Viele Flüchtlinge kommen nach Deutschland, um Krieg oder Armut in ihren Heimatländern zu entgehen. Unter diesen Migranten befinden sich viele Frauen. Teilweise auch Frauen, die auf illegalem Weg und mit Hilfe von Schleppern in die BRD gelangen. Diese Frauen kommen meist aus wirtschaftlich benachteiligten Ländern in Asien und Osteuropa.
Der richtige Begriff für diese Art der Einwanderung ist Frauenhandel. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Frauenhandel, den betroffenen Frauen und der Situation in ihren Heimatländern. Dabei geht die Autorin vor allem auf die Soziale Arbeit und ihre Aufgaben im Bereich des Frauenhandels und der Zwangsprostitution ein.
Aus dem Inhalt:
- Hintergründe von Migration und Frauenhandel;
- Herkunftsländer und die Situationen der Frauen dort;
- Schleusungswege und -methoden;
- Organisationsformen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergründe von Migration und Frauenhandel
2.1 Frauen und Migration
2.2 Migration und Frauenhandel
2.3 Auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen für den heutigen Frauenhandel in Europa
2.3.1 Wohlstandsgefälle
2.3.2 Nachfrage
2.3.3 Feminisierung der Migration
2.3.4 Geringes Risiko
2.3.5 Korruption
2.4 Individuelle Entscheidung zur Migration
2.5 Portrait der betroffenen Frauen
3. Herkunftsländer im zeitlichen Wandel
4. Die Situation der Frauen in den Herkunftsländern am Beispiel
4.1 Thailand
4.2 Dominikanische Republik
4.3 Osteuropa
5. Schleusungswege und -methoden
5.1 Anwerbemethoden
5.1.1 Anwerbung durch Arbeitsversprechen
5.1.2 Anwerben über die Vortäuschung einer Liebesbeziehung
5.1.3 Sonstige Anwerbemethoden
5.2 Kontaktaufnahme und Ablauf
5.3 Transport und Einreise
5.4 Fluchtverhinderung
5.5 Sexuelle Ausbeutung
6. Organisationsformen des Frauenhandels
6.1 Private Zuhälterei / Gelegenheitshändler
6.2 Organisierter Frauenhandel
7. Abschließende Betrachtung / Fazit
8. Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen des Frauenhandels nach Deutschland, identifiziert dessen Ursachen in den Herkunftsländern sowie die Methoden der Schleuser und leitet daraus Ansatzpunkte für die Soziale Arbeit ab.
- Strukturelle Hintergründe und Ursachen von Frauenhandel
- Situation von betroffenen Frauen in spezifischen Herkunftsregionen
- Anwerbe- und Schleusungsmethoden der Täter
- Organisationsformen des Frauenhandels
- Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit mit betroffenen Klientinnen
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Nachfrage
Frauenhandel könnte nicht existieren, wenn der Handel mit Frauen keinen Profit einbringen würde. In Westeuropa besteht eine große Nachfrage nach Ehefrauen, Haushaltshilfen und Sexarbeiterinnen aus den Ländern der sog. „Dritten Welt sowie aus den mittel- und osteuropäischen Ländern. Die Erklärungsversuche für die offensichtlich bestehende Nachfrage sind vielfältig. Die Frauen gelten insgesamt als genügsamer, exotischer oder zäher als Westeuropäerinnen. Je nachdem aus welchen Herkunftsgebieten sie kommen, differieren die Klischees. Als Grund wird gelegentlich auch eine umfassende Orientierungslosigkeit bei Männern angesichts der Frauenemanzipation der letzten Jahrzehnte in den industrialisierten Ländern Westeuropas und Nordamerikas genannt.
