Digital Dating. Geschlechtsspezifische Differenzen im Nutzungsverhalten mobiler Dating-Apps wie "Tinder"


Bachelorarbeit, 2015

55 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABSTRACT

1. Einführung
1.1. Thematische Einleitung und Fragestellung
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Mobile Partnersuche über Dating-Applikationen
2.1. Partnersuche 2.0: Vom Online- hin zu Mobile-Dating
2.2. Nutzungsmotive mobiler Dating-Applikationen
2.2.1. Der Nutzen und Belohnungsansatz als Erklärung von Nutzungsmotiven
2.2.2. Nutzungserwartungen sowie Nutzungsmotive mobiler Dating- Applikationen
2.2.3. Nutzercharakteristika der mobilen Dating-Applikation Tinder
2.3. Verschiedene mobile Dating-Applikationen
2.3.1. Badoo - die Dating-App mit dem Interessenfeature
2.3.2. LoVoo - die Dating-App mit der zweifachen Umgebungssuche
2.3.3. Tinder - die Dating- pp nach dem ͣHot-or-Not“-Prinzip

3. Methodische Vorgehensweise
3.1. Hypothesenbildung und Operationalisierung
3.2. Die standardisierte (Online-)Befragung als quantitative Erhebungs- methode
3.2.1. Erstellung des Fragebogens
3.2.2. Untersuchungssetting und Stichprobenauswahl

4. Ergebnisdarstellung
4.1. Unterschiedliche Nutzungshäufigkeit von Tinder innerhalb der Geschlechter
4͘2͘ ‚Langeweile‘, ‚Flirten und Daten‘ sowie ‚neue Leute kennen lernen‘ als Hauptmotive der Tinder-Nutzung
4.3. Matches, Chats, Dates und ernsthafte Beziehungen
4.4. Hypothese 1: Nutzungsmotiv ͣSex“ und Geschlecht
4.5. Hypothese 2: Nutzungsmotiv ͣBeziehung“ und Geschlecht“
4.6. Hypothese 3: Nutzungseinstellung ͣeinfacher neue Leute kennen zu lernen“ und Geschlecht
4.7. Hypothese 4: Nutzungshäufigkeit und Beziehungsstatus
4.8. Hypothese 5: Kennengelernt und Date bei Tinder sowie Geschlecht
4.9. Hypothese 6: Vorstellung einer Partnerschaft mit jemanden, der über Tinder kennen gelernt wurde und Geschlecht

5. Schlussfolgerungen

6. Fazit und Ausblick

7. Abbildungsverzeichnis

8. Symbolverzeichnis

9. Literaturverzeichnis
9.1. Buchquellen
9.2. Internetquellen
9.3. Bildquellen

10. Anhang
10.1. Fragebogen

ABSTRACT

„Vor lauter Wischen kann es einem schwindelig werden: Sara, 23, Lara, 23 oder doch lieber Roxanne, 27? Caterina ist immerhin noch sportlich und wie das Foto verrät auf dem Oberarm tätowiert. Dann wären da noch Alice, 21 im Bikini, Lisa, 24 und Vanessa, 19, die ein Albert Einstein-Zitat für ihre Selbstbeschreibung gewählt hat und dazu einen Kussmund macht. Man(n) hat die Qual der Wahl“ (Hildebrandt, Julia: 2014, S. 1)

1. Einführung

1.1. Thematische Einleitung und Fragestellung

ͣTinder […΁ ist eine pp für das Smartphone und das heiße Ding auf dem Markt der digitalen Paarungsmaschinen. Geschätzte 30 Millionen Menschen ͣtindern“ weltweit. In Deutschland tun dies mehr als eine Million, täglich kommen etwa 8000 neue Nutzer dazu.“

heißt es in einem aktuellen Artikel über die Veränderung des Liebeslebens durch die Nutzung von Smartphone-Apps im Stern (Bömelburg 2015, S. 1). Verwunderlich sind diese Nutzungszahlen nicht, denn heutzutage gib es so viele Singles wie noch nie. Viele von diesen verfolgen das Ziel dem Singleleben ein Ende zu setzen und endlich den perfekten Partner fürs Leben zu finden - aber wo und vor allem wie? (vgl. Bömelburg 2015, S. 1). Ob über den Freundeskreis, in einer Bar, am Arbeitsplatz oder einfach unterwegs. Die Möglichkeiten neue Menschen und somit auch potenzielle Partner kennen zu lernen sind sehr vielfältig und durch das Phänomen der Mediatisierung häufig digitalisiert. Mediatisierung beschreibt den Prozess, bei welchem Medien den menschlichen Alltag immer stärker durchdringen sowie beeinflussen (vgl. Hartmann / Hepp 2010, S. 11). Beeinflusst wird hierbei jedoch nicht nur das alltägliche mediale und gesellschaftliche Geschehen, sondern primär auch das Kommunikations- und Nutzungsverhalten (vgl. Hartmann / Hepp 2010, S. 11). Dies ist vor allem durch den stetig voranschreitenden technologischen Fortschritt bedingt (vgl. Hartmann / Hepp 2010, S. 11). Waren früher beispielsweise noch Zeitungsannoncen eine Möglichkeit der Partnersuche, erlaubt die heutige digitale Vernetzung das Kennenlernen neuer Menschen überall. Sei es über unterschiedliche Partnervermittlungsdienste, Dating- Portale, Singlebörsen im Internet oder aber über Mobile Dating (vgl. Hogan / Li / Dutton 2011, S. ii). Mobile Dating beschreibt das Kennenlernen potenzieller neuer Partner über mobile Endgeräte, wie zum Beispiel das Smartphone (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 1). Mobile Dating fungiert zum einen als mobiles Endgerät für die herkömmliche Internetnutzung von klassischen Online-Dating-Portalen, zum anderen aber auch als standortbezogene DatingApplikation für die Betriebssysteme Android, IOS sowie Windows Mobile (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 1).1

