Chinesische Unternehmen in Hamburg. Potenziale und Chancen für den Wirtschaftsstandort


Diplomarbeit, 2004

164 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Intention des Themas
1.2 Zielsetzungen und Leitfragen der Arbeit
1.3 Theoretische Grundlagen zur unternehmerischen Standortwahl
1.4 Gliederung der Arbeit

2 Empirische Arbeitsmethodik
2.1 Methoden der empirischen Sozialforschung
2.2 Auswahl der Methoden und ihre Begründung
2.3 Durchführung der Befragungen
2.3.1 Quantitative schriftliche Befragung
2.3.2 Der Fragebogen
2.3.3 Qualitative Expertengespräche

3 Theorien der unternehmerischen Standortwahl
3.1 Standorttheorien
3.1.1 Theoretische Grundlagen
3.1.2 Historisch-genetische Standorttheorien
3.1.3 Jüngere Standorttheorien
3.1.4 Standortfaktoren als Kriterien unternehmerischer Standortwahl
3.2 Clustertheorien
3.2.1 Industrielle Cluster nach PORTER
3.2.2 Theorie der regionalen Clusterbildung
3.3 Zusammenfassung

4 Wirtschaftsförderung in Zeiten des globalisierten Außenhandels
4.1 Internationalisierung und Globalisierung
4.1.1 Intensivierter Standortwettbewerb durch veränderte Rahmenbedingungen
4.2 Außenhandel
4.3 Wirtschaftsförderung
4.3.1 Kommunale Wirtschaftsförderung
4.3.2 Instrumente der Wirtschaftsförderung
4.4 Zusammenfassung

5 Der Wirtschaftraum Hamburg
5.1 Metropolregionen
5.1.1 Zentralität
5.1.2 Europäische Metropolregionen in Deutschland
5.1.3 Metropolregion Hamburg und Stadtstaat Hamburg
5.2 Das Senatskonzept ´Metropole Hamburg - Wachsende Stadt´
5.3 Bevölkerungsentwicklung
5.4 Hamburg als Wirtschaftsstandort
5.4.1 Landwirtschaft
5.4.2 Industrie
5.4.3 Dienstleistungen
5.5 Hamburger Wirtschaft in sektoren- und branchenübergreifender Sicht
5.5.1 Cluster LifeSciences
5.5.2 Cluster Nano- und optische Technologien
5.5.3 Cluster IT und Medien
5.5.4 Cluster Luftfahrtindustrie
5.5.5 Cluster Hafen und Logistik
5.5.6 Cluster China
5.6 Zusammenfassung

6 Hamburgs Wirtschaftsbeziehungen zur Volksrepublik China
6.1 Hamburg und China - Verbindungen mit langer Tradition
6.1.1 Hamburgs Partnerstadt Shanghai
6.1.2 China-Wochen
6.2 Der politische und wirtschaftliche Wandel in der Volksrepublik China
6.3 Deutschlands Wirtschaftsbeziehungen zur Volksrepublik China
6.4 Hamburgs Bedeutung im nationalen China-Handel
6.5 Zusammenfassung

7 Die chinesischen Unternehmen in Hamburg
7.1 Standortverteilung in Deutschland und in Europa
7.1.1 Deutschland- und Europazentrale
7.1.2 Erweiterungstendenzen
7.2 Schwerpunkte der Unternehmensaktivitäten
7.2.1 Schwerpunktländer innerhalb Europas
7.3 Allgemeine Unternehmenscharakteristika
7.3.1 Unternehmensursprung in der VR China
7.3.2 Branchenklassifizierung
7.3.3 Ansiedlungszahlen
7.3.4 Betriebsgröße
7.4 Standortfaktorenanalyse
7.4.1 ´Harte´ Standortfaktoren
7.4.2 ´Weiche unternehmensbezogene´ Standortfaktoren
7.4.3 ´Weiche personenbezogene´ Standortfaktoren
7.5 Chinesische Unternehmen in Hamburg: Cluster oder Agglomeration?
7.5.1 ´Agglomeration chinesischer Unternehmen´
7.5.2 ´Kontakt zu Unternehmen der gleichen Branche´
7.5.3 ´Nähe zu chinesischen Verbänden und Gesellschaften´
7.6 Zusammenfassung

8 Hamburgs Zukunft und Potenziale als Chinastandort
8.1 Handlungsempfehlungen für die Zukunft des Chinastandortes Hamburg
8.1.1 Aufbau einer Direktflugverbindung nach China
8.1.2 Angebotsvielfalt an chinesischen Dienstleistungen, Bildung und Kultur
8.1.3 Förderung der englischsprachigen Umwelt und des Informationsaustausches
8.1.4 Ausbau des Messestandorts Hamburg
8.1.5 Aufbau eines Zentrums für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
8.1.6 Weitere Anforderungen und Wünsche
8.2 Die HafenCity als Standort eines China-Zentrums
8.2.1 Bedarfsanalyse für ein China Center Europe in der HafenCity
8.2.2 Nutzung eines China Center Europe
8.2.3 Vor- und Nachteile eines Dienstleistungszentrums
8.3 Fazit

9 Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhänge

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kontinuum der harten und weichen Standortfaktoren; Eigene Darstellung, Aßmann 2003 nach GRABOW, HENCKEL u. GRÖNING, 1995, S. 65

Abbildung 2: PORTER´scher Diamant; Eigene Darstellung, Aßmann 2003 nach PORTER, 1993, S. 95 in BATHELT u. GLÜCKLER, 2002, S. 149

Abbildung 3: Leitbild ´Metropole Hamburg - Wachsende Stadt´; Eigener Entwurf, Aßmann 2003 nach FHH, 2002

Abbildung 4: Top 10 Handelspartner Hamburgs im Containerverkehr; Quelle: HAFEN HAMBURG MARKETING E. V., 2003b, Presseartikel

Abbildung 5: Containeranzahl der VR China in Bezug auf den Hamburger Hafen sowie dessen Containerisierungsgrad; Quelle: nach STATISTISCHES LANDESAMT HAMBURG, 2002, Sonstige Literatur; Schätzung 2003: Telefoninterview mit HAFEN HAMBURG MARKETING E. V

Abbildung 6: Idealtypisches Bild eines China-Clusters; Eigener Entwurf, Aßmann 2003

Abbildung 7: Einfuhr der Bundesrepublik Deutschland und der Anteil Hamburgs im Jahr 2001; Quelle: nach STATISTISCHES BUNDESAMT DEUTSCHLAND, 2003

Abbildung 8: Ausfuhr der Bundesrepublik Deutschland und der Anteil Hamburgs im Jahr 2001; Quelle: nach STATISTISCHES BUNDESAMT DEUTSCHLAND, 2003

Abbildung 9: Deutschlands Außenhandelssaldo im Jahr 2001; Quelle: nach STATISTISCHES BUNDESAMT DEUTSCHLAND, 2003

Abbildung 10: Einfuhr des Landes Hamburg im Jahr 2001; Quelle: nach STATISTISCHES LANDESAMT HAMBURG, 2002, Sonstige Literatur

Abbildung 11: Ausfuhr des Landes Hamburg im Jahr 2001; Quelle: nach STATISTISCHES LANDESAMT HAMBURG, 2002, Sonstige Literatur

Abbildung 12: Hamburgs Außenhandelssaldo im Jahr 2001; Quelle: nach STATISTISCHES LANDESAMT HAMBURG, 2002, Sonstige Literatur

Abbildung 13: Städte mit großer Anzahl chinesischer Unternehmen in Deutschland; Eigener Entwurf, Aßmann 2003 nach Telefoninterviews mit Wirtschaftsförderungsgesellschaften und IHK der einzelnen Städte, 2003

Abbildung 14: Schwerpunkt der Aktivitäten der chinesischen Unternehmen in Europa; Eigene Erhebung, Aßmann 2003

Abbildung 15: Branchenzugehörigkeit der chinesischen Unternehmen in Hamburg; Eigene Erhebung, Aßmann 2003

Abbildung 16: Ansiedlungszahlen und Neuansiedlungen chinesischer Unternehmen in Hamburg zwischen 1987 und 2003; Eigene Berechnung nach HWF, 2002, Sonstige Literatur; HWF, 2003, Presseartikel; WASSNIK, 2003, Presseartikel und Expertengespräch HWF, Anhang 3)

Abbildung 17: Benotung und Wichtigkeit der ´harten´ Standortfaktoren; Eigene Erhebung, Aßmann 2003

Abbildung 18: Benotung und Wichtigkeit der ´weichen unternehmensbezogenen´ Standortfaktoren; Eigene Erhebung, Aßmann 2003

Abbildung 19: Benotung und Wichtigkeit der ´weichen personenbezogenen´ Standortfaktoren; Eigene Erhebung, Aßmann 2003

Abbildung 20: Standortfaktorenanalyse; Eigener Entwurf, Aßmann 2003 in Anlehnung an GRABOW, HENCKEL u. GRÖNING (1995, S. 65)

Abbildung 21: Ableitung von Handlungsempfehlungen aus der Standortfaktorenanalyse; Eigene Erhebung, Aßmann, 2003

Abbildung 22: Möglicher Standort eines China-Zentrums am Magdeburger Hafen der HafenCity; Eigener Entwurf, Aßmann 2003 nach GHS GESELLSCHAFT FÜR HAFEN- UND STADTORTENTWICKLUNG, 2001, Sonstige Literatur (Kartengrundlage)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Top 10 Containerhäfen der Welt; Quelle: HAFEN HAMBURG MARKETING E. V., 2003, Internetquellen

Tabelle 2: Top 10 der Hamburger Stärken aus Sicht der chinesischen Unternehmen; Eigene Erhebung, Aßmann 2003

Tabelle 3: Top 10 der wichtigsten Standortfaktoren chinesischer Unternehmen in Hamburg; Eigene Erhebung, Aßmann 2003

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage und Intention des Themas

Den Anlass für das Thema der vorliegenden Arbeit mit dem Titel ´Chinesische Unternehmen in Hamburg - Potenziale und Chancen für den Wirtschaftsstandort´ gab ein Praktikum im Planungsstab der Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg. Innerhalb dieses Praktikums hat sich der Verfasser eingehend mit den Planungen des Hamburger Senats zum Thema ´Metropole Hamburg - Wachsende Stadt´ beschäftigt. Dabei handelt es sich um ein Maßnahmenkonzept zur „Entwicklung der Metropole Hamburg zu einer wachsenden und pulsierenden Stadt mit internationaler Ausstrahlung“ (FREIE UND HANSESTADT HAMBURG, 2002, S. 1).

