In den letzten Jahren gewinnen Innovationen mehr und mehr an Bedeutung. Im Gegensatz zu früher müssen sich die Unternehmen nicht mehr ausschließlich die Frage stellen wie die Bedürfnisse der Kunden gestillt werden, sondern auch die Frage, welche Bedürfnisse man mit neuen Produkten und Leistungen wecken kann oder welche in den nächsten Jahren an den Markt treten können. Ohne die Bearbeitung dieser Fragen ist bzw. wird ein unternehmerisches Überleben zukünftig immer schwerer. Innovationen sind im weitesten Sinne als Leistungen, Produkte und Prozesse zu verstehen, die in einer Unternehmung erstmalig entwickelt und erstellt werden. Projekte zur Entwicklung von Innovationen grenzen sich von den anderen Routinetätigkeiten organisatorisch durch ihre eigene Struktur, eigene Ziele und durch eigene Ressourcen in zeitlicher, finanzieller, personeller oder anderer Art ab.
Aufgrund des hohen Aufwands für Forschung und Entwicklung und des nicht planbaren Erfolges, beinhalten solche Projektvorhaben ein hohes finanzielles Risiko. Um eine Kostenexplosion und eine Terminüberschreitung der Projekte zu verhindern, ist ein Controlling innovativer Projekte unabdingbar. Das Controlling gilt als Einheit der Planung und Kontrolle der unternehmerischen Tätigkeit. Weiter wird als Controlling die Planung und Durchführung der Informationsbereitstellung zur Unterstützung des Managements verstanden. Grundlage eines Innovationsprojekt-Controllings ist ein Informationssystem, das zur Unterstützung aller Managemententscheidungen im Innovationsprojekt dient. Dabei wird dem Innovationscontrolling nicht nur die Gestaltungsaufgabe des Informationssystems zugesprochen sondern auch der Betrieb des Informationssystems. Nachfolgend werde ich für ein innerbetriebliches Innovationsprojekt- Controlling die Gestaltung eines Informationssystems beschreiben. Dabei werde ich unter der Berücksichtigung des Innovationsaspektes auf die Aufgaben und Eigenschaften des Systems eingehen. Ein Informationssystem besteht aus den Teilprozessen der Informationserhebung, -speicherung, -aufbereitung und -verteilung. In der folgenden Arbeit werden die Teilprozesse Erhebung, Aufbereitung und Verteilung beschrieben. Abschließend wird der Nutzen des Informationssystems dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 INNOVATIONSPROJEKT-CONTROLLING
2 INFORMATIONSSYSTEME IM INNOVATIONSPROJEKT-CONTROLLING
2.1 AUFGABEN, ZIELE UND EIGENSCHAFTEN
2.2 INFORMATIONSERHEBUNG UND -AUFBEREITUNG
2.3 VERTEILUNG DER INFORMATION
2.4 INFORMATIONSBEDARF DER BETEILIGTEN
3 ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DES NUTZENS VON INFORMATIONSSYSTEMEN IM INNOVATIONSCONTROLLING
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltung und Bedeutung von Informationssystemen innerhalb des Innovationsprojekt-Controllings. Das primäre Ziel besteht darin, darzulegen, wie durch systematische Informationserhebung, -aufbereitung und -verteilung Entscheidungsprozesse unterstützt, Unsicherheiten abgebaut und die Effektivität des Innovationsmanagements gesteigert werden können.