Galt die digitalisierte Form des Kennenlernens früher noch als unakzeptabel und verrucht, gehört sie heutzutage zur modernsten Art und Weise neue Menschen kennen zu lernen, mit ihnen zu flirten sowie sie zu daten, so eine aktuelle Mobile Dating Studie der Neu.de GmbH in Zusammenarbeit mit d.core aus dem letztem Jahr (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 3). Vor allem die Nutzung von Mobile Dating in Form einer standortbasierten Dating-App scheint für die heutige digitalisierte Gesellschaft von besonderem Interesse sowie stark revolutionär zu sein (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 3). Lag die Gesamtzahl der Downloads der 25 beliebtesten mobilen Dating-Applikationen in Deutschland im Jahr 2012 bei fast sechs Millionen, verzeichnete sie nur ein Jahr später bereits eine Gesamtzahl von neun Millionen Downloads (vgl. Eichner 2015, S. 1). Grund für diesen starken Nutzungsanstieg standortbezogener Dating-Apps ist, dass sie einerseits auf dem Smartphone, einem der wichtigsten und täglich mehrere Stunden genutztem Medium funktionieren und andererseits die neuartige, schnelle sowie unkomplizierte Suche nach einem Partner ermöglichen (vgl. Neu.de GmbH: 2014, S. 3). Zusätzlich erfüllen mobile Dating-Applikationen den zunehmenden Wunsch nach mehr Mobilität und Flexibilität, sowohl im allgemeinen Alltag als auch im Bereich der Partnersuche heutiger moderner Gesellschaften (vgl. Van Eimeren / Frees 2014, S. 1).

Ob sich hinter der Nutzung mobiler Dating-Apps noch weitere Nutzungsgründe sowie Motive verbergen, ist laut aktueller theoretischer Ausgangslage nur geringfügig erforscht. Dennoch gibt es Tendenzen dahingehend, dass der Großteil der Mobile Dating Nutzer hauptsächlich auf der Suche danach ist, neue Leute kennen zu lernen, zu flirten sowie unverbindlichen Sex zu bekommen (vgl. Neu.de GmbH 2014 S. 8). Mittels mobiler Dating-Applikationen den perfekten Partner zu finden, scheint hingegen kaum bedeutend (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 8). Weiterhin zeigen aktuelle Studien2 in ihren empirischen Analysen keinerlei Form von geschlechtsspezifischen Nutzungsorientierungen auf. Aufgrund dieser Forschungslücke wird sich die vorliegende Bachelorarbeit genauer mit eben diesen auseinandersetzen und der Forschungsfrage nachgehen, ͣInwieweit hinsichtlich der Partnersuche via mobile Dating-Applikationen geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen“. Um die Frage wissenschaftlich korrekt beantworten zu können, wird innerhalb dieser Arbeit eine empirische Fallstudie zur mobilen Dating-Applikation Tinder in Form einer standardisierten Online-Befragung durchführt. Aufgrund fehlender wissenschaftlicher Lektüre sowie Bestätigung geschlechtsspezifischer Motive bei der Nutzung von mobilen Dating-Apps, lässt sich die Thematik der mobilen Partnersuche mit besonderem Forschungspotenzial betrachten. Außerdem definieren sich mobile Dating-Applikationen zurzeit als modernste sowie am stärksten revolutionierende Möglichkeit des Kennenlernens, wodurch die thematische Auseinandersetzung mit diesen zusätzlich gerechtfertigt wird.

1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

In Anbetracht des ungenügenden Wissensstandes sowie der bestehenden Forschungslücke im Bereich mobiler Dating-Applikationen, stellt sich hier zunehmend die Frage nach möglichen geschlechtsspezifischen Nutzungsunterschieden. Hierbei ist es besonders wichtig, bereits bestehende wissenschaftliche Ergebnisse hinsichtlich der Nutzung mobiler Dating-Apps genauer zu beleuchten sowie weitere Erkenntnisse auf Grundlage der Fragestellung und gebildeter Hypothesen zu ermitteln. Deshalb besteht das Hauptziel dieser Bachelorarbeit darin, in Form einer standardisierten Online- Befragung zu überprüfen, inwieweit hinsichtlich der Nutzungsmotive mobiler Dating-Applikationen Differenzen zwischen Frauen und Männern bestehen. Zusätzlich soll die vorliegende Arbeit auch einen allgemeingültigen, innovativen Beitrag zu Dating-Applikationen liefern sowie zu weiterem Forschungsinteresse und stärkerer Forschungsmotivation anregen.