Hamburg hat sich durch seine große kaufmännische Tradition, seinen internationalen Hafen und die damit verbundene Außenhandelsorientierung schon immer international verglichen. Im Zuge der Veränderung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen durch die Öffnung der europäischen Gren- zen und die kommenden Veränderungen durch die EU-Osterweiterung im Jahr 2004 befindet sich Hamburg in einem verstärkten nationalen und europäischen Standortwettbewerb. Der aktuelle Hamburger Senat ist im Oktober 2001 aus einer Koalition der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive (´Schill-Partei´) sowie der FDP hervorgegangen und hat mit Ole von Beust (CDU) einen Ersten Bürgermeister gewählt, der vor dem erwähnten Hintergrund die Möglichkeit für Verände- rungen nutzen will, um einen Wachstumsschub für die Hansestadt auszulösen.

Die Ausgangslage der Hamburger Regierung war folgende: Durch die deutsche Wiedervereinigung im Jahr 1990 und die EU-Osterweiterung im Jahr 2004 ist bzw. wird Hamburg bundesweit gesehen kleiner und verliert demnach an Bedeutung. Um auf diese Entwicklung angemessen zu reagieren, wurde vom Senat ein Konzept entwickelt, das es Hamburg ermöglichen soll, seine Stellung im nationalen und vor allen Dingen im europäischen Metropolenwettbewerb zu verbessern. Das Kon- zept ´Metropole Hamburg - Wachsende Stadt´ ist ein „Leitbild für eine offensive Positionierung der Kernstadt und der Metropolregion Hamburg im Kontext des wirtschaftlichen Wandels und der Neubewertung von Standorten im zusammenwachsenden Europa“ (OßENBRÜGGE, HEEG u. KLAG- GE, 2002, S. 12). Hamburgs Vorbilder sind die dynamisch wachsenden europäischen Metropolen Kopenhagen, Wien, Barcelona sowie die nordamerikanischen Städte Toronto und Seattle. Das Konzept soll die ´Stellschrauben´ benennen, mit denen sich vor allen Dingen ein wirtschaftliches Wachstum realisieren lässt. Dieses Wachstum dient allerdings nicht dem Selbstzweck und wird auch nicht um jeden Preis verfolgt. Es gilt, intelligent zu wachsen; „Smart Growth“ ist dabei das aus US-amerikanischen Planungsprozessen übernommene Stichwort (vgl. FHH, 2002, S. 1). Es bezeichnet die Abkehr vom Wachstum ohne Kompromisse hin zum ´cleveren´, koordinierten Wachstum. Die verwendeten Ressourcen sollen dabei nachhaltig und kosteneffizient eingesetzt werden. Für das Wirtschaftswachstum werden sechs Schwerpunktbereiche der Hamburger Wirt- schaft dargestellt, von denen einer den Chinastandort Hamburg thematisiert (vgl. Kapitel 5). Der Fokus auf das Thema China resultiert in Hamburg zum einen aus einer bundesweit einzigartigen Agglomeration von momentan rund 300 chinesischen Firmen1und zum anderen aus Institutionen und Wissenschaftseinrichtungen, die sich mit China in Hamburg beschäftigen und sowohl ansiedlungswilligen chinesischen Unternehmen als auch Hamburger Unternehmen mit Aktivitäten im China-Geschäft zur Seite stehen.

1.2 Zielsetzungen und Leitfragen der Arbeit

Chinesische Unternehmen, die gerade seit der wirtschaftlichen Öffnung der Volksrepublik China einen Europastandort errichten wollen, haben eigene Standortanforderungen. Mit Hilfe der Analyse solcher Standortanforderungen und der anschließenden Ableitung von Handlungsempfehlungen ist das Ziel der Arbeit die Bindung dieser Unternehmen an die Hansestadt als ein Bestandteil eines europäischen China-Kompetenzzentrums. Neben dieser allgemeinen Zielsetzung gibt es eine Reihe von Leitfragen, die in diesem Zusammenhang beantwortet werden sollen:

- Welche Anforderungen haben chinesische Unternehmen an den Standort Hamburg?
- Weshalb sind die chinesischen Unternehmen in Hamburg in solch einer auffällig großen An-
zahl angesiedelt?
- Wie kann Hamburg von der wirtschaftlichen Öffnung der VR China profitieren?
- Welche Angebote von Hamburger Seite führen zu einer Attraktivitätssteigerung für chinesische
Unternehmen?
- Wie können der Senat und die Hamburger Institutionen ihre China-Aktivitäten verbessern und
somit Hamburgs China-Kompetenz stärken?

Der Schwerpunkt der Analyse soll auf Hamburg als einem von zwei ´Brückenköpfen´ liegen. Der Brückenkopf auf chinesischer Seite bei den ansiedlungswilligen Unternehmen der Volksrepublik, der ebenfalls von großer Bedeutung ist, wird innerhalb dieser Arbeit nur ansatzweise und in Ausschnitten betrachtet. Deshalb ist der Untersuchungsraum der Stadtstaat Hamburg, welcher besonders aus wirtschaftsgeographischer Sicht betrachtet wird. An thematisch passender Stelle wird ein kurzer nationaler Vergleich gezogen, eine europäische Einordnung der entsprechenden Chinastandorte ist nicht das Ziel dieser Arbeit.

1.3 Theoretische Grundlagen zur unternehmerischen Standortwahl

Für die wirtschaftsgeographische Einordnung dieses Themas werden einige Definitionen vorausge- stellt: „Wirtschaft umfasst alle Institutionen und Aktivitäten zur planvollen, sparsamen und dauern- den Deckung des menschlichen Bedarfs anGütern“ (WAGNER, 1994, S. 63/64, Hervorhebung im Original). Die eigentliche Analyse solcher wirtschaftlicher Aktivitäten wird durch die Wirt- schaftswissenschaften vollzogen, welche sich mit den ökonomischen Systemen befassen, woge- gen die Wirtschaftsgeographie die räumliche Dimension thematisiert (vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 17). Daher wird Wirtschaftsgeographie als die „Wissenschaft von der räumlichen Ordnung und der räumlichen Organisation der Wirtschaft“ definiert (ebd., S. 18, Hervorhebung im Original). Weitere Teilbereiche der Wirtschaftsgeographie, die wiederum ein Teil der Anthropogeographie (1882 nach F. RATZEL begründet, vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 12) und damit der Geographie ist, sind die Agrargeographie, die Industriegeographie sowie die Geographie des tertiären Sektors (vgl. LIE- NAU, 1997, S. 16).

Der Fokus auf eine „wirtschaftliche Geographie“ (1882 durch W. GÖTZ vertreten, vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 12), die sich auf Basis der natürlichen Grundlagen der Erde mit der „Verbreitung wirt- schaftlicher Erscheinungen“ beschäftigte, erfolgte mit der Ausdehnung des Welthandels. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde ein Transformationsprozess von einer „agro- kommerziellen“ zu einer „städtisch-industriellen“ Welt vollzogen (1861-1874 nach K. ANDREE, vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 12), sodass es im Zuge dessen innerhalb der Geographie auch zu einer Spe- zialisierung in Richtung der Wirtschaftgeographie kam (vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 11/12). Die Veror- tung dieser wirtschaftlichen Erscheinungen kann entweder auf eine Region oder einen Standort bezogen werden. Im Gegensatz zur flächenhaften Region sind Standorte punktuell ausgeprägt, sie lassen sich aber auf „verschiedene räumliche Maßstabsebenen“ von der lokalen über die regiona- le und nationale bis zur globalen Ebene beziehen (BATHELT u. GLÜCKLER, 2002, S. 47, Hervorhe- bung im Original).