- Grundlagen und Aufgaben des Innovationsprojekt-Controllings
- Prozesse der Informationserhebung und -aufbereitung
- Methoden der Informationsverteilung und Kommunikationswege
- Analyse des spezifischen Informationsbedarfs verschiedener Stakeholder
- Nutzen von Informationssystemen für den Projekterfolg
Auszug aus dem Buch
2.2 Informationserhebung und -aufbereitung
Für die Betrachtung der Informationserhebung und -aufbereitung sind jeweils zwei Phasen in den Entwicklungsprozessen des Innovationsprojekts zu unterscheiden, die Planungs- und die Realisierungsphase. Die Planungsphase des jeweiligen Entwicklungsprozesses dient dem Informationssystem als Quelle für die später in der Realisierungsphase zu überprüfenden Planziele. Hier werden alle Sollvorhaben in einer Projektstruktur-, Ablauf- und Ressourcenplanung für die kommenden Projektaktivitäten festgelegt. Die erhobenen Planzahlen beruhen meist auf Schätzungen einzelner Experten, des Projektteams oder auf Datenbasis von Erfahrungswerten aus früheren Projekten. Die Kumulation der einzelnen Schätzungen für die Teilprojekte und Arbeitspakete stellen die Basis für die Plankosten und somit für den Ressourcenbedarf des gesamten Projektverlaufs dar. In einem Projektstrukturplan werden die in der Realisierungsphase zu bearbeitenden Teilprojekte, Arbeitspakete und zu erreichende Meilensteine festgelegt. Die Informationen aus der Planungsphase werden in verschiedene Projekt-, Netz- oder Prozeßpläne aufbereitet. Zur Darstellung dienen oft einfache Balkendiagrammen wie beispielsweise Gantt-Diagramme. Diese stellen den Projektablauf recht einfach dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 INNOVATIONSPROJEKT-CONTROLLING: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung von Innovationen ein und definiert das Controlling als notwendige Instanz zur Steuerung und Risikominimierung komplexer Innovationsprojekte.
2 INFORMATIONSSYSTEME IM INNOVATIONSPROJEKT-CONTROLLING: Das Hauptkapitel erläutert die Ziele und Aufgaben von Informationssystemen sowie die prozessualen Anforderungen an Erhebung, Aufbereitung und Verteilung von Projektdaten.
3 ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DES NUTZENS VON INFORMATIONSSYSTEMEN IM INNOVATIONSCONTROLLING: Das Fazit unterstreicht den Beitrag systematischer Informationsbereitstellung zur Risikoverminderung, Effizienzsteigerung und fundierten Entscheidungsfindung in Innovationsvorhaben.
Schlüsselwörter
Innovationsprojekt-Controlling, Informationssysteme, Informationserhebung, Projektsteuerung, Innovationsmanagement, Forschungs- und Entwicklungskosten, Projektberichterstattung, Meilensteintrendanalyse, Projektfortschritt, Datenaufbereitung, Informationsbedarf, Effektivität, Effizienz, Innovationsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Gestaltung von Informationssystemen als zentrales Steuerungsinstrument innerhalb des Innovationsprojekt-Controllings.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Datenerhebung, die Aufbereitung von Informationen für das Berichtswesen sowie die zielgerichtete Verteilung von Projektdaten an verschiedene Interessengruppen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Informationssysteme dazu beitragen, die Unsicherheit von Innovationsvorhaben zu reduzieren und durch fundierte Berichterstattung bessere Managemententscheidungen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Konzepte und deren Anwendung auf die spezifischen Anforderungen des Innovations-Controllings.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Teilprozesse der Informationserhebung, der Aufbereitung, der Verteilung sowie der Analyse des spezifischen Informationsbedarfs der beteiligten Akteure.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Innovationsprojekt-Controlling, Informationssysteme, Projektsteuerung und Risikomanagement.
Warum sind traditionelle Instrumente des Rechnungswesens oft unzureichend für Innovationsprojekte?
Traditionelle Instrumente sind primär auf die laufende Betriebstätigkeit ausgelegt, während Innovationsprojekte durch hohe Unsicherheit und schwer quantifizierbare Leistungen gekennzeichnet sind, die modifizierte Ansätze erfordern.
Welche Rolle spielt die Trennung in Standard- und Sonderberichte?
Standardberichte sichern den periodischen Informationsfluss zur Feinsteuerung, während Sonderberichte bei kritischen Planabweichungen oder qualitativen Audits als bedarfsabhängige Entscheidungsgrundlage dienen.
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- Sascha Lerchl (Author), 2004, Informationssysteme im Innovationsprojekt-Controlling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30969