Die folgende Arbeit über den „Sophistes“ unternimmt den Versuch, diesen
komplexen Dialog auch im Kontext der in ihm angesprochenen philosophischen Hintergründe zu behandeln. Das Ziel ist die Darstellung des im „Sophistes“ von Platon aufgezeigten Weges, die Sophistik endgültig zu überwinden. Jene ist fest mit den grundlegenden metaphysischen Konzepten und Problemen ihrer Zeit verquickt,
nicht zuletzt wohl dies bescherte ihr die Festigkeit und Widerstandsfähigkeit, die so oft im „Sophistes“ beschworen wird.
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Inhaltsverzeichnis
KONTEXTE DES „SOPHISTES“:
THEAITETOS UND PARMENIDES
SOPHISTIK
PARMENIDES UND GORGIAS
DER „SOPHISTES“:
SCHEIN UND NICHTSEIN
SEIENDES
DIALEKTIK
NICHTSEIN
IRRTUM UND WAHRHEIT
DER SOPHIST
SCHLUß:
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht Platons Dialog „Sophistes“, um das philosophische Konzept der Sophistik durch eine Analyse ihrer metaphysischen Hintergründe zu überwinden und den Sophisten als heuchlerischen Nachahmer vom Philosophen abzugrenzen.
- Die philosophische Auseinandersetzung zwischen Eleatismus und Sophistik.
- Die dialektische Bestimmung von Sein und Nichtsein.
- Die Analyse der Möglichkeiten von Schein, Irrtum und falscher Meinung.
- Die Definition des Sophisten als Wissensimposter.
Auszug aus dem Buch
Schein und Nichtsein
Die siebte Definition des Sophisten förderte zu Tage, daß er zwar vorgibt, über alles reden zu können, hierbei auch den Anschein erweckt, über alles Bescheid zu wissen, jedoch sich dieses Wissen als Scheinwissen herausstellen muß, weil es nicht möglich ist, in jedem Gebiete kundig zu sein. Dieses Scheinwissen wiederum wird mit der Fähigkeit des Malers in Verbindung gesetzt, der junge Leute durch Nachahmungen von wirklichen Dingen glauben macht, daß er jedes wirkliche Ding herzustellen vermag. Jene Nachahmungen können nun aber entweder Abbilder oder Scheinbilder sein. Der Maler, der die wahren Proportionen eines Gegenstandes herstellt, schafft sein Abbild; derjenige jedoch, der die Proportionen verändert, ein Scheinbild, das zwar schön scheint, aber nicht ist; die modifizierten Proportionen sind hierfür der Auslöser. Übertragen auf die Redekunst bedeutet die Metapher des Malers, daß der Sophist nur den Schein erweckt, die Zusammenhänge des Seienden in seinen Reden abzubilden, jedoch in Wahrheit diese nur verschleiert oder gar verkehrt.
Zusammenfassung der Kapitel
KONTEXTE DES „SOPHISTES“: Untersucht die vorangehenden Dialoge und Einflüsse wie Theaitetos, Parmenides und Gorgias, um den thematischen Rahmen zu spannen.
DER „SOPHISTES“: Analysiert den Kern des Dialogs, insbesondere die methodische Untersuchung von Sein, Nichtsein, Dialektik und der Möglichkeit von Irrtum.
SCHLUß: Führt die Ergebnisse zusammen und definiert den Sophisten abschließend als Nachahmer, während die Bedeutung des Dialogs für die Metaphysik betont wird.
Schlüsselwörter
Platon, Sophistes, Sophistik, Sein, Nichtsein, Dialektik, Schein, Irrtum, Wahrheit, Parmenides, Gorgias, Ideentheorie, Redekunst, Philosophie, Metaphysik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Platons Dialog „Sophistes“ und dem Versuch, die Sophistik durch eine philosophische Durchdringung der zentralen metaphysischen Begriffe ihrer Zeit zu widerlegen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Sein und Nichtsein, die Natur der Wahrheit und des Scheins sowie die dialektische Abgrenzung zwischen Philosophen und Sophisten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung des platonischen Weges zur endgültigen Überwindung der Sophistik, indem ihr Scheinwissen als solches entlarvt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse der platonischen Dialektik sowie den Vergleich mit den Lehren des Parmenides und des Gorgias.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Nichtseienden, des Seienden sowie die Lösung des Anfangsproblems durch die Lehre von der Gemeinschaft der Gattungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Platon, Sophistes, Sein, Nichtsein, Dialektik, Schein, Irrtum und Wahrheit.
Wie wird der Sophist im Dialog definiert?
Der Sophist wird als heuchlerischer Nachahmer entlarvt, der aus Unkenntnis Scheinbilder erzeugt und den Weisen imitiert, ohne die dialektische Wahrheit zu besitzen.
Warum ist das Problem des Nichtseins für den Sophisten so wichtig?
Das Nichtsein ist der Ort, an dem der Sophist sein Scheinwissen ansiedelt; Platons Dialektik entlarvt dieses als rhetorische Täuschung, womit die Existenzberechtigung des Sophisten entfällt.
- Arbeit zitieren
- Christian Glasmeyer (Autor:in), 2000, Platons Sophistes - zur Überwindung der Sophistik und ihrer metaphysischen Implikationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3095