Bestandteil dieser Arbeit sind Standortentscheidungen von Unternehmen. Diese ökonomische Standortbestimmung lässt sich innerhalb der Wirtschaftsgeographie den Raumwirtschaftstheorien zuordnen, die nach SCHÄTZL neben den Standorttheorien auch die räumlichen Mobilitätstheorien sowie regionale Wachstums- und Entwicklungstheorien beinhalten. Die für diese Arbeit relevanten Standorttheorien versuchen die Erklärung der optimalen räumlichen Verteilung der Wirtschaft zu liefern, indem sie sich mit einzelwirtschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Lokalisationsproble- men befassen, welche in die ´Theorien der unternehmerischen Standortwahl´ (einzelwirtschaftlich) und die ´Standortstrukturtheorien´ (gesamtwirtschaftlich) gegliedert werden können (vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 22 und 27). Bei den Standortentscheidungen ist die zentrale Frage: „Aufgrund welcher Überlegungen haben sich Unternehmer für ihren jetzigen Produktionsstandort entschieden“(SCHICKHOFF, 1988, S. 141)? Die weitere Darstellung der Theorien unternehmerischer Standortwahl folgt in Kapitel 3.

Die Standortwahl eines Unternehmens erfolgt prinzipiell unabhängig von der Nationalität des Un- ternehmens. Wenn es sich aber um ausländische Unternehmen handelt, die in einem anderen als in ihrem Heimatland investieren, spielen anfangs Internationalisierungs- und Globalisierungsprozesse eine entscheidende Rolle. Die hierfür notwendigen weltwirtschaftlichen Prozesse in Bezug auf den bilateralen und internationalen Außenhandel in Zeiten zunehmender Globalisierung werden in Ka- pitel 4 erklärt.

1.4 Gliederung der Arbeit

Die insgesamt acht Kapitel dieser Arbeit sind folgendermaßen strukturiert: Nachdem in diesem Kapitel der Anlass, die Zielsetzungen und Leitfragen der Arbeit sowie die Einleitung in die zugrunde liegenden Theorien mitsamt der hier beschriebenen Gliederung der Arbeit aufgezeigt wurden, befasst sich das zweite Kapitel mit der Darstellung der empirischen Arbeitsmethodik. Kapitel 3 liefert die theoretischen Grundlagen der unternehmerischen Standortwahl, zu denen ne- ben der Definition von Standortfaktoren eine Abhandlung der historisch-genetischen sowie der jüngeren Standorttheorien bis hin zu den Clustertheorien gehören. Die theoretischen Grundlagen in Bezug auf Internationalisierung, Globalisierung und den Außenhandel werden im vierten Kapitel thematisiert. Außerdem wird der Wirtschaftsförderung ein Schwerpunkt eingeräumt, welche durch ihre Instrumente und Ziele einen maßgeblichen Anteil an der Ansiedlung von Unternehmen in ihrer Region haben kann.

Der Wirtschaftsraum Hamburg wird als Untersuchungsraum dieser Arbeit im Kapitel 5 behandelt. Dazu gehört nach einer Einordnung in das Europäische Metropolensystem die Vorstellung der Met- ropolregion Hamburg sowie des Stadtstaates Hamburg. Im zweiten Teil des Kapitels wird der Wirt- schaftsraum Hamburg in sektoren- und branchenübergreifender Sicht mit seinen einzelnen Clustern dargestellt.

Kapitel 6 stellt zu Beginn die traditionellen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehun- gen zwischen Hamburg und China vor. Anschließend wird kurz auf den wirtschaftlichen und politi- schen Wandel in der VR China eingegangen, sodass man vor diesem Hintergrund im weiteren Ver- lauf die Bedeutung Chinas in Bezug auf den nationalen Außenhandel und den Hamburger Außen- handel einordnen kann.

Nach den theoretischen und methodischen Grundlagen sowie der Darstellung des Wirtschaftsraums Hamburg in den vorangegangenen Kapiteln thematisiert Kapitel 7 als Empirie die Zusammenset- zung sowie die standortrelevanten Kriterien der chinesischen Unternehmen anhand der schriftli- chen Befragungsergebnisse. Nach einigen grundlegenden Unternehmenscharakteristika folgen eine detaillierte Standortfaktorenanalyse aus Sicht der chinesischen Unternehmen sowie die Darlegung der Gründe für eine Agglomeration dieser Unternehmen in der Hansestadt.

Im achten und letzten Kapitel werden Handlungsempfehlungen an die Stadt Hamburg formuliert, welche aus den Anforderungen und Wünschen der Unternehmen abgeleitet werden. Außerdem wird die Frage eines chinesischen Dienstleistungs- und Kulturzentrums in Hamburg aufgegriffen, welches in Zukunft ein wichtiger Bestandteil von Hamburgs China-Profil sein könnte. Im Fazit dieser Arbeit werden schließlich die anfangs gestellten Ziele und Leitfragen aufgegriffen und ab- schließend beantwortet.

2 Empirische Arbeitsmethodik

2.1 Methoden der empirischen Sozialforschung

Unter Empirischer Sozialforschung versteht ATTESLANDER die „systematische Erfassung und Deutung sozialer Tatbestände“ (ATTESLANDER, 2000, S. 3). „Empirisch“ bedeutet in dem Zusam- menhang „erfahrungsgemäß“, „systematisch“ heißt, „daß die Erfahrung der Umwelt nach Regeln zu geschehen hat“, die nachvollziehbar sind und ein „sozialer Tatbestand“ ist z. B. „beobachtbares menschliches Verhalten“ (ebd., S. 3/4). Da es laut ATTESLANDER unmöglich ist, die „soziale Wirk- lichkeit insgesamt sinnesmäßig wahrzunehmen“, ist das Ziel einer empirischen Untersuchung das „Schöpfen neuer Erkenntnis“ (ebd., S. 4). Die anzuwendenden Methoden der empirischen Sozial- forschung, die die Werkzeuge auf dem Weg zu dieser „neuen Erkenntnis“ sein sollen, sind die Er- fassungsinstrumente Befragung, Beobachtung und Inhaltsanalyse, auf die in Kapitel 2.2 eingegan- gen wird (vgl. ebd., S. 5).

Die empirische Sozialforschung lässt sich in zwei Forschungsarten unterteilen: die quantitativen und die qualitativen Methoden. In der quantitativen Forschung wird die Erfahrungsrealität nume- risch, in der qualitativen verbal beschrieben (vgl. BORTZ u. DÖRING, 2002, S. 295). Das führt dazu, dass sich quantitative Methoden durch ihren hohen Grad der Standardisierung, bspw. bei einer schriftlichen Befragung, besser auswerten und vergleichen lassen als die qualitativen, die meist aus Interviewtexten oder Beobachtungsprotokollen mit ihren subjektiven Meinungen bestehen (vgl. ebd., S. 296).

2.2 Auswahl der Methoden und ihre Begründung

Die Agglomeration chinesischer Unternehmen in Hamburg ist nach Kenntnisstand des Autors bislang in keiner wissenschaftlichen Arbeit erfasst und kategorisiert worden. Zur Analyse der Chancen und Potenziale, die aus der Ansiedlung der chinesischen Unternehmen resultieren, wurde eine empirische Erhebung als Grundlage dieser Diplomarbeit durchgeführt.

Für die Erhebung sozialer Daten innerhalb der empirischen Sozialforschung existieren mehrere Instrumente. Neben der aus dem Alltagsleben vertrauten Beobachtung gibt es das Instrument der Inhaltsanalyse, bei der nach vorgegebenen Kriterien ein bestimmter „Bedeutungsträger in Elemente zerlegt“ (vgl. STIER, 1999, S. 161/162) wird und schließlich die Befragung, das wohl am häufigsten eingesetzte Datenerhebungsinstrument, welches entweder standardisiert, teil-standardisiert oder nicht-standardisiert durchgeführt (vgl. ebd., S. 171) und in mündlicher (persönliches Interview oder Telefoninterview) oder schriftlicher Form eingesetzt werden kann (vgl. WESSEL, 1996, S. 103). Nach ATTESLANDER ist die Befragung eine Kommunikation zwischen mindestens zwei Akteuren (vgl. ATTESLANDER, 2000, S. 132).

Für die vorliegende Arbeit erwies sich das Instrument der Befragung am sinnvollsten, weil zum einen eine große Zahl von Unternehmen nach ihren Einschätzungen und Wertungen und zum ande- ren Experten nach ihren Strategien und Ansichten zum Thema gefragt werden sollten. Die schriftli- che Art der Befragung ermöglicht durch ihre voll-standardisierte Form, Aussagen der verschiede- nen Unternehmen miteinander zu vergleichen und nach Korrelationen zu suchen. Das Erhebungsin- strument ist in diesem Fall der Fragebogen, der sowohl die Fragenreihenfolge als auch die Formu- lierung der Fragen genau und für alle Befragten gleichermaßen festlegt (vgl. WESSEL, 1996, S. 103/104). Für die ´Face-to-face´-Interviews mit Hamburger China-Experten wurde das Instru- ment der Leitfadengespräche, die auch als „Leitfragen-Befragung“, „offenes Interview“ oder „Ex- pertengespräch“ bezeichnet werden, ausgewählt, weil es diese erlauben, sowohl nach einem struk- turierten Fragenkatalog vorzugehen als auch entsprechend der Gesprächssituation auf unerwartete Antworten des Befragten spontan zu reagieren (vgl. STIER, 1999, S. 188 und ATTESLANDER, 2000, S. 175). Ziel eines Experteninterviews ist das Interesse „Strukturen und Strukturzusammenhänge des ExpertInnenwissens/handelns zu analysieren“ (MEUSER u. NAGEL, 1991, S. 447).

