Arbeitsgebiet eines Energiehändlers in Verbindung mit der EEX


Hausarbeit, 2014

39 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung anhand des Beispiels der RWE Trading GmbH
1.2 Problemstellung und Vorgehensweise
1.3 Aufbau der Arbeit

2 EEX
2.1 Vorstellung der EEX
2.2 Das Handelssystem

3 Methodik
3.1 Methodik Interviewleitfaden
3.2 Vorgehensweise bei der qualitativen Inhaltsanalyse

4 Ergebnisse der qualitativen Befragung
4.1 Qualitative Inhaltsanalyse
4.2 Interpretation der Ergebnisse

5 Schluss
5.1 Fazit & Ausblick
5.2 Kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Anhang 1: Qualitative Inhaltsanalyse

Anhang 2: Interviewleitfaden

Anhang 3: Qualitative Interviews

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Einführung anhand des Beispiels der RWE Trading GmbH

Um den Energiehandel abzuwickeln, haben die Energiekonzerne eigene Gesellschaften gegründet. Eine davon ist die RWE Trading GmbH in Essen. Anhand dieses Unternehmens erfolgt eine Einführung in das Aufgabengebiet des Energiehandels. Die RWE Trading GmbH ist im Wesentlichen aufgestellt wie eine Bank. Handelstische und diverse Support-Funktionen unterstützen die Händler. Gehandelt wird mit unterschiedlichen Commodities, d. h. Strom, Gas, Kohle, Öl und auch C02-Zertifikaten. Zu den Aufgaben der RWE Trading gehört es, den Strom zu Marktpreisen zu bewerten und - da er sich nahezu nicht speichern lässt - möglichst langfristig im Großhandel zu verkaufen. Gleichzeitig gilt es, die Stromerzeugung durch den Einkauf von Brennstoffen und der erforderlichen C02-Zertifikaten abzusichern. Sowohl für Verkauf als auch Einkauf spielen sog. Futures eine entscheidende Rolle. Bei diesen Derivaten lässt sich ein Basiswert in der Zukunft zu einem bereits heute festgelegten Preis kaufen oder verkaufen. Beim Short Time Position Management gilt es, dass Commodity in der Zukunft zu handeln. Dessen Bedeutung hat aufgrund derz.B. kurzfristig schwankenden Windenergie stark zugenommen. Darüber hinaus betreibt die RWE Trading auch Eigenhandel. Dies bedeutet, dass Commodities erworben werden, um sie mit Profit weiter zu verkaufen.

Die zentrale Frage im Energiehandel ist die nach einer gerechten Preisfindung. Bei gewöhnlichen Future-Geschäften ist die Bewertung relativ einfach darstellbar. Im Trend liegt der Handel mit komplexeren Produkten. Mit stochastischen Modellen wird die Preisbewertung dieser Commodities vorgenommen. Als Exempel dient, dass ein Händler das Angebot erhält, ein Pumpspeicherkraftwerk über einen gewissen Zeitraum zu leasen. Die Preisfindung und die Bewertung des inhärenten Risikos wird zunehmend sehr komplex angesichts der Tatsache, dass man zu jedem Zeitpunkt neu entscheiden kann, ob man den Strom verkauft oder ihn nutzt, um das Wasser wieder hochzupumpen für Zeiträume, in denen die Nachfrage höher ist. Ferner spielt es auch eine Rolle Marktpreisbewegungen bestmöglich gegen Risiken zu hedgen, d. h. diese absichern zu können.