Um die Thematik des Mobile Datings vollends nachvollziehen zu können, wird im Anschluss hieran zunächst der theoretische Grundlagenteil dieser Arbeit vorgestellt. In diesem sollen vor allem die detaillierte Entwicklung des Mobile Datings (2.1.) sowie verschiedene Nutzungsmotive mobiler Dating- Applikationen (2.2.) aufgezeigt werden. Die Nutzungsmotive werden sowohl auf Grundlage des kommunikationswissenschaftlichen Nutzen und Belohnungsansatzes (2.2.1.) als auch mit Hilfe von zwei wissenschaftlichen Studien (2.2.2.-2.2.3.) näher erläutert. Danach folgt die Darstellung von drei unterschiedlichen Dating-Applikationen (2.4.). Kapital 3 beschäftigt sich mit der methodischen Vorgehensweise, basierend auf dem Prozess der Bildung theoriegeleiteter Hypothesen, Operationalisierung (3.1.), sowie Datenerhebung mittels einer standardisierten Online-Befragung (3.2.). Anschließend folgen Erläuterungen zur Fragebogenerstellung (3.2.1.), zum Untersuchungssetting sowie der Stichprobenauswahl (3.2.2.). Die Ergebnisdarstellung der gewonnenen Daten erfolgt im Anschluss im 4. Kapitel, in welchem alle Ergebnisse gebündelt zusammengefasst sowie die aufgestellten Hypothesen beantwortet werden. Die Interpretationen der analysierten Ergebnisse finden sich im darauffolgenden Kapitel 5. Abschließen wird diese Arbeit mit einem Fazit und Ausblick (6.) zur untersuchten Thematik sowie der Beantwortung der eingangs gestellten Forschungsfrage. Daran anknüpfen werden sowohl das Abbildungs-, Symbol-, sowie Literaturverzeichnis als auch der Anhang.

2. Mobile Partnersuche über Dating-Applikationen

Nachfolgender Theorieteil beschäftigt sich mit dem Mobile Dating im Allgemeinen und wird mit einer historischen Einführung, wie sich Mobile Dating aus dem Online Dating als neue Form der Partnersuche entwickelt hat, beginnen. Zuvor liefert das Kapitel noch eine kurze Begriffserklärung und die Darstellung des Reizfaktors vom Online Dating, um einen allgemeinen thematischen Überblick zu schaffen. Danach werden unterschiedliche Nutzungsmotive von mobilen Dating-Applikationen vorgestellt, welche mittels des kommunikationswissenschaftlichen Nutzen und Belohnungsansatzes sowie zwei empirischen Studien ermittelt wurden. Auch wird sich folgendes Kapitel auch mit drei unterschiedlichen mobilen Dating-App-Anbietern auseinandersetzen.

2.1. Partnersuche 2.0: Vom Online- hin zu Mobile Dating

Die Bezeichnung ͣPartnersuche 2͘0“ bezieht sich im heutigen Zeitalter auf zwei elementare Dinge - nämlich erstens den Besitz eines technischen Endgeräts und zweitens die Möglichkeit der Internetnutzung. Obwohl die Entwicklung des Internets im Jahr 1965 noch eine Zukunftsversion war, lässt sich in diesem Jahr bereits ein erster Schritt in Richtung der computergestützten Partnersuche festhalten (vgl. Groth 2011, S. 1). Denn im Jahr 1965 entwickelten der Buchhalter Lewis Altfest sowie IBM- Programmierer Robert Ross in New York den aller ersten Rechner, welcher die Möglichkeit des ͣDatings“ über den Computer besaß (vgl. Groth 2011, S. 1). Hierzu entwarfen Altfest und Ross ein ganz eigenes Projekt, ‚Technical Automated Compatibility Testing‘ (kurz: TACT) genannt, bei dem Männer und Frauen einen umfangreichen Fragebogen in Form von Multiple-Choice-Fragen am Computer ausfüllen konnten (vgl. Groth 2011, S. 1). Im Anschluss daran analysierte TACT die angegebenen Antworten und schlug durch entsprechende Übereinstimmungen jeweils fünf Partner vor, deren Informationen für Männer auf rosa gefärbten und für Frauen auf blauen Lochkarten übertragen wurden (vgl. Groth 2011, S. 1).

Obwohl das Projekt TACT zur damaligen Zeit eine starke Verbreitung innerhalb New Yorks verzeichnen konnte, entpuppten sich nur wenige Jahre später weitere und vor allem reichweitenstärkere Möglichkeiten der computergestützten (als auch internetbasierten) Partnersuche (vgl. Groth 2011, S. 1). Grund hierfür waren insbesondere stetige technologische Weiterentwicklungen und die revolutionierende Einführung des Internets im Jahr 1969. So etablierten sich zum Beispiel im Jahr 1994 unterschiedliche Kontaktanzeigen-Webseiten im deutschsprachigen Raum, welche eine immer stärker werdende Online Suche nach Partnern sowie veränderte Alltagsrealität zur Folge hatten (vgl. Skopek 2012, S. 30). Bezeichnete man diese internetgestützte Form der Kontaktknüpfung damals als Online Dating, meint dieser amerikanisch geprägte Kulturbegriff in heutiger Zeit noch etwas präziseres (vgl. Skopek 2012, S. 30). Die amerikanische Bezeichnung ͣDating“ beschreibt nämlich einen ͣ[…΁ zwischenmenschlichen Prozess des Kennenlernens, bei dem es darum geht, einen zunächst unbekannten Partner auf seine Tauglichkeit für die gewünschte Beziehungsform zu überprüfen“