2.3 Durchführung der Befragungen

2.3.1 Quantitative schriftliche Befragung

Die Grundgesamtheit der Unternehmen, die in der quantitativen schriftlichen Befragung untersucht wurden, setzte sich aus den Statistiken und Adressdateien der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH und der Handelskammer Hamburg zusammen und ergab eine Grundge- samtheit von 203 Unternehmen. Diese belastbare Zahl resultierte aus telefonischer Kontrolle der Adressdatei, die ursprünglich etwa 270 Adressen beinhaltete. Es ist aber davon auszugehen, dass es noch einige chinesische Unternehmen in Hamburg gibt, deren aktuelle Adressen weder der HWF noch der Handelskammer Hamburg zur Verfügung stehen, weil sie nicht zentral erfasst werden können. Offiziell sind heute 300 chinesische Unternehmen in Hamburg angesiedelt. Die Zahlen aus verschiedenen Pressemeldungen für das Jahr 2003 schwanken aber zwischen 240 und 300 Unter- nehmen (vgl. SIEVERLING, 2003, Presseartikel; NDR ONLINE, 2002, Internetquellen und HAMBUR- GER ABENDBLATT, 2003a, Presseartikel).

Der Untersuchungsraum der schriftlichen Befragung war das Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg; sämtliche Adressaten der Unternehmensbefragung stammten aus diesem Gebiet. Dabei war folgende Voraussetzung zu berücksichtigen: ´Chinesisches Unternehmen´ bedeutet, dass das Unternehmen entweder seinen Hauptsitz in der VR China und eine Niederlassung in Hamburg hat oder der Geschäftsführer des Unternehmens seinen Hauptsitz in Hamburg hat und gleichzeitig Chi- nese aus der VR China ist.

Die schriftliche Befragung bestand aus einem standardisierten Fragebogen, der an die in Hamburg ansässigen chinesischen Unternehmen versendet wurde und vor Beginn dieses Versandes durch mehrere Pretests mit Experten und unabhängigen Personen geprüft wurde, um mögliche Konzeptionsfehler auszuschließen (vgl. WESSEL, 1996, S. 115). Nach Abstimmung der Befragungsinhalte sowie des Fragebogenaufbaus mit dem Betreuer der Arbeit, Prof. Dr. H. Heineberg, Arbeitsgebiet Stadt- und Regionalentwicklung am Institut für Geographie der Westfälischen WilhelmsUniversität in Münster, wurde die Befragung nach Rücksprache mit Experten der HWF und der Handelskammer Hamburg eigenständig erarbeitet und entwickelt. Diese Hamburger Institutionen wurden an der Befragung beteiligt, weil sie zum einen durch ihre Beratung und Serviceangebote in engem Kontakt zu den chinesischen Unternehmen in Hamburg stehen und zum anderen sicherlich die Akzeptanz der Befragung und damit den Rücklauf erhöht haben.

Die Befragungsmaterialien bestanden aus einem zweisprachigen und neunseitigen Fragebogen mit zusätzlichem Anschreiben, welches auf Deutsch abgefasst und von einer Mitarbeiterin der HWF in chinesischer Sprache übersetzt wurde (vgl. Anschreiben und Fragebogen, Anhang 1 und 2). Das Anschreiben enthielt die Darlegung der Gründe, das Ziel der Befragung sowie den Hinweis auf anonyme Behandlung der gesammelten Daten und deren statistische Auswertung. Um bei Nachfragen von Seiten der Adressaten Kontakt aufnehmen zu können, wurden die Kontaktdaten des Verfassers sowie jeweils eines Mitarbeiters der HWF und der Handelskammer Hamburg angegeben, die es ermöglichten, eventuelle Sachfragen persönlich zu klären.

Der Fragebogen ist am 03.01.2003 an 203 chinesische Firmen innerhalb der Grenzen des Stadtstaates Hamburg postalisch versendet worden. Mit Hilfe der Adressdatei wurde versucht, die Befragung möglichst direkt an den Geschäftsführer oder ein leitendes Mitglied des jeweiligen Unternehmens zu versenden, um die nötige Beachtung der Befragung zu gewährleisten. Zur Kontrolle des Rücklaufs wurden die Fragebögen mit einer Identifikationsnummer versehen. Diese erlaubte es, die Unternehmen auf die Beantwortung der Befragung hinzuweisen, die diese nach dem Ablauf einer dreiwöchigen Rücklaufzeit nicht ausgefüllt hatten. Nach weiteren drei Wochen Rücklaufzeit wurde die Befragung schließlich am 14.02.2003 beendet.

Bis zum letzten Rücklauftermin sind insgesamt 61 Fragebögen eingetroffen, die einen Anteil von 30,1 % an der Grundgesamtheit von 203 darstellen. Diese Grundgesamtheit besteht aus allen aktu- ellen Adressen, die über die HWF und die Handelskammer Hamburg erhältlich waren und stellt somit die größtmögliche Grundgesamtheit aller chinesischen Unternehmen in Hamburg dar. Fälschlich zugestellte und fehlerhaft beantwortete Fragebögen wurden nicht in die Auswertung einbezogen. Nach DIEKMANN kann der Rücklauf einer Befragung je nach Zielgruppe bei etwa 5 % liegen. Befragungen, die eine Quote von mehr als 20 % aufweisen, können als Erfolg gewertet werden (vgl. DIEKMANN, 1996, S. 441). Da die verwendete Grundgesamtheit relativ dicht am reel- len Bestand der chinesischen Unternehmen in Hamburg lag und eine Rücklaufquote von 30,1 % vorliegt, kann die Befragung als durchaus aussagekräftig eingestuft werden. Allerdings können systematische Fehler, die das Ergebnis verzerren könnten, nicht ausgeschlossen werden (vgl. KRUG, NORNEY u. SCHMIDT, 1994, S. 189).

2.3.2 Der Fragebogen

Der Fragebogen, der als Instrument der quantitativen schriftlichen Befragung eingesetzt wurde, gliederte sich in die drei nachfolgend genannten Hauptpunkte (vgl. Fragebogen, Anhang 2): Fra- genblock A enthielt ´FRAGEN ZUM UNTERNEHMEN´, Fragenblock B beinhaltete ´FRAGEN ZUM STANDORT HAMBURG´ und Fragenblock C beschäftigte sich mit einem ´AUSBLICK´. Einleitend wurden in Teil A einige „Eigenschaftsfragen“ gestellt, die sich auf Tatbestände im Un- ternehmen beziehen (z. B. Ansiedlungsjahr, Branchenspezifizierung) (vgl. STIER, 1999, S. 172). Diese Art der Fragen ist sowohl als ´Eisbrecherfrage´, also als einleitende und leicht zu beantwor- tende Frage, als auch als Möglichkeit für Korrelationen bei der späteren Auswertung geeignet. Fragenblock B beinhaltete u. a. eine Standortfaktorenanalyse, deren Aufbau eine doppelte Ein- schätzung eines Standortfaktors sowohl nach seiner Benotung (von ´Sehr Gut´ bis ´Mangelhaft´) als auch seiner Wichtigkeit (wichtig oder unwichtig) vorsah. Auf diese Weise bestand in der Aus- wertung die Möglichkeit, die Ergebnisse nach indirekten Handlungsanforderungen durch die Un- ternehmen auszuarbeiten (vgl. Kapitel 8.1). Für die Standortfaktorenanalyse wurden Faktoren ausgewählt, von denen einige direkt auf die chinesischen Unternehmen abgestimmt waren (Bsp.: ´Flugverbindungen nach China´), wogegen andere sich auf generelle Unternehmensansprüche be- zogen haben (Bsp.: ´Flächenverfügbarkeit für Unternehmen´). Durch einige offene Fragen in Teil C sollten von Seiten des Fragenden nicht berücksichtigte Kritik, Wünsche und Anforderungen durch die Unternehmer angeregt werden.

Bis auf diese erwähnten Ausnahmen der offenen Fragen wurden jedoch geschlossene Fragen gestellt, um sowohl die Beantwortung für den Befragten als auch die statistische Auswertung der Antworten zu vereinfachen. Die geschlossenen Fragen setzen sich aus „Ja-Nein-Fragen“, „Einstellungs- und Meinungsfragen“, „Verhaltensfragen“, „multiple-choice-Fragen“ sowie Fragen mit Rating-Skala zusammen (vgl. ebd., S. 172ff.). Als „weichere Form“ der geschlossenen Frage wurden die sog. „Hybridfragen“ verwendet, bei denen „eine zusätzliche Kategorie eingeführt wird, die üblicherweise mit ´Sonstige (Sonstiges) … und zwar´ charakterisiert wird“ (ebd., S. 176). Das Beantworten des Fragebogens nahm etwa 20 Minuten in Anspruch.

Die Auswertung der Befragung erfolgt in der Empirie in Kapitel 7 und ist losgelöst von der Reihen- folge des Fragebogens. An Stellen, an denen es thematisch sinnvoll ist, werden die Abschnitte der Befragung eingebaut, die die vorliegende Fragestellung ergänzen. Für die Auswertung wurde das Statistikprogramm SPSS 11.0 (Statistical Program for Social Sciences) sowie das Tabellenkalkula- tionsprogramm Excel in der Version XP eingesetzt, mit deren Hilfe die quantitativen Antworten statistisch ausgewertet und die qualitativen Antworten kategorisiert wurden. Für die graphische Darstellung der Ergebnisse wurden die Programme Harvard Graphics in der Version 98, Adobe Photoshop 6.0 sowie Macromedia Freehand 7.0 eingesetzt.

2.3.3 Qualitative Expertengespräche

Zur Unterstützung der quantitativen Befragung wurden qualitative Expertengespräche mit den Be- hörden und Institutionen durchgeführt, die sich in Hamburg intensiv mit den chinesischen Unter- nehmen befassen. Im Gegensatz zur schriftlichen und damit standardisierten Befragung wurden die Interviews offen und halbstandardisiert durchgeführt. Die Gespräche wurden nach der Teilauswer- tung der schriftlichen Befragung zwischen Juni und August 2003 angesetzt, um den Interviewpart- nern die Ergebnisse der quantitativen Befragung vorzustellen und sie anschließend nach ihrer Ein- schätzung zu befragen.

Die Auswahl der Gesprächspartner für die Interviews erfolgte nach folgenden Grundsätzen:
- Kompetenz der Institution in Bezug auf den Chinastandort Hamburg
- Kontakt mit chinesischen Unternehmen
- Kompetenz in Bezug auf die wirtschaftliche Situation in der VR China

Die Dauer der nach den Grundlagen der qualitativen Sozialforschung aufgebauten Interviews (vgl. STIER, 1999, S. 188ff. und WESSEL, 1996, S. 132ff.) betrug zwischen 45 und 80 Minuten. Die Ge- spräche wurden anhand eines Interviewleitfadens strukturiert. Laut WESSEL versteht sich der Leit- faden als ein „grober Orientierungsrahmen für den Interviewverlauf, von dem jeder Zeit abgewi- chen werden kann, wenn die Gesprächssituation es erfordert“ (WESSEL, 1996, S. 132). Der zu Grunde gelegte Leitfaden und Fragenkatalog sollte aber eine „rudimentäre Vergleichbarkeit der Interviewergebnisse“ gewährleisten (SCHNELL, HILL u. ESSER, 1992, S. 391; zitiert nach STIER, 1999, S. 188). Die Befragten sollten auf diese Weise auf bestimmte Fragestellungen gelenkt wer- den, trotzdem aber noch offen und ohne Antwortvorgaben reagieren können. Genauso ermöglichte es diese Art des Interviews dem Fragenden spontan auf Antworten des Befragten einzugehen.

Durch die acht Expertengespräche mit insgesamt 13 Gesprächspartnern, die nach Einverständnis der Interviewpartner aufgezeichnet wurden, gelang es, viele zusätzliche Hintergrundinformationen und Meinungen zu gewinnen, die an geeigneter Stelle im Text platziert wurden. Die Transkriptionen und die Auswertung der Gespräche erfolgten zielgeleitet. Die einzelnen Gesprächspartner sowie der Interviewleitfaden sind im Anhang 4 aufgelistet.

3 Theorien der unternehmerischen Standortwahl

Innerhalb dieses Kapitels sollen theoretische Grundlagen als Ausgangspunkt für diese Arbeit geschaffen werden. Nach einem Überblick über die historisch-genetischen sowie die jüngeren Standorttheorien und der Darstellung der Kriterien unternehmerischer Standortwahl werden beispielhaft Clustertheorien aufgezeigt, die eine Agglomeration von Unternehmen erklären sollen.

3.1 Standorttheorien

3.1.1 Theoretische Grundlagen

Innerhalb der Einleitung wurde in Abschnitt 1.3 bereits erläutert, dass die folgenden Theorien un- ternehmerischer Standortwahl in die Raumwirtschaftstheorien einzuordnen sind. Für SCHÄTZL und KULKE ist der wichtigste Ansatz der ´Theorien der unternehmerischen Standortwahl´ die Frage nach dem optimalen Standort für einen zusätzlichen Einzelbetrieb der Landwirtschaft, der Industrie oder des Dienstleistungsgewerbes (vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 22 und KULKE, 1998, S. 88). HOLZ definiert als Grundlage den Begriff Standort auf folgende Weise: „Der Standort ist die kausale Bin- dung bestimmter Aktivitäten mit den dazugehörigen Arbeitsplätzen an einen gewissen lokalen Raum“ (HOLZ, 1994, S. 30). Es wird davon ausgegangen, dass der Standort eines Unternehmens mit dem Ziel der Gewinnmaximierung bzw. nach „Kriterien der ökonomischen Optimierung“ aus- gewählt wird (WAGNER, 1994, S. 64).

Demgegenüber untersuchen ´Standortstrukturtheorien´ die optimale Verteilung der Standorte innerhalb eines Raumsystems, die Verteilung der Arbeitsplätze sowie die Beziehungen zwischen den Räumen (vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 22 u. KULKE, 1998, S. 88). Als Beispiele für Standortstruk- turtheorien gelten Theorien des primären, sekundären und des tertiären Sektors von VON THÜNEN, WEBER und CHRISTALLER (vgl. SCHÄTZL, 1998). KULKE kritisiert an den Standorttheorien aller- dings den mangelnden Realitätsbezug, denn Standorttheorien „haben vor allem heuristische Bedeu- tung, d. h. sie simulieren Entscheidungssituationen und beschreiben idealtypische Entscheidungen“ (KULKE, 1998, S. 89).

3.1.2 Historisch-genetische Standorttheorien

Da die schriftlich befragten chinesischen Unternehmen sektoren- und branchenunabhängig ausge- wählt wurden, und sich somit potenziell auf die drei Wirtschaftssektoren Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen verteilen können, wurden Standorttheorien aus allen drei Sektoren zu Grunde gelegt.

Der deutsche Wirtschaftswissenschaftler WEBER veröffentlichte 1909 mit seinem Werk „Über den Standort der Industrie“ die erste klassische Industriestandortlehre, die von einer einzelwirtschaft- lichen Betrachtung ausgeht. In seiner Theorie behandelte er „ein Modell zur Erklärung der Raum- wirksamkeit ökonomischer Gesetzmäßigkeiten bei unternehmerischer Standortwahl“ (WAGNER, 1994, S. 69). WEBER setzte damit „eine lange Tradition der Beschäftigung mit Standortfragen in Deutschland fort“ (DICKEN, 1999, S. 74). VON THÜNEN hatte diese 1826 mit seinem Werk „Der isolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie“ für den primären Sektor, also die Betrachtung landwirtschaftlicher Standorte aus gesamtwirtschaftlicher Ansicht begonnen. In seinem Standortstrukturmodell begründete VON THÜNEN mit der ´Lagerente´ die räumliche Dif- ferenzierung von Art und Intensität der Bodennutzung.

WEBERS Untersuchungen beruhten auf der alleinigen Relevanz der drei Standortfaktoren Transportkosten, Arbeitskosten und Agglomerationsvorteile. Und genau diese restriktiven Annahmen sind auch der Ausgangspunkt für die Kritik von SCHÄTZL und WAGNER. Entscheidend für die heutige industrielle Standortwahl sei der Saldo aller Kosten, nicht nur derjenige, der für Transport und Arbeitskräfte anfalle. Weitere von WEBER vernachlässigte Determinanten der industriellen Standortwahl waren z. B. Marktordnungen, Preispolitik, Subventionen oder auch neue Energieträger (vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 43 und WAGNER, 1994, S. 70).

WEBERS Transportkostenminimalpunkt war produktionsbedingt auf den sekundären Sektor ausge- richtet und berücksichtigte z. B. die Absatz- und Nachfragemärkte nur indirekt. Für die durch zu- nehmende Internationalisierung der Absatzmärkte und Technisierung der Produktion gekennzeich- nete heutige Wirtschaft erweist sich der Ansatz nur noch wenig praktikabel (vgl. HOLZ, 1994, S. 32). Trotz der berechtigten Kritik hat WEBER mit der Industriestandorttheorie einen bedeutenden Grundstein der Standorttheorie gesetzt. Deshalb ist seine Theorie in Teilen auch heute noch geeig- net, um die Standortwahl von material- oder transportkostenorientierten Industrieunternehmen zu erklären.

Auf die Theorie der Zentralen Orte von CHRISTALLER aus dem Jahr 1933 und damit auf eine Theorie des tertiären Sektors wird innerhalb von Kapitel 5.1.1 kurz Bezug genommen. Außerdem sei noch erwähnt, dass LÖSCH 1940 in seinem Werk „Die räumliche Ordnung der Wirtschaft“ die früheren Standortstrukturtheorien (Parallelen sind vor allen Dingen zu CHRISTALLERs Theorie der Zentralen Orte festzustellen) zusammenfasste und damit ein „umfassendes Modell der Interdepen- denzen und Regelmäßigkeiten des Wirtschaftens im Raum“ schuf (WAGNER, 1994, S. 73 und SCHÄTZL, 1998, S. 81ff.). 1962 hat dann VON BÖVENTER die bis dato bestehenden Standortstruk- turtheorien VON THÜNENs, WEBERs, CHRISTALLERs und LÖSCHs unter Einbeziehung einer Zeit- achse, die das regionale Wirtschaftswachstum beschreibt, integriert. Er hat damit ein Strukturmo- dell geschaffen, welches z. B. den Übergang von einer Agrar- zu einer Industriegesellschaft mit der gleichzeitigen Abnahme der Bedeutung von Faktoren wie Bodenleistung und Transportkosten hin zur Bedeutungszunahme der Agglomerationsvorteile beschreibt (vgl. SCHÄTZL, 1998, S. 88ff. und WAGNER, 1994, S. 74/75).

3.1.3 Jüngere Standorttheorien

Die jüngeren Standorttheorien waren ein Resultat für den Wechsel von den Standorttheorien des primären Sektors von VON THÜNEN über die industriellen Standortlehren des sekundären Sektors von WEBER zu den Standorttheorien des tertiären Sektors bei CHRISTALLER bis hin zum quartären Sektor bei GOTTMANN, dessen Studie nachfolgend beschrieben wird. Diese Änderungen resultier- ten aus dem Wirtschaftsstrukturwandel, der sich nach der Dominanz der Landwirtschaft bis ins 19. Jahrhundert über die Industrialisierungsprozesse ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zu den tertiären Wirtschaftsstrukturen seit dem Ende des zweiten Weltkriegs und den quartären Strukturen seit Beginn der 1980er Jahre durchgesetzt hat. Mit dieser Abkehr von den traditionellen Standorttheorien war auch die Neuausrichtung auf andere Branchen und Wirtschaftszweige mit einem geänderten Standortfaktorenkatalog und somit der Fokus auf die jüngeren Standorttheorien verbunden. Anhand einiger ausgewählter Beispiele sollen die Veränderungen im Folgenden darge- stellt werden.

GOTTMANN hat 1961 am Beispiel der nordostamerikanischen Megalopolis eine Aufteilung des tertiären Sektors in den tertiären und quartären Sektor durchgeführt. Seine „quarternary occupa- tions“ beschrieb er als „those supplying services that require research, analysis, judgment - in brief brainwork and responsibility“ (GOTTMANN, 1961, S. 580; zitiert nach HEINEBERG, 2001, S. 167). Als Dienstleistungen des quartären Sektors, für die eine höhere Schul- bzw. Ausbildung erforder- lich ist, gehören neben Tätigkeiten in Regierung und Verwaltung auch personenbezogene private Dienstleistungen wie z. B. Ärzte oder Wirtschaftsprüfer oder auch Transaktionsdienstleistungen wie man sie bei Banken, Börsen und Versicherungen bekommt (vgl. HEINEBERG, 2001, S. 168).

Mit einer Standortbestimmungslehre fasste BEHRENS 1961 neue Standortfaktoren wie den Ab- satz- und Beschaffungsmarkt und Agglomerationsvorteile anstelle von reiner Transportkostenfixie- rung (wie bei WEBER) als entscheidende Kriterien bei der Ansiedlung eines Unternehmens auf. Auf diesem Wege ordnete er die Wertigkeit der Standortfaktoren neu. „Da bei der Standortwahl von Handelsbetrieben der Absatz von zentraler Relevanz ist (eindeutige Absatzorientierung), verändert er gegenüber der allgemeinen Standortbestimmungslehre die Reihenfolge der Standortbedingun- gen“ (DE LANGE, 1989, S. 39). Der zentrale Standortfaktor, der eine Standortbestimmung festlegte, war für Handelsbetriebe die Höhe des Absatzpotenzials, welche sich aus der an einem Ort erzielba- ren Absatzmenge und den Absatzpreisen ergab. Dieses Potenzial war wiederum vom Bedarf und der Kaufkraft abhängig. Weitere Bestimmungsfaktoren waren die Absatzkonkurrenz sowie die Absatzagglomeration (vgl. ebd., S. 39).

HEINEBERG und DE LANGE haben 1983 eine umfassende Zusammenstellung von Standortbedin- gungen privatwirtschaftlicher Einrichtungen des tertiären und quartären Wirtschaftssektors entwickelt (vgl. ebd., S. 41). Die Hauptaussage beruhte darauf, „daß die Standortentscheidungen (von Betriebsinhabern oder leitenden Angestellten) insbesondere durch subjektive Raumwahr- nehmungen und Standortbewertungen erfolgen und damit nicht immer als rational-optimal an- zusehen sind“ (ebd., S. 41, Hervorhebung im Original). Für DE LANGE erweitert diese subjektive Sichtweise der Standortbedingungen durch Unternehmer die häufig „blutleeren, d.h. mechanistisch und monetär ausgerichteten Standortfaktorenschemata aus den Wirtschaftswissenschaften“ (ebd., S. 206, Hervorhebung im Original). Außer diesen subjektiven Bewertungen wurden erstmals auch Repräsentations- und Imagefaktoren mit einbezogen.

Durch diese Theorie wurde eine ergänzende Ausrichtung auf die neuen Faktoren des quartären Wirtschaftssektors verdeutlicht. Auch die Abkehr vom ´Irrglauben einer völligen Objektivität´ in Bezug auf Standortentscheidungen war ein wichtiges Merkmal dieser jüngeren Standorttheorie.

Die Saatbeet-Hypothese beinhaltete z. B. Faktoren, durch die Entscheider subjektiv beeinflusst werden können. Neue Unternehmen gründen sich primär an den Orten, in denen die Gründer be- reits vorher tätig waren und in denen sie ihren Wohnsitz hatten (vgl. BATHELT u. GLÜCKLER, 2002, S. 203). Als Gründe für diese Handlungsweise, die das Existenzrisiko senken sollte, wurden die Vertrautheit mit dem (Stand-)Ort in Bezug auf den lokalen Arbeitsmarkt, den Absatzmarkt, die Zulieferer sowie die Banken und Behörden genannt. „Die Unternehmensgründung ist deshalb zu- meist nicht mit einer echten Standortentscheidung verbunden, weil der Unternehmensstandort durch den zuvor erschlossenen Aktivitätsraum weitgehend vorher bestimmt ist“ (ebd., S. 203/204). Ohne die Kenntnis des Standorts wären die Unwägbarkeiten so groß gewesen, dass ein Unterneh- men evtl. gar nicht gegründet worden wäre. Auf die mögliche Anwendung dieses Prinzips bei chi- nesischen Unternehmen wird in Kapitel 7.4.3 (´Verfügbarkeit von Wohnungen´) eingegangen.

Eine weitere jüngere Standorttheorie ist der Ansatz des kreativen und innovativen Milieus, der davon ausging, dass durch die Einbettung eines Unternehmens in das spezifische Umfeld Innovationen begünstigt werden. KULKE schreibt erklärend: Ein „Milieu ist eine räumliche, ´embeddedness´ eine soziologische Beschreibung eines Systems von Institutionen, Regeln und Tätigkeiten“ (KULKE, 1998, S. 125). Innovative Unternehmen wurden hierbei „nicht isoliert betrachtet, sondern mit ihrem lokalen Umfeld und den dortigen sozio-institutionellen Strukturen in Verbindung gebracht“ (BATHELT u. GLÜCKLER, 2002, S. 189).

Die französische Forschergruppe GREMI (´Groupe de Recherche Européen sur les Milieux Innovateurs´) entwickelte in den 1980er Jahren diesen Ansatz, bei dem durch die Bildung von Netzwerken versucht wurde, politische, wirtschaftliche, rechtliche, soziale und kulturelle Faktoren zu benennen, die die Entwicklung von Wissen in diesem Milieu förderten und aus denen heraus innovative Entwicklungen erzeugt und vorangetrieben werden konnten. Die Motivation dafür war u. a., dass sich die Wirtschaftsgeographie bisher häufig auf Erklärungen der harten Standortfaktoren bezogen habe und damit die Fragen der Innovationsfähigkeit und Kreativität von Regionen nur unzureichend beantwortet worden sind (vgl. RÖSCH, 2000, S. 161).

Notwendige Kriterien zur Bildung eines kreativen Milieus waren eine ´harte´ Infrastruktur, ´weiche´ Standortfaktoren, Humankapital, wirtschaftliche und politische Netzwerkstrukturen sowie das Vorhandensein einer „lokalen Einzigartigkeit der Ausprägung verschiedener Faktoren in einer Region“ (RÖSCH, 2000, S. 168). Aber erst gemeinsame „räumliche und soziale Identifikation ent- wickelt das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem Milieu“. Die sog. intermediären Organisationen, wie Kammern, Verbände, öffentliche Transferstellen und Wirtschaftsförderstellen, leisteten dazu einen wichtigen Beitrag (vgl. ebd., S. 163). Ihre Aufgabe war es, Anreize und Anlässe zu Verbin- dungen und zur Aktivierung des endogenen Potenzials in den Innovationsnetzwerken zu schaffen. Inwieweit die chinesischen Unternehmen in Hamburg die notwendigen und hinreichenden Krite- rien zur Bildung eines kreativen Milieus erfüllen, wird in Kapitel 7.5 thematisiert.

Diese beispielhaft vorgestellten Theorien sollen den Wandel im Standortfaktorenkatalog verdeutlichen und somit eine gewisse Chronologie und Entwicklung im Rückblick auf die historischgenetischen Standorttheorien zeigen. Die daraus resultierende Änderung des Standortfaktorenkataloges und somit der Kriterien unternehmerischer Standortwahl folgt anschließend.

3.1.4 Standortfaktoren als Kriterien unternehmerischer Standortwahl

Aufbauend auf den Veränderungen in der Priorität der Standortfaktoren von den historischgenetischen über die jüngeren Standorttheorien werden folgend die heutigen Kriterien unternehmerischer Standortwahl analysiert.

Der Begriff des Standortfaktors wurde von ALFRED WEBER eingeführt. Demnach bezeichnet ein Standortfaktor einen „seiner Art nach scharf abgegrenzten Vorteil, der für eine wirtschaftliche Tätigkeit dann eintritt, wenn sie sich an einem bestimmten Ort oder auch generell an Plätzen bestimmter Art vollzieht (WEBER, 1909, S. 10, Hervorhebung im Original; zitiert nach DE LANGE, 1989, S. 37). DE LANGE bezeichnet all diejenigen Faktoren als Standortfaktoren, die für eine Standortwahl relevant sind. Dabei setzt die Verwendung des Begriffs Standortfaktor einen konkreten Standortfindungsprozess voraus (vgl. DE LANGE, 1989, S. 38).

Wenn es um die Konkurrenz zwischen einzelnen Regionen geht, spielen die wirtschaftsgeographi- sche Lage, das regionale Arbeitskräfteangebot oder die staatlich zur Verfügung gestellte Infrastruk- tur eine entscheidende Rolle. Bei Betrachtungsweise eines Ortes oder einer Stadt sind Faktoren wie Grundstückspreise, kommunale Gebühren, Wirtschaftsförderung, Marktnähe und Agglomerations- vorteile von zentraler Bedeutung. Die Auswahl der als relevant geltenden Faktoren hängt also nicht zuletzt von der räumlichen Betrachtungsebene ab (vgl. MAIER u. BECK, 2000, S. 96/97). „Für die Standortwahl auf internationaler Ebene werden alle Phänomene der Unternehmensaußenwelt zu Standortfaktoren, auch diejenigen, die national einheitlich sind, wie etwa Wirtschaftsgesinnung und-verfassung, politische und wirtschaftliche Stabilität oder Einkommens- und Rechtssystem“ (ebd.,S. 96). Privatwirtschaftliche Unternehmen siedeln ihre Betriebsstätten nach dem traditionellen Interpretationsmuster genau in solchen Städten und Regionen an, „die eine für sie vorteilhafte Ausprägung von Standortfaktoren bieten“ (KRÄTKE, 1995, S. 23).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kontinuum der harten und weichen Standortfaktoren; Eigene Darstellung, Aßmann 2003 nach GRABOW, HENCKEL u. GRÖNING, 1995, S. 65

Standortfaktoren lassen sich grundsätzlich in ´harte´ und ´weiche´ Faktoren gliedern. Jedoch ist eine Abgrenzung zwischen den beiden Arten schwer zu vollziehen. Beide Standortfaktorengruppen sind komplementär und je nach Betrachtungszusammenhang verläuft ihre Grenze fließend, wie man in Abbildung 1 anhand der gestrichelten Linie zwischen den harten und weichen Faktoren sehen kann (vgl. GRABOW, HENCKEL u. GRÖNING, 1995, S. 63/64 u.).

´Harte´ Standortfaktoren

Grundsätzlich sind ´harte´ Standortfaktoren quantitativ messbare Kostenfaktoren der Standortlehre. Jedoch ergibt sich die „Härte“ eines Standortfaktors nur aus dem jeweiligen Betrachtungszusam- menhang (vgl. GRABOW, HENCKEL u. GRÖNING, 1995, S. 64). Als gut quantifizierbare und direkt für die Standortwahl relevante Faktoren können z. B. die Flächenverfügbarkeit, die Verkehrsanbin- dung sowie die Höhe der Steuern, Abgaben und Subventionen genannt werden (vgl. Abbildung 1).

´Weiche´ Standortfaktoren

Die Beschäftigung mit ´weichen´ Standortfaktoren resultiert daraus, dass jede unternehmerische Standortentscheidung von subjektiven und irrationalen Kriterien beeinflusst wird. Bei einer unternehmerischen Standortwahl ergänzen die persönlichen Vorlieben die ökonomisch-rationalen Entscheidungen, ohne nachvollziehbar zu sein (vgl. ebd., S. 63). Des Weiteren soll der Begriff weiche Standortfaktoren verdeutlichen, dass unternehmerische Entscheidungen auch von Faktoren beeinflusst werden, die nur teilweise messbar, ansonsten aber „stark subjektiv motiviert“ sind (vgl. SCHUBERT, 1998, S. 41 und BATHELT u. GLÜCKLER, 2002, S. 146). Ergänzend kann hinzugefügt werden, dass weiche Standortfaktoren insgesamt fachsprachig aufgenommen, aber inhaltlich noch nicht präzisiert sind (vgl. MAIER u. BECK, 2000, S. 97).

Die Diskussion um die Bedeutung weicher Standortfaktoren wird schon viele Jahre geführt. In der Debatte um global vernetzte Metropolregionen dominieren heute eindeutig weiche Standortfakto- ren, im Kontext sich angleichender infrastruktureller Bedingungen, der EU-Integration und der EU- Osterweiterung nimmt die relative Bedeutung harter Standortfaktoren ab (vgl. OßENBRÜGGE, HEEG u. KLAGGE, 2002, S. 116). „Die Begründung dafür, dass weiche Standortfaktoren in der Bedeutung zunehmen, liegt zum einen an der ´rekursiven Selbstbestätigung´ und zum anderen daran, dass überall in Deutschland (zumindest aber in den westlichen Bundesländern) ein relativ hohes und ausgeglichenes Niveau an Infrastruktur, d.h. an ´harten´ Faktoren vorhanden ist“ (SCHUBERT, 1998, S. 42). SCHUBERT erläutert die „rekursive Selbstbestätigung“ von weichen Standortfaktoren folgendermaßen: Je stärker die Bedeutung weicher Faktoren in der öffentlichen Diskussion auftaucht, desto stärker werden diese Aussagen verifiziert übernommen und weitergegeben, sodass sie dadurch eine weitere Bestätigung erhalten (vgl. SCHUBERT, 1998, S. 41). Bei gleicher Faktorausstattung können also die weichen Standortfaktoren eine Standortentscheidung maßgeblich beeinflussen (vgl. MAIER u. BECK, 2000, S. 96).

Da die weichen Faktoren aber unterschiedliche Bedeutung und Relevanz für Unternehmensentscheidungen haben, erfolgt eine weitere Unterteilung, welche auch als Grundlage für die in der schriftlichen Befragung verwendeten Standortfaktoren gilt, um eine genaue Gewichtung und Abgrenzung der einzelnen Standortfaktorengruppen zu ermöglichen (vgl. GRABOW, HENCKEL u. GRÖNING, 1995, S. 67ff und Kapitel 7.4 und Fragebogen, Anhang 2):

´Weiche unternehmensbezogene´ Standortfaktoren

Die ´weichen unternehmensbezogenen´ Faktoren sind von unmittelbarer Wirksamkeit für die Unternehmens- oder Betriebstätigkeit. Beispiele dafür sind das Verhalten der öffentlichen Verwaltung, die Arbeitnehmermentalität oder das Wirtschaftsklima.

´Weiche personenbezogene´ Standortfaktoren

Die ´weichen personenbezogenen´ Standortfaktoren beinhalten die persönlichen Präferenzen der Unternehmer sowie deren subjektive Einschätzung der Lebens- und Arbeitsbedingungen am Stand- ort. Als Beispiele werden die Wohnsituation, die Landschaftsqualität oder das Kulturangebot auf- geführt.

Nachdem im oberen Abschnitt der Begriff Standortfaktor definiert wurde und sich in den Standorttheorien gezeigt hat, dass sich Standortfaktorenprofile jeweils ihrer Zeit anpassen, werden folgend die heutigen Kriterien unternehmerischer Standortwahl dargestellt, was gleichzeitig auch als Grundlage für die Arbeit der Wirtschaftsförderung und ihre Instrumente zur Anwerbung von Unternehmen in Kapitel 4.3 zu verstehen ist.

Jedes Unternehmen hat entsprechend seiner Branche und den damit verbundenen Zielen unter- schiedliche Anforderungen an einen Standort. Da Wirtschaftsförderungsgesellschaften, die sich um die Ansiedlung bzw. die Bestandspflege von Unternehmen bemühen, nicht mit Zwangsmitteln arbeiten, „sondern Anreize setzen und Angebote machen […], um ein bestimmtes unternehmeri- sches Handeln zu begünstigen, ist es für eine erfolgreiche Verwirklichung des Oberziels erforder- lich, die unternehmerischen Interessen zu (er-)kennen, um ein Handeln daran orientieren zu kön- nen“ (SCHUBERT, 1998, S. 40). Deshalb werden in diesem Anschnitt zunächst nach GÖTZ einige Entscheidungskriterien aufgelistet, die die unternehmerische Standortwahl prägen (GÖTZ, 1999,S. 40ff):

Die Unternehmensbranche bestimmt, welche Art von Fläche gebraucht wird. Dabei müssen entwe- der Industrie- und Gewerbeflächen für flächenintensive Betriebe oder Büros in der Stadtmitte für eher dienstleistungsorientierte Betriebe zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus ist die Un- ternehmensbranche auch dann entscheidend, wenn es um Agglomerationsvorteile geht. Die Ansied- lung in einem regionalen Cluster von interagierenden Unternehmen bringt große Vorteile im Be- reich der räumlichen Nähe bei ähnlichen Aktivitäten, im Nutzen von Infrastruktur und Zulieferern sowie auch bei Institutionen, Verbänden und Dienstleistungen, die ein entsprechendes Angebot für den regionalen Cluster bereitstellen. Die Funktion des Betriebes ist für ein Unternehmen dann von Belang, wenn es sich entweder um einen Sitz mit hoher Zentralität, einen Anschluss an For- schungseinrichtungen oder um rohstoffverarbeitende Industrie in der Nähe von Rohstoffquellen handelt.

Für Unternehmen, die an bestimmte infrastrukturelle Einrichtungen wie Flughäfen, Verkehrsnetze, einen Hafen oder eine bestimmte Telekommunikationsausstattung gebunden sind, ist dieses Kriterium entscheidend. Des Weiteren sollte ein Standort zentral liegen, um die Nähe zu den wichtigen Beschaffungs- und Absatzmärkten zu garantieren.

Beim Arbeitsmarkt kommt es auf eine ausreichende qualitative und quantitative Versorgung mit Arbeitskräften an. Wenn die Arbeitsabläufe spezialisiertes Personal erfordern, steigt die Wertigkeit dieses Kriteriums. In Abhängigkeit von der Art der Produktion oder der angebotenen Dienstleis- tung werden bestimmte Ressourcen benötigt. Boden, Wasser, Energie, Gebühren, Steuern oder Arbeitskräfte haben folglich einen unterschiedlich großen Anteil an den Investitions- und Betriebs- kosten.

Zu den überörtlichen Rahmenbedingungen gehören im internationalen Standortwettbewerb Rah- menbedingungen wie Wirtschafts- und Steuerpolitik sowie die Rechtsordnung. Sie sind häufig innerhalb eines Staates annähernd gleich, sodass ein ausländisches Unternehmen bei der Wahl des Ansiedlungslandes weniger einzelne Bundesländer oder Kommunen analysiert. Unter kommunalen Leistungen werden die unternehmensspezifischen Angebote einer bestimmten Kommune oder Stadt zusammengefasst. Sehr wichtig ist ein kompetenter Ansprechpartner, der das Unternehmen bzgl. seiner Flächen- und Standortwahl sowie der finanziellen Förderung berät. Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr Druck kann es auf die Kommune oder Stadt ausüben und wegen der hohen Zahl an bereitgestellten Arbeitsplätzen auch auf Subventionen hoffen. „Subventi- onen werden gewährt, damit Betriebe sich ansiedeln oder nicht abwandern oder stillgelegt werden. Der Standortwettbewerb wird zum Subventionswettbewerb. Ohne Subventionen werden kaum noch neue Werke gebaut“ (KULKE, 1998, S. 97).

Die vorab definierten weichen (personenbezogenen) Standortfaktoren haben zwar meist einen eher indirekten Einfluss auf die unternehmerischen Aktivitäten, sind aber gerade in Unternehmen mit vielen spezialisierten Arbeitskräften von großer Bedeutung. Die Lebensqualität eines Standortes rückt in solch einem Beispiel in den Vordergrund, da auf diesem Wege auch die Arbeitsproduktivität des Beschäftigten steigt. Hinzu kommt, dass Kommunen die harten Standortfaktoren gegenseitig angleichen und dass Freizeit und Lebensqualität in ihrer Bedeutung steigen, sodass spezielle weiche Standortfaktoren in die betrieblichen Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden (vgl. OßENBRÜGGE, HEEG u. KLAGGE, 2002, S. 116).

3.2 Clustertheorien

Mit Hilfe der Clustertheorien soll die Agglomeration chinesischer Unternehmen erläutert werden. Unter einer Agglomeration wird dabei die räumliche Ballung oder Verdichtung (chinesischer) Un- ternehmen verstanden. Etwa 300 chinesische Unternehmen sind heute in Hamburg angesiedelt. Es muss bestimmte Gründe geben, weshalb eine solch große Gruppe, die deutschlandweit gesehen mit Abstand die größte ist (vgl. Abbildung 13/S. 70), sich an dem Ort ansiedelt, an dem sich bereits etliche Unternehmen aus der gleichen Branche mit der evtl. gleichen Zielgruppe angesiedelt haben. Deshalb werden in diesem Kapitel die Clustertheorien behandelt, die sich u. a. mit den Vor- und Nachteilen von Unternehmensagglomerationen beschäftigen.

Ein Cluster (aus engl. ´cluster´: Büschel, Menge) ist in der Chemie und Physik „eine als einheitli- ches Ganzes zu betrachtende Menge von Einzelteilchen“. In der Mathematik sind Clusteranalysen mathematische Methoden zum Nachweis von Häufungen von Variablen in komplexen Datensätzen (ANTRECHT u. MCKINSEY & COMPANY, 2000, S. 8). PORTER, Mitbegründer der Clusterforschung, definiert Cluster folgendermaßen: „Clusters are geographic concentrations of interconnected com- panies, specialized suppliers, service providers, and associated institutions in a particular field that are present in a nation or a region“ (INSTITUTE FOR STRATEGY AND COMPETITIVENESS OF THE HARVARD BUSINESS SCHOOL, 2003, Internetquellen). Es handelt sich bei einem Cluster also um eine Menge spezialisierter, innovativer und miteinander interagierender Unternehmen aus verwand- ten und sich ergänzenden Branchen sowie Zulieferern, Abnehmern und Forschungs- und Entwick- lungseinrichtungen, die sich auf einem geographisch begrenzten Raum ballen. Des Weiteren kann man Cluster als eine Organisationsform von Industrien bezeichnen, die höhere Produktivität und mehr Innovationen erzeugen als räumlich weiter aufgefächerte Strukturen (vgl. ANTRECHT u. MC- KINSEY & COMPANY, 2000, S. 21). Nach PORTER entsteht durch Cluster mehr Effizienz, die sich dadurch ergebenden Gelegenheiten forcieren mehr Innovationen und Cluster können sich positiv auf die Gründungsrate neuer Firmen auswirken (vgl. INSTITUTE FOR STRATEGY AND COMPETITI- VENESS OF THE HARVARD BUSINESS SCHOOL, 2003, Internetquellen). Ausgangspunkt für die Ent- wicklung eines Clusters sind „bereits spezialisierte Entwicklungspfade, die durch viele Klein- und Mittelunternehmen oder durch ein Großunternehmen geprägt sind“ (OßENBRÜGGE, HEEG u. KLAG- GE, 2002, S. 30). Mit zunehmender Konkurrenz zwischen alternativen Standorten in Städten und Regionen „versprechen Clusterkonzepte gestaltbare Strategien für nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum“ (ebd., S. 29).

3.2.1 Industrielle Cluster nach PORTER

Ausgangspunkt für PORTERS Untersuchungen ist die Frage, weshalb es in Ländern mit ähnlicher Faktorenausstattung zu einer unterschiedlichen Außenhandelsspezifizierung kommt. PORTER sieht den Grund dieser Spezifizierung darin, dass bestimmte Branchen aufgrund großen Wettbewerbs- drucks und günstiger Umfeldbedingungen in einem Land Wettbewerbsvorteile erlangen und da- durch in der Lage sind, Weltmärkte zu erschließen (vgl. BATHELT u. GLÜCKLER, 2002, S. 148).

[...]


1 Offizielle Angabe der HWF für das Jahr 2003 bezogen auf Unternehmen aus der VR China ohne chinesische Restaurants in der Freien und Hansestadt Hamburg (vgl. Experteninterview HWF, Anhang 3)

Ende der Leseprobe aus 164 Seiten

Details

Titel
Chinesische Unternehmen in Hamburg. Potenziale und Chancen für den Wirtschaftsstandort
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Geographie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
164
Katalognummer
V309682
ISBN (eBook)
9783668083110
ISBN (Buch)
9783668083127
Dateigröße
2736 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geographie, China, Hamburg, Unternehmen, chinesische Unternehmen, chinesische Firmen, Wirtschaftsgeographie, Cluster, Ansiedlung, Wirtschaftsförderung, Clusterpolitik, Außenwirtschaftsförderung, Wirtschaftsstandort, Hansestadt Hamburg, Cosco, China Shipping, Sinatras, HWF, Handelskammer Hamburg, Handelskammer, IHK, Hamburgische Wirtschaftsförderung, Senat, Porter, Clustertheorie, Clusterbildung, Globalisierung, Metropolregion, Shanghai, Hamburg Summit, China-Wochen, China-Handel, Hafen, Volksrepublik China, Standortfaktoren, Standortfaktorenanalyse, weiche Standortfaktoren, harte Standortfaktoren, Agglomeration, Chinesenviertel, Chinastandort, HafenCity, Wachsende Stadt
Arbeit zitieren
Jens Aßmann (Autor), 2004, Chinesische Unternehmen in Hamburg. Potenziale und Chancen für den Wirtschaftsstandort, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309682

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