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Ignatianische Indifferenz im „magis“. Zur Theo-Anthropologie von Prinzip und Fundament (EB 23)

Title: Ignatianische Indifferenz im „magis“. Zur Theo-Anthropologie von Prinzip und Fundament (EB 23)

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Alexander Schmidt (Author)

Theology - Systematic Theology
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Diese Arbeit beschäftigt sich im Rahmen eines Seminars mit dem Titel „Theologie und Spiritualität der Exerzitien“ mit dem Kapitel „Prinzip und Fundament“ aus dem Exerzitienbuch (EB), das die sogenannten „Geistlichen Übungen“ (GÜ) von Ignatius von Loyola enthält.

Der Baske Íñigo López de Loyola wurde im Jahr 1491 im spanischen Baskenland geboren. Von 1521 an lebte er über Jahre hinweg in radikaler Umkehr, Buße, Armut und im Gebet, bis er schließlich im Jahr 1539 mit einigen Gefährten (Peter Faber, Franz Xaver, Diego Laínez u.a.) in Paris die Gesellschaft Jesu gründete. Der Text Prinzip und Fundament steht außerhalb der hauptsächlich in vier Wochen gegliederten Geistlichen Übungen und stellt, wie der Titel suggeriert, die theologische und anthropologische Grundlegung der Exerzitien dar. Ignatius macht hier sowohl deskriptive als auch normative Aussagen über die Beschaffenheit der Welt, die Beziehung zwischen Gott und Mensch und das Ziel menschlicher Existenz.

Im ersten Teil dieser Arbeit wird der in drei Teile gegliederte Text von Prinzip und Fundament auf seinen Aufbau, seine Struktur und Einordnung in den Zusammenhang des Exerzitienbuches hin untersucht. Weiterhin wird der Inhalt des Textes auf seine theo-logischen und anthropologischen Prämissen hin beleuchtet. Auch wird geprüft, ob und inwieweit der Text christologische Implikationen aufweist. In einem zweiten, weiterführenden Teil wird dann diskutiert, ob und inwieweit Veränderungen gegenüber der spanischen Originalfassung in einer anscheinend über mehrere Jahrhunderte gültigen lateinischen Übersetzung des Exerzitienbuches, der sog. Vulgata-Übersetzung, inhaltliche Konsequenzen und damit auch Folgen für die Praxis der Exerzitien gehabt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Darstellung und Interpretation

2.1 Einordnung, Aufbau und Struktur

2.2 Interpretation

2.2.1 Erster Satz

2.2.2 Zweiter Satz

2.2.3 Dritter Satz

2.3 „Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.“

3 Das fehlende „magis“ in der Vulgata-Übersetzung

4 Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Kapitel „Prinzip und Fundament“ aus dem Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola, um dessen theologische und anthropologische Grundlegung zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung das „magis“ (das Mehr) für die ignatianische Spiritualität hat und welche inhaltlichen Konsequenzen eine historische Fehlübersetzung in der Vulgata-Fassung für die Exerzitienpraxis nach sich zog.

  • Theologische und anthropologische Analyse des „Prinzip und Fundament“
  • Untersuchung des Konzepts der ignatianischen Indifferenz
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Vulgata-Übersetzung und dem fehlenden „magis“
  • Herausarbeitung der christologischen Implikationen
  • Reflexion der Exerzitienpraxis und deren historische Auswirkungen

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Dritter Satz

„Deshalb ist es nötig, daß (sic!) wir uns gegenüber allen geschaffenen Dingen in allem, was der Freiheit unserer freien Entscheidungsmacht gestattet und ihr nicht verboten ist, indifferent machen. Wir sollen also nicht unsererseits mehr wollen: Gesundheit als Krankheit, Reichtum als Armut, Ehre als Ehrlosigkeit, langes Leben als kurzes; und genauso folglich in allem sonst, indem wir allein wünschen und wählen, was uns mehr zu dem Ziel hinführt, zu dem wir geschaffen sind“.