Empirische Untersuchungen zum Freierverhalten haben ergeben, das in Deutschland 4,5 Millionen Freier, das sind ca. 18 % der geschlechtsaktiven Männer, mindestens einmal im Jahr, durchschnittlich 15,03 mal im Jahr, eine Prostituierte aufsuchen. Dieser Bedarf kann nicht allein von inländischen Sexarbeiterinnen gedeckt werden. Dafür spricht auch die Beobachtung von Nichtregierungsorganisationen, dass in den letzten Jahren zwar vermehrt Frauen aus Ost- und Zentraleuropa nach Deutschland gehandelt werden, diese aber die Frauen aus den asiatischen Ländern nicht vom Markt gedrängt haben, sondern das Angebot erweitern. Der relative Wohlstand in den industrialisierten Ländern führte dazu, dass diese steigende Nachfrage von den Konsumenten auch bezahlt werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Frauenhandels nach Deutschland ein und definiert die zentralen Fragestellungen und Zielsetzungen der Diplomarbeit.
2. Hintergründe von Migration und Frauenhandel: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Migration, die verschiedenen Faktoren, die Frauenhandel begünstigen, sowie die individuelle Entscheidungssituation der betroffenen Frauen.
3. Herkunftsländer im zeitlichen Wandel: Das Kapitel skizziert die historische Entwicklung und den Wandel der primären Herkunftsregionen von Frauenhandelsopfern über die Jahrzehnte.
4. Die Situation der Frauen in den Herkunftsländern am Beispiel: Hier werden beispielhaft Thailand, die Dominikanische Republik und Osteuropa analysiert, um die sozioökonomischen Lebensbedingungen zu verdeutlichen, die Frauen zur Migration bewegen.
5. Schleusungswege und -methoden: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Anwerbungs- und Rekrutierungstaktiken, den Ablauf der Schleusung, Methoden der Fluchtverhinderung sowie die sexuelle Ausbeutung.
6. Organisationsformen des Frauenhandels: Hier werden die verschiedenen Täterstrukturen analysiert, die von Gelegenheitshändlern bis zu international organisierten Verbrechersyndikaten reichen.
7. Abschließende Betrachtung / Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert Möglichkeiten der Stärkung und Unterstützung für betroffene Frauen durch die Soziale Arbeit.
8. Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur): Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Fachliteratur, Studien und Internetquellen zur weiteren Recherche auf.
Schlüsselwörter
Frauenhandel, Migration, Zwangsprostitution, Herkunftsländer, Menschenrechte, Soziale Arbeit, Schleusung, Ausbeutung, Armut, Sextourismus, organisierte Kriminalität, Migrationssoziologie, Frauenanteil, Zielländer, Opferhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Frauenhandels nach Deutschland, dessen Ursachen, den Methoden der Täter und der notwendigen Unterstützung für die Betroffenen durch die Soziale Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die sozioökonomischen Hintergründe von Migration, die Rekrutierungsmethoden für die Sexindustrie, die Organisationsformen des Verbrechens sowie die rechtliche und soziale Situation der Frauen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Gesamtüberblick über das Phänomen Frauenhandel zu vermitteln, Ursachen zu identifizieren und Ansatzpunkte für Gegenstrategien sowie Aufgabenbereiche der Sozialen Arbeit abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse bestehender Fachliteratur, statistischer Daten (u.a. vom BKA) und Fallbeispiele aus verschiedenen Herkunftsregionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Hintergründe von Migration, die Darstellung der Herkunftsländer am Beispiel (Thailand, Dominikanische Republik, Osteuropa), die Methoden der Schleusung und die Organisationsformen der Täterringe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Frauenhandel, Zwangsprostitution, strukturelle Ungleichheit, Armut, Migration und Soziale Arbeit.
Warum spielt der Sextourismus eine so zentrale Rolle bei der Analyse?
Der Sextourismus hat in vielen Herkunftsländern die notwendige Nachfrage nach Frauen geschaffen und Handelswege sowie Kontakte etabliert, die später für den illegalen Frauenhandel genutzt wurden.
Welche Rolle spielt die Schuldknechtschaft bei der Bindung der Opfer?
Die Schuldknechtschaft erzeugt eine enorme finanzielle Abhängigkeit durch hohe Kredite für Reise- und Vermittlungskosten, wodurch die Frauen gezwungen werden, diese Schulden durch Prostitution unter oft ausbeuterischen Bedingungen abzuarbeiten.
- Citar trabajo
- Jessica Bangisa (Autor), 2004, Migration und Frauenhandel. Herkunftsländer und der Weg nach Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309553