Die Energiehändler arbeiten auf einem sog. „Trading Floor“, einem Großraumbüro, in dem die Arbeitsplätze in engen Reihen angeordneten sind und sich pro Schreibtisch mehrere Bildschirme Die Händler selbst sind auf mehreren Stockwerken verteilt. Eine Vielzahl von Faktoren ist beim Energiehandel einzukalkulieren. In eine vollständige Modellierung müssten u. a. klimatische Bedingungen, logistische Randbedingungen, Kohlepreise und Streckenraten eingehen - denn auch Frachtstrecken werden gehandelt. Die Energiehändler arbeiten i. d. R. deutlich über 45 Wochenstunden, denn der Energiehandel spielt sich global über alle Zeitzonen hinweg ab.1

1.2 Problemstellung und Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit trägt den Titel „Arbeitsgebiet eines Energiehändlers in Verbindung mit der European Energy Exchange Leipzig“ und wurde im Rahmen des Schwerpunktmoduls Management in Context im Fach Sustainability im Masterstudiengang Innovation Management der Hochschule Ludwigshafen am Rhein als Hausarbeit erstellt.

Ziel der Arbeit ist es u. a. zu veranschaulichen, wie das Thema Arbeitsgebiet eines Energiehändlers im Allgemeinen von den befragten Unternehmen aufgefasst und praktiziert wird. Des Weiteren soll untersucht werden, ob es einen expliziten Zusammenhang zwischen dem Arbeitsgebiet eines Energiehändlers und der EEX gibt.

In Hinsicht auf die Zielsetzung, lässt sich spezifische Literatur nur schwer finden. Es handelt sich somit um ein nahezu unergründetes Forschungsfeld, welches die inhaltlichen Aussagen und die in der Arbeit angewandte Methodik zusätzlich erschwert hat.

Der Fokus dieser Arbeit entspricht somit einem qualitativen Forschungscharakter, der sich der Erhebung nicht standardisierter Daten in Form von Interviews bedient. Daraus folgt, dass eine Primärerhebung zu Grunde liegt, deren Grundlage ein selbst erstellter, größtenteils standardisierter Interviewleitfaden ist.

Da die Rückmeldung der angefragten Interviewpartner eher gering ausfiel, erfolgte bzgl. der Auswahl der Unternehmen keine weitere Beschränkung in Präsenzinterviews. Die Auswertung der Interviews erfolgte mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring.2

Aus der soeben dargestellten Problem- und Zielstellung ergeben sich somit folgende Forschungsfragen, auf denen diese Hausarbeit im weiteren Verlauf aufbaut:

- Wie sieht das Arbeitsgebiet eines Energiehändlers aus?
- Welche Verbindungen gibt es zwischen Ihrem Arbeitsgebiet und der EEX?
- Wie sieht das Profil eines Energiehändlers aus?

Eine detaillierte Erörterung der Methodik und Vorgehensweise erfolgt in Kap. 3.1.

An dieser Stelle sei noch einmal ausdrücklich den Interviewpartnern und Unternehmen gedankt, die ihre Zeit und Expertise zur Verfügung gestellt haben.

1.3 Aufbau der Arbeit

Nachdem unter 1.1 eine kurze Einführung in das Thema und unter 1.2 die Problemstellung und Vorgehensweise erörtert wurden, widmet sich dieser Abschnitt dem inhaltlichen Aufbau der Arbeit.

Unter Кар. 2 soll die Funktionsweise der EEX aufgezeigt werden. Nachdem unter 2.1 die EEX vorgestellt wird, greift 2.2 das Handelssystem auf. Des Weiteren dient dieser Abschnitt dazu für den späteren Verlauf essentielle Terminologien und Kausalitäten noch einmal abzugrenzen.

Kap. 3 bildet im Anschluss daran, zusammen mit den theoretischen Grundlagen, der Datenauswertung und dem abschließenden Diskurs unter Kap. 5 den Kern dieser Arbeit. Unter 3.1 soll zunächst die Forschungsmethodik bzgl. des Interviewleitfadens näher erläutert werden. Im weiteren Verlauf wird die Vorgehensweise zur Auswertung mit der qualitativen Inhaltsanalyse beschrieben.

Die Interpretation der Interviewauswertung und die damit einhergehenden Antworten auf die Forschungsfragen finden sich in Kap. 4 wieder.

Bevor unter 5.2 die Arbeit, insbes. die Forschungsmethodik einer kritischen Würdigung seitens des Autors unterzogen wird, erfolgt unter 5.1 der obligatorische Ausblick unter Berücksichtigung weiterer Ansätze, die sich in Theorie und Praxis teilweise zielführend bewährt haben.

2 EEX

2.1 Vorstellung der EEX

Die EEX ist die führende europäische Energiebörse und ist ein Mitglied der Eurex Group. Sie entwickelt, betreibt und vernetzt sichere, liquide und transparente Märkte für Energie und energienahe Produkte, an denen Strom, Erdgas, C02-Emissionsberechtigungen, Kohle und Herkunftsnachweise für Grünstrom gehandelt werden. Clearing und Abwicklung aller Handelsgeschäfte übernimmt das Clearinghaus European Commodity Clearing (ECC).

Die EEX mit Sitz in Leipzig entstand im Jahr 2002 durch die Fusion der deutschen Strombörsen Frankfurt und Leipzig. Seitdem hat sie sich von einer reinen Strombörse hin zu einem vorherrschenden Handelsplatz für Energie und energienahe Produkte mit internationalen Partnerschaften entwickelt. Die EEX hält 50 Prozent der Anteile an EPEX Spot SE, die den Spotmarkt für Strom für Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz betreibt. Der deutsche und französische Terminmarkt für Strom ist in der EEX Power Derivatives GmbH, einer mehrheitlichen EEX-Tochtergesellschaft mit Sitz in Leipzig, gebündelt.

2.2 Das Handelssystem

Die Strompreise an der EEX kommen durch Angebot und Nachfrage zustande. Die Handelsteilnehmer der EEX übermitteln ihre Kauf- und/oder Verkaufsgebote elektronisch durch das Handelssystem. Diese Gebote fließen in das Auftragsbuch (Orderbuch) der Börse ein, die dann den Preis feststellt. Derzeit nehmen 250 Unternehmen aus 23 Ländern, darunter Energieversorger, Stadtwerke, Industrieunternehmen und Banken, am Handel an der EEX teil.

Darüber hinaus bietet die EEX auch einen Spot- und Terminmarkt für Erdgas an. Der kurzfristige Handel ist rund um die Uhr für die Teilnehmer verfügbar, das ist der sog. 24/7-Spotmarkt, den die EEX für drei Marktgebiete (GASPOOL, NCG und TTF) anbietet. Darüber hinaus werden an der EEX auch physische Gasfutures für die Lieferung in den Marktgebieten GASPOOL und NCG gehandelt.

Seit 2005 bietet die EEX den Handel mit EU-Emissionsberechtigungen auf Basis des europäischen Emissionshandelssystems (EU Emission Trading Scheme) an. Die sog. EUA (EU Allowances) werden am Spot- und Terminmarkt der EEX umgeschlagen. Der Spotmarkt startete im März, der Terminmarkt im Oktober 2005. Am Terminmarkt werden neben EUA-Futures seit März 2008 auch Futures auf Certified Emission Reductions (CER-Futures), gehandelt. Mit dem Übergang in die dritte Handelsperiode des europäischen Emissionshandelssystems hat die EEX ihr Produktangebot am CO2-Markt erweitert. Im April 2012 startete der Terminmarkt mit EU Aviation Allowances (EUAA), das sind Emissionsrechte speziell für Luftfahrtunternehmen. Parallel dazu startete die EEX den Handel mit Futures auf Emission Reduction Units (ERU). Darüber hinaus bietet die EEX auch einen Spotmarkt für EUAA- und CER-Zertifikate an.

Zusätzlich zum beschriebenen Sekundärhandel mit Emissionsrechten führt die EEX bereits seit Januar 2010 im Auftrag des Bundesumweltministeriums sog. Primärmarktauktionen für europäische Emissionsrechte durch.

Die im Jahr 2000 gestartete elektronische Plattform SpectronLive.com verband in der Energiehandelslandschaft erstmals die beiden ursprünglichen Möglichkeiten des Brokergeschäftes über das Telefon oder über elektronischen Datenaustausch. Zudem bietet Spectron verschiedene Benchmark-Indizes für den europäischen Strom- und Gashandel und betreibt eine elektronische Multi­Broker-Plattform für den Handel mit Frachtkontrakten (FFA - Freight Forward Agreements).2

3 Methodik

3.1 Methodik Interviewleitfaden

Methodisch wurde qualitative Forschung anhand von drei Interviews mit Ansprechpartnern aus dem Energiehandel betrieben, die als Handelsteilnehmer an der EEX gelistet sind. Der Forschungsschwerpunkt liegt im Arbeitsgebiet der Energiehändler. Bewusst wurde sich auf die Handelsteilnehmer beschränkt um eine Verbindung zur EEX herzustellen.

Die Interviews wurden mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring3 zusammengefasst. Der Interviewleitfaden besteht aus 15 Fragen zu drei Themenbereichen. Diese beziehen sich auf das Arbeitsgebiet eines Energiehändlers, dessen Verbindungen mit der EEX und dessen Profil. Die Befragten stellten sich und ihr Tätigkeitsgebiet am Anfang des Interviews kurz vor und gaben Informationen zum Unternehmen. Dabei grenzten diese ab, was das Unternehmen branchenintern auszeichnet. Die Dauer der Interviews betrug ca. 25-30 Minuten. Insgesamt wurden zwei Ansprechpartner aus dem Energiehandel aus Deutschland und einer aus der Schweiz befragt. Die Interviews fanden telefonisch wegen den großen Distanzen von dem Wohnort

des Verfassers zu den Unternehmenssitzen statt. Eine digitale Aufzeichnung erfolgte auf Grund von Prävention vor Datenmissbrauch nicht.

3.2 Vorgehensweise bei der qualitativen Inhaltsanalyse

Bei der Festlegung des Materials wurden aus den qualitativen Interviews die wesentlichen aussagekräftigen Inhalte zusammengefasst, die sich auf die Forschungsfragen beziehen.

Die Interviews wurden nicht wortwörtlich transkribiert, sondern die inhaltlichen Aussagen gemäß der Telefonate wiedergegeben. Es erfolgte eine leichte Glättung der Sprache und Annäherung an das Schriftdeutsch. Der Fokus richtet sich auf den thematischen Gegenstand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.5

Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Diskussionen zum Themenspektrum wurden um die Erkenntnisse aus den qualitativen Interviews in Bezug auf den Energiehandel in Deutschland und der Schweiz erweitert.

Die Codiereinheiten sind Worte und Begriffe, als Kontexteinheiten dienten die Antworten zu den Teilfragen im Interviewleitfaden fest. Zusammenfassung, Explikation und Strukturierung mit Paraphrasierung, Generalisierung und Reduktion vom Material wird in Tabellenform in einem Durchgang durchgeführt (vgl. Anhang 1).

4 Ergebnisse der qualitativen Befragung 4.1 Qualitative Inhaltsanalyse

Der erste Teil des Interviewleitfadens beschäftigt sich mit dem Arbeitsgebiet eines Energiehändlers. Die Interviewten drückten aus, dass ihre Aufgaben in einem effizienten, fehlerfreien und gewinnbringenden Handel liegen (vgl. Anhang 1, Z. 2). Ein Befragter betonte, dass sein Aufgabengebiet klar abgegrenzt nach Ländern, Handelslimiten und Risikovorgaben sei.

[...]


1 Vgl. Jorda, Stefan (2008), Ständig unter Strom

2 Vgl. Berken, Katrin (8.4.2014), European Energy Exchange AG

3 Vgl. Mayring, Philipp (2010), Qualitative Inhaltsanalyse, Grundlagen und Techniken

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Arbeitsgebiet eines Energiehändlers in Verbindung mit der EEX
Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Veranstaltung
Sustainability
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
39
Katalognummer
V309265
ISBN (eBook)
9783668079540
ISBN (Buch)
9783668079557
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Energiehandel, EEX, Leipzig, Energiehändler, energy trader, European Energy Exchange
Arbeit zitieren
Jan Zwickl (Autor), 2014, Arbeitsgebiet eines Energiehändlers in Verbindung mit der EEX, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309265

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