(Bruschewski 2007, S. 13). Der Begriff ͣOnline“ fügt dieser Definition lediglich hinzu, dass der Prozess des Kennenlernens neuer Partner über das Internet stattfindet (vgl. Skopek 2012, S. 31). Dieser lässt sich im Wesentlichen in zwei verschiedene Formen unterscheiden: Zum einen besteht die Möglichkeit der Eigeninitiative und damit verbundenen selbstständigen Suche nach einem neuen Partner und zum anderen die Nutzung eines sogenannten ͣMatching- Systems“, welches von unterschiedlichen Anbietern genutzt werden kann (vgl. Schmitz 2009, S. 2). Vor allem im modernen Zeitgeist unserer heutzutage stark digitalisierten Gesellschaft ist Online Dating als Tool für die Suche nach dem perfekten Partner kaum noch wegzudenken (vgl. Würfel / Kroer / Nguyen 2015, S. 1). Grund für die erhöhte Attraktivität der Online-Partnersuche ist, dass Online Dating in Form eines digitalen Partnermarktes dem klassischen Anzeigenmarkt in den Printmedien als modernes Äquivalent gegenübersteht (vgl. Würfel / Kroer / Nguyen 2015, S. 1). Online Dating bietet Singles und Partnersuchenden ein unendliches Maß an Selbstpräsentation, Kommunikation sowie Interaktion und besitzt zusätzlich den Vorteil der Ortsunabhängigkeit (vgl. Skopek 2012, S. 30). Wie beliebt Online Dating tatsächlich ist, zeigt eine Studie des Oxford Internet Institutes der Oxford University aus dem Jahr 2011. Laut dieser lernen sich nämlich beispielsweise über 35 % der deutschen Paare im Internet kennen, sei es über Online- Partnervermittlungsdienste, Singlebörsen oder auch Dating-Portale (vgl. Skopek 2011, S. 30; Hogan / Li / Dutton 2011, S. ii). Neben den deutschen Marktführern Friendscout24 (Singlebörse: Eine Million aktive Mitglieder), Elitepartner (Online-Partnervermittlungsdienst: Drei Millionen aktive Mitglieder) und Parship (Online-Partnervermittlungsdienst: Eineinhalb Millionen aktive Mitglieder), bietet das Internet als multimediale Plattform jedoch noch weitere Dating-Anbieter, welche stets darauf ausgerichtet sind unterschiedliche persönliche Bedürfnisse zu erfüllen und sich den individuellen Lebensumständen und Einstellungen von partnersuchenden Singles anzupassen.

Die starke Entwicklung des Online Dating-Marktes lässt sich insbesondere auf die veränderte Internetnutzung unserer digitalisierten Gesellschaft zurückführen, welche gemäß einer aktuellen ARD- und ZDF Onlinestudie aus letztem Jahr zufolge einen stetigen jährlichen Anstieg von ca. 2 % verzeichnet (vgl. Van Eimeren / Frees 2014, S. 378). Waren im Jahr 2013 noch 77,2 % der Deutschen ab 14 Jahre im Netz unterwegs, stieg die prozentuale Anzahl der Online-Nutzer im darauffolgenden Jahr auf 79,1 % an (vgl. Van Eimeren / Frees 2014, S. 378). Neben dem Anstieg des allgemeinen Internetkonsums, lässt sich bezüglich der täglichen Nutzungsdauer im Internet zusätzlich ein Wachstumsprozess von +11 Minuten feststellen (237 Minuten, Stand 2013; 248 Minuten, Stand 2014) (vgl. Van Eimeren / Frees 2014, S. 378). Grund für diese steigende Nutzungsdauer im Netz ist die Verbreitung der mobilen Internetnutzung mittels mobiler Endgeräte (z.B. Smartphones), welche sich von zwei Jahren (2012 - 2014) verdoppelt hat (vgl. Statistisches Bundesamt 2015). Als Folge dessen lässt sich die mobile Internetnutzung nicht nur als bedeutendste technologische Entwicklung des digitalen Dating-Marktes, sondern auch als ausschlaggebende Ursache für die Verbreitung des Mobile Dating-Trends betrachten (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 3). Der Durchbruch des Kennenlernens in Form einer mobilen Dating-Applikation erfolgte durch die amerikanische Flirt-App Grindr im Jahr 2009, zunächst jedoch nur für homosexuelle Männer (vgl. Grindr.com 2015). Entwickelt wurde Grindr von Joel Simkhai und verzeichnet bis Dato eine Gemeinde von zwei Millionen aktiven Nutzern innerhalb 196 Länder auf der ganzen Welt (vgl. Grindr.com 2015). Durch internationale Akzeptanz sowie Begeisterung dieser einfachen Art der Partnersuche (vor allem innerhalb der mediatisierten Generation) entstanden in den Folgejahren, mitunter auch in Deutschland, immer mehr derartige Apps. (vgl. Eichner 2015, S. 1). Der Wert des deutschen Mobile Dating Marktes wird mittlerweile auf rund 25 Millionen Euro geschätzt (vgl. Eichner 2015, S. 1). Neben den marktführenden Dating-Applikationen Badoo und LoVoo, besitzt der deutsche Markt noch viele weitere Anbieter, wie zum Beispiel Zoosk, Kizzle, iLove oder auch Tinder (vgl. Eichner 2015, S. 1). Wie genau die unterschiedlichen Flirt-Apps funktionieren und welche Nutzungsbesonderheiten sie zu bieten haben, soll im nächsten Unterkapitel 2.2. anhand der ausgewählten Dating-Apps Badoo, LoVoo und Tinder näher erläutert werden. Die neuartige Besonderheit, die die Nutzung mobiler Flirt- Apps ausmacht, ist vor allem das erhöhte Maß an Mobilität sowie Flexibilität. Ob auf der Arbeit, beim Einkaufen oder auch in der S-Bahn - Dating-Apps ermöglichen das Kennenlernen neuer Menschen überall, da sie durch die Möglichkeit der mobilen Internetnutzung sowohl zeit- als auch ortsunabhängig funktionieren (vgl. Würfel / Kroer / Nguyen 2015, S. 1). Darüber hinaus sind mobile Dating-Applikationen sehr leicht und schnell zu bedienen, da der Großteil dieser bei der Installation mit Social Media Kanälen, wie zum Beispiel Facebook, verlinkt werden muss. Durch diese Funktion werden wiederum alle wichtigen Basisinformationen automatisch übernommen, sodass der App-Nutzer sofort mit dem Liken, Flirten und Daten beginnen kann (vgl. Würfel / Kroer / Nguyen 2015, S. 1). Ein weiterer wichtiger Aspekt von Dating-Applikationen ist, dass sie alle mit Hilfe von GPS- basierten Diensten arbeiten. Dies ermöglicht den App-Nutzern weitere Nutzer, die sich im unmittelbaren Umfeld befinden, auf schnelle und einfache Weise kennen zu lernen, woraus schließlich der hohe Unterhaltungswert sowie Reiz mobiler Dating-Applikationen resultiert (vgl. Würfel / Kroer / Nguyen 2015, S. 1).

