In den theologischen Wissenschaftszweigen erfahren die Begriffe Religion, Glaube und Kirche eine alltägliche Verwendung. Weiterhin sind sie nicht nur Begrifflichkeiten, sondern fungieren zusätzlich als Teil des Gegenstands der Theologie und haben ganz eigene Funktionen, die sie ausführen. Auch sind mit ihnen spezielle Symboliken verbunden, was sich auf die Gesellschaft auswirkt.
Eben diese symbolischen Bedeutungen von Religion, Kirche und Glaube sollen die Grundlage dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung sein. Die Begriffe werden im Folgenden nicht nur definiert und erklärt, sondern auch und vor allem auf ihre praktische Anwendung in der Gesellschaft untersucht und verstanden. Die Grundfrage, welche Bedeutung die Kirche auf der einen und die Religion auf der anderen Seite in der Gesellschaft haben, soll demnach beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Religiosität und Glaube
III. Theoretische Grundlagen
a. Die Kirche als Institution
b. Die Kirche als Kommunikation
IV. Von der Praxis in der Gesellschaft
a. Über die Religion
b. Über die Kirche
c. Über den Glauben
V. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die komplexen Beziehungen zwischen den Begriffen Kirche, Glaube und Religion zu untersuchen und deren Bedeutung innerhalb der heutigen Gesellschaft theoretisch sowie praktisch nachzuzeichnen.
- Analyse der soziologischen und theologischen Sichtweisen auf die Institution Kirche
- Untersuchung der Definitionen von Religiosität und individuellem Glauben
- Betrachtung der Auswirkungen gesellschaftlicher Pluralität auf religiöse Weltbilder
- Erarbeitung eines Idealtypus der religiösen Lebenswelt auf Basis empirischer Ansätze
Auszug aus dem Buch
Die Kirche als Institution
In der Soziologie wird die Kirche weithin als Institution typologisiert. Dies geschieht vor allem durch eine Klassifizierung ihrer Merkmale. So weisen Kirchen aus soziologischer Ansicht die gleichen bürokratischen Organisationsverfahren und strukturen auf, wie beispielsweise Parteien oder Gewerkschaften. Ähnlich wie bei den genannten Beispielen, entscheiden die gewählten Führungskräfte über die Richtlinien und das Handeln nach außen.
Eben diese Entscheidungsträger stehen somit sinnbildlich für die Kirche in der Gesellschaft. Des Weiteren lässt sich die Institution Kirche in ein sogenanntes Subsystem einordnen, nämlich in das der Religion. Hierzu ergänzen Ziebertz, Kalbheim und Riegel (2003: Seite 126): „Das Subsystem Religion besteht neben anderen gesellschaftlichen Systemen wie Politik, Rechtswesen, Presse etc.“ An dieser Stelle ist die Kirche als Institution jedoch keinesfalls als ein abgegrenztes Universum zu verstehen. Vielmehr soll hier eine Verbindung der Kirche zu anderen gesellschaftlichen Lebenswelten erkannt werden. Genauso wie in der Politik, im Rechtswesen und in der Presse haben die Menschen der Gesellschaft teil an der Kirche. Sie besteht aus, mit, und für die Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Begriffe Religion, Glaube und Kirche ein und formuliert das Ziel, deren gegenseitige Abhängigkeit und gesellschaftliche Bedeutung zu analysieren.
II. Religiosität und Glaube: Das Kapitel befasst sich mit der theoretischen Abgrenzung von Glaube als individuelle, subjektive Auslebung von Religion und dessen Verankerung in der Gesellschaft.
III. Theoretische Grundlagen: Hier wird der Begriff der Kirche aus soziologischer Sicht als Institution und aus theologischer Sicht als Gemeinschaft der Kommunikation mit Gott differenziert.
IV. Von der Praxis in der Gesellschaft: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Vorüberlegungen mit der konkreten gesellschaftlichen Realität und untersucht die Herausforderungen durch Pluralismus.
V. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die gewonnenen Erkenntnisse über die komplementäre Beziehung zwischen Kirche, Glaube und Religion und deren gegenseitige Beeinflussung auf verschiedenen Ebenen.
Schlüsselwörter
Religionspädagogik, Kirche, Glaube, Religiosität, Gesellschaft, Institution, Kommunikation, Pluralität, Individualisierung, Idealtypus, Soziologie, Theologie, Weltanschauung, Religion, Lebenswelt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Wechselverhältnis zwischen den Konzepten Religion, Glaube und Kirche und deren Bedeutung für die moderne, pluralistische Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Definitionen der Begriffe sowie deren praktische Auswirkung auf das Zusammenleben und die individuelle Lebensführung in der Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Bild der Beziehungen zwischen Kirche, Glaube und Religion zu zeichnen, um einen Idealtypus der religiösen Lebenswelt zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die durch die Heranziehung soziologischer und theologischer Literatur sowie durch abstrakte Beobachtungen eine normative Erkenntnis erarbeitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen zur Kirche sowie eine praxisorientierte Analyse, wie sich die Begriffe Religion, Kirche und Glaube in der Gesellschaft manifestieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Religion, Glaube, Kirche, Pluralität, Individualisierung, Soziologie und Theologie.
Wie unterscheidet sich die Kirche in der soziologischen und theologischen Betrachtung?
Während die Soziologie die Kirche als institutionelles Subsystem mit bürokratischen Strukturen betrachtet, sieht die theologische Perspektive in ihr primär eine Glaubensgemeinschaft, die als Symbol für die Kommunikation mit Gott fungiert.
Welche Rolle spielt die Individualisierung des Glaubens?
Die Individualisierung führt dazu, dass religiöse Auslebungen zunehmend subjektiv und außerhalb fester institutioneller Rahmen stattfinden, was die Gesellschaftsstruktur beeinflusst.
Welche Herausforderungen ergeben sich durch Pluralität?
Die religiöse Pluralität führt zu einem Konkurrenzkampf der Weltbilder und kann Orientierungslosigkeit oder Kommunikationsstörungen in Bezug auf religiöse Inhalte bewirken.
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- Oliver Adam (Autor), 2015, Die Bedeutung von Kirche und Religion in der Gesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309761