Ein Vergleich zwischen deutsch-chinesischen und chinesisch-deutschen Firmenübernahmen

Eine Analyse des Finanz- und Versicherungssektors


Bachelorarbeit, 2012

71 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einführung

2. Ein Branchenvergleich
2.1 Der deutsche Finanz- und Versicherungssektor
2.2 Der chinesische Finanz- und Versicherungssektor

3.Warum so wenige Firmenübernahmen in diesen Branchen stattfanden
3.1.1 Regulatorisches Umfeld
3.1.2 Wichtige Komponenten bei grenzüberschreitenden M&A
3.2 Die durchgeführten und angekündigten Deals in der Übersicht
3.2.1 Die Transaktionen deutscher Finanzdienstleister mit chinesischen Unternehmen von 2000 bis 2012 im Überblick
3.2.2 Akquisitionsversuche der China Development Bank
3.3 Sichtweise der Unternehmer beider Länder zu ausländischen Direktinvestitionen
3.4 Gründe gegen Akquisitionen
3.4.1 Eine empirische Untersuchung zur Abhängigkeit der Bankperformance vom Eigentümerwechsel in China
3.4.2 Schlüsse aus dem Interview über das Joint Venture BEA Union Investment

4. Schlussbetrachtung

5. Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: M&A-Volumen 2000 bis 2011 nationale vs. internationale Transaktionen

Abbildung 2: Gesamtsumme der finanziellen Aktiva der Versicherungsgesellschaften und Pensionseinrichtungen in Mio. Euro von Oktober 2005 bis Januar 2012 in der BRD

Abbildung 3: Gesamtsumme der finanziellen Passiva der Versicherungsgesellschaften und Pensionseinrichtungen in Mio. Euro von Oktober 2005 bis Januar 2012 in der BRD

Abbildung 4: Verbraucherpreisentwicklung von Juli 2011 bis Juli 2012 in China

Abbildung 5: CNV-Konzernstruktur (Stand Juni 2005)

Abbildung 6: Die attraktivsten Investitionsstandorte weltweit

Abbildung 7: USA und Deutschland: Top-Ziele chinesischer Auslandsinvestitionen

Abbildung 8: Rahmenbedingungen europäischer Länder im Vergleich

Abbildung 9: Investitionsart in Westeuropa

Abbildung 10: Anteil an Umsätzen ausgewählter Staaten

Abbildung 11: Chancen und Risiken in ausgewählten Wirtschaftsräumen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: zehn größten Kreditinstitute Deutschlands

Tabelle 2: Eigentumsverhältnisse an städtischen Handelsbanken und Joint-Equity Banken

Tabelle 3: eingesetzte Variablen im Regressionsmodell

Tabelle 4: Bankperformance in Verbindung mit dem Eigentümerwechsel

Tabelle 5: Bankperformance und Eigentümerwechsel: Stabilitätstest

1. Einführung

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht angekündigte und vollzogene Firmenübernahmen im Finanz- und Versicherungssektor. Um eine klare begriffliche Einführung zu finden, stelle ich dem Leser die wichtigsten Begriffe kurz vor. Der „Unternehmenszusammenschluss“ ist der Überbegriff für Fusionen und Übernahmen, welcher nach der Systematisierung der Unternehmensakquisitionen (engl. acquisitions) zu den Unternehmenszusammenschlüssen mit den höchsten Bindungsintensitäten zählt (vgl. Grüter (1991), S. 28-32). Als „acquisition“ bezeichnet man einen Unternehmenskauf durch Einzelpersonen, Investorengruppen, aber auch durch Unternehmen, bei der das gekaufte Unternehmen nach seiner Übernahme unabhängig und selbständig fortgesetzt wird. Eine „acquisition“ ist begrifflich gleichbedeutend mit einem „buyout“.

Wiederum zählen zu den Firmenübernahmen der Konzern, die Eingliederung und die Verschmelzung. Konzernierung bedeutet eine Gesellschaft wird rechtlich in eine Gruppe selbständiger Firmen eingebunden, die einer Gesamtleitung unterstehen. In den meisten Fällen erwirbt das übernehmende Unternehmen die Mehrheit des Nennkapitals des erworbenen Unternehmens. Nach den Regelungen des §319 ff. AktG bleibt die rechtliche Selbständigkeit bei einer Eingliederung erhalten. Allerdings ist hier die Verbindung stärker. Eine Verschmelzung charakterisiert sich aus einem ökonomischen und juristischen Zusammenschluss zweier Gesellschaften zu einer im Wege der Gesamtrechtsnachfolge, wobei das kaufende Unternehmen der übernommenen Firma Anteilsrechte überträgt. Grundsätzlich muss man zwischen einer freundlichen und feindlichen Übernahme separieren. Feindliche Übernahmen sind nicht vom Management des Zielunternehmens affektiert. Deswegen können sie ausschließlich bei börsengelisteten Unternehmen und unter Einsatz einer hohen Übernahmeprämie durchgeführt werden. Bei einer freundlichen Übernahme besteht Einigkeit zwischen dem potentiellen Käufer und dem Management des zu erwerbenden Unternehmens. Für die Übernahme bezahlt der Käufer eine Marktprämie, welche über dem Eigenkapitalwert liegt (vgl. DePamphilis (2009), S. 21).