Der dritte Abschnitt ergibt sich aus dem vorhergehenden und vertieft die Problematik des Gebrauchens und Lassens der Dinge. Aufgrund der Erbsünde ist es dem Menschen offenbar nur bedingt möglich, die Dinge zu gebrauchen oder zu lassen, wie es für das Erreichen seines Ziels nötig wäre. Dieses Ziel ist nämlich, wie wir gesehen haben, die Gottebenbildlichkeit, die durch die Sünde Adams empfindlich gestört und eingeschränkt wurde (vgl. Gen 3,1-24). Ignatius stellt in diesem Abschnitt dar, wie der Mensch durch das Retten seiner eigenen Seele, durch den rechten Gebrauch bzw. das Lassen der Dinge dazu beiträgt, die durch den Sündenfall gestörte Ordnung der Schöpfung wiederherzustellen, so wie Gott sie will. Dazu führt Ignatius vier Gegensatzpaare ein, welche die Grunddimensionen menschlichen Lebens beschreiben: „Wir sollen also nicht unsererseits mehr wollen: Gesundheit als Krankheit, Reichtum als Armut, Ehre als Ehrlosigkeit, langes Leben als kurzes.“ Daraus ergeben sich gewissermaßen vier menschliche Grundbedürfnisse, die man charakterisieren kann als Vitalitätsdrang, Besitzstreben, Geltungsdrang und Daseinsdrang. Diesen gegenüber müsse der Mensch sich indifferent, also „gleich-mütig“ (sic!) machen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der „Geistlichen Übungen“ ein und umreißt die methodische Herangehensweise an den Text „Prinzip und Fundament“.

2 Darstellung und Interpretation: In diesem Kapitel erfolgt eine detaillierte Analyse der drei Sätze des „Prinzip und Fundament“ hinsichtlich ihres theologischen und anthropologischen Gehalts sowie ihrer christologischen Implikationen.

3 Das fehlende „magis“ in der Vulgata-Übersetzung: Dieses Kapitel kritisiert die weitreichenden Konsequenzen einer ungenauen lateinischen Übersetzung, in der das für die ignatianische Spiritualität zentrale „magis“ fehlt.

4 Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst die zentrale Bedeutung von „Prinzip und Fundament“ zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, das „magis“ für die moderne Exerzitienpraxis zu bewahren.

Schlüsselwörter

Ignatius von Loyola, Exerzitien, Prinzip und Fundament, Indifferenz, magis, Anthropologie, Theologie, Unterscheidung der Geister, Vulgata-Übersetzung, Schöpfung, Christozentrik, Seelenheil, Willensfreiheit, Exerzitienpraxis, Gottes Ehre

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theologischen und anthropologischen Fundierung des Kapitels „Prinzip und Fundament“ aus den „Geistlichen Übungen“ des Ignatius von Loyola.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die ignatianische Indifferenz, das Verständnis von Schöpfung und Mensch, die Bedeutung des Begriffs „magis“ sowie die kritische Reflexion historischer Übersetzungsprobleme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das „Prinzip und Fundament“ als Grundlegung der Exerzitien zu verstehen ist und welche Bedeutung die korrekte Wiedergabe des „magis“ für eine authentische geistliche Praxis hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theologische Textanalyse, die den spanischen Originaltext („Autograph“) mit der „Vulgata-Übersetzung“ und verschiedenen wissenschaftlichen Kommentaren vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Sätze des „Prinzip und Fundament“ exegtisch, untersucht das Konzept der Indifferenz anhand von Jesu Vorbild und diskutiert die Folgen des fehlenden „magis“ für die ordensinterne Exerzitienpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Indifferenz, magis, ignatianische Spiritualität, christologische Implikationen und Unterscheidung der Geister geprägt.

Inwiefern hat die „Vulgata-Übersetzung“ die Exerzitien negativ beeinflusst?

Laut der in der Arbeit zitierten Kritik führte das Fehlen des „magis“ dazu, dass die ignatianische Unterscheidungsdynamik verloren ging und die Exerzitien in eine starre, moralisch-asketische Leistungsdisziplin abglitten.

Warum ist die Indifferenz kein „Dauer-Zustand“?

Indifferenz ist nach der Interpretation der Arbeit ein aktiver Prozess der ständigen Unterscheidung und Ausrichtung des eigenen Willens auf den Willen Gottes in jeder neuen Situation.

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Details

Title
Ignatianische Indifferenz im „magis“. Zur Theo-Anthropologie von Prinzip und Fundament (EB 23)
College
Graduate School of Philosophy and Theology St. Georgen in Frankfurt am Main
Course
Theologie und Spiritualität der Exerzitien
Grade
1,3
Author
Matthias Alexander Schmidt (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V309562
ISBN (eBook)
9783668082342
ISBN (Book)
9783668082359
Language
German
Tags
Exerzitien Ignatius Geistliche Übungen Christologie Prinzip und Fundament
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Alexander Schmidt (Author), 2010, Ignatianische Indifferenz im „magis“. Zur Theo-Anthropologie von Prinzip und Fundament (EB 23), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309562
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