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Neben dem Unterhaltungswert vollzieht sich die Nutzung mobiler Dating-Apps auch aus weiteren Beweggründen, Bedürfnissen sowie Zielsetzungen heraus, auf welche im nächsten Abschnitt mit Hilfe eines kommunikationswissenschaftlichen Ansatzes genauer eingegangen wird.

2.2. Nutzungsmotive mobiler Dating-Applikationen

Gemäß eigener Erfahrungswerte sowie empirischer Untersuchungen3 werden mobile Dating-Applikationen von Männern und Frauen insgesamt betrachtet relativ oberflächlich genutzt - meistens nämlich mit dem Ziel zu Flirten, aus Spaß oder lediglich dazu neue Leute kennen zu lernen. Aus welcher Motivation heraus diese subjektiv-geprägten Beweggründe zur Mediennutzung entstehen, versucht nachfolgende Darstellung des Nutzen und Belohnungsansatzes aus Sicht der Sozial- sowie Kommunikationsforschung zu erläutern. Von diesem ausgehend werden im Anschluss zwei wissenschaftliche Studien zu den aktuell bekannten Nutzungsmotiven mobiler Dating-Applikationen sowie der Flirt-App Tinder vorgestellt.

2.2.1. Der Nutzen und Belohnungsansatz als Erklärung von Nutzungsmotiven

Der zentrale Forschungsschwerpunkt, mit welchem sich ein Großteil der Kommunikationswissenschaftler sowie Soziologen innerhalb der Medienwirkungsforschung heutzutage befasst, bezieht sich auf die Frage was Medien mit den Menschen machen und wird als Wirkungsansatz bezeichnet wird (vgl. Schenk 2002, S. 681). Diesem gegenüber steht der sogenannte Nutzungsansatz, welcher stets der Frage nachgeht ͣWas machen die Menschen mit den Medien?“ (vgl. Schenk 2002, S. 681). Zu einem der bekanntesten zählt beispielsweise der in den 1970er Jahren entstandene Nutzen und Belohnungsansatz (ͣUses-and-Gratifications- pproach“), der seit seiner Entstehung Zugang sowie Anwendung in unterschiedlichen Bereichen der sozialwissenschaftlichen Gratifikationsforschung gefunden hat (vgl. Schenk 2002, S. 684). Die Gratifikationsforschung beschreibt hierbei einen Forschungsbereich, in welchem es hauptsächlich um die Erforschung individueller Bedürfnisse sowie die Befriedigung dieser durch die Nutzung von Medien geht (vgl. Schenk 2002, S. 689). Demgemäß zielt der Nutzen und Belohnungsansatz darauf ab das Publikumsverhalten, mit gezieltem Blick auf die Nutzungsbedürfnisse, genauer zu untersuchen (vgl. Schenk 2002, S. 681). Hierbei sollen vor allem die Gratifikationen (=Bedürfnisse, die befriedigt werden), die das Publikum aus der Medienanwendung gewinnt, erfasst werden. Anwendung erfährt dieser bedürfnisorientierte Ansatz größtenteils innerhalb der Massenmedien Fernsehen, Radio sowie Print (vgl. Schenk 2002, S. 584). Seit neusten Entwicklungen aber auch innerhalb neuerer Medien sowie dem einflussreichen Informationsmedium Internet (vgl. Schenk 2002, S. 684). Ausgangspunkt für die Analyse der medialen Nutzungsweisen ist laut dem Nutzen und Belohnungsansatz ein aktives Publikum, welches Medien nicht nur mit einer Intention, sondern auch ausgeprägter Selektion benutzt (vgl. Schenk 2002, S. 684). Ferner basiert der Nutzen und Belohnungsansatz auf fünf verschiedenen Annahmen, die die amerikanischen Wissenschaftler Elihu Katz, Jay Blumler und Michael Gurevitch vor über 40 Jahren entwickelt haben (vgl. Katz / Blumler / Gurevitch 1974, S. 20 ff.). Obwohl diese Nutzungshypothesen bereits in den 1970ern entstanden sind, lassen sie sich teilweise auch in Bezug auf die Nutzung des Mediums Internet - im erweiterten Sinne auch auf die fokussierte Thematik dieser Forschungsarbeit, genauer gesagt auf die digitale Partnersuche, beziehen. Die