Mit einem ersten Blick auf die internationalen M&A-Märkte nehmen auch grenzüberschreitende Unternehmenstransaktionen zu (crossborder M&A). In der Abbildung 1 erkennen wir, dass die interregionalen M&A zwischen 15% und 26% liegen. Dabei sind in den Jahren 2007/08 und 2010/11 die höchste Anzahl zu vermelden. Sie machen etwa 50% bis 90% der ausländischen Direktinvestitionen aus und stellen damit die treibende Kraft der Internationalisierung dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: M&A-Volumen 2000 bis 2011 nationale vs. internationale Transaktionen

Quelle: Thomson Financial (2012)

In Kapitel 2 wird dem Leser ein Überblick über die beiden Branchen in Deutschland und China gegeben.

Kapitel 3 beleuchtet jegliche durchgeführte und versuchte Dealaktivität zwischen den beiden Staaten in den angesprochenen Sektoren. Des Weiteren blicken wir als erstes tiefer in das regulatorische Umfeld und die Herausforderungen bei grenzüberschreitenden Transaktionen zwischen der BRD und dem roten Reich. Die Investitionsstandorte BRD und China werden unter die Lupe genommen. Im letzten Abschnitt verdeutliche ich basierend auf einer Regression die Auswirkungen eines Eigentümerwechsels auf die Bankperformance in China. Den Abschluss des Kapitels bilden die Erkenntnisse aus einem Interview über BEA Union Investment, ein Joint Venture aus dem Asset-Management-Bereich.

Zu guter Letzt enthält Kapitel 4 eine Schlussbetrachtung mit Fokus auf das chinesische Bankensystem und abschließende Gedanken.

Der Leser wird in den nächsten zwei Abschnitten einen Einblick in den deutschen und chinesischen Finanz- und Versicherungssektor gewinnen können. Dabei ist das Hauptaugenmerk stark auf das chinesische Bankensystem gelegt.

2. Ein Branchenvergleich

Zum Einstieg in die zwei Sektoren möchte ich dem Interessierten einen weitreichenden Überblick in den jeweiligen Branchen geben um dann Probleme und Herausforderungen herauszuarbeiten.

2.1. Der deutsche Finanz- und Versicherungssektor

Das deutsche Bankwesen wird klassisch in der Drei-Säulen-Struktur veranschaulicht. Dabei haben die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute einen Marktanteil von ca. 45 bis 50%, sofern man die Bilanzsumme oder Kundenzahl zu Grunde legt. Die privaten Geschäftsbanken stehen an zweiter Stelle mit 22,5 bis 39% und dann folgen die genossenschaftlichen Institute mit 15,5 bis 27,2% (vgl. Dohmen (2008), S.88). 1897 zugelassene Kreditinstitute und 1344 Finanzdienstleistungsinstitute stellen den Finanzsektor in Deutschland zum Stand 17. September 2012 dar.

Führen wir uns folgend einige wichtige Fakten vor Augen. Laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht existieren 610 zugelassene Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds mit Geschäftstätigkeit in der BRD. Mit einer Bilanzsumme von 807,5 Mrd. US-Dollar im Jahr 2010 ist die Allianz die drittgrößte Versicherung weltweit gemäß den Daten von A.M. Best-Ratingagentur.

Waren 1950 54.200 Arbeitnehmer in den Unternehmen der Individualversicherung angestellt, so ist die Zahl 2011 auf 215.500 (4.470 Mitarbeiter in passiver Altersteilzeit) angestiegen. Der Höchstwert lag 1992 bei 259.000 (Stand: September 2012). Die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste der Vollzeitangestellten in Deutschland betrugen für das 4. Quartal 2011 gesamt 5294 Euro für die Versicherungswirtschaft, nur die Banken bezahlten mit 5.549 Euro am meisten. Ziehen wir die Aktiva der Versicherer und Pensionsfonds von Oktober 2005 bis Juli 2012 hinzu, erkennen wir aus dem Datensatz, dass sie sich im Durchschnitt um ca. 3,31% pro Jahr erhöhte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gesamtsumme der finanziellen Aktiva der Versicherungsgesellschaften und Pensionseinrichtungen in Mio. Euro von Oktober 2005 bis Januar 2012 in der BRD

Quelle: Deutsche Bundesbank (Stand 3. Juli 2012)

Bei den Passiva ist ebenfalls ein Anstieg zu verzeichnen, der bei ca. 2,89% durchschnittlich pro Jahr im gleichen betrachteten Zeitraum liegt.

Abbildung 3: Gesamtsumme der finanziellen Passiva der Versicherungsgesellschaften und Pensionseinrichtungen in Mio. Euro von Oktober 2005 bis Januar 2012 in der BRD

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Deutsche Bundesbank (Stand 3. Juli 2012)

Die Bilanzsumme der deutschen Banken zum 30. August 2012 hat sich sogar über 30 Jahre

(ab Juli 1982) um 22,3% entwickelt, wobei in den letzten zwei Jahren bis Juli 2012 nur noch eine Zunahme von 0,59 Mrd. Euro p.a. Kritiker nicht verstummen ließen, die der Meinung sind, dass Deutschland zu viele Geldinstitute mit unzähligen Filialen und zu wenig Profit habe. Damit hätten die deutschen Banken langfristig keine Chance gegen ihre internationalen Konkurrenten wie die chinesischen, die sich dank horrender Gewinne auf ihren Heimatmärkten in immer mehr Wirtschaftsräumen ausdehnen. Branchenkenner zeichnen daher eine Konsolidierung des deutschen Finanzsektors in der Zukunft ab.

Tabelle 1: zehn größten Kreditinstitute Deutschlands

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: diebank (2012); Kuck, Harald

Die West-LB, die in Kapitel 3.2.2 noch näher betrachtet wird, rangiert auf Platz 11 und die HSH Nordbank wird auf Rang 14 mit einer Bilanzsumme 2011 von 135,906 Mrd. Euro geführt. Unangefochtene Spitze eroberte mit einem Zuwachs von 13,56% die Deutsche Bank und nimmt somit das Podest ganz oben ein. Mit einer Bilanzsumme zum Ende 2011 von 2.164,1 Mrd. Euro thront sie mit dem mehr als 3,27fachen weit abgeschlagen vor der Commerzbank. Die KfW Bankengruppe behauptet sich an dritter Stelle mit immerhin ungefähr 407 Mrd. Euro in der Schlussrechnung.

Aus Sicht hiesiger Banken als auch Versicherern ist die Angst vor China dagegen übertrieben. Chinesische Finanzdienstleister interessieren sich bislang für deutsche wegen deren Wissen und Kundenstamm, aus denen die Käufer mehr Nutzen ziehen, wenn sie die Institute in ihren Grundstrukturen erhalten.

Allerdings kann das insgesamt für die deutsche Volkswirtschaft bedrohlich werden. Branchenspionage, der schleichende Verlust von Wettbewerbsfähigkeit - das alles sind reale Gefahren für ein Land, das seine Stärke in der überlegenen Qualität seiner Forschung und Entwicklung sieht. Der Wissenstransfer, der mit Übernahmen verbunden ist, kann den Verlust dieses Vorsprungs beschleunigen.

Politiker in westlichen Ländern fürchten daher um die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit. Peking subventioniert Schlüsselindustrien üppig, aber noch schwieriger wird das Wirtschaften ausländischer Kreditinstitute und Versicherungsgesellschaften durch strenge Auflagen der kommunistischen Regierung, die undurchsichtigen bürokratischen Schikanen gleichen. Die Regierung Deutschlands hat attraktive Banken und Versicherer mit einem hohen Dienstleistungsspektrum hinter sich. Damit kann sie auch politisch mehr Gleichberechtigung einfordern.

In einem Gespräch mit Burkhard Eckes, Leiter des Bereichs Banking & Capital Markets bei PwC in Deutschland, erfahre ich, dass er Tendenzen sieht, die in einer neuen, exorbitanteren Bankenlandschaft mit mehr globalen Playern münden wird. Daher werde es seiner Meinung nach in den kommenden Jahren für die Institute in den Industrienationen schwieriger werden ihre Wettbewerbsposition zu verteidigen. Zugleich werden sie in den Emerging Markets, insbesondere den E7-Staaten (Anm.: u.a. China als aufstrebendes Schwellenland) neue Märkte für sich erschließen können.

Die Herausforderung besteht darin passende Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Denn Deutschland leidet zudem schon seit Jahren am Fachkräftemangel durch den demografischen Wandel. In den aufsteigenden Volkswirtschaften rivalisiert man mit einheimischen Akteuren um die besten Köpfe. Außerdem gilt es, einen Platz im wachsenden Handel zwischen den Märkten der Zukunft zu erobern und auszubauen. Einer der größten Sorgen der Bankvorstände nach der CEO-Survey von PwC ist es, dass die Regulierung zum Standortnachteil wird. Letztlich verfolgen sie aber ähnliche Ziele wie die Regulierer: Fast 75% der CEOs stärken ihre Anstrengungen, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Denn von stabilen Finanzmärkten und einer transparenten, einheitlich umgesetzten Regulierung können langfristig alle Marktteilnehmer profitieren.

2.2. Der chinesische Finanz- und Versicherungssektor

Einführend muss der Leser wissen, dass sich nur ein geringer Teil des Aktienkapitals der großen chinesischen Banken an der Börse handeln lässt. Die Mehrheit der Aktien allerdings befindet sich weiterhin in staatlicher Hand. Entscheidend ist auch die Beachtung der Inflation, die in China immer wieder recht starken Schwankungen unterliegt. Im Juli 2012 ist der Verbraucherpreis-Index auf 1,8% gefallen (siehe Abb. 4).

Abbildung 4: Verbraucherpreisentwicklung von Juli 2011 bis Juli 2012 in China

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: National Bureau of Statistics of China (September 2012)

Damit sind im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres die gesamten Verbraucherpreise durchschnittlich um 4,7% niedriger. Im Zeitraum von 1994 bis 2012 betrug Chinas Inflationsrate im Durchschnitt 4,28%, wobei im Oktober 1994 ein negativer Spitzenwert von 27,7% und im März 1999 eine Deflation von 2,2% erfasst wurde.

Inflationsbekämpfung hat daher erste Priorität für die chinesische Regierung, die dem sozialen Gefälle entgegenarbeiten möchte. Dazu benötigen die Chinesen wie Prof. Dr. Horst Löchel betont, ein marktgerechteres Zinssystem und keine Zentralbanksteuerung, denn das neige dazu, Kredit- und Einlagenzinsen tendenziell zu niedrig zu halten, um das Wachstum auf hohem Niveau einzupendeln (vgl. Hellmann (2012), S. 4-5). Ein von Zinsmargen getriebenes Geschäft der chinesischen Banken werde durch einen Wechsel schwer getroffen, die bisher eine Marge von ungefähr 300 Basispunkten durch die Zentralbank garantiert bekommen. Ferner treibt die chinesische Regierung seit einiger Zeit die Internationalisierung ihrer Währung, des Yuan, emphatisch voran, vor allem um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu mindern, jedoch auch um keine zu großen Reserven in Euro aufzutürmen. Damit wird der CNY mehr und mehr frei konvertierbar mit anderen Währungen mit der Konsequenz, dass auch der Kapitalverkehr liberaler wird. Ein offener Kapitalverkehr bedroht den Erhalt der enormen Kundeneinlagen und damit günstigen Refinanzierungskosten der chinesischen Banken. Sie sind dann gezwungen deutlich höhere Einlagenzinsen als die niedrigen zuvor zu zahlen, um die Einlagen im Land zu halten.

Ein Blick in die Historie zeigt auf, dass in den 90er Jahren die chinesische Finanzwirtschaft mit einem Trennbankensystem begann. Hier wird unterschieden zwischen Investment Banking und Kapitalmarktgeschäft sowie dem normalen kommerziellen Bankgeschäft vornehmlich Kredite und Einlagen. Der Trend läuft in Richtung Universalbankensystem. Tatsächlich hat die chinesische Bankenaufsicht ausgewählten Großbanken bereits vor einigen Jahren erlaubt, über eine Holdingstruktur alle Arten von Bankgeschäften zu betreiben. Anzumerken ist, dass die BoC hier am weitesten fortgeschritten zu sein scheint. Unter ihrer Holding liegen verschiedene selbständige, 100%ige Tochtergesellschaften für kommerzielles Banking, Investment Banking, Vermögensverwaltung und auch für das Versicherungsgeschäft. Insbesondere über das Fondsgeschäft und die Vermögensverwaltung ist es der BoC innerhalb weniger Jahre gelungen, ihre Provisionsbeiträge auf über 20% aller Einnahmen zu steigern. Bankexperten schätzen, dass bereits augenblicklich rund 60% des ursprünglich selbstständigen Fondsgeschäfts in China von den großen Banken kontrolliert wird.

Experten vergleichen gerne die Cost-Income-Ratios (Kosten im Verhältnis zum Betriebsergebnis) der Banken. Chinesischen Großbanken liegen i.d.R. unter 40%, das stellt ein Traumwert für westliche Banken dar. Der Hauptgrund sind die komparativ niedrigen Personalkosten. Dies ermöglicht den chinesischen Banken, trotz noch niedrigerer Effizienz und Produktivität rentabler zu sein als ihre westlichen Rivalen. Dieser Wettbewerbsvorteil dürfte auch noch dann vorherrschen, wenn die Zinsen liberalisiert sind. Den chinesischen Banken wird auch von inländischen Stimmen exzessive Profitmacherei durch eine staatlich garantierte hohe Zinsmarge unterstellt. Der Marktanteil ausländischer Finanzinstitute am chinesischen Bankenmarkt beläuft sich auch zehn Jahre nach Chinas WTO-Aufnahme im Januar nur auf niedrige 2%.

Seit dem Beitritt gibt es erste Veränderungen im Bankenmarkt. U.a. dürfen ausländische Finanzdienstleister seit 2006 eigene chinesische Tochtergesellschaften in China betreiben, die zumindest formal dieselben Geschäfte ausüben können wie die chinesischen Banken.

Das Grundproblem der ausländischen Kreditinstitute sind die relativ hohen Refinanzierungskosten. Die Idee liegt nahe, in chinesische Banken zu investieren um an deren Wettbewerbsvorteil zu partizipieren. Die dortige Regulierung hat hier einen Riegel vorgeschoben mit der Absicht, dass ein ausländischer Finanzdienstleister nur maximal 20% einer inländischen Bank erwerben kann.

Betrachten wir die Auslandsbestrebungen der chinesischen Banken, dann können wir in jedem Fall einen Zug ihrer ins Ausland konstatieren. Da der Bankensektor als stark geschützt gilt, ist ein Markteintritt auch mit Angst bei dem Zielunternehmen verbunden. In der Tat gibt es erhebliche Barrieren für chinesische Banken um in anderen Ländern zu akquirieren. Market Based View befürchtet, dass chinesische Banken, die eben noch keine sehr großen Coups grenzüberschreitend auf dem M&A-Markt landeten, zu wenig M&A-Erfahrung besitzen. Folgerichtig sind die Chinesen an der Zusammenarbeit mit international renommierten Beratungsgesellschaften interessiert, möchten jedoch häufig die horrenden Honorare sparen. Chinesische Banken haben ihren Fokus auf den Heimatmarkt gelegt und sehen sich dem Konzept der Mobilitätsbarrieren ausgesetzt. Dabei sind dies Faktoren, die die Fähigkeit der Unternehmen eine Branche zu betreten oder zu verlassen behindern oder sich von einem Industriesegment in ein anderes zu bewegen. Um aber Global Player im Bankensektor zu werden, müssen sie diese Schranken überwinden, in dem sie ihre Position in die strategische Gruppe wie die Deutsche Bank und Citigroup manövrieren (vgl. Schmidt (2010), S. 130). Daraus resultieren eine Risikominderung, geografisch breiter verteilte Umsätze und wohl auch höhere Profitabilität. Sobald hochentwickelte Banken in den chinesischen Markt eindringen, kommt es dort zu stärkerem Wettbewerb. Die Expansion der chinesischen Kreditinstitute ist Resultat einer langfristigen Strategie: Auf Bestreben Pekings fusionierten Firmen erst innerhalb des Landes zu Großkonzernen. Ihnen wurde dann 2003 fingiert, international zuzukaufen. Zunächst setzten das nur staatliche Firmen um, die durch ihr Engagement bei Rohstoffen die Versorgung sichern sollten. Heute ermutigt die kommunistische Regierung auch kleinere und private Betriebe zur Expansion.

Beobachter attestieren den Kaufinteressenten große Fortschritte. Chinesische Investoren professionalisieren sich stark. Sie sind inzwischen besser auf die Faktoren und das Regelwerk für Investitionen in Deutschland eingestellt attestiert Berthold Fürst, der bei der Deutschen Bank einer der Top-M&A-Berater ist. Gerade in Staatsunternehmen seien die Entscheidungsprozesse aber noch zeitintensiv und teils weniger anschaulich (vgl. Smolka u.a. (15.6.2011), S. 2).

Durch diese Erkenntnisse wird sich Chinas Bankensystem weiter deregulieren und liberalisieren, während Beobachter im Westen gerade seit der Finanzkrise einen schwachen Übergang zu einer Wiederregulierung sehen. Deshalb erkennen sie eine Annäherung der Standards beider Systeme. Abzuleiten ist ebenfalls, dass die chinesische Bankenreform in den letzten 20 Jahren sehr erfolgreich verlaufen ist. Zugegeben liegt die Kernproblematik der chinesischen Bankenlandschaft bei den von uns nicht zu beziffernden Risiken durch Kredite an lokale Regierungen in der Konsequenz des gewaltigen Konjunkturprogramms von 2009, so müssen potentielle Erwerber die Due Diligence besonders akribisch ermitteln. Vor ein paar Jahren hat die Regierung in Peking die Banken angewiesen, die ausstehenden Kredite an die Lokalregierungen zu verlängern, um damit die Chancen einer vollständigen Rückzahlung zu erhalten. Zudem liegt die Quote notleidender Kredite im chinesischen Bankensystem aktuell bei unter 2% laut offiziellen Statistiken der Regierung.

Der Finanzwissenschaftler Michael Pettis von der Universität Peking behauptet, dass China einen Anstieg des Schuldenstands erlebt, der sich nicht aufrechterhalten lässt (vgl. Mayer- Kuckuck (5.9.2012), S. 1). Versteckte Verbindlichkeiten in Billionenhöhe wären selbst für Chinas gut kapitalisierte Kreditinstitute schwer zu bewältigen. Hintergrund des Problems ist eine allzu üppige Kreditvergabe an Staatsfirmen im Auftrag der regierenden Kommunistischen Partei. Das Geld ist vor allem 2009/10 in wenig lohnende Bauprojekte geflossen, um den Arbeitsmarkt und die Konjunktur zu untermauern. Innerhalb von nur zwei Jahren stieg das Volumen ausstehender Kredite dabei um 60%. Wirtschaftsvertreter besiegeln die schlechte Auswahl der Kreditnehmer. Die Banken haben zu Zeiten der Konjunkturprogramme den Unternehmen bereits wesentlich zu viele Darlehen ausgeben und das entpuppte sich als Fehler, denn das erhebliche Wirtschaftswachstum wurde zu Lasten hoher Schulden generiert. Vor allem tief in der Provinz, fern von den Finanzaufsehern in Peking, haben die Gemeinden Scheinfirmen gegründet, um in den Genuss beträchtlicher Gelder zu kommen.

Die Banken haben ihrerseits hochgradige Summen aus ihren Kreditportfolios in Anlagegesellschaften ausgelagert, um das Ausmaß der Geldflüsse zu verschleiern. Allein von 2001 bis 2008 hat die Staatsmacht rund 380 Mrd. Euro an faulen Krediten beseitigt. Kapitalerhöhungen lassen sich durch die staatliche Oberhand viel gesonderter durchführen als in den westlichen Ländern. China ist im Vergleich zum Okzident jedoch gering verschuldet und könnte die Kapitalspritzen für die Banken über Kredite finanzieren.

Der Wettbewerbsvorteil für globale Banken wie die Hongkong and Shanghai Banking Corporation und die Deutsche Bank liegen auf der Hand, da sie Portfoliorisiken ausgleichen können unter Ausnutzung der Geschäftsänderungen, die in den lokalen Märkten und Investitionsverlagerungen entsprechend vorkommen (vgl. Berger u.a. (2000))

Ein geografischer und wertorientierter Überblick über die identifizierten 163 Transaktionen zwischen 1994 und 2007 bezüglich des durchschnittlichen Kaufpreises präsentiert Luisa Müller (2010) in ihrer Doktorarbeit. Die Resultate unterstreichen, dass die asiatischen Zielunternehmen der westlichen europäischen Banken im Durchschnitt am teuersten sind. Auf die Renditen der Zielbanken in den Regionen Asien und Osteuropa, kann ein Transferwert von angebotsmachenden Banken auf Übernahmeziele erkannt werden: Die kumulierten durchschnittlich abnormalen Renditen für asiatische Ziele sind deutlich positiv. Besonders unter der Berücksichtigung der jeweiligen Renditen der verbundenen Einheiten ist diese Umwandlung durchführbar sobald die Renditen des fusionierten Unternehmens negativ sind gemäß der Dissertation von Müller (2010).

Chinesische Banken und M&A-Beratungen kommen zu besseren Jahresabschlüssen, weil nach Berechnungen des Marktforscherinstituts IHS Insight die Investitionen chinesischer Firmen in der EU sich 2010 nahezu verdreifachten. Deutschland hat den Vorteil weit nicht so protektionistisch wie z.B. die U.S.A. zu sein. Dadurch kann die spezialisierte M&A-Branche höhere Umsätze generieren. Ein Blick auf den Börsenmarkt beweist, dass die Reformen auch in anderen Bereichen der chinesischen Finanzbranche auf Hochtouren laufen. Die rasche wirtschaftliche Entwicklung und die vielseitiger werdende Nachfrage auf dem Finanzmarkt haben den Bankensektor gezwungen, individuell maßgeschneiderte Dienstleistungen anzubieten. Das Geschäft mit Privatkunden wächst so rasant, dass der Umsatz im ersten Quartal 2008 bereits den Gesamtumsatz des Vorjahres übertroffen hat.

Ein Produktbeispiel einer der größten chinesischen Handelsbanken soll dem Leser einen Eindruck vermitteln auf was es im Privatkundengeschäft ankommt. Die Industrial and Commercial Bank of China bietet mitunter ihren Privatkunden das Produkt "LingtongExpress" an. Einerseits sichert es die Liquidität, andererseits profitieren die Klienten von einem höheren Zinssatz. Bei einer Anlage von mehr als 50.000 Yuan (ca. 5800 Euro) erhält der Privatmann einen höheren Zinssatz als bei einem Sparkonto. Zudem kann er den Abhebungstermin seines Geldes selber bestimmen. Bankangestellte Zhao Na macht den Erfolg klar, denn immerhin macht dieses einfache Finanzkonstrukt über die Hälfte des Finanzgeschäftes der Bank mit Privatkunden aus.

Wie reguliert der Markt ist, zeigt, dass bis Ende 2007 gerade einmal 21 ausländischen Kreditinstituten gestattet wurde, das Renminbi-Geschäft in ihren Filialen in China einzuführen. Umgekehrt sind auch Chinas Handelsbanken dabei, auf dem auswärtigen Markt Fuß zu fassen. Die BoC hat schon relativ früh den Schritt ins Ausland gewagt. Derzeit besitzt sie rund 600 Filialen in 28 Ländern und Regionen weltweit. Die ICBC hat 2008 eine Filiale im australischen Sydney eröffnet und das war nur der Anfang ihres Expansionsstrebens.

Wenden wir uns des Weiteren der zweiten kritisch durchleuchteten Branche zu. Laut der KPMG-Publikation „M&A trends in insurance“ wählen chinesische Versicherer möglicherweise zunehmend eine nach außen gerichtete Strategie. Der chinesische Versicherungsmarkt erwartet voraussichtlich weiterhin ein deutliches Wachstum und regionale Versicherer benötigen die Kontrolle ihrer örtlichen chinesischen Konkurrenten. Die hohen Wachstumsniveaus im Inland kombiniert mit einer Verteilung der Herausforderungen (sowohl im Gebiet Allfinanz als auch Filialabsatz) können Kapital und Management-Zeit absorbieren, wodurch eine Begrenzung der Aktivität im Ausland kurzfristig geleitet wird.

Vor allem in China sind die Erwartungen an die Anbieter immer noch sehr hoch, gerade deswegen gilt es den Appetit der chinesischen Versicherer zu stillen um die Ausdehnung in ausländische Märkte vorzunehmen. Zunehmende Komplexität, starke Kapitalbasis und eine anwachsende internationale Ausrichtung lassen daraus schließen, dass eine Expansion mittelfristig eine echte Möglichkeit darstellt.

Speziell im Geschäft mit Lebensversicherungen haben es internationale Anbieter schwer. Sie erhalten jeweils nur Lizenzen für einzelne Provinzen. Der ausländische Marktanteil ist daher von knapp neun Prozent im Jahr 2005 auf unter fünf Prozent in 2012 gesunken. Im gleichen Zeitraum sind die beiden chinesischen markt(an)führenden unter die weltgrößten Anbieter aufgestiegen. China Life Insurance und Ping An Insurance halten rund die Hälfte des Heimatmarktes. Erste ausländische Anbieter geben bereits auf. Doch Mitglied des Allianz- Vorstands Bauer hält den chinesischen Markt für zu wichtig, um sich entmutigen zu lassen und nimmt sich das Bestreben vor keinesfalls nachzulassen (vgl. Mayer-Kuckuck (28.7.2012), S. 5). Er rechnet für die Zukunft zudem mit einer deutlichen Verbesserung der Verhältnisse. Gerade die Allianz habe guten Zugang zur Versicherungsaufsicht, der China Insurance Regulatory Commission. China hat das Potenzial, dauerhaft der größte Versicherungsmarkt der Welt zu werden. Auf Basis der volkswirtschaftlichen Größe und hohen Einwohnerzahl in Verbindung mit der Globalisierung und Industrialisierung bietet er zahlreiche Möglichkeiten für den Versicherungssektor. Eine große Anzahl von Infrastrukturprojekten, die hohe Konzentration von Vermögenswerten in Gebieten mit Naturkatastrophenpotenzial, eine wachsende Risikosensibilisierung, eine Reformierung der staatseigenen Betriebe und das hohe Niveau von Direktinvestitionen aus dem Ausland sind alles in allem Faktoren, die eine positive Entwicklung des Nichtlebensversicherungsmarktes

in der Volksrepublik vorhersehen lassen. Da der Staat kürzlich den Markt für die Kfz- Haftpflichtversicherung dereguliert hat, ergibt sich die Möglichkeit, mit neuen Kunden in Kontakt zu treten. Die Allianz wende sich zuerst in den Ballungsräumen an Kunden aus der Mittelklasse der Städte. Der potenzielle Markt umfasst damit bereits 300 Mio. Einwohner.

Viele davon sind aus westlicher Sicht noch deutlich unterversichert.

Mit steigenden verfügbaren Einkommen, der Reform der Sozialversicherungssysteme sowie der Liberalisierung des Gesundheitswesens wächst der Stellenwert privater Alters- und Risikovorsorge. Der positive Trend wird von der soziologischen und demografischen Entwicklung unterstützt. Weiterhin wird das hohe Wirtschaftswachstum unweigerlich zu mehr Wohlstand führen und damit gleichzeitig das Bedürfnis der chinesischen Bevölkerung steigern, den neu erlangten Lebensstandard abzusichern wie es auch in den westlichen Ländern mehrheitlich versucht wird. Indes wird sich nicht jedes Unternehmen nach abendländischen Standards versichern. Investitionen in den hiesigen Versicherungsmarkt versprechen außergewöhnliche Chancen, aber auch außerordentliche Risiken. Besonders Bauern in abgelegenen Gebirgsregionen profitieren von der Versicherungsbranche, da sie ihren Ernteertrag effektiver sicherstellen können.

War das Wort „Versicherung“ vor über 30 Jahren für die meisten Menschen in China noch ein Fremdwort hat sich diese Branche jedoch ihren Weg in die chinesische Wirtschaft gebahnt. Auch immer mehr chinesische Familien beanspruchen Versicherungsdienstleistungen. Während es 1977 nur eine einzige Versicherungsgesellschaft in China gab und die Versicherungsbeiträge im ganzen Jahr nur umgerechnet 53,2 Mio. Euro betrugen, waren es im Jahr 2007 schon über 110 Versicherungsanbieter. Ihre gesamten Einnahmen zu jener Zeit übertrafen 81 Mrd. Euro.

Für Stadtbewohner ist es heutzutage ganz normal, Versicherungsverträge abzuschließen. Aber auch in den ländlichen Regionen nimmt das Versicherungsgeschäft zu. Das jetzt skizzierte Versicherungsmodell hat sich bereits in mehreren Provinzen bewährt. Ein besser gestellter Privatkunde wie z.B. ein Landwirt bezahlen nur 20% des Komplettpreises der Versicherung. Die restlichen 80% der Versicherungssumme übernimmt die lokale Regierung.

Der Präsident der chinesischen Kommission zur Aufsicht und Verwaltung des Versicherungswesens erklärt, die zuständigen Behörden seien inzwischen dabei, die Agrarversicherung in mehr ländlichen Regionen durchzusetzen, damit sich mehr Bauern eine Versicherung leisten können. Beispielsweise ist die Vergabe von Krediten bei vielen Banken

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Details

Titel
Ein Vergleich zwischen deutsch-chinesischen und chinesisch-deutschen Firmenübernahmen
Untertitel
Eine Analyse des Finanz- und Versicherungssektors
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (UBS Stiftungsprofessur für BWL)
Veranstaltung
Bachelor Thesis - strategisches Management
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
71
Katalognummer
V309274
ISBN (eBook)
9783668077454
ISBN (Buch)
9783668077461
Dateigröße
1168 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
M&A, acquisition, Akquisition, Bank;, bank, Versicherung, insurance, merger, China, Deutschland, Germany
Arbeit zitieren
Jan Zwickl (Autor), 2012, Ein Vergleich zwischen deutsch-chinesischen und chinesisch-deutschen Firmenübernahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309274

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