Wandel reagiert hat und welche Strategien notwendig sind, um in Zukunft erfolgreich zu bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Branchenberichten, Statistiken und Marktstudien, um den Status Quo der Musikindustrie darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Marktstruktur, die Auswirkungen des mp3-Formats, die rechtlichen und technischen Gegenstrategien gegen Tauschbörsen sowie die Potenziale digitaler Vertriebswege.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Musikindustrie, Digitalisierung, mp3, Filesharing, Piraterie, DRM, Wertschöpfungskette und Online-Vertrieb.
Wie unterscheidet sich die „klassische“ Raubkopie von der „Raubkopplung“?
Bei der klassischen Raubkopie wird ein gesamter Tonträger übernommen und unter falscher Aufmachung verkauft, während bei der Raubkopplung mehrere Titel verschiedener Originaltonträger zu einer neuen, nicht legalen Zusammenstellung kombiniert werden.
Was ist der Kern der Gegenstrategien der Musikindustrie?
Die Branche setzt auf eine Kombination aus rechtlichem Vorgehen gegen Betreiber und Nutzer von Tauschbörsen, technischer Sabotage und dem Aufbau eigener, legaler, kommerzieller Online-Angebote.
- Quote paper
- Sascha Hartstack (Author), 2004, Die Musikindustrie unter Einfluss der Digitalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30914