erste Annahme des Nutzen und Belohnungsansatzes besagt nämlich, dass Rezipienten Medien stets zielgerichtet nutzen und dabei bestimmte Erwartungen an das Medium stellen (vgl. Katz / Blumler / Gurevitch 1974, S. 21). Ebenso ist es auch beim Mobile Dating, da Singles sowie Partnersuchende sich bewusst unterschiedliche Dating-Applikationen installieren, mit dem Ziel zum Beispiel einen neuen Partner zu finden. Die Mediennutzung beruht hierbei auf einem starken Maß der Eigeninitiative durch den Rezipienten selbst und stellt die zweite Nutzungsannahme des Ansatzes dar (vgl. Katz / Blumler / Gurevitch 1974, S. 21). Die Nutzer von mobilen Dating-Applikationen entscheiden innerhalb der Mediennutzung eigenständig, welche weiteren Nutzer Ihnen gefallen, mit welchen sie kommunizieren oder flirten und welche sie sogar näher kennenlernen möchten. Hieraus folgt auch die dritte Nutzungsannahme, dass Rezipienten von Medien ihre eigenen Handlungsorientierungen innerhalb individuell hergestellter Kategorien ermitteln (vgl. Katz / Blumler / Gurevitch 1974, S. 22). Dieser Prozess basiert immer darauf, wie sie ihre eigene Mediennutzung verstehen (vgl. Katz / Blumler / Gurevitch 1974, S. 22). In Bezug zur Verwendung mobiler Dating- Applikationen bedeutet dies, dass sich Nutzer von Dating-Apps eigene Handlungsorientierungen schaffen und nach diesen agieren. Weiterhin konkurrieren Medien gemäß der vierten Annahme auch als
ͣBedürfnisbefriediger“ stets mit anderen Quellen der Befriedigung, da eben nicht nur Medien individuelle Bedürfnisse erfüllen können (vgl. Katz / Blumler / Gurevitch 1974, S. 22). Bei der Nutzung von mobilen Dating-Applikationen verhält es sich ganz genauso, da Mobile Dating nicht die einzige Möglichkeit darstellt, beispielsweise das Bedürfnis neue Leute kennen zu lernen besiegeln kann. Als fünfter Aspekt wird angenommen, dass Mediennutzer hinsichtlich der Mediennutzung immer Ziele sowie Bedürfnisse haben und die Medien dahingehend, aufgrund bestimmter Motive, bewusst gebrauchen (vgl. Katz / Blumler / Gurevitch 1974,S. 22). Diese Nutzungshypothese ist der ersten Annahme von Katz, Blumler und Gurevitch sehr ähnlich, da App-Nutzer durch das Installieren mobiler Dating-Applikationen zum Beispiel das Ziel verfolgen können ihren eigenen Wert auf dem Singlemarkt zu testen oder das Bedürfnis der Aufmerksamkeit zu befriedigen, woraus resultiert, dass die Mediennutzung bewusst vollzogen wird.

Doch auch wenn die fünf Annahmen des Nutzen und Belohnungsansatzes von Katz, Blumler und Gurevitch in Bezug auf die Nutzung des Mobile Datings zunächst griffig erscheinen, sollte hierbei angemerkt werden, dass sie lediglich von den ͣangestrebten“ und nicht von ͣerhaltenen“ Gratifikationen ausgehen (vgl. Schenk 2002, S. 637). Um diese mit zu untersuchen, sollte zusätzlich das erweiterte bedürfnisorientierte Modell, auch GS/GO-Modell genannt, mit in Betrachtung gezogen werden. Das GS/GO-Modell unterscheidet hierbei zwischen den gesuchten (Gratifikation Sought = GS) sowie erhaltenen (Gratifications Obtained = GO) Gratifikationen (vgl. Schenk 2002, S. 637). Diese Unterscheidung ist insofern wichtig, als dass die Gratifikationen, die der Nutzer beispielsweise durch die Verwendung einer mobilen Dating- Applikation erhält, Einfluss auf die Erwartungen und Nutzungsmotive sowie auch auf seine gesuchten Gratifikationen hat (vgl. Schenk 2002, S. 637). Inwieweit sich dieser erweiterte Ansatz jedoch innerhalb der Internet- sowie Nutzung mobiler Dating-Applikationen verhält, ist in der Gratifikations- forschung bislang nicht erforscht.

In Anbetracht dessen lässt sich zusammenfassend sagen, dass sich die Motive der Mobile Dating-Nutzung lediglich teilweise mit Hilfe der Grundannahmen des Nutzen und Belohnungsansatzes erklären lassen. Das Prinzip der Gratifikation scheint hierbei ein bedeutender Aspekt zu sein, wodurch der Reiz der Nutzung mobiler Dating-Applikationen entsteht. Hiervon gehen mittlerweile auch weitere Forscher aus, sodass einige wissenschaftliche Studien den Nutzen und Belohnungsansatz als Grundlage ihrer Untersuchung verwenden und diesem deshalb ein relevanter Stellenwert zugeschrieben werden kann.

In den nächsten zwei Unterkapiteln folgt eine kurze Darstellung der Nutzungsgründe sowie Nutzungsmotivation mobiler Dating-Applikationen anhand zweier wissenschaftlicher Studien.

2.2.2. Nutzungserwartungen sowie Nutzungsmotive mobiler DatingApplikationen

Folgende Studie wurde von der Neu.de GmbH in Zusammenarbeit mit d.core aus dem letzten Jahr in Form einer Online-Umfrage durchgeführt. An dieser, mit besonderem Fokus auf Nutzererwartungen sowie Entwicklungstendenzen des Mobile Datings, haben 2.017 Singles im Alter von 18 bis 64 Jahren in Deutschland teilgenommen.

Dass sich die Möglichkeiten der Partnersuche durch unterschiedliche technologische Entwicklungen als auch durch das Mobile Dating verändert haben, ist Fakt. Denn dies geben 72 % der Befragten an, vor allem durch die alltägliche Nutzung des Smartphones bedingt (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 6). Zusätzlich wurde die digitale Veränderung der Partnersuche sogar positiv bewertet, da gut ein Fünftel der Befragungsteilnehmer mittels mobiler Dating- Applikationen mehr neue Leute kennen lernt als zuvor (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 6). Weitere 28 % der Befragten geben außerdem an, dass sie dank Mobile Dating öfter mit neuen Leuten kommunizieren, die sie im Nachhinein tatsächlich gerne daten würden oder dies sogar auch getan haben (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 6). Wie viele Dates aus den unterschiedlichen Chats innerhalb des Mobile Datings jedoch wirklich entstehen, wurde innerhalb dieser Studie nicht erfasst. Dennoch stimmen gut 40 % der Aussage zu, dass sie Mithilfe der Nutzung von Mobile Dating mehr Dates haben als mit der Nutzung von Online Dating am Computer (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 6). Im Hinblick auf die Nutzungsmotive von Mobile Dating-Usern zeigt die Studie, dass App-Nutzer vor allem auf der Suche nach neuen Leuten (54 %), Flirts (53 %), One-Night-Stands (33 %) und Affären (30 %) sind (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 8). Weitere 40 % suchen nach einem Partner für eine langfristige Beziehung (im Vergleich: 52 % suchen dies über Online Dating-Portale am Computer) und 35 % versuchen über mobile Dating-Applikation ihren eigenen Marktwert zu testen (vgl. Neu.de GmbH 2014, S. 8).

Darüber, inwieweit innerhalb dieses Nutzungsverhaltens eventuelle geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen, gibt diese Studie keinen Aufschluss. Weiterhin interessant wäre es auch zu erfahren, wie sich die prozentual beschriebenen Nutzungsmotive innerhalb verschiedener Altersgruppen verhalten, beziehungsweise ob es bestimmte Altersgruppen gibt, in denen manche Nutzungsmotive stärker vertreten sind als andere. Nichtsdestotrotz liefert die Neu.de GmbH/d.core Studie vor allem Anhaltspunkte dahingehend, aus welchen Gründen sowie Zielsetzungen Singles und Partnersuchende mobile Dating-Applikationen nutzen. Sehr dominant scheinen hierbei vor allem die Nutzungsmotive ͣneue Leute kennen zu lernen“ sowie ͣmit anderen Leuten flirten“ zu sein.

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Durch welche spezifischen Charaktereigenschaften, beziehungsweise demographischen Daten sich aktuelle Tinder-Nutzer auszeichnen, versucht die Darstellung nachfolgender Studie eines amerikanischen Forschungsinstituts zu verdeutlichen.

2.2.3. Nutzercharakteristika der mobilen Dating-Applikation Tinder

Die Studie der weltweit größten amerikanischen Marktforschungsfirma Global Web Index wurde mit Internetnutzern, beziehungsweise Tinder-Nutzern innerhalb einer Altersspanne von 14 bis 64 Jahren durchgeführt. Der Schwerpunkt dieser Studie lag sowohl auf der Analyse allgemeiner Einstellungen von Tinder-Nutzern als auch auf einem Versuch der Charakterisierung dieser (vgl. McGrath 2015, S. 1).

Gemäß der Studie lassen sich lediglich knapp über die Hälfte der Tinder- Nutzer zu den Singles zählen (54 %), weitere 30 % sind bereits verheiratet und 12 % in einer Beziehung (vgl. McGrath 2015, S. 1). Welche Motivation die Nicht-Single Nutzer bei der Verwendung dieser Dating-App verfolgen, ist hierbei unerforscht geblieben. Dennoch wird vermutet, dass die Nutzer Tinder nicht nur als reine ͣDating- pp“ sondern viel mehr auch als soziale Kennlern- Plattform betrachten (vgl. McGrath 2015, S. 1). Weiterhin lässt sich festhalten, dass deutlich mehr Männer als Frauen Tinder nutzen (62 % / 38 %) (vgl. McGrath 2015, S. 1). Die meisten Tinder-Nutzer finden sich mit einem prozentualen Anteil von 45 in der Altersklasse der 25 bis 34 Jährigen (vgl. McGrath 2015, S. 1). Die 16 bis 24 Jährige stehen hierbei mit 38 % an zweiter und 35 bis 44 Jährige mit 13 % an dritter Stelle (vgl. McGrath 2015, S. 1). Alle weiteren Altersstufen sind in der Studie mit einem nur sehr geringen Anteil <=

3 % vertreten (vgl. McGrath 2015, S. 1). Neben dem Beziehungsstatus, Alter und geschlechtsspezifischen Anteil der Tinder-Nutzer hat die Studie ebenfalls untersucht, aus was für einem infrastrukturellen Umfeld die Nutzer kommen. Deutlich wird hierbei, dass die meisten Dating-App-Nutzer in der Stadt leben (76 %), einige im unmittelbaren Umland (17 %) und nur sehr wenige in der ländlichen Umgebung (7 %) (vgl. McGrath 2015, S. 1). Mit Bezug auf diese Verteilung schließt die Studie außerdem, dass Tinder-Nutzer ein erhöhtes Maß an Markenaffinität besitzen. Demnach ist 85 % der mobilen Dating-App Nutzer die eigene Darstellung, auch hinsichtlich technischer Geräte, wichtig, sodass fast 70 % gerne die neusten technologischen Entwicklungen besitzen (vgl. McGrath 2015, S. 1). Auch geben gut ein Drittel an, dass sie die Premium Version von Tinder kaufen würden (vgl. McGrath 2015, S. 1).

Doch ebenso wie die erste Studie liefert auch diese keinerlei Erkenntnisse in Bezug auf eine geschlechtsspezifische App-Nutzung von Tinder. Zudem wird nicht deutlich, welche Nutzungsmotive sowie exakten Nutzungseinstellungen die Nutzer der Flirt-App Tinder verfolgen. Dadurch, dass die Studie von Global Web Index lediglich einen kurzen Überblick zur Demographie der Tinder- Nutzer liefert, ist es insbesondere forschungsrelevant, spezifische Nutzungsgründe sowie Einstellungen zur mobilen Dating-App Tinder zu untersuchen und eine eigene empirische Fallstudie hinsichtlich geschlechtsspezifischer Nutzungsweisen durchzuführen.

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Aus welchen verschiedenen Mobile Dating-Apps sich der deutsche Markt hauptsächlich zusammensetzt, zeigt nachfolgendes Kapitel über die drei beliebtesten Flirt-Apps der deutschen Nutzer.

2.3. Verschiedene mobile Dating-Applikationen

Die Auswahl der näheren Darstellung der am häufigsten genutzten mobilen Dating-Applikationen basiert auf einer Statistik vom Statistischen Bundesamt, welche die Marktanteile - gemessen anhand von Downloadzahlen - unterschiedlicher Dating-Apps in Deutschland aus dem Jahr 2012 anzeigt. In dieser besitzt die mobile Dating-App Badoo mit Abstand und 32,5 % den stärksten Marktanteil (vgl. Dating-Vergleich.de 2015, S. 1). Gefolgt jedoch von der Dating-App LoVoo (18,4 %) sowie weiteren Diensten der mobilen Partnersuche, wie zum Beispiel Friendscout24 (15,6 %), Zoosk (9,2 %) und Kwick! (7,2 %) (vgl. Dating-Vergleich.de 2015, S. 1). Die Dating-App Tinder ist aufgrund späteren Nutzungsstarts innerhalb Deutschlands nicht in der Statistik enthalten, wird aber dennoch wegen des stark revolutionierenden Einflusses in dieser Arbeit als dritte erfolgreiche mobile Dating-App angeführt. Hinzukommt, dass Tinder das Fallbeispiel der empirischen Untersuchung dieser Arbeit darstellt und somit einen wichtigen Stellenwert einnimmt.

[...]


1 Anmerkung: Dadurch, dass sich die Bezeichnung Mobile-Dating im aktuell herrschenden Fachjargon eher auf mobile Dating-Apps mit der Funktion der Standortbestimmung bezieht, wird sich dieser Terminus im weiteren Verlauf dieser Arbeit auch lediglich auf diese Definition beziehen.

2 Vgl. Neu.de GmbH 2014; Global Web Index 2015.

3 Vgl. Neu.de GmbH 2014; Global Web Index 2015.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Digital Dating. Geschlechtsspezifische Differenzen im Nutzungsverhalten mobiler Dating-Apps wie "Tinder"
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
55
Katalognummer
V309284
ISBN (eBook)
9783668075405
ISBN (Buch)
9783668075412
Dateigröße
1213 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
TInder, Mobile Dating, Digital Dating, Kommunikation, Medien
Arbeit zitieren
Katharina Venohr (Autor), 2015, Digital Dating. Geschlechtsspezifische Differenzen im Nutzungsverhalten mobiler Dating-Apps wie "Tinder